Kröten im Garten: Nützling oder Schädling? Schätzen oder vertreiben?

Kröten

Für manche Menschen sind Kröten (Bufonidae) einfach nur eklig, andere wiederum sind von diesen Amphibien beeindruckt und fasziniert. Wenn sich diese Tiere dann auch noch im Garten häuslich niederlassen, ist mitunter guter Rat teuer. Sollen sie einfach ignoriert oder doch lieber vertrieben werden? Der erfahrene Hobbygärtner jedoch schätzt die Anwesenheit der Kröten, da sie für ihn nützliche Helfer sein können. Er wird alles tun, damit sich die Tiere heimisch fühlen.

Kröten im Garten

Zugegeben Kröten sehen nicht gerade sehr schön aus. Schon im Mittelalter galten sie als hässlichstes Tier der Schöpfung überhaupt. In der Regel sind sie in Wald und Flur heimisch. Jedoch können sie auch zunehmend in Gärten angetroffen werden. Hauptsächlich lässt sich hier gerne die größte heimische Krötenart, die Erdkröte (Bufo bufo) nieder. Sie kann bis 11 cm lang werden, ist bräunlich, grau oder gelblich gefärbt mit einem breiten Kopf und waagerecht hervorstehenden Pupillen. Der doch eher gedrungene Körper ist an der Oberseite mit warzigen Hautdrüsen besetzt, welche Hautgifte zur Abwehr von Feinden und zum Schutz vor Infektionen absondern.

Aufgrund ihres Aussehens und auch ihren etwas merkwürdigen Unkenrufen gerade zur Paarungszeit sind diese Kröten nicht in allen grünen Oasen gern gesehene Gäste. Oft kommt dann die Frage auf: Vertreiben oder einfach ignorieren? Für erfahrene Hobbygärtner sind diese Tiere allerdings gute Freunde und eifrige Helfer bei der Schädlingsbekämpfung. Sie sind also Nützling und kein Schädling im Garten.

Kröte im Garten

Hinweis: Das abgesonderte Hautgift ist für Menschen nicht giftig. Nach Berührungen sollten sich allerdings stets die Hände gewaschen werden.

Nützling oder Schädling?

Gerade in gesunden Gärten, wo keine Pestizide oder sonstige chemische Mittel eingesetzt werden, kann es zu einer erhöhten Schädlingsplage kommen. Bei Hobbygärtner sind besonders die gefräßigen Nacktschnecken sehr gefürchtet. In nur kürzestes Zeit können sie sich über mehrere Grundstücke gleichzeitig ausbreiten. Während nur einer Nacht richten sie verheerende Schäden an, indem große Flächen kahl gefressen werden. Schnell können dann die Nacktschnecken zu einer Plage werden. Da Kröten nachtaktiv sind und Nacktschnecken ebenso, kann nach einer Nacht „Arbeit“ das Heer der Schnecken schon gewaltig dezimiert sein.

Glücklich kann nun sein, wer Kröten in seinem Garten beherbergt, denn diese können helfen, gerade den Nacktschnecken das Garaus zu machen. Aber nicht nur diese Plagegeister können mit der Hilfe aus der Natur bekämpft werden, sondern auf dem Speiseplan der Amphibien stehen außerdem

  • Mücken und Fliegen
  • Insektenlarven und Würmer
  • Raupen und Spinnen
  • Wanzen, Asseln und sonstige Käfer

Gerade in naturnah gestalteten Gärten finden Kröten ein vielseitiges Nahrungsangebot. Aus diesem Grund sollte auf keinem Fall ein Vertreiben dieser Tiere erfolgen, denn es handelt sich hierbei um Nützlinge. Für Menschen und Haustiere sind sie vollkommen ungefährlich. Normalerweise stören sie mit ihrer Anwesenheit auch niemanden. Mit anderen Worten gesagt: Je mehr Kröten im Garten vorhanden sind, desto besser für die Schädlingsbekämpfung.

Hinweis: Nach und nach werden durch beispielsweise Trockenlegung von Feuchtgebieten, Baumaßnahmen oder Ausbringung von Pestiziden die Lebensräume der Amphibien zerstört. Aufgrund dessen stehen sie, also auch Kröten, unter einem besonderen Schutz. Laut Bundesnaturschutzgesetz und Bundesartenschutzverordnung dürfen sie weder gefangen, verletzt oder vernichtet werden. Zuwiderhandlungen stehen unter Strafe.

Lebensraum der Amphibien

In der freien Natur leben diese Tiere im Umkreis von ein bis zwei Kilometern um ihr Laichgewässer. Sie sind sehr standorttreu und kehren daher immer wieder zu diesem Wasser während der Paarungszeit zurück. Falls sich nun auf dem Gartengelände ein naturnaher Teich befindet, kann es durchaus sein, dass sich auch hier Kröten ansiedeln. Mit viel Glück bleiben sie und eine Überwinterung ist möglich.

Wie bereits bemerkt, sind die Tiere nachtaktiv. Tagsüber und bei großer Hitze legen sie eine Ruhepause ein und verkriechen sich an feuchten und dunklen Orten um einer Austrocknung zu entgehen, beispielsweise unter Steinen, Laub, Totholz, unter Baumwurzeln oder in gegrabenen Erdlöchern. Lediglich, wenn es richtig regnet, sind sie auch am Tage sichtbar.

Um diese Helfer bei einer Schneckenplage in der eigenen Gartenanlage anzusiedeln, ist einige Unterstützung notwendig. Allerdings sollte stets beachtet werden, dass die Tiere nicht in der freien Natur eingefangen werden dürfen. Lediglich kann ein geeigneter Lebensraum im Garten geschaffen werden, um den Tieren eine freiwillige Umsiedlung und Bleiben zu ermöglichen.

Hinweis: Sehr beliebt sind die „Gewächshauskröten“. Wie der Name es sagt, leben sie bevorzugt im Gewächshaus. Zur Anlockung wurde früher ein Schälchen Milch aufgestellt. Warum Milch konnte bisher noch nicht wirklich belegt werden.

Lebensraum im Garten schaffen

Ideal wäre auf alle Fälle ein naturnaher Gartenteich mit viel Pflanzenwuchs, da die Tiere ein Teil ihres Lebens im Wasser verbringen und ein Teil an Land. Besonders wichtig ist ein Gewässer während der Paarungszeit. Die Weibchen legen im Wasser an den dort befindlichen Pflanzen ihre Eier, den Laich ab. Daraus entwickeln sich dann kleine Kaulquappen und nach einiger Zeit eine kleine Kröte. Das Gute an einem Teich ist, dass dann auch die nachfolgenden Generationen hier immer wieder ihre Eier ablegen werden. Für Nachwuchs wäre dann stets gesorgt. Beim Anlegen eines Teiches sollte dann allerdings auch einiges beachtet werden:

  • Größe zwischen 5 und 10 m²
  • Tiefe 1 bis 1, 5 m
  • sonniger bis halbschattiger Platz
  • nährstoffarmer nicht sauer Boden und Wasser
  • Anlegung von Stockwerken
  • gute zugängliche flache Stelle von außen
  • im Anschluss tiefere Wasserbereiche

Kröte mit Laich im Teich

Es wäre dann natürlich von Vorteil, wenn kein Fischbesatz im Teich wäre. Diese würden die Eier und auch kleinen Kaulquappen als Nahrung verspeisen. Amphibien lieben auch keine zu starken Wasserbewegungen. Aus diesem Grund sollte auch auf aufwendige Springbrunnen und sonstige Wasserspiele verzichtet werden. Zur Bepflanzung im Teich und auch in der Umgebung finden nur heimische Pflanzen Verwendung.

Nach Möglichkeit sollte an den Teich eine kleine Rasenfläche angrenzen. So können dann die jungen Kröten nach ungefähr sechs Wochen ungehindert das Wasser verlassen. Allerdings wäre es dann ratsam den Rasen einige Tage nicht zu mähen, um Verletzungen zu vermeiden. Falls wenig Platz vorhanden sein sollte, kann die Wasserstelle auch bei weitem kleiner ausfallen.

Nicht nur ein Teich wäre von Vorteil, daneben brauchen die Tiere auch verschiedene Versteckmöglichkeiten.

Unterschlupfmöglichkeiten an Land

Unterschlüpfe an Land sind für die Tiere sehr wichtig. Da sie nur während der Nacht aktiv sind, benötigen sie am Tage Rückzugsmöglichkeiten zum Schutz vor Sonneneinstrahlung und vor Feinden. Normal nutzen Kröten natürliche Unterschlüpfe wie Mauselöcher oder auch Höhlen von Maulwürfen. Mitunter stehen solche Verstecke nicht immer zur Verfügung, dann müssen Unterschlüpfe geschaffen werden. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Steinhaufen

  • halbschattige Lage
  • zwischen Steinen viele Hohlräume
  • dazu 1 bis 2 m² Erde 20 bis 30 cm tief ausheben
  • Auffüllung mit Sand
  • darauf Platzierung von Steinen
  • Haufenhöhe zwischen 1 und 1,5 m
  • schattige Seite mit Sand bedecken

Laub-, Reisig- oder Totholzhaufen

  • Platzierung in abgeschiedenen Ecken des Gartens
  • sonniger bis halbschattiger Platz
  • Durchmesser 1 bis 2 m
  • Höhe 1 bis 1,5 m
  • Erneuerung alle paar Jahre

Trockensteinmauern

Besonders gern werden alte Mauern von den Tieren angenommen. Hier gibt es viele Hohlräume zum Verstecken. Außerdem wird tagsüber Wärme gespeichert, was gut für die wechselwarmen Tiere ist.

Hecken

Dichte Hecken sind absolute Oasen für eine Kröte. Hier finden sie normalerweise das ganze Jahr über Schutz vor Feinden. Zur Anpflanzung sollten dabei stets heimische Gehölze kommen.

Gern werden von den Tieren auch Ecken alter Schuppen, Gewächshäuser oder Komposthaufen genutzt. Nach Möglichkeit sollte immer eine Ecke des Gartens etwas wild und ungemäht bleiben. Davon profitieren auch andere Gartentiere. Eine reiche Pflanzenwelt und sei es nur eine Blumenwiese sind für das Ansiedeln von Insekten notwendig, dann kommen auch Igel, Vögel und Amphibien. Ein Garten mit einer reichen Artenvielfalt ist immer ein gesunder Garten.

Froschhaus

Alternativ kann auch ein Froschhaus aufgestellt werden. Diese sind im Handel erhältlich, können auch selbst aus einem Blumentopf aus Ton hergestellt werden. Wichtig ist, dass immer eine Schale mit Wasser als Wasserquelle in Trockenzeiten zur Verfügung steht, falls kein Teich vorhanden ist. Daneben sollte auch das Grundstück nicht vollständig abgeschlossen sein. Es müssen genügend Durchschlupfmöglichkeiten für kleinere Tiere im Zaun vorhanden sein. Das ist beispielsweise auch für Igel wichtig. Um dies zu gewährleisten kann ein „Tunnel“ aus einem Stück Rohr gebaut werden. So ist dann eine stabile Passage für Kleintiere vorhanden.

Kröten sind Nützlinge

Hinweis: Genau wie der Igel oder Vögel ist eine Kröte kein Schädling, sondern ein Nützling im Garten. Auf ein Vertreiben dieser Tiere sollte daher unbedingt verzichtet werden.