Lebensmittelmotten und Maden von Motten in der Küche: was tun?

Das Auftreten von Lebensmittelmotten wird oft fälschlicherweise mit einer unhygienischen Küche verbunden und sorgt meist für Ekel und Panik. Allerdings können die Schädlinge auch beim Einkaufen von Lebensmittel eingeschleppt werden. Wenngleich die Motten nicht als Krankheitsüberträger gelten und somit grundsätzlich keine Gefahr für den Menschen darstellen, sollten sie dennoch umgehend bekämpft werden. Denn zum einen sind befallene Lebensmittel ungenießbar und zum anderen können Motten Allergien auslösen. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung bekämpfen Sie die Schädlinge in Handumdrehen!

Unterschiedliche Mottenarten

Lebensmittelmotte ist im Grunde genommen nur ein Überbegriff, denn es gibt eine Vielzahl an Mottenarten. In hiesigen Regionen treten vor allem drei dieser Mottenarten besonders häufig auf, nämlich die Mehlmotte, die Kornmotte und die Dörrobstmotte. Die jeweiligen Schädlinge sowie ihre Maden lassen sich an verschiedenen Merkmalen erkennen.

Mehlmotte (Ephestia kuehniella)

Mehlmotten lassen sich in erster Linie an ihren blaugrauen bis rötlich grauen Vorderflügeln erkennen. Diese sind zudem mit hellen und dunklen gezackten Linien durchzogen. Mehlmotten haben einen rund 8-10 Millimeter langen Korpus und eine Flügelspannweite von etwa 20 Millimetern. Auch die Maden der Mehlmotte haben typische Erkennungsmerkmale:

  • bis zu 20 mm lang
  • leichte Einfärbungen ins Rötliche oder Grünliche
  • brauner Kopf
Mehlmotte. Ephestia kuehniella
Mehlmotte. Ephestia kuehniella

Kornmotte (Nemapogon granellus)

Die Kornmotte lässt sich relativ leicht an ihren gemusterten Vorderflügeln erkennen. Denn diese sind schwarzbraun gefärbt und haben gelben Flecken und einen dunkel abgesetzten Fransensaum am Rand. Die Länge des Korpus beträgt etwa 6 Millimeter, wohingegen die Flügelspannweite bis zu 20 Millimetern erreichen kann. Die Maden der Kornmotte sind etwas kleiner als die Mehlmotte und lassen sich an diesen Merkmalen erkennen:

  • etwa 9-12 mm lang
  • Maden sind gelblichweiß
  • leicht glänzender, hellbrauner Kopf
Kornmotte, Nemapogon granella
Kornmotte, Nemapogon granella

Dörrobstmotte (Plodia interpunktella)

Wenn die Schädlinge eher rostbraun bis kupferrot gefärbt sind, handelt es sich womöglich um Dörrobstmotten. Typisch für diese Mottenart sind zudem helle Querbinden an den Vorderflügeln. Die Dörrobstmotte hat eine Korpuslänge von rund 6-10 Millimeter und eine Flügelspannweite von etwa 15-20 Millimeter. Die Maden dieser Motten weisen folgende Besonderheiten auf:

  • bis zu 17 Millimeter lang
  • Maden können unterschiedlich gefärbt sein
  • weißlich mit leicht grünlicher oder rötlicher Einfärbung
  • brauner Kopf

Wie lässt sich ein Befall erkennen?

In erster Linie lässt sich ein Befall natürlich an den Schädlingen selbst erkennen. Wenn plötzlich Motten in der Küche herumschwirren oder Maden in Lebensmitteln gefunden werden, ist dies meist relativ eindeutig. Allerdings gibt es weitere Merkmale, an denen sich ein Befall mit Lebensmittelmoden erkennen lässt:

  • Fadengespinste auf Lebensmitteln
  • angeknabberte Lebensmittelverpackungen
  • angefressene Körner
  • leere Puppengehäuse der Motten
  • Krabbeln im Mehl
Dörrobstmotte, Plodia interpunctella

Hinweis: Motten bevorzugen bestimmte und vor allem unterschiedliche Lebensmittel. Unter anderem werden sie von Getreideprodukten, Tierfutter, Reis und Nudeln angezogen.

Mit Pheromonfallen Lebensmittelmotten erkennen

Nicht immer lässt sich eindeutig feststellen, ob es sich bei den Schädlingen tatsächlich um Lebensmittelmotten handelt. In diesem Fall können Pheromonfallen Aufschluss darüber geben. Diese gibt es im Fachhandel zu kaufen und werden wie folgt eingesetzt:

  • Pheromonfallen in der Küche auflegen
  • Fallen geben einen Sexuallockstoff ab
  • männliche Motten werden dadurch angezogen
  • Schädlinge bleiben an der Falle kleben

Hinweis: Pheromonfallen eignen sich zwar hervorragend zum Feststellen eines Befalles, jedoch nicht als alleiniges Bekämpfungsmittel. Denn die Fallen locken nur die männlichen Tierchen an, sodass die Weibchen weiterhin in Ruhe ihre Eier legen können.

Motten bekämpfen in 4 Schritten

Ein Befall mit Lebensmittelmotten löst oftmals Panik aus, allerdings lassen sich die Schädlinge relativ einfach und effektiv bekämpfen. Zu bedenken ist hierbei jedoch, dass der Einsatz von chemischen Mitteln in der Küche nur bedingt möglich ist. Immerhin werden in der Küche Lebensmittel gelagert, welche mit den meist toxischen Mitteln nicht in Berührung kommen sollten. Allerdings lassen sich die Schädlinge und ihre Maden auch auf natürliche Art und Weise bekämpfen:

Schritt 1: Kontrolle der Lebensmittel

Sobald der Verdacht auf einen Befall mit Lebensmittelmotten besteht, sollte am besten umgehend gehandelt werden. In erster Linie gilt es, vorhandene Lebensmittel zu kontrollieren. Sind befallene Nahrungsmittel vorhanden, sollten auch Lebensmittel in unmittelbarer Nähe auf Schädlinge überprüft werden:

  • alle Lebensmittel kontrollieren
  • auch verpackte Nahrungsmittel überprüfen
  • Verpackungen auf Fraßspuren kontrollieren
  • Lebensmittel bei Bedarf umfüllen
  • befallene Lebensmittel entsorgen

Hinweis: Laut dem niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist es ratsam, die Lebensmittel nicht direkt im Hausmüll zu entsorgen. Besser ist es, die Nahrungsmittel zunächst einige Tage lang einzufrieren oder sie für etwa 2 Stunden bei 60-80 Grad im Backrohr zu erhitzen.

Schritt 2: Gründlich putzen

Nachdem die befallenen Lebensmittel entsorgt wurden, gilt es, die Schränke und Ablagen gründlichst zu putzen. Hierbei ist darauf zu achten, dass nicht nur Ablagefächer und Regale gewischt werden. Denn auch die Ecken von Schränken und Fußverkleidungen von Einbauküchen bieten den Motten hervorragende Nistmöglichkeiten. Beim Reinigen der Küche wird daher am besten wie folgt vorgegangen:

  • zunächst mit Essigreiniger putzen
  • hierfür eignet sich auch Haushalts-Essig
  • diesen mit Wasser mischen
  • 1 Teil Haushalts-Essig zu 2 Teilen Wasser
  • anschließend mit warmer Seifenlauge wischen

Die Mottenlarven ziehen sich gern in kleine Bohrlöcher und Ritzen zurück

Tipp: Beim Putzen ist es ratsam, die Schränke auf vorgebohrte Löcher zu kontrollieren und diese abzukleben. Denn nicht selten legen Motten ihre Eier in diesen unscheinbaren Löchern ab.

Schritt 3: Schwer zugängliche Ecken reinigen

Während sich Ablagefächer leicht wischen lassen, sind Ecken und Ritzen von Schränken meist nur schwer zugänglich. In diesem Fall kann ein Föhn Abhilfe verschaffen. Denn die Eier und Maden von Lebensmittelmotten sind nicht nur kälte-, sondern auch hitzeempfindlich. Die warme Föhnluft hat sich daher als besonders effektiv gegen die Schädlinge erwiesen. Am besten kommt ein Föhn für folgende Stellen zum Einsatz:

  • Ecken und Ritzen von Vorratsschränken
  • Risse in der Mauer
  • kleine Hohlräume hinter der Fußleiste
  • schwer zugängliche Stellen

Schritt 4: Natürliche Feinde einsetzen

Im Kampf gegen Lebensmittelmotten haben sich vor allem Schlupfwespen bewährt. Denn die natürlichen Feinde der Motte legen ihre Eier in die Motteneier ab und können dadurch innerhalb kürzester Zeit ganze Mottenbestände vernichten. Praktischer Nebeneffekt von Schlupfwespen ist, dass sie völlig ungefährlich für den Menschen sind. Schlupfwespeneier werden in der Regel auf Kärtchen geliefert, wobei sich auf einem Kärtchen zwischen mehreren Hundert bis einige Tausend Eier befinden.

  • empfehlenswert sind etwa 1000 Eier pro Kärtchen
  • Kärtchen auf betroffene Stellen auslegen
  • pro Schrank mindestens 1 Kärtchen
  • Schlupfwespen haben Aktionsradius von etwa 50 cm
  • nach 1-3 Tagen schlüpfen die Wespen
Schupfwespe, Ichneumonidae
Schupfwespe, Ichneumonidae

Hinweis: Schlupfwespen verschwinden von selbst wieder, wenn es nichts mehr zum Bekämpfen beziehungsweise zum Fressen gibt.

Lebensmittelmotten vorbeugen

Wenngleich sich die Schädlinge relativ leicht bekämpfen lassen, ist es dennoch besser, einen Befall bestmöglich zu verhindern. Hierfür haben sich einfache, aber effektive Handgriffe bewährt:

  • Vorräte immer gut verschließen
  • Lebensmittel nicht in Papiertüten oder Pappkartons lagern
  • beim Kauf von Mehl und Getreide Verpackungen kontrollieren
  • verschüttete Reste von Mehl und Co immer direkt aufwischen
  • Tierfutter in großen Säcken am besten umfüllen

Tipp: Je länger Mehl und Getreide gelagert werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Lebensmittelmotten auftreten.

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