Gewöhnlicher Liguster, Ligustrum vulgare
Gewöhnlicher Liguster, Ligustrum vulgare

Formschön, praktisch und leicht zu pflegen – die Ligusterhecke wird bei Gartenbesitzern immer beliebter. Nicht zuletzt wegen seiner raschen Größenzunahme wird das Gewächs gerne auch als dekorativer Sichtschutz verwendet. Doch um alle Vorzüge der Ligusterhecke optimal nutzen zu können, ist es wichtig, die Pflanze in regelmäßigen Abständen zu schneiden. Ob zum Verjüngen oder zur Pflege – mit dem richtigen Schnitt zu einem optimalen Zeitpunkt hat der Hobbygärtner viele Jahre Freude an dem sattgrünen Gewächs.

Werkzeug

Das richtige Werkzeug

Um den Heckenschnitt sauber und ohne Verletzungen der Pflanze ausführen zu können, benötigt der Hobbygärtner vor allem geeignetes Werkzeug. Niemals dürfen Äste, die eingekürzt oder komplett entfernt werden sollen, ohne Schere von Hand abgetrennt werden; es besteht dann die Gefahr, dass unsaubere Kanten entstehen, über die schnell Krankheitserreger eindringen können. Um saubere und glatte Schnittstellen zu erhalten, können folgende Werkzeuge zum Einsatz kommen.

  • Haushaltsschere
  • spezielle Gartenschere
  • Astschere
  • Ratschenschere
  • elektrische Heckenschere

Bauernhortensien mit scharfem Schnitt-Werkzeug verschneiden

Kleinere Arbeiten können meist mit der Astschere oder der Ratschenschere vorgenommen werden; stärkere Triebe bearbeitet der Hobbygärtner mit der elektrischen Heckenschere, vor allem, um einen geraden Schnitt zu erzielen.

Hinweis: Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die eingesetzten Werkzeuge stets gut geschärft sind; auf diese Weise gelingt der gerade Schnitt am besten. Ein gerader Schnitt wirkt sich nicht nur vorteilhaft auf die Optik aus, sondern lässt die Hecke insgesamt auch schneller genesen.

Zeitpunkt

Der optimale Zeitpunkt

Für jeden Gartenbesitzer stellt sich die Frage, wann die Ligusterhecke am besten zu verschneiden ist. Grundsätzlich hat es sich bewährt, die Pflanze dreimal im Jahr zu schneiden, damit die Hecke straff wächst und formschön bleibt; diese Arbeit ist zwischen Mai und September zu verrichten. Um die Frage zu klären, wann die Hecke zu schneiden ist, sollte der Hobbygärtner folgend aufgeführte Aspekte beachten.

  • Orientierung am Zeitpunkt des Austriebs
  • Berücksichtigung des ökologischen Gleichgewichts
  • Berücksichtigung des Ruhebedürfnisses der Pflanze

Grundsätzlich ist zu beachten: Während der kalten Jahreszeit darf die Ligusterhecke keinesfalls geschnitten werden! Im Spätherbst, Winter und bis in den Februar hinein benötigt die Pflanze ausreichend Ruhe, um die nötige Kraft für den Austrieb im Folgejahr zu sammeln.

Ligusterhecke regelmäßig schneiden

Austrieb

Berücksichtigung des Austriebs

Zusätzlich ist die Zeit des Austriebs zu berücksichtigen; die Hecke treibt insgesamt zweimal im Jahr aus, wobei der stärkste Austrieb bereits im späten Winter (im Februar) beginnt und im Juni endet. Im Spätsommer und bis in den Oktober hinein bilden sich zum zweiten Mal Blüten.

Ein Radikalschnitt kann deshalb ab Ende Februar vollzogen werden; bei diesem Vorgang können die Äste um bis zu 50 Prozent eingekürzt werden. Für viele Hobbygärtner kostet ein solcher Schnitt zunächst etwas Überwindung, aber die Pflanze präsentiert sich sehr schnittfest und robust; sie wächst dicht und regelmäßig nach, auch wenn ein starker Verjüngungsschnitt durchgeführt wurde.

Im Herbst sollte die Hecke nochmal geschnitten werden; in dieser Jahreszeit darf keinesfalls ein Radikalschnitt erfolgen. Vielmehr wird das Gewächs durch einen weiteren Pflegeschnitt auf die Ruhephase im Winter vorbereiten. Es sollte immer bedacht werden, dass die Hecke während der kalten Jahreszeit nicht nachwächst. Erfolgt in dieser Zeit ein Schnitt, können drastische Frostschäden die Folge sein.

Schnittregeln

Beachtung des ökologischen Gleichgewichts

Neben den praktischen Aspekten sind zusätzlich auch ökologische Gesichtspunkte zu beachten, um herauszufinden, wann die Hecke am besten geschnitten wird. Das Bundesnaturschutzgesetz hat folgende Regeln zum Verschneiden aufgestellt.

  • Radikalschnitte sind in der warmen Jahreszeit verboten
  • warme Jahreszeit beginnt am 1. März und endet am 30. September
  • in dieser Zeit sind nur leichte Formschnitte erlaubt
  • Pflegeschnitte, vorsichtig ausgeführt, sind in Maßen erlaubt

Der Grund für diese Regelungen ist der Erhalt des ökologischen Gleichgewichts, da die Hecke ein beliebter Brutplatz für verschiedene Vogelarten darstellt. Wird während der Brutphasen geschnitten, zerstört der Hobbygärtner wichtigen Lebensraum der Vögel.

Ligusterhecke mit scharfem Werkzeug zurückschneiden

Schnitt

Optimale Umgebungsbedingungen für den Schnitt

Es ist wichtig, die optimalen klimatischen Bedingungen abzuwarten, bevor die Hecke geschnitten wird. Es hat sich bewährt, die Schere an einem bedeckten Tag anzusetzen, um Verletzungen der Pflanze zu vermeiden. Wird der Schnitt an einem sonnigen Tag durchgeführt, drohen Verbrennungen an den Schnittstellen. Dagegen begünstigt Feuchtigkeit die Verbreitung von Pilzerkrankungen. Zudem sind die Blätter, die nach dem Schnitt an die Oberfläche kommen, nicht an das direkte Sonnenlicht; auch hier besteht die Gefahr, dass Pflanzenteile verbrennen können.

Jungpflanzen

Junge Ligusterhecken schneiden

Wann und wie oft eine Ligusterhecke geschnitten wird, hängt von folgend aufgeführten Faktoren ab.

  • dem Alter der Hecke
  • dem Zustand der Äste und Blätter
  • optischen Gesichtspunkten
  • individuellen Einsatzwünschen

Der Hobbygärtner sollte bedenken, dass jeder Schnitt gleichzeitig das Wachstum anregt; aus diesem Grund hat es sich bewährt, eine junge Ligusterhecke anfangs häufiger zu schneiden; auf diese Weise wird ein dichter Wuchs erreicht. Wer sich erst in den Folgejahren entschließt, die Hecke zu schneiden, erlaubt dem Gewächs, zügig nach oben zu schießen; im unteren Bereich wirkt die Hecke dann häufig kahl. Das fehlende Verschneiden in jungen Jahren wirkt sich nicht nur nachteilig auf den optischen Effekt aus, sondern verhindert gleichzeitig, dass sich ein optimaler Sichtschutz entwickeln kann.

Ligusterhecke als Sichtschutz

Ältere Pflanzen

Schneiden von alten und kahlen Pflanzen

Weist die Hecke bereits ein höheres Alter auf und ist sie bis zu diesem Zeitpunkt zufriedenstellend gewachsen, ist es meist ausreichend, das Gewächs zweimal im Jahr zu schneiden. Diese Pflegeschnitte sollten zu den oben aufgeführten Zeiten vorgenommen werden. Fallen kosmetische Korrekturen an, kann auch zwischendurch immer wieder ein weiterer Schnitt erfolgen.

Ist die Hecke kahl geworden, sollten folgende Maßnahmen erfolgen:

  • kompletter Rückschnitt oder
  • eine Höhenkürzung um die Hälfte
  • partieller Schnitt bei kahlen Stellen
  • Schnitt zum Verjüngen

Durch einen kompletten Rückschnitt oder eine drastische Höhenkürzung kann sich die Hecke wieder erholen und anschließend neue Verzweigungen ausbilden.

Richtig schneiden

Grundsätzlich sollte beim Rückschnitt der Ligusterhecke darauf geachtet werden, dass die Unterseite stets breiter bleibt als die Pflanzenmasse, die sich an der oberen Seite befindet. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass alle Blätter mit ausreichend Sonnenlicht versorgt sind.

Ligusterhecke zur rechten Zeit schneiden

Rückschnitt sind außerdem folgende Aspekte zu beachten:

  • zunächst alte und kranke Äste entfernen
  • zu lange und sehr dicke Äste ausdünnen
  • dicke Äste in einer Länge von 30-50cm abschneiden
  • von oben nach unten schneiden

Tipp: Zu lange oder zu dicke Triebe sollten nur eingekürzt werden, wenn noch keine starken Verzweigungen vorliegen.

Alle Arbeitsschritte können mit der Ratschenschere oder einer herkömmlichen Astschere durchgeführt werden – wenigstens bis zu den Stellen, an denen der Neuaustrieb beginnt. Um die Ligusterhecke gerade zu schneiden, erfolgt mit Hilfe der elektrischen Heckenschere der Formschnitt. Für einen möglichst akkuraten Schnitt wird ein Seil mit Jutegarn zwischen zwei Holzpfeiler gespannt. Das Seil markiert dann die Linie, auf der die Hecke abschließen soll. Auf diese Weise erhält der Hobbygärtner ein Lineal, an dem er sich orientieren kann.

Der richtige Schnitt für eine blickdichte Ligusterhecke

Ligusterhecken werden nicht nur geschnitten, um sie zu verjüngen, sondern auch um bestimmte Effekte zu erzielen; so soll das Gewächs in vielen Gärten als Sichtschutz dienen. In diesem Fall wird die Hecke zunächst nur auf der einen Seite geschnitten; durch das Auslichten entstehen zahlreiche Hohlräume, die nie bis zur anderen Seite reichen dürfen. Auf der anderen Seite bleibt die Hecke blickdicht und schützt vor neugierigen Blicken. Im Folgejahr kann dann die andere Seite geschnitten werden. Auf diese Weise wächst die Hecke zwar insgesamt langsamer, aber der Sichtschutz bleibt immer gewahrt.

Ligusterhecke ist leicht zu pflegen

Rückschnitt

Rückschnitt der informellen Hecke

Wer sich eine informelle Ligusterhecke wünscht, sollte beim Schnitt folgende Aspekte beachten.

  • nach der Blüte schneiden
  • Platz für die Pflanze einschränken
  • evtl. Bodendecker pflanzen

Wer die Pflanze als informelle Ligusterhecke wachsen lässt, erzielt eine üppige Ausstrahlung für den Garten. Die wohlriechenden Blüten locken zudem zahlreiche Insekten an.

Vermehrung

Pflanzenvermehrung mit abgeschnittenen Trieben

Nicht alle Triebe, die im Zuge des Rückschnitts von der Pflanze entfernt werden, müssen auf dem Kompost landen. Wer seine Ligusterhecke vermehren möchte, kann die Triebe beispielsweise als Stecklinge nutzen. Für diesen Zweck müssen diese allerdings eine Länge von mindestens 20cm aufweisen. Nach dem Schnitt der Stecklinge werden diese ins Wasser gestellt und mit Folie abgedeckt; nach einigen Monaten freut sich der Hobbygärtner dann über eine neue Ligusterhecke.

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