Kresse ziehen auf Watte – so züchten Sie Kresse ganz einfach ohne Erde

Kresse ziehen auf Watte

Kresse gilt als ein Klassiker unter den Grünkräutern. Es ist ein beliebtes und gesundes Würzkraut, das vor allem im Winter für eine zusätzliche Portion an Vitaminen und Mineralstoffen sorgt. Das Anbauen dieses Würzkrautes ist kinderleicht, zu jeder Jahreszeit und auf nahezu jedem feuchten Untergrund möglich, selbst auf herkömmlicher Watte oder Küchenrolle. Schon nach wenigen Tagen können die jungen Pflänzchen geerntet und sofort verzehrt werden oder Gerichten das gewisse Etwas verleihen.

Aussaatzeitpunkt

Im Gegenteil zu einer Aussaat im Garten bzw. in Erde, die von Mai bis September möglich ist, gibt es für eine Aussaat ohne Erde keinen besten Aussaatzeitpunkt. Dieses Würzkraut lässt sich das ganze Jahr über auf unterschiedlichen Untergründen anbauen. Kressesamen sind sehr ergiebig und die Keimlinge sollten möglichst zügig aufgebraucht werden, denn ihre Haltbarkeit ist begrenzt. Um immer wieder frische Pflänzchen ernten zu können, ist es ratsam, nicht zu viele Samen auf einmal auszusäen. Am besten sät man in regelmäßigen Abständen immer wieder nach.

Anzuchtmöglichkeiten ohne Erde

Kaum ein Würzkraut lässt sich so einfach anbauen wie die Kresse. Dazu wird nicht einmal Erde benötigt, sie lässt sich auf nahezu jedem Untergrund säen, sofern dieser feucht ist. Die benötigten Materialien sind in der Regel in jedem Haushalt vorhanden.

  • Eine flache Schale als Anzuchtgefäß
  • Sprühflasche zum Befeuchten der Saat und des Untergrundes
  • Als Ersatzsubstrate etwas Watte, Küchenrolle oder ein Stück Pflanzvlies
  • Auch Zellstofftaschentücher oder Toilettenpapier verwendbar

Vor- und Nachteile dieser Materialien

All diese Materialien haben den Vorteil, dass sich die feinen Samen gut in der Struktur dieser Materialien absetzen können. Die Gefahr, dass sie durch zu viel Nässe faulen oder ersticken, besteht bei ordnungsgemäßer Handhabung nicht. Die Samen ziehen die erforderliche Menge Wasser aus den saugfähigen Untergründen.

Nachteilig ist, dass die feinen Wurzeln an der Watte oder dem Küchenpapier festwachsen, sodass die oberen Pflanzenteile zum Ernten abgeschnitten werden müssen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass dieser Substratersatz relativ schnell austrocknet, sodass häufiger gewässert werden muss. Wer häufiger Grünkraut züchten möchte oder in größeren Mengen, für den bieten sich handelsübliche Keimhilfen bzw. sogenannte Keimgeräte an. Das können Keimsiebe, Keimgläser, sogenannte Sprossentürme oder der bekannte Kresseigel sein.

Untergrund für Kresse vorbereiten

Anzucht auf Watte oder Küchenrolle

  • Watte oder Küchenpapier einfachste Methode, frische Kresse ohne Erde zu ziehen
  • Zunächst eine flache Schale mit Watte oder mehreren Tüchern Küchenkrepp auslegen
  • Anschließend das Ganze gut befeuchten
  • Es sollte kein Wasser in der Schale stehen
  • Auf dem feuchten Nährboden die Kressesamen großzügig verteilen
  • Die Samen möglichst gleichmäßig verteilen
  • Sie sollten nicht übereinander liegen
  • Dicht an dicht ist dagegen kein Problem
  • Nun die Samen ein weiteres Mal befeuchten
  • Idealerweise mittels einer Sprühflasche und einem feinen Sprühnebel

Sind die Samen gesät und der Nährboden, sprich Watte oder Küchenkrepp, gut feucht, sollte die Saatschale an einen hellen oder halbschattigen Platz, am besten ein helles Fensterbrett gestellt werden. Direkte Sonne sollte vermieden werden, sie würde die Ersatzsubstrate und damit auch die Samen sehr schnell austrocknen lassen.

Tipp: Wer von seinen eigenen Pflänzchen Samen ziehen möchte, sollte etwas Kresse im Freien anbauen und zur Blüte kommen lassen, was auf dem Fensterbrett in der Regel kaum möglich ist. Aus den Blüten entwickeln sich irgendwann kleine Schoten mit den Samen.

Anzucht mit handelsüblichen Keimgeräten

Neben haushaltsüblichen Mitteln wie Watte oder Küchenpapier eignen sich auch sogenannte Keimgeräte, die vorwiegend zur Sprossenzucht eingesetzt werden, zum Züchten von Kresse. In der Regel bestehen diese aus umweltfreundlichen Materialien und bieten einen optimalen Lichteinfall, der den Keimprozess und die Wachstumsbedingungen dieses Grünkrautes positiv beeinflussen. Dabei kann man zwischen einem Kresseigel, einem Kressesieb und Sprossentürmen wählen. Im Handel angebotene Keimgläser sind für die Anzucht von Grünkraut weniger gut geeignet.

Kressesieb

Das Kressesieb ist eine sehr effektive, einfache und saubere Möglichkeit, das Würzkraut ganz ohne Erde zu züchten. Es besteht meist aus einem in hochwertiger Glas- oder Keramikschale eingefasstem Edelstahlsieb. Je nach Modell und Hersteller können die Siebe unterschiedlich groß sein. Auf diesem Sieb kann man sowohl das Grünkraut als auch Sprossen züchten bzw. heran keimen lassen.

  • Vor dem Säen die Samen für etwa eine Viertelstunde in Wasser einweichen
  • Dem Durchmesser des Siebes entsprechend, Saatgut auf dem Sieb verteilen
  • 1 Teelöffel bei Siebdurchmesser von 12 cm
  • 2 Teelöffel bei Durchmesser von 16 cm
  • 4 Teelöffel bei Durchmesser von 21,5 cm
  • Samen möglichst gleichmäßig auf das Kressesieb säen
  • Bis sich Wurzeln gebildet haben (2-3 Tage), regelmäßig bewässern
  • Dazu die Saat zwei Mal täglich mittels Sprühflasche mit Wasser benetzen
  • Das Schale die ersten beiden Tage abdecken
  • Das verhindert das Austrocknen der Saat
  • Abdeckung entsprechend der Siebgröße wählen
  • Beispielsweise mit einer Untertasse, einem Kuchen- oder Essteller abdecken

Samen aufgeben und feucht halten

Sobald die Samen gekeimt sind und die feinen Wurzeln durch das Sieb drücken, sollten sowohl die Wurzeln als auch die Keimlinge einmal pro Tag unter fließendem Wasser abgespült werden. Nach 5 – 8 Tagen kann in den meisten Fällen die erste frische Kresse geerntet werden. Ist das Sieb komplett abgeerntet, lässt es sich problemlos reinigen und die nächste Saat ansetzen.

Kresse-Igel

Der Kresseigel ist eine sehr dekorative Alternative zum Kressesieb. Daran haben vor allem Kinder ihre wahre Freude. Bei dem Kresse-Igel handelt es sich um ein reines Tongefäß in Form eines Igels, das auch in unterschiedlichen Größen angeboten wird. Bevor man mit der Aussaat beginnt, füllt man Wasser in das Gefäß und lässt es etwa eine halbe Stunde darin stehen, sodass sich der Ton gut mit Wasser vollsaugen kann. Wasser, das dann noch im Igel steht, wird abgegossen und dann die Samen dünn und gleichmäßig auf der Fläche verteilt. Auch hier muss man die Samen täglich befeuchten. Geerntet werden kann das pikante und würzig-scharfe Grünkraut nach etwa 5 – 6 Tagen.

Tipp: Mitsamt dem frischen Grün ist der Kresseigel äußerst dekorativ und macht sich beispielsweise sehr gut auf dem Frühstückstisch.

Sprossentürme

Sprossentürme werden besonders gerne als Keimhilfe genutzt. Meist bestehen sie aus Kunststoff und verfügen über mehrere Ebenen. Diese können je nach Bedarf gekürzt oder erweitert werden. Die obere Ebene eignet sich besonders gut für die Anzucht von Grünkraut bzw. Kresse, während die unteren eher für hoch wachsende Keimsprossen wie z.B. Mungobohnen gedacht sind.

Das Prinzip ähnelt dem des Kressesiebes. Die Samen werden zunächst eingeweicht und anschließend wieder gleichmäßig in der entsprechenden Ebene verteilt. Zweimal täglich sollten sie gewässert werden. Dazu füllt man Wasser in die obere Ebene, was dann über die untersten Ebenen abtransportiert und in einer Auffangschale gesammelt wird. Das Wasser in der Auffangschale kann man dann gegebenenfalls zum Blumengießen verwenden.

Samen nach dem sprießen häufiger feucht halten

Probleme bei der Kresseanzucht

Lichtmangel

Kressesamen benötigen zum Keimen und Wachsen ausreichend Licht. Ist es zu dunkel, schießen die Pflänzchen in die Höhe. Zudem wachsen sie, je nachdem welche Hilfsmittel man zur Keimung nutzt, immer zum Licht, sodass man ihre Position gelegentlich wechseln sollte, indem sie nach dem Licht dreht bzw. ausrichtet. Darüber hinaus ist beim Ziehen von Kresse auf eine gute Belüftung zu achten.

Fehler bei der Bewässerung

Was bei der Anzucht derartiger Saaten jedoch am wichtigsten ist, ist die richtige Bewässerung. Zu wenig Feuchtigkeit ist ebenso tödlich für die Samen sein wie zu viel. Kresse sollte jederzeit gleichmäßig feucht aber nicht nass stehen. Bewässern sollte man ausschließlich mittels einer Sprühflasche. Ein zu starker Wasserstrahl könnte die kompletten Samen wegspülen oder die zarten Pflänzchen zu Boden drücken. Auch abgestandenes Wasser sollte man nicht verwenden.

Schimmelbildung

Ein häufiges, durch verunreinigte Keimgeräte, ungeeignete Untergründe und vor allem zu viel Nässe verursachtes Problem, ist Schimmelbildung. Schimmelsporen sind gesundheitsgefährdend und sollten unbedingt vermieden werden.

  • Bei Verdacht oder offensichtlichem Schimmelbefall komplette Kressezucht entsorgen
  • Anschließend das Keimgerät gründlichst reinigen
  • Bedarfsgerechte Bewässerung kann Schimmelbildung in der Regel vermeiden
  • Schimmel gegebenenfalls auch die Folge von Verunreinigungen
  • Deshalb den jeweiligen Pflanzgrund vor dem Säen gründlich reinigen
  • Idealerweise mit kochendem Wasser abspülen

Da die feinen Faserwurzeln der Keimlinge leicht mit einem anfänglichen Schimmelbefall verwechselt werden können, sollte man vor dem Entsorgen gegebenenfalls eine Geruchsprobe machen. Ein muffiger, unangenehmer Geruch deutet meist auf einen Befall hin, riecht es dagegen frisch und würzig, ist die Kresse einwandfrei.

Tipp: Achtet man auf möglichst kühle Raumtemperaturen zwischen 18 und 20 Grad, kann man sowohl die Keimbelastung reduzieren als auch erreichen, dass dieses pikante Kraut länger frisch bleibt.

Kresse auf Watte ziehen

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