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Läuse an Rosen: schnelle Hilfe + 11 einfache Hausmittel

Läuse an Rosen bekämpfen

Trotz ihrer ganzen Pracht sind Rosen leiden nicht vor einem Läusebefall gefeit. Sie tauchen im Frühjahr quasi aus dem Nichts auf und machen sich über die jungen Triebe, Blätter und Knospen her. Bei warmer und trockener Witterung können sie sich explosionsartig vermehren. Umso wichtiger ist es, Läuse an Rosen frühzeitig zu entdecken und konsequent zu bekämpfen.

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Läuse an Rosen

Rosen können von Zeit zu Zeit von einem Schädlingsbefall betroffen sein. Dabei sind gesunde Pflanzen deutlich weniger anfällig für einen Befall als geschwächte. Typische Symptome für Läuse an Rosen sind:

  • Fraßspuren an Blättern, Trieben und Knospen
  • später gekräuselte und verkrüppelte Blätter und Triebe, abfallende Knospen
  • grüne, rote oder schwarze Läuse sehr gut mit bloßem Auge erkennbar
  • glänzende, zuckerhaltige Ausscheidungen, sogenannter Honigtau
  • begünstigt Ansiedlung von Rußtaupilzen
  • Rußtau häufigste Rosenkrankheit
Blattlaus-Befall an einer Rosenpflanze
Grüne Blattläuse an Rose

Wo Honigtau ist, sind Ameisen nicht weit. Ameisen lieben Honigtau und schützen die Läuse im Gegenzug vor Fressfeinden. Beide Arten gehen praktisch eine Symbiose ein. Der Befallszeitraum liegt zwischen April und Juli. Je geringer der Befall desto leichter und erfolgversprechender ist die Bekämpfung.

Hausmittel gegen Läuse an Rosen

Hausmittel haben sich bei der Schädlingsbekämpfung bereits vielfach bewährt. Meist sind jedoch mehrere Behandlungen erforderlich. Trotz allem sind chemische Mittel zum Bekämpfen von Blattläusen keine Option. Unter den folgenden Hausmitteln kann man die effektivste und erfolgversprechendste Methode zur Bekämpfung von Läusen an Rosen für sich herausfinden.

Pflanzen abbrausen

Intensives Abbrausen mit einem starken Wasserstrahl ist das einfachste Mittel um Blattläuse zu bekämpfen, insbesondere bei einem leichten Befall. Das sollte man regelmäßig tun und nicht die Blattunterseiten vergessen. Nach dem Abbrausen ist dafür zu sorgen, dass die Pflanzen zügig wieder abtrocknen, da ansonsten Pilzbefall droht. Sind die Triebspitzen bereits stärker befallen, schneidet man sie am besten ab.

Tipp: Vor dem Abbrausen, insbesondere bei Rosen im Topf oder Kübel, ist es ratsam den Boden mit Folie abzudecken, um zu verhindern, dass Erde aus dem Topf gespült wird.

rot-blühende Rose
rot-blühende Rose

Klassische Seifenlauge

Seifenlauge ist der Klassiker unter den Hausmitteln und ein natürliches Insektizid, um Läuse nicht nur an Rosen zu bekämpfen. Die verwendete Kern-, Schmier- oder Kaliseife sollte frei von jeglichen Zusatz- und Duftstoffen sein. Am besten setzt man bei der Herstellung auf pflanzliche Kernseife, reine Kaliseife oder Neutralseife:

  • etwa 50 g Kali- oder Kernseife zerkleinern
  • ersatzweise ca. 30 ml Schmierseife
  • Seife in einem Liter lauwarmem Wasser auflösen
  • angesetzte Lösung darf nicht zu wässrig sein
  • anschließend geeignete Sprühflasche mit der Seifenlösung befüllen
  • befallene Pflanzenteile von allen Seiten besprühen
  • Blattunterseiten und Stielansätze nicht vergessen

Die Lösung sollte nach dem Auftragen einen feinen Film auf den Läusen hinterlassen. Dieser Vorgang muss gegebenenfalls mehrfach wiederholt werden. Sind die Blattläuse abgetötet, kann man die Pflanzen mit klarem Wasser abbrausen, um Reste der Seifenlauge und abgestorbene Läuse zu entfernen.

Tipp: Einige Hobbygärtner schwören darauf, Seifenlösungen zum Bekämpfen von Läusen durch ein paar Spritzer Spiritus zu ergänzen. Das ist eher bei hartnäckigeren Schädlingen wie z.B. Schildläusen empfehlenswert.

Kartoffelwasser

Kartoffelwasser ist ein typisches Hausmittel, welches sich insbesondere bei Rosen auch gut zum Bekämpfen von Blattläusen eignet. Seine Wirkung beruht auf dem enthaltenen Solanin. Kartoffelwasser sollte immer unverdünnt gespritzt und vor dem Spritzen gut abgekühlt sein. Je nach Befallsstärke können mehrere Behandlungen vonnöten sein.

Kartoffeln
Kartoffeln

Essig-Lösung

Ein weiteres Hausmittel im Kampf gegen Blattläuse kann eine Lösung aus Essig und Wasser sein. Allerdings soll Essig die Läuse nicht direkt abtöten, sondern eher dazu dienen, einem Befall vorzubeugen. Man mischt einen Liter Wasser mit 100 ml Essig und füllt die Flüssigkeit in eine Sprühflasche. Dann sprüht man befallene Pflanzen ein, bis diese tropfnass sind.

Tipp: Bei der Dosierung von Essig sollte man sehr vorsichtig sein. Die Säure im Essig könnte bei zu hoher Konzentration die Blätter der Rose angreifen.

Schwarz- und Wermuttee

Schwarzer Tee ist ein Hausmittel, das fast jeder zu Hause hat. Er ist nicht nur lecker, er wirkt auch gegen Läuse. Um eine entsprechende Spritzlösung herzustellen, bringt man zunächst einen Liter Wasser zum Kochen und übergießt zwei Teebeutel damit. Das Ganze lässt man ca. 15 Minuten ziehen und nimmt dann die Beutel heraus. Nach dem Abkühlen ist die Lösung sprühfertig und kann eingesetzt werden.

Für das würzige Aroma des Wermutkrautes sind ätherische Öle verantwortlich, die auch Läuse abschrecken können. Zur Herstellung einer entsprechenden Lösung übergießt man zehn Gramm getrocknete oder 100 g frische Wermutblätter mit einem Liter kochenden Wasser und lässt das Ganze 24 Stunden lang ziehen. Dann schüttet man die Flüssigkeit durch ein feines Sieb und setzt sie im Frühjahr und Sommer gegen Läuse ein.

Sude, Brühen und Jauchen aus Pflanzen

Selbst hergestellte Jauchen, Sude und Brühen aus Pflanzen sind sehr effektive Hausmittel bei der Bekämpfung von Schädlingen wie Blattläusen. Regelmäßig angewandt können sie nicht nur vor Krankheiten und Schädlingen schützen, sondern die Rosen auch mit wichtigen Mineralstoffen versorgen und so deren Abwehrkräfte stärken.

Brennnessel- und Ackerschachtelhalmjauche

Selbst hergestellt Brennnesseljauche ist vielseitig im Garten einsetzbar, sei es zur Düngung oder zur Abwehr und zum Bekämpfen von Schädlingen. Besonders wirkungsvoll ist die Jauche bei einem leichten bis mittleren Befall. So stellen Sie sie ganz einfach her:

  • ein Kilogramm frische Brennnesseln sammeln
  • in Bottich aus Holz oder Kunststoff geben
  • Gefäße aus Metall zur Jauchenherstellung ungeeignet
  • Kraut mit zehn Liter Wasser, vorzugsweise Regenwasser, übergießen
  • ein bis zwei Wochen gären lassen
  • gegen den Geruch etwas Gesteinsmehl oder Bentonit in Jauche geben
  • Jauche fertig, wenn sie nicht mehr schäumt
  • zum Spritzen einen Liter Jauche mit zehn Liter Wasser verdünnen
  • Rosen damit einsprühen und Vorgang alle 14 Tage wiederholen
Brennnesselsud herstellen
Frische Brennnesseln für Jauche

Für eine Ackerschachtelhalm-Jauche setzt man ein Kilogramm frisches Ackerschachtelhalmkraut oder 200 g Getrocknetes mit zehn Litern kaltem Wasser an. Im Gegensatz zu Brennnesseljauche verdünnt man hier zwei Liter der Jauche mit zehn Liter Wasser. Einweichvorgang und Anwendung entsprechen denen der Brennnesseljauche.

Tipp: Häufig wird auch Brennnesselbrühe als Mittel zur Bekämpfung von Blattläusen empfohlen. Die ist jedoch nicht stark genug und deshalb eher zur Pflanzenstärkung geeignet.

Rain-, Adler- und Wurmfarnbrühe

Zur Herstellung einer Brühe aus Rainfarn werden ausschließlich die getrockneten Blütenstände verwendet. Auf zehn Liter Wasser rechnet man ca. 300 g getrocknete Blüten. Man setzt beides an und lässt es 24 Stunden stehen. Danach wird ein Liter des Konzentrats mit zwei Liter Regenwasser verdünnt und entsprechend ausgebracht.

Im Unterschied zum Rainfarn verwendet man beim Adler- und Wurmfarn die Blätter. Man weicht ein Kilogramm frisches oder 200 g getrocknetes Kraut in zehn Liter Wasser ein. Am nächsten Tag lässt man das Ganze kurz aufkochen und eine Stunde ziehen. Nach dem Auskühlen schüttet man die Brühe durch ein Sieb und bringt das Mittel unverdünnt auf befallenen Rosen aus. Speziell Adlerfarn enthält sehr viel Kali, sodass er sich auch sehr gut zur Pflanzenstärkung eignet.

Tipp: Bevor man Rainfarnbrühe an Rosen wiederholt ausbringt, sollte man ausreichend Zeit verstreichen lassen, denn eine zu hohe Konzentration kann an der Rose unter Umständen  Vergiftungserscheinungen hervorrufen.

Bohnenkrautsud

Bergbohnenkraut (Satureja montana)
Bergbohnenkraut (Satureja montana)

Auch aus Bohnenkraut lässt sich ein wirksames Mittel gegen Blattläuse herstellen. Seine Wirkung beruht auf den ätherischen Ölen der Pflanzen die Blattläuse gar nicht mögen. Für ein entsprechendes Spritzmittel gibt man ein Büschel frisches Bohnenkraut in zwei Liter Wasser. Dann kocht man die Masse bei geschlossenem Deckel etwa eine Stunde lang, damit sich die ätherischen Öle herauslösen können. Im Anschluss wird der Sud durch ein feines Sieb geschüttet. Nachdem er abgekühlt ist, verdünnt man zehn Milliliter des Konzentrats mit einem Liter Wasser. Jetzt ist der Sud sprühfertig. Die Behandlung mit diesem Mittel sollte in Abständen von ein paar Tagen wiederholt werden.

Tipp: Bohnenkraut kann nicht nur in Form eines Sudes gegen Blattläuse eingesetzt werden. Pflanzt man es zwischen die Rosen, kann es einem Befall teilweise auch vorbeugen.

Sud aus Oregano

Oregano ist nicht nur ein beliebtes Küchenkraut, es enthält auch Stoffe, die gegen Blattläuse wirken können. Eine entsprechende Lösung zum Spritzen ist schnell hergestellt. Dazu übergießt man ca. 100 g frischen Oregano oder 10 g getrocknetes Kraut mit kochendem Wasser, so als ob man sich einen Tee aufbrüht. Das Ganze lässt man dann 15 bis 20 Minuten ziehen und schüttet es durch ein Sieb. Den gewonnenen Sud verdünnt man dann im Verhältnis 3:1 mit Wasser und behandelt befallene Rosen damit.

Oregano-Pflanze
Oregano

Zwiebel- und Knoblauchsud

Was in keinem Haushalt fehlt, sind Zwiebeln und Knoblauch. Auch sie können vor Blattläusen schützen. Man benötigt 40 g zerkleinerte Zwiebeln oder Knoblauchzehen, die man mit fünf Litern kochendem Wasser übergießt. Das Ganze sollte jetzt mindestens drei Stunden ziehen. Danach gießt man das Gemisch durch ein Sieb und lässt den Sud abkühlen. Die Rosen werden etwa alle zehn Tage mit dem unverdünnten Zwiebel- oder Knoblauchsud besprüht. Wie bei allen Suden und Brühen sollte man auch hier die Blattunterseiten nicht außer Acht lassen.

Tipp: Knoblauch kann seine Wirkung gegen Blattläuse auch entfalten, wenn man einzelne Zehen leicht zerdrückt und um die betroffenen Pflanzen herum in die Erde steckt.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.
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