Läuse auf Paprikapflanzen

Paprika braucht seine Zeit, um den optimalen Reifepunkt zu erreichen. Ärgerlich, wenn dann vor allem ein Läusebefall dafür sorgt, dass das Wachstum gehemmt wird oder die Paprikapflanzen eingehen. Um dies zu verhindern, sollten Sie sich rechtzeitig informieren, wie Sie Läuse auf Paprika bekämpfen können.

Paprika

Gemüsepaprika, Chili und Peperoni zählen zu den beliebtesten Gemüsesorten für den heimischen Anbau. Sie benötigen nicht viel Aufmerksamkeit und Pflege. Allerdings schmeckt diese Pflanzengattung nicht nur Menschen, sondern auch Läusen. Haben sich die ersten zusammengefunden, dauert es nicht lange, bis die Capsicum (botanischer Name) erste Schäden davon trägt. Hier heißt es, zügig zu handeln.

Läuse

Gartensaison für Läuse

Wenn im zeitigen Frühjahr die Temperaturen steigen, kommen Blattläuse und Artgenossen aus ihren warmen Winterquartieren hervor oder erwachsen aus dem Winterschlaf. Im Anschluss plagt sie der Hunger und sie gehen auf Nahrungssuche. Spätestens ab Ende Mai sind sie fast in jedem Garten anzutreffen. Ist der Hobbygärtner gut vorbereitet, ziehen sie in der Regel von Nachbargarten zu Nachbargarten. Sie befallen unzählige von Pflanzen – vor allem im Gemüsebeet finden sie saftige Nahrung.

Blattlaus-Befall
Blattlaus-Befall

Ab dem Frühsommer ist auf Paprikapflanzen mit ihnen zu rechnen. Das junge Pflanzengewebe der Blätter ist eine Delikatesse für Läuse. Von hier aus befallen sie andere Pflanzen und Gemüsesorten in der Umgebung. Werden sie nicht gestoppt, können sie ganze Ernten zerstören und zusätzlich Pilze anlocken.

Laus-Befall

Gründe für den Lausbefall-Schäden

Neben der Nahrungsaufnahme gibt es weitere Gründe, warum Sternorrhyncha (Pflanzenläuse) immer mehr in Gärten und Gewächshäuser einziehen. In erster Linie ist es die meist übertriebene Sauberkeit/Hygiene, die durch Hobbygärtner herbeigeführt wird, sowie die Kunstdüngung. Dies verändert das natürliche Bodenklima und Pflanzen werden anfälliger für gravierende Schäden durch Pflanzenschädlinge. Mangelerscheinungen tragen ebenfalls zur Anfälligkeit von Erkrankungen durch Schädlingsbefall bei.

Blattläuse & Co. mögen besonders gern den Saft aus Jungpflanzen, weshalb alle Paprikasorten in der Aufzuchtphase vor allem nach dem Pikieren besonders gefährdet sind. Durch schlechtere Kulturbedingungen schwächelt ihre Widerstandskraft und kann aus diesem Grund durch einen Lausbefall im schlimmsten Fall absterben, während erwachsende Paprikapflanzen einen Befall gut verkraften.

Pflanzenläuse erkennen

Um im Falle eines Schädlingsbefalls auf Ihrer Paprika richtig reagieren zu können, ist es notwendig, dass Sie diese identifizieren. In der Regel handelt es sich um Tierchen mit wenigen Millimetern Größe, die Sie mit dem bloßen Auge als Punkte wahrnehmen können. Je nach Art unterscheiden sie sich in der Farbe. Andere Identifizierungsmerkmale sind gleich oder ähnlich sich stark.

Paprikapflanze
Paprikapflanze

Lausmerkmale

  • Größe: zwischen vier und sieben Millimeter
  • Farbe: Blattläuse grünlich oder weiß, andere Pflanzenläuse bräunlich bis schwarz
  • meist ungeflügelt – neue Generationen bilden wenige Ausnahmen
  • Stechrüssel
  • sitzen meist auf den Blattunterseiten und an den Stielen
  • nach wenigen Tagen des Erstbefalls bilden sich zügig ganze Kolonien

Pflanzensymptome

  • weiße Stippen auf der Blattoberseite (Einstechlöcher der Läuse)
  • klebriger Belag auf den Blättern (Honigtau)
  • anfangs gelblich-braune Verfärbung der befallenen Blätter
  • im fortgeschrittenen Stadium schwarze Blattfärbung
  • ungewöhnlich hoher Blattablauf
  • Blätter verkümmern und sterben ab
  • Wachstumsstörungen
  • Pflanze verliert an Stabilität

Bekämpfung

Zur Bekämpfung von Blattläusen auf Paprikapflanzen stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Bedacht werden muss hierbei, dass es sich um eine Gemüsepflanze handelt, deren Früchte verzehrt werden wollen. Die Verwendung von giftigen und/oder gesundheitsgefährdenden Chemie-Insektiziden ist aus diesem Grund mehr als unangebracht. Zudem schränkt das Pflanzenschutzgesetz die chemischen Möglichkeiten stark ein, um Umwelt und Menschen zu schützen. Alternativen erstrecken sich von Bio-Produkten aus dem Fachhandel bis hin zu effektiven Hausmitteln.

Paprikapflanze mit grüner Paprikafrucht
Paprikapflanze mit grüner Paprikafrucht

Produkte auf biologischer Basis

Eines der meistverkauften Mittel gegen Läuse auf Paprikapflanzen basiert auf Neemöl. Dabei handelt es sich um ein aus den Samen von Steinfrüchten des Niembaums gewonnenes Öl. Neemöl-Produkte bestehen in der Regel aus rein natürlichen Inhaltsstoffen, die schnell abgebaut und weder für den Menschen giftig, noch für andere Nutzinsekten schädlich ist. Wird die Paprika mit Neemöl behandelt, setzt sich das zähflüssige Öl in die Atemwege der Blattläuse. Dort verklebt es, die Läuse können nicht mehr atmen und ersticken.

Durch Regen und das Gießen wird das restliche Neemöl in der Regel vollständig von der Paprika abgespült. Die toten Blattläuse fallen nach dem Absterben entweder zu Boden oder werden mit heruntergespült. Wichtig ist eine vollständige Neemöl-Benetzung der Paprikapflanzen, um jede Laus zu erreichen, damit keine Vermehrung zu einem erneuten Befall führt.

Bekämpfung durch Nützlinge

Die natürlichste Art ist das Bekämpfen mit sogenannten Nützlingen. Zu diesen zählen bestimmte Insekten, die als Fressfeinde von Läusen gelten. Diese sind sehr effektiv. Nicht selten vertilgen sie pro Tag mehrere Hundert Läuse.

Ist Paprika befallen, scheinen keine oder zu wenig Nützlinge in der Umgebung zu sein. Sie können diese anlocken, aber das würde in einem akuten Fall zu lange dauern. Aus diesem Grund sind Nützlinge gegen Blattläuse käuflich zu erwerben. Sie finden diese im lokalen Fachhandel oder können sie im Internet bestellen.

Zu den natürlichen Fressfeinden von Läusen zählen vor allem:

  • Marienkäfer
  • Florfliegen
  • Räuberische Gallmücke
  • Schwebfliegen
  • Schlupfwespen
Marienkäfer als biologisches Mittel
Marienkäfer als biologisches Mittel

TIPP: Sollten Sie Ihre Paprika in einem Gewächshaus heranziehen, sind diese für den Einsatz von Nützlingen ins Freie zu stellen. Nützlinge vermehren sich in der Regel nicht in Räumen, sodass sie keine nächste Generation zur Vorbeugung erhalten können.

Hausmittel

Mit Hausmitteln gegen Läusebefall

Bevorzugen Sie die Anwendung von Hausmitteln oder wollen schnell reagieren, haben aber keine Möglichkeit zügig an ein Bekämpfungsmittel oder an Nützlinge zu gelangen? In dem Fall können Sie sich selbst eine Lösung mit Zutaten herstellen, die in jedem normalen Haushalt in der Regel vorhanden oder in der Natur zu finden sind. Folgende Hausmittel-Rezepte haben sich bereits als effektive Bekämpfungsmaßnahmen gegen Läuse bewährt:

Milch

  • 200 Milliliter Wasser mit 100 Milliliter Milch mischen
  • Mischung in eine Sprühflasche füllen
  • Paprikapflanzen tropfnass mit der Lösung besprühen
  • vor allem Blattunterseiten, neue Triebe und Stiele nicht vergessen
  • am nächsten Tag Blattlausbestand kontrollieren
  • sollten weiterhin welche sichtbar sein oder Sie vermuten weitere, wiederholen Sie den Vorgang nach zwei Tagen

Rapsöl

  • 90 Milliliter Rapsöl in fünf Litern Wasser einrühren
  • einige Spritzer Spülmittel hinzufügen (verbessert die Mischbarkeit des Öls)
  • gut umrühren
  • Mischung in eine Sprühflasche füllen
  • Paprikapflanzen großzügig damit besprühen
  • eine Wiederholung ist meist nicht nötig, kann aber nach sieben bis acht Tagen erfolgen
Öl als Hausmittel
Öl als Hausmittel

Spülmittel-Lösung

  • fünf Milliliter Spülmittel in einen halben Liter Wasser gegeben
  • einen Spritzer Spiritus hinzufügen
  • gut verrühren
  • in ein Sprühbehältnis füllen
  • Tropfnass die Paprika einspritzen
  • Vorgang kann alle zwei Tage wiederholt werden
  • spätestens nach einer Woche sollte auch ein großer Befall vollständig abgetötet sein

TIPP: Anstelle von Spülmittel können Sie auch Schmierseife ohne Zusatzstoffe oder eine Seifen zur Herstellung einer Seifenlauge verwenden.

Rhabarberblatt-Brühe

  • 500 Gramm Rhabarberblätter in drei Liter Wasser 30 Minuten lang kochen
  • Blätter absieben und Sud auffangen
  • Brühe abkühlen lassen
  • Pflanze mit der Brühe besprühen oder abwischen
  • Paprikapflanzen müssen gut mit der Brühe von allen Seiten eingenässt werden
  • Anwendung kann in einwöchigen Abständen wiederholt werden
  • Rhabarberbrühe gilt auch als vorbeugende Maßnahme gegen Blattläuse

Brennnessel-Jauche

  • circa ein Kilogramm frische Brennnesseln in zehn Liter Wasser eintauchen
  • eine Handvoll Gesteinsmehl hinzu gegeben, minimiert die Geruchsentwicklung
  • zwischen ein und zwei Wochen ruhen/gären lassen (je wärmer die Temperaturen, desto schneller gärt es zur einer Jauche)
  • zur Anwendung jeweils einen Liter der Jauche mit zehn Liter Wasser verdünnen
  • Paprika mit der Jauche vollständig benässen
  • kann alle 14 Tage wiederholt wird
  • wirkt gleichzeitig vorbeugend für einen Neu-Befall
Brennnesselsud ansetzen
Brennnesselsud ansetzen

Oregano-Tee

  • 100 Gramm frischen oder zehn Gramm getrockneten Oregano mit kochendem Wasser aufgießen (wie einen Tee)
  • etwa 15 bis 20 Minuten ziehen lassen
  • Oreganoreste aussieben
  • gießen Sie ein Drittel Wasser hinzu
  • „Tee“ in eine Sprühflasche füllen und großzügig die Paprikapflanzen benässen, bis es tropft
  • Anwendung kann bei Bedarf nach drei oder vier Tagen wiederholt werden

Zwiebel- und Knoblauchbrühe

  • 40 Gramm Knoblauch oder Zwiebeln kleinhacken
  • in fünf Litern Wasser mindestens 20 Minuten kochen lassen
  • drei bis vier Stunden ziehen lassen
  • Zwiebeln oder Knoblauch absieben
  • Brühe unverdünnt in eine Sprühflasche geben
  • Paprika gut und überall einsprühen
  • Wiederholung alle zehn Tage empfehlenswert
  • Knoblauch- und Zwiebelbrühe wirkt optimal vorbeugend nicht nur gegen Läuse auf Paprikapflanzen

TIPP: Wenn Sie zwischen Ihre Capsicum im Gartenbeet oder in den Anzuchttopf dicke, geschälte Knoblauchzehen stecken, bleiben Blattläuse den Paprikapflanzen fern.

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