Liebstöckel ernten - Titel

Liebstöckel, das aromatisch duftende Maggikraut, zählt zu den beliebtesten Gewürzen der deutschen Küche. Welche Teile sind verwendbar? Wann und wie sollte man Liebstöckel ernten? Wir haben die wichtigsten Fakten für Sie zusammengestellt.

Auf den Punkt gebracht

  • botanischer Name: Levisticum officinale
  • Synonyme: Maggikraut, Selleriekraut, Nervenkräutel, Gichtstock
  • Verwendung als Heil- und Gewürzkraut
  • nutzbare Teile: Blätter, Samen, Wurzeln
  • bester Zeitpunkt zum Ernten vor der Blüte im Mai und Juni

Gewürz mit Heilkraft

Liebstöckel wächst überall in deutschen Gärten. Seine Pflege ist einfach und kaum eine Hausfrau will auf den aromatischen Geschmack des Würzkrautes verzichten. Es verfeinert Eierspeisen, Fisch, deftige Suppen und darf in Pilzgerichten nicht fehlen.
Viele Menschen kennen die Pflanze nur als Maggikraut. In einigen Regionen sind die Namen Selleriekraut, Nervenkräutel oder Gichtstock verbreitet. Bereits in Jahrhunderte alten Kräuterbüchern ist das Heil- und Würzkraut beschrieben.
Als Heilkraut kommt Liebstöckel zum Einsatz bei:

Jungpflanze Liebstöckel im Topf
  • Verdauungsbeschwerden
  • Blähungen
  • Harnwegsinfekte
  • Menstruationsbeschwerden
  • Hautproblemen

Achtung: Liebstöckel hat eine entkrampfende und durchblutungsfördernde Wirkung. Schwangere sollten auf einen übermäßigen Verzehr verzichten.

Verwendbare Pflanzenteile

Zum Würzen von Speisen kommen vor allem die Blätter und Samen zum Einsatz. Der aromatische Geschmack des Liebstöckels beruht auf den enthaltenen ätherischen Ölen. In der Naturheilkunde werden Blätter, Früchte und Wurzeln verwendet.

Ernte der Blätter

Die fedrigen Liebstöckelblätter können vom Frühjahr bis zum Herbst frisch geerntet werden. Sie können die Blätter direkt vor der Zubereitung der Speisen von der Pflanze abschneiden. Die regelmäßige Ernte regt die Pflanze zur Ausbildung neuer Triebe an. Wenn Sie die Blätter zwischen den Fingern zerreiben, kommt der Sellerieduft zum Vorschein, der für den Namen „Selleriekraut“ verantwortlich ist.

Anleitung:

  • Wählen Sie für die Ernte einen trockenen Vormittag Ende Mai oder Anfang Juni.
  • Trennen Sie die Blätter mit einem scharfen Messer ab.
  • Binden Sie kleine Sträußchen.
  • Hängen Sie diese an einem luftigen Ort zum Trocknen auf.
  • Bewahren Sie getrocknetes Maggikraut in fest verschließbaren Gefäßen auf. Es behält mehrere Monate den kräftigen, würzigen Geschmack.
  • Sie können das zerkleinerte Würzkraut einfrieren und nach Bedarf verwenden.
Levisticum officinale, Liebstöckel, Maggikraut
Levisticum officinale, Liebstöckel, Maggikraut

Wussten Sie schon, dass sich Liebstöckel wie Gemüse zubereiten lässt? Kochen Sie das Kraut nur kurz. Der Geschmack erinnert an Sellerie. Getrocknetes oder frisches Maggikraut eignet sich zum Würzen oder für die Zubereitung von Tee. Liebstöckeltee kommt zur Linderung von Verdauungsbeschwerden, zur Entwässerung und bei Harnwegsinfektionen zum Einsatz.

Ernte der Wurzeln

Der beste Zeitpunkt für die Ernte der Wurzeln ist im Frühjahr oder im späten Herbst. In der Heilkunde werden vor allem die Wurzeln und die Samen verwendet. Die Wurzeln enthalten wertvolle ätherische Öle. Selbst in getrockneten Wurzelteilen ist der Gehalt sehr hoch. Erst nach drei Jahren lohnt sich die Wurzeln vom Liebstöckel zu ernten.

Anleitung:

  • Graben Sie die Pflanze im Herbst oder im Frühjahr aus
  • Trennen Sie die Wurzeln von der Pflanze
  • Säubern Sie die Wurzeln
  • Schneiden Sie die Wurzeln in Scheiben oder kleine Stücke
  • Legen Sie diese zum Trocknen auf Küchentuch
  • Wenden Sie die Liebstöckelscheiben regelmäßig, bis sie vollständig trocken sind

Die getrockneten Wurzelstücke können zu einem Tee verarbeitet werden.

Ernte der Samen

Die Liebstöckelpflanze blüht mit gelben Blüten. Im Spätsommer bilden sich die Samen heraus. Wenn sie braun sind, können Sie die Liebstöckel-Samen ernten.

Liebstöckelsamen ernten

Anleitung:

  • Schneiden Sie die verblühten Blüten ab
  • Fangen Sie die Samen mit einer Tüte auf
  • Verteilen Sie die aufgefangenen Samen zum Trocknen auf einem Küchentuch
  • Lagern Sie die getrockneten Samen in einem gut verschließbaren Gefäß aus Glas oder Keramik

Die Samen des Maggikrautes können zum Würzen verwendet werden. Verfeinern Sie Salate damit oder stellen Sie Kräuterbutter mit Liebstöckelsamen her. Liebstöckelsamen eignen sich zur Zubereitung eines verdauungsfördernden, entwässernden Tees.

Tipp: Früher wurde Liebstöckel auf Grund seiner hautpflegenden und hautreinigenden Wirkung als Badezusatz verwendet. Genießen Sie die entspannende Wirkung der ätherischen Öle des „Nervenkräutels“ bei einem heißen Bad.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange sind getrocknete Liebstöckelblätter haltbar?

Verwenden Sie für die Aufbewahrung des getrockneten Gewürzkrauts luftdicht verschlossene Gefäße. Lagern Sie alle Kräuter kühl und trocken an einem dunklen Ort. Etwa 6 Monate können Sie die getrockneten Blätter verwenden. Das Aroma ist nicht so intensiv wie bei frischem Liebstöckel.

Wann ist das Liebstöckelaroma am intensivsten?

Das Aroma des Gewürzkrautes ist im Mai und Anfang Juni, bevor die Blüte beginnt, am intensivsten. Wählen Sie einen trockenen Tag für die Ernte, dann kommen die ätherischen Öle am besten zur Wirkunng.

Wie viele Liebstöckelpflanzen sollte man anbauen?

Eine einzige Liebstöckelpflanze reicht aus, um das ganze Jahr über die Gerichte für eine Familie zu würzen. Wenn Sie einen guten Platz im Garten gefunden haben, kommt sie immer wieder.