Krankheiten an Thuja Hecken

Lebensbäume gehören zu den beliebtesten Heckenpflanzen und finden sich in zahlreichen Gärten in ganz Mitteleuropa. Ihr herrlicher Grünton und der dichte Wuchs sind der Grund für die Popularität der Pflanze, die eigentlich aus Nordamerika und Ostasien stammt und sich aufgrund ihres Aussehens und der Nützlichkeit in Europa etabliert hat. Thuja-Hecken leiden nur selten an Krankheiten, da sie sehr robust sind. Kommt es zu Problemen, müssen Sie diese schnell erkennen und behandeln.

Krankheiten an Thuja-Hecken

Gehalten werden Lebensbäumen in Deutschland in den meisten Fällen als Hecke, die sich ansprechend im Garten präsentiert oder das Grundstück vom Nachbarn als Sichtschutz abgrenzt. An sich handelt es sich bei den Zypressengewächsen (bot. Cupressaceae) um sehr robuste Pflanzen, die selbst mit wenig Pflege auskommen und mit ihrem frischen Grün begeistern. Gesunde Thujen sind dabei an den folgenden Eigenschaften zu erkennen:

  • satte Grünfärbung der Blattschuppen
  • junge Blattschuppen ebenfalls grün
  • starker Wuchs
  • aufrechte Triebe

Wenn es dem Gewächs nicht gut geht, ist das sofort bemerkbar, da sich die Schuppen bei fast allen Thuja-Hecken Krankheiten bräunlich verfärben. Insgesamt finden sich zehn Krankheiten, die durch Pilze und Pflegefehler entstehen können. Es ist wichtig, diese so früh wie möglich zu erkennen und zu bekämpfen, damit Sie nicht Ihre Hecke verlieren. Gerade Pilzerkrankungen sind fatal bei Thuja-Hecken, da die Sporen problemlos von einer Pflanze zur nächsten übergehen können. Wenn Sie den Verdacht auf eine Krankheit haben, überprüfen Sie die weiter unten folgenden Krankheitsbilder und nutzen Sie die Behandlungsmethoden, um Ihre Hecken zu retten.

Ursache: Pflegefehler

In vielen Fällen sind Pflegefehler die häufigere Ursache für Thuja-Hecken Krankheiten. Pilzinfektionen folgen danach sehr häufig, hängen aber nicht immer damit zusammen. Ein Vorteil an Pflegefehlern ist die Möglichkeit, sie durch die richtigen Maßnahmen schnell zu behandeln. Drei typische Pflegefehler wirken sich besonders stark auf die Pflanzen aus. Wie Sie diese behandeln, erfahren Sie in den kommenden Abschnitten.

Tipp: Kein Pflegefehler ist die allmähliche Braunfärbung der Schuppenblätter im Herbst, die sich bis über den Winter hält und langsam, aber kontinuierlich bei bestimmten Arten und Varietäten verläuft. Zu diesen gehören der Abendländische Lebensbaum (bot. Thuja occidentalis) mit den Varietäten ‚Brabant‘, ‚Holmstrup‘ und ‚Columna, sowie der Riesen-Lebensbaum (bot. Thuja plicata), die einen Braunton annehmen, der an Bronze in verschiedenen Intensitäten erinnert.

Staunässe

Staunässe führt bei Lebensbäumen zur Stamm- und Wurzelfäulnis, die für die Pflanze tödlich sein kann. Da es sich bei dieser um einen langsamen Prozess handelt, ist sie meist nicht sofort sichtbar und manchmal sogar erst, wenn es zu spät ist. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass sich die Schuppen nicht durch Staunässe braun färben, wie es bei anderen Krankheiten der Fall ist. Daher ist es kaum bemerkbar, wenn Ihr Lebensbaum unter Wasser gesetzt wurde. Lebensbäume bevorzugen im Allgemeinen etwas feuchtere Erde, nur dürfen die Wurzeln nicht dauerhaft nass sein. Falls die Staunässe überhandgenommen hat, zeigt sich die Fäulnis durch die folgenden Symptome:

  • Pflanze schwächelt
  • weiche Pflanzenteile
  • weißer Belag am Stamm
  • weißer Belag auf Wurzeln
  • nasse Erde

Ist dieser Zustand schon sehr lange so, sorgen die Schwächeerscheinungen und die Fäulnis für ein Verenden der Pflanze. Aus diesem Grund müssen Sie so schnell wie möglich handeln, sobald Sie die Staunässe oder Fäulnis entdecken, damit Sie nicht die gesamte Pflanze entsorgen müssen. Überprüfen Sie zuerst die Wurzeln und entfernen Sie einen Großteil der befallenen Pflanzenteile. Frischen Sie den Standort der Lebensbaum-Hecken mit trockener Erde auf, um ein wenig der Feuchtigkeit zu entziehen und mögliche Krankheitserreger zu entfernen. Falls die Fäulnis den Stamm erreicht hat, kann der Lebensbaum leider nicht mehr gerettet und muss entsorgt werden. Falls Ihnen das passiert, sollten sie den Baum nicht auf den Kompost legen, sondern zur nächsten Annahmestelle für Grünabfälle. Es könnten sich Pilzsporen auf dem geschwächten Pflanzenmaterial angesammelt haben, die sonst weggeweht werden könnten.

Trockenheit

Ebenso ein Problem wie Staunässe ist Trockenheit für Thuja-Hecken. Ein großer Vorteil im Vergleich zur Fäulnis jedoch sind die offensichtlichen Symptome, die typisch für die Pflanze sind:

  • langsam braun verfärbende Blattschuppen
  • Pflanze schwächelt
  • verkümmert langsam

Thuja-Hecke mit braunen Nadeln

Neben den braunen Blattschuppen sollten Sie zudem den Standort überprüfen. Ist das Substrat stark angetrocknet, können Sie von einem Wassermangel ausgehen. Wichtig ist hier sofortiges Handeln, denn schon kurze Zeiträume führen zum Verenden der Pflanzen, ganz im Gegenteil zur Staunässe. Dafür sind die Symptome schnell zu erkennen und so können Sie deutlich effektiver handeln und bemerken den Schaden nicht erst, wenn die Pflanze nicht mehr gerettet werden kann. Falls Sie einen Wassermangel bemerken, gehen Sie wie folgt vor:

  • sofort Standort wässern
  • Pflanze über nächste Zeit im Auge behalten
  • ebenso den Standort
  • Wasserzugaben entsprechend anpassen

Hüten Sie sich vor Trockenstress, denn dieser kann selbst im Winter zum Problem werden. Vor allem längere Frostperioden ohne Schneefall können dafür sorgen, dass Thuja-Hecken vertrocknen. In diesem Fall sollten Sie frostfreie Tage abwarten und ein wenig wässern, um möglichen Schäden zu entgehen.

Tipp: Eine weitere Ursache für die Braunfärbung bei Thuja-Pflanzen ist die Nutzung der Pflanze als Toilette für Hunde. Die Inhaltsstoffe des Urins sorgen für eine Braunfärbung der Schuppen, deren Unterseite immer schwärzer wird und die daraufhin absterben, wenn Sie keine Sperre um die Pflanze aufstellen, um die Tiere von dieser fernzuhalten.

Salzüberschuss

Ein Salzüberschuss tritt bei Lebensbäumen hauptsächlich im Winter auf und wird durch Streusalz verursacht. Das Streusalz wirkt toxisch auf die Zypressengewächse und kann die Triebspitzen im unteren Bereich der Pflanze verbrennen. Im schlimmsten Fall kommt es zum Verenden der Pflanze, wenn große Mengen salziges Spritzwasser an den Standort gelangen und in den Boden eindringen. Leider hilft hierbei nur das Umpflanzen der Thuja, was nicht im Winter geschehen sollte, oder ein Schutzbarriere, damit das Salz nicht an die Pflanze gelangt. Zudem können die folgenden Maßnahmen kurzfristig helfen:

  • Pflanze gründlich abspülen
  • wässern

Durch Wasser wird das Salz tiefer in den Boden geschwemmt, was helfen kann.

Hinweis: Ähnlich wie ein Salzüberschuss durch Streusalz im Winter zeigt sich eine Überdüngung mit zu viel mineralischem Dünger. Reduzieren Sie in diesem Fall die Menge oder wechseln sie den Dünger, damit dieser den Boden nicht übersalzt.

Ursache: Pilzerkrankungen

Pilzerkrankungen wirken sich stärker auf die Vitalität der Pflanzen aus und können nachhaltige Schäden verursachen. Da es sich hierbei um Erkrankungen handelt, die durch Sporen auf andere Pflanzen übertragen werden können, müssen diese deutlich schneller behandelt werden als die Pflegefehler. Im schlimmsten Fall können ganze Hecken durch die Pilze zu Grunde gehen. Um diesem Schicksal zu entgehen, müssen Sie über die vier typischen Pilzerkrankungen an Thuja-Hecken Bescheid wissen, die Sie mit den weiter unten folgenden Tipps bekämpfen können.

Hallimasch-Wurzelfäule

Die Hallimasch-Wurzelfäule wird durch den Pilz Armillaria mellea und ist an großen Pilzgeflechten erkennbar, die in gelbe Farbvariationen getaucht sind. Aus diesem Grund wird der Pilz auch Honiggelber Hallimasch genannt. Die Pilze treiben direkt aus der Rinde aus. Sobald Sie die Pilze an Ihrer Thuja-Hecke bemerken, müssen Sie alle befallenen Exemplare sofort entfernen, um eine Ausbreitung auf die gesunden Exemplare zu verhindern. Leider gibt es keine Maßnahmen gegen die Wurzelfäule, die innerhalb kurzer Zeit den Lebensbaum zu Grunde richten.

Pestalotia-Triebsterben

Bei dieser Thuja-Hecken Krankheit handelt es sich um einen Befall durch Pestalotiopsis funerea und kann ebenso verheerend wie die Hallimasch-Wurzelfäule sein. Grund für diese sind durch saure Böden geschwächte Lebensbäume, die sich nicht gegen den Pilz verteidigen können. Folgende Symptome deuten auf die schwere Krankheit hin:

  • Braunfärbung der Blattschuppen beginnt
  • von Blattspitze bis zur Blattmitte
  • selbst Triebe werden befallen
  • dunkelbraune Flecken, stecknadelgroß, an Trieben
  • komplette Pflanze kann befallen werden

Wichtig ist hier, den pH-Wert des Bodens zu erhöhen. Dieser sollte zwischen 5,5 und 6,5 liegen, also leicht sauer, aber nicht zu sauer. Ebenso darf er nicht zu hoch sein, da sich sonst die Schuppen gelblich färben. Entfernen Sie zuerst alle Pflanzenteile und entsorgen Sie diese im Hausmüll. Danach wird der pH-Wert des Bodens erhöht, zum Beispiel über Kalk. Falls die Pflanze zu stark geschwächt ist, müssen Sie diese zusammen mit der Pflanzerde entsorgen.

verkahlte Thuja-Hecke

Kabatina-Triebsterben

Ebenso bekämpfen müssen Sie den Pilz Kabatina thujae, der junge Blätter befällt und diese braun verfärbt. Diese breiten sich über alle Blattschuppen und sogar die Triebspitzen aus. Zudem bilden sich schwarze Sporenlager, die über der gesamten Pflanze verteilt sind. Mit der Zeit sterben die Triebe und Schuppen ab. Hier hilft es, die kranken Pflanzenteile gründlich zu entfernen und den Boden aufzufrischen. Dieser sollte folgende Eigenschaften aufweisen:

  • locker
  • durchlässig
  • nährstoffreich

Meist beschränkt sich der Befall auf die Schuppen und nicht auf die ganze Pflanze.

Schuppenbräune

Schuppenbräune und Kabatina-Triebsterben sind sich sehr ähnlich in den Symptomen. Der große Unterschied bei Didymascella thujina ist der Fokus auf die älteren Blattschuppen, die ähnliche Flecken und sogar Sporenlager präsentieren. Nach dem Befall der älteren Blattschuppen sind die jungen Austriebe an der Reihe. Dank der Ähnlichkeit der beiden Thuja-Hecken Krankheiten können Sie hier auf die gleiche Weise wie beim Kabatina-Triebsterben vorgehen. Besonders der Standort ist für die Heilung immens wichtig.

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