Lavendel geht plötzlich ein: was tun?

Blühender Lavendel im Gartenbeet

Lavendel gilt vielen Hobbygärtnern als nahezu sichere Sache in Puncto Blühfreudigkeit und Robustheit. Nicht umsonst ziert dieser Freund aller Bienen und Hummeln zahlreiche Vorgärten und Pflanzbeete. Trotzdem bekommt Lavandula Angustifolia immer wieder Probleme und geht ein. Wir erklären warum und was Sie dagegen tun können.

Lavendel geht ein

Häufige Ursachen und Maßnahmen zur Abhilfe

Natürlich lässt sich nicht jeder einzelne problematische Lavendel an Hand der folgenden Maßnahmen retten. Denn immer wieder schlagen sehr individuelle Gründe zu buche, sich dann leider auch nur im Rahmen einer ebenso individuellen Ursachenforschung ergründen lassen. Jedoch treten die häufigsten Ursachen immer wieder auf, so dass sich an Hand der folgenden Aufstellung zumindest die häufigsten Fehlerquellen finden und eliminieren lassen.

Nässe und Feuchtigkeit

Lässt ihr Lavendel die Blätter hängen und verfärbt diese zugleich von unten nach oben zunehmend braun, ist Feuchtigkeit die naheliegendste Ursache. Genau gesagt, geht er ein, weil die Wurzeln den Überschuss an zur Verfügung stehendem Wasser nicht verkraften und von Fäulnisbakterien befallen werden.

Abhilfe

  • Pflanze aus Topf oder Erde nehmen
  • Faulende Wurzelbereiche abschneiden
  • Im Freiland unmittelbare Wurzelumgebung austauschen, im Pflanztopf Erde komplett austauschen, dabei Funktion der Drainagelöcher im Topf sicherstellen (Tonscherbe auflegen etc.)
  • Lavendelpflanze wieder einsetzen und nur mäßig angießen

Achtung: Wird faulendes Wurzelwerk beschnitten, darf die zentrale Pfahlwurzel des Lavendel nicht verletzt werden. Ist sie beschädigt, sinkt die Wahrscheinlichkeit, das Gewächs noch zu retten, deutlich.

Lavendel im Garten
Lavendel im Garten

Hinweis: Obwohl man bei einer eintrocknenden Pflanze zunächst häufig auf ein zu wenig an Wasser tippt, ist das bei Lavendel in unseren Breiten nur äußerst selten die Ursache. Die Pflanze entstammt eigentlich südlichen Regionen und ist an karge Boden mit sehr geringen Wasserspeicherkapazitäten angepasst.

Fehlender Platz

Verkümmert Lavandula Angustifolia langsam, aber kontinuierlich, könnte mangelnder Platz ein Grund sein. Gemeint ist hier weniger der Platz für die oberirdischen Pflanzenteile, also Zweige und Blüten, sondern viel mehr der dem Wurzelwerk zur Verfügung stehende Erdraum. Gehen der Pflanze hier die Entwicklungsmöglichkeiten aus, wirkt sich das auch auf die sichtbaren Bestandteile aus. Das Wachstum wird eingestellt und die Blätter und später auch Zweige werden braun und sterben ab.

Abhilfe

  • Pflanze umtopfen in größeres Pflanzgefäß
  • Im Freiland Standort ohne direkte Beeinträchtigung durch Rabatten oder schlechten Untergrund wählen
  • Auf ausreichend Tiefe für Pfahlwurzel achten

Hinweis: Vor allem bei zu flachen Beeten oder Pflanztöpfen wird oft zu viel Wasser gespeichert, ohne dass dieses absickern kann. Daher gehen in diesen Fällen mit dem Verkümmern auch oft die bereits beschriebenen Symptome übermäßiger Feuchtigkeit einher.

Überdüngung

Lavendel ist eine sehr genügsame Pflanze, die meist sogar völlig ohne zusätzliche Nährstoffgaben auskommt. Wird sie in Kombination mit stärker zehrenden Gewächsen, beispielsweise Rosen, gehalten, kann ein Zu viel an Dünger letztlich einem Todesurteil gleichkommen. Vor allem bei Stickstoff, kann eine Überdüngung zunächst dazu führen, dass die Pflanze sich in kürzester Zeit enorm entwickelt. Die Gärtner sprechen hier davon, dass sie „ins Kraut schießt“. Spätestens nach zwei bis drei Jahren kehrt sich dieser Prozess jedoch um und die oberirdischen Pflanzenbestandteile werden erst welk, später braun und sterben ab.

Abhilfe

  • Düngergaben einstellen
  • Bei überdüngten Topfpflanzen umsetzen
  • Bei Beethaltung an weniger gedüngten Standort umsetzen, alternativ Boden austauschen
  • Gemeinsame Pflanzungen auf weniger nährstoffintensive Partner beschränken

Standort

Die meisten Lavendelarten bevorzugen einen vollsonnigen Standort. Fehlt ihnen die Sonne, bleiben sie in ihrer Entwicklung zurück. Bei extremem Lichtmangel kann es sogar zu einem Verkümmern und zuletzt Eingehen der Pflanze kommen.

Abhilfe

  • An vollsonnigen Standort umsiedeln
  • Bei Topfpflanzen Topf umstellen, z.B. auf Südterrasse oder -balkon

Hinweis: Die bei uns verbreitetste Lavendelsorte mit Eignung für halbschattige Lagen ist der weiße Lavendel. Trotzdem empfiehlt es sich, vor der Anschaffung sowohl den Standort zu prüfen, als auch die Art hinsichtlich ihrer Eignung auf den Standort zu kontrollieren. Im Zweifelsfall kann der Gärtner bzw. die Pflanzenschule beratend zur Seite stehen.

Weißer Lavendel

Rückschnitt

Lavandula Angustifolia möchte für einen üppigen, dichten und kompakten Wuchs zurückgeschnitten werden. Am besten erfolgt ein Rückschnitt im Frühjahr und ein zweiter im Sommer nach dem Verblühen. Unterbleiben diese Maßnahmen, geht die Pflanze zwar nicht vollständig ein, sie entwickelt aber zunehmend Fehlstellen und einen immer lichteren Wuchs. Vor allem unerfahrene Hobbygärtner verwechseln das schnell mit einer Degeneration und einem allgemeinen Eingehen der Pflanze.

Abhilfe

  • Regelmäßiger und konsequenter Schnitt:
  • Erstschnitt im Frühjahr
  • Zweitschnitt im Sommer nach Ende der Blütezeit
  • Schnitt bis an die jungen Triebe zurück
  • Aber: Kein Schnitt in das Altholz hinein, ansonsten stark kräftezehrende Erholung der Pflanze nötig

Mulch

Viele Gärtner neigen dazu, Pflanzbeete generell mit Rindenmulch abzudecken. Dieser soll vor übermäßiger Austrocknung des Bodens schützen. Lavendel mag die dauerhaft hohe Feuchtigkeit des Bodens jedoch gar nicht. Auch die von der Rinde ausgehende zusätzliche Säuerung der Erde bekommt ihm nicht gut. Die Folge ist eine schlechtere Entwicklung und auf Dauer eine Degeneration bis zum Vertrocknen und Absterben.

Abhilfe

  • Mulchschichten entfernen
  • Auf gute Belüftung des Bodens gegenübermäßige Feuchtigkeit und Staunässe achten

Krankheiten und Schädlinge

Schädlinge sind für eine Lavendelpflanze nur in den seltensten Fällen eine Bedrohung. Denn die enthaltenen ätherischen Öle werden andernorts als Schädlingsabwehr eingesetzt und schützen selbstverständlich auch den „Erzeuger“ selbst. Die häufigsten Krankheiten sind Schimmelpilze und Fäulnisbakterien, die meist auf zu hohe Bodenfeuchte zurückzuführen sind. Die einzige immer wieder anzutreffende echte Krankheit ist der Pilz „Phoma Lavendula“. Erst einmal befallen, entwickeln die Triebe braune, später schwarze Flecken. Unbekämpft breitet sich der Pilz aus und befällt große Pflanzenteile. Ganze Triebe trocknen ein und sterben ab.

Abhilfe

  • Entfernen befallener Triebe
  • Bei intensivem Befall Einsatz von fungiziden Mitteln

Lavandula angustifolia, Lavendel

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