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Lebenserwartung: wie alt werden Igel?

Eigentlich können Igel für ihre kleine Größe sehr alt werden, doch da häufig der passende Lebensraum fehlt und es auch genügend Fress- und andere Feinde gibt, erreichen die meisten der nützlichen Tiere kaum einmal 30 % ihrer eigentlichen Lebenserwartung.

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Auf den Punkt gebracht

  • feindliches menschliches Umfeld gefährlicher als Fressfeinde
  • natürliche Lebenserwartung zwischen sieben und zehn Jahren
  • meisten Tiere sterben zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr
  • natürliches Umfeld für die Tiere schaffen, damit sie überleben können
  • viele Männchen werden während der Paarungszeit auf der Suche nach einem Weibchen überfahren

Lebenserwartung

Theoretisch haben die kleinen possierlichen Stacheltiere eine Lebenserwartung von einem Alter zwischen sieben und zehn Jahren. Doch die meisten werden gar nicht so alt, da sie vorher durch Unfälle oder Fressfeinde aus ihrem noch jungen Leben gerissen werden. So gilt bereits ein vierjähriges Tier als alt, obwohl es sich hierbei nur um das mittlere Alter handelt, dass die Tiere bei guten Lebensumständen erwarten könnten:

  • hohe Sterblichkeitsrate in jungen Jahren
  • bereits bei den frisch Geborenen natürliche Auslese
  • viele Jungtiere überleben ersten Winterschlaf nicht
  • oft zu wenig Nahrung zur Vorbereitung für den Schlaf
  • ältere Tiere meist nur Lebenszeit zwischen zwei und drei Jahren
  • an Altersschwäche stirbt kaum ein Igel
Junger Igel

Hinweis: Igel halten auch in der Stadt Winterschlaf, der nicht gestört werden sollte. Daher sollten Sie vor dem Winter keine Zweig- oder Asthaufen aus den Gartenecken entfernen, hier könnte ein Tier bereits schlafen. Die an Menschen gewöhnten Tiere bauen ihre Nester auch oft in direkter Nähe zum Haus.

Lebensverkürzende Faktoren

Die meisten Todesfälle im jungen Alter der Igel sind auf das feindliche, vom Menschen geschaffene Umfeld zurückzuführen. Nicht nur in den Städten auch in der ländlichen Gegend leiden die Tiere darunter, dass es für sie immer unsicherer wird und viele Gefahren lauern, die manchmal auch einfach unbewusst erstellt werden. Dazu gehören:

  • Fahrzeuge aller Art
  • breite Straßen oder Wege
  • Schächte und Gruben
  • Netze, Zäune oder Mauern im Garten
  • Verbrennen von Laubhaufen im Garten, die als Versteck dienen
  • Insektizide und fehlendes Fallobst erschweren Futtersuche
Igel überquert Straße

Hinweis: Besonders problematisch ist dies während der Paarungszeit. Die Männchen vergessen jegliche Vorsicht bei der Suche nach einem Weibchen und werden dabei häufig überfahren.

Natürliche Fressfeinde

Auch natürliche Fressfeinde können neben dem bedrohlichen geschaffenen Umfeld am frühen Tod der nachtaktiven Tiere schuld sein. Doch es kommt weitaus nicht so häufig vor, wie der Tod durch Unfälle, dass die Tiere Feinden zum Opfer fallen, gerade auch wenn der Lebensraum in der Stadt ist. Zu den natürlichen Feinden gehören:

  • Dachs
  • Fuchs
  • Marder
  • Uhu
Dachs (Meles meles)
Der Dachs kennt als einer der wenigen Feinde auch die Schwachstelle am Bauch des eingerollten Igels.

Häufig gestellte Fragen

Ich habe gehört, Igel übertragen Flöhe, stimmt das?

Ja, das ist leider wahr. Denn die niedlichen Tiere sind wahre Flohtransporter. Daher sollten Sie auch darauf achten, einen Hund nicht in die Nähe, geschweige denn, ihn daran schnuppern zu lassen. Denn schnell sind die Flöhe auf den Hund übergesprungen, gerade auch dann, wenn die letzte Verabreichung eines Spot-on-Präparates bereits länger her ist. Wenn Sie selbst ein Tier anfassen müssen, sollten Sie sich mit Handschuhen und langärmeligen Sachen schützen.

Wie kann ich vermeiden, dass ich einen Igel im Osterfeuer verbrenne?

Oftmals werden die Äste und Zweige für ein Oster- oder anderes Brauchtumsfeuer bereits Tage vorher aufgestapelt. Die Igel sehen dies jedoch als Einladung, hier einen Unterschlupf zu finden. Daher ist es sinnvoller, erst alles direkt vor dem Anzünden aufzubauen. Ansonsten muss vor dem Anzünden viel Krach rundherum gemacht werden, damit die hier eventuell eingenisteten Igel fliehen können.

Wie viele Arten von Igeln gibt es in Deutschland?

In den hiesigen Gebieten gibt es zwei Arten der beliebten Tiere. Im ganzen Land ist der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) beheimatet. Seltener ist der Nördliche Weißbrustigel (Erinaceus roumanicus), der nur in den Randgebieten von Ostdeutschland vorkommt.

Wie kann ich den Igeln für ein längeres Leben helfen?

Es ist wichtig, dass den Tieren ein naturnahes Umfeld geboten wird. Denn als sogenannte Kulturfolger haben sie sich den Menschen angepasst und halten sich gerne in besiedelten Gebieten auf. Hier verschlafen sie den Tag in Nestern, die sie sich selbst gebaut haben. Um den Tieren den Lebensraum so natürlich wie möglich zu schaffen und damit diese auch genug Nahrung finden, ist es ratsam, einen naturnahen Garten anzulegen.

Sind Igel Einzelgänger?

Ja, meist sind sie allein unterwegs und gerade die Männchen gehen hierbei Rivalen aus dem Weg. Nur zur Paarungszeit sind die Männchen auf der Suche nach dem geeigneten Weibchen.


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