Krause Glucke (Sparassis crispa) - Titelbild

Die Krause Glucke, auch „Fette-Henne“ genannt, ist ein beliebter Speisepilz. Beim Suchen ist jedoch Vorsicht geboten, da Verwechslungsgefahr mit anderen Pilzen droht, die mitunter giftig sein können.

Auf den Punkt gebracht

  • die essbare Krause Glucke ist ein Wurzelparasit an Nadelbäumen, insbesondere an der Waldkiefer
  • wird oft mit der ungiftigen Breitblättrigen Glucke verwechselt
  • weiter besteht Verwechslungsgefahr mit Korallen und Stachelbärtigen

Krause Glucke (Sparassis crispa)

Die Krause Glucke lässt sich anhand von verschiedenen Merkmalen bestimmen.

Krause Glucke

Vorkommen:

  • wächst als Wurzelparasit am Stammgrund oder an Stümpfen von Nadelbäumen
  • insbesondere an der Waldkiefer (Gewöhnliche Kiefer, Pinus sylvestris)
  • vereinzelt auch an anderen Kiefernarten, Lärchen, Fichten und Douglasien

Fruchtkörper:

  • erscheinen von Juli bis Dezember, insbesondere im September und Oktober
  • 6 bis 30 Zentimeter im Durchmesser, maximal 50 Zentimeter
  • gelbliche bis hellbraune Farbe
  • blumenkohlähnliche Struktur mit vielen Verästelungen
  • gummiartig, brüchig, morchelartig, zäh

Fleisch:

  • weißlich bis hellgelb
  • zäh, gummiartig, brüchig

Strunk / Stiel:

  • dickfleischige, weißliche Basis
  • setzt sich aus einzelnen Strünken zusammen
  • Hohlräume zwischen den Strünken

Geruch:

  • angenehm aromatisch
  • würzig
Krause Glucke im Wald

Hinweis: Als eindeutige Merkmale der Krausen Glucke gelten die schmale Kräuselung und Struktur des Fruchtkörpers, die einem Badeschwamm ähnelt.

Verwechslungsgefahr

Glucken (Sparassis)

In Europa besteht Verwechslungsgefahr mit der essbaren Breitblättrigen Glucke. Sie ist hierzulande die nächste Verwandte der Fetten Henne.

Breitblättrige Glucke (Sparassis brevipes)

Breitblättrige Glucke (Sparassis brevipes)
Quelle: AL’S, Sparassis brevipes, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Vorkommen:

  • in Buchen-Tannen- oder Eichen-Hainbuchen-Wäldern
  • Wurzelparasit an Laub- und Nadelbäumen

Fruchtkörper:

  • von September bis November
  • im Süden Deutschland bereits ab Ende Juli
  • bis zu 100 Zentimeter im Durchmesser
  • weißlich-strohgelbe Zweige
  • breit gekräuselt

Fleisch:

  • weiß bis weiß-gelblich
  • elastisch, zäh, gummiartig

Stiel /Stunk:

  • kompakter Stiel
  • weißlich

Geruch:

  • aromatisch bis seifig (vor allem beim Kochen)

Hinweis: Im Vergleich zur Krausen Glucke ist die Struktur der Breitblätterige Glucke weniger eines Badeschwamms ähnlich.

Korallenpilze (Ramaria)

Im Reich der Pilze besteht Verwechslungsgefahr zwischen der Krausen Glucke und verschiedenen Korallenpilzen. Den Fruchtkörper von Korallen bildet meist ein kurzer Strunk, der sich nach oben in Äste verzweigt. Der Durchmesser der einzelnen sichtbaren Äste liegt zwischen 0,5 und einem Zentimeter. Obwohl die Äste sehr dünn sind, kann der Fruchtkörper insgesamt einen Durchmesser von bis zu 25 Zentimetern erreichen. Die Höhe des Fruchtkörpers liegt zwischen 15 bis 20 Zentimetern. Daher ergeben sich folgende grundlegende Unterschiede in puncto Aussehen zur Krausen Glucke:

  • geringere Breite
  • Äste statt krauser Struktur
  • deutlich erkennbare Astspitzen
  • nur ein Strunk

Korallenpilze sind untereinander nicht gerade einfach zu unterscheiden. Es gibt jedoch einige Arten, die oft mit der Fetten Henne verwechselt werden.

Korallenarten

Bauchwehkoralle (Ramaria mairei)

Bauchwehkoralle (Ramaria mairei)
Quelle: Ramaria_pallida,_Lipik.jpg:
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Die Bauchwehkoralle gehört, wie der Name bereits vermuten lässt, zu den Giftpilzen. Dadurch auftretende Magen-Darm-Beschwerden setzen bei Verzehr nach 30 bis 90 Minuten ein. Im Unterschied zur Fetten Henne bevorzugt die Bauchwehkoralle jedoch Mischwälder, wo sie gern unter Buchen wächst. Im Nadelwald ist sie nur selten zu finden.

Die Farbe des Fruchtkörpers ist rosa. Es gibt aber auch Exemplare mit hellgelblicher oder milchkaffeebrauner Färbung, welche den Pilz rein optisch in die Nähe der Krausen Glucke rückt. Deutlich unterschiedlich ist der säuerliche bis seifige Geruch der Bauchwehkoralle.

Gelbbräunende Koralle (Ramaria flavobrunnescens)

Gelbbräunende Koralle (Ramaria flavobrunnescens)

Die essbare Gelbbräunende Koralle wächst in Mischwäldern, ist jedoch kein Wurzelparasit. Zur Verwechslung mit der Krausen Glucke kann es kommen, da der gelbliche bis gelborange Fruchtkörper in der Farbe jenem der Fetten Henne ähnelt. Zudem haben beide Pilze weißliches und brüchiges Fleisch. Unterschiedlich ist jedoch der Geruch, denn die Ramaria flavobrunnescens hat einen leicht stechenden, nach Gewürznelken oder Bittermandeln riechenden Duft.

Goldgelbe Koralle (Ramaria aurea)

Krause Glucke (Sparassis crispa)

Die Goldgelbe Koralle ist essbar. Sie wächst im

  • Nadelwald unter Kiefern (ähnlich der Krausen Glucke) und
  • im Laubwald unter Buchen.

Im Unterschied zur Fetten Henne hat der Fruchtkörper jedoch eine goldgelbe Farbe. Außerdem riecht sie grasartig bis herb holzartig.

Hahnenkamm (Ramaria botrytis)

Hahnenkamm (Ramaria botrytis)

Die essbare Hahnenkammkoralle wächst in Laub- und Mischwäldern. Dort ist sie meist unter Buchen, manchmal auch unter Eichen zu finden. In der Regel ist ihr Fruchtkörper fleischfarben, kann jedoch auch ein schmutziges Gelbweiß annehmen. Deshalb ist diese Koralle anhand ihres fleischigen, festen und leicht marmorierten Fleisches von der Fetten Henne zu unterscheiden.

Schwefelgelbe Koralle (Ramaria flava)

Schwefelgelbe Koralle (Ramaria flava)

Die essbare, aber äußerst seltene Schwefelgelbe Koralle wächst gern

  • im Laubwald, insbesondere bei Buchen,
  • auf kalkreichen Böden und
  • bei Fichten.

Sie hat einen würzigen Pilzgeruch. Der Fruchtkörper ist gelb bis goldgelb, im Alter schwefelgelb verblassend. Außerdem ist sein Fleisch schmutzigweiß und brüchig.

Stachelbärte (Hericium)

Das typische Merkmal der Stachelbärte sind ihre herabhängenden Zweige (Stacheln). Diese sind zwar bei jüngeren Exemplaren kürzer, aber trotzdem fehlt ihnen die krause Struktur der Fetten Henne.

Ästiger Stachelbart (Hericium coralloides)

Ästiger Stachelbart (Hericium coralloides)

Im Unterschied zur Krausen Glucke wächst der essbare Ästige Stachelbart auf den Stämmen morscher Laubbäume. Junge Exemplare haben einen weißen Fruchtkörper. Im Alter verfärbt sich dieser in ein schmutziges Gelb. Dadurch kann es zu Verwechslungen mit der Fetten Henne kommen kann. Daher sollten Sie beim Pilze suchen besonders auf die Struktur achten.

Tannenstachelbart (Hericium alpestre)

Tannenstachelbart (Hericium alpestre)

Der essbare Tannenstachelbart wächst, wie der Name bereits vermuten lässt, auf

  • Ästen,
  • Stämmen
  • Stümpfen und
  • Totholz

von Nadelhölzern, insbesondere der Weißtanne und der Fichte. Sein Fruchtkörper ist weißlich-gelblich. Wie den anderen Stachelbärten fehlt ihm auch die typische Struktur.

Häufig gestellte Fragen

Wie schwer kann die Krause Glucke werden?

Das Gewicht einer Krausen Glucke hängt von ihrer Größe ab. Dadurch kann er zwischen zwei und fünf Kilogramm schwer werden.

Wo in Deutschland kommt die Fette Henne besonders häufig vor?

Im Prinzip kommt sie dort vor, wo es Kiefernwälder gibt. Stark verbreitet ist der Pilz in den Kiefernwäldern Ostdeutschlands. Dort gilt die Fette Henne als schädlicher Parasit.

Wie schmeckt der Speisepilz eigentlich?

Junge, also kleine Exemplare der Krausen Glucke, haben einen würzigen, milden Geschmack. Vom Verzehr älterer Pilze wird abgeraten, da sie bitter schmecken.