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Lila/Violetter Blumenkohl: ist er natürlich?

Blumenkohl (Brassica oleracea var. botrytis L.) gibt es in den unterschiedlichsten Farben. Zurecht fragen sich viele Hobbygärtner, ob diese Sorten wirklich nur durch Züchtung entstanden sind. Allerdings sind Blumenkohl-Farbtöne, wie Violett oder Lila eine natürliche Färbung.

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Auf den Punkt gebracht

  • violette Farbe ist eine natürliche Färbung
  • mehr gesunde Inhaltsstoffe als weiße Züchtungen
  • vor allem in Frankreich und Italien sehr beliebt
  • gibt es selten als Pflanzen zu kaufen, wird aber als Saatgut angeboten

Ursprung im Gemüsekohl

Alle Kohl-Arten basieren auf dem wilden Gemüsekohl (Brassica oleracea). Durch Selektion anhand bestimmter Merkmale haben sich diese unterschiedlichen Sorten im Laufe der Zeit herauskristallisiert. Blumenkohl geht zurück bis auf das 6. Jahrhundert, wo von Kreuzzügen Samen aus Italien erstmals über die Alpen gelangten.

verschiedene Blumenkohl-Farben

Weltweit gehört der Blumenkohl zu den beliebtesten Kohlsorten. Farbig ist der Blumenkohl jedoch nur selten. Der Grund dafür ist, dass die weiße Variante durch Züchtung entstanden ist, bei der bewusst farblose Pflanzen selektiert wurden. Diese waren für den Handel besser geeignet, als farbige Sorten. Im Anbau sind jedoch weiße Blumenkohl-Sorten aufwendiger als die farbigen, da sie mehr Platz brauchen, um große Blätter zu bilden. Die weiße Blume entsteht nur dadurch, dass die Blätter die Blume weitgehend vor zu starker Sonneneinstrahlung schützen.

Bunte Vielfalt

Mittlerweile gibt es zahlreiche Zuchtformen vom Blumenkohl, der sich nicht nur in der Farbe unterscheidet, sondern auch in der Form. Der Romanesco ist ebenfalls ein Blumenkohl, der jedoch spitze Miniröschen ausbildet. Zudem ist Romanesco in der Regel grün, es gibt selten aber auch Sorten in Lila.

Den Blumenkohl selbst gibt es in folgenden Farben:

  • weiß
  • grün
  • orange
  • lila
gekocht

Der Nachteil von farbigen Sorten ist jedoch, dass sie beim Kochen ihre Farben meist nicht behalten. Geschmacklich entstehen durch den Farbverlust keine Nachteile. Bunte Blumenkohl-Sorten sind jedoch ideal für die Frischzubereitung als farblicher Blickfang auf dem Teller.

Regionale Vorlieben

Während im deutschsprachigen Raum weiße Sorten beliebt sind, sieht es in einigen Ländern anders aus. Vor allem in Frankreich und Italien sind bunte Blumenkohlsorten beliebter. Vor allem Blumenkohl in Violett und Grün wird besonders geschätzt. Hier ist auch der Anbau von Romanesco verbreiteter im Vergleich zum normalen Blumenkohl.

Hinweis: Wer selbst farbigen Blumenkohl anbauen möchte, sollte im Handel nach Saatgut suchen. Bunten Blumenkohl gibt es selten als vorgezogene Pflanzen in Gärtnereien oder Gartencentern.

Gesundheitliche Vorteile

Obwohl der weiße Blumenkohl aufgrund der Optik bevorzugt wird, wären farbige Sorten wesentlich gesünder. Sie enthalten zusätzliche Inhaltsstoffe bzw. ist der Gehalt an Inhaltsstoffen, wie beispielsweise von Vitamin C, generell höher als bei weißen Sorten.

violetter Blumenkohl

Besonders der hohe Gehalt an Farbstoffen ist gesundheitsfördernd, denn sie gelten als wichtige Stoffe zur Krebsvorbeugung und können freie Radikale binden. Hier hat der Blumenkohl in Violett gleich noch eine weitere Waffe gegen das Altern durch freie Radikale, denn auch das Sulforaphan kann freie Radikale neutralisieren.

Lila Blumenkohl anbauen

Bunte Blumenkohl-Sorten sind eher für die Herbst-/Winterernte geeignet und werden daher meist später gesät. Die Aussaat erfolgt, je nach Sorte, erst im Juni oder Juli.

Sie können den Blumenkohl im Freiland oder in Anzuchtschalen vorziehen. Durch den verspäteten Anzuchtzeitpunkt darf das Substrat durchaus etwas gehaltvoller sein. Sie können Anzuchterde mit etwas Komposterde vermischen. Wenn Sie Ihre eigne Komposterde verwenden, sollten Sie diese vorher im Backrohr sterilisieren.

Anbau violetter Blumenkohl

Sobald die Blumenkohl-Pflanzen das erste richtige Blattpaar gebildet haben, können Sie vereinzelt werden. Der Vorteil ist, dass Sie die Pflanzen nicht mehr pikieren müssen, sondern direkt ins Beet setzen können.

Damit die Blumen rechtzeitig bis zum Herbst fertig werden, sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Reihenabstand: 60 cm
  • Pflanzabstand: 50 cm
  • Boden lockern
  • nährstoffreiches Substrat einarbeiten (reifer Kompost, abgelagerter Mist)
  • gut wässern

Hinweis: Es gibt sogenannte selbstdeckende und nicht selbstdeckende Sorten. Bei selbstdeckenden Sorten wachsen die Blätter über die Blume, während bei nicht selbstdeckenden Blumenkohl-Arten die Blätter über die Blume gebogen werden müssen.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist der Wasserbedarf von Blumenkohl?

Blumenkohl hat generell einen hohen Wasserbedarf. Wird dieser nicht gedeckt, wird die Blüte sehr klein oder die Pflanzen beginnen vorzeitig zu schießen. Durch den Umstand, dass lila Blumenkohl eher eine offene Blüte hat, die nicht von Blättern geschützt wird, sollten Sie mit mehreren Litern pro Tag rechnen. Die tatsächliche Wassermenge ist auch von der Bodenart abhängig und wie gut dieser Wasser speichern kann.

Eignet sich violetter Blumenkohl zum Einlagern?

Violetter Blumenkohl ist nur begrenzt lagefähig, da er im dunklen Lager meist seine Farbe verliert und grünlich wird. Späte Blumenkohlsorten sind jedoch ein ideales Wintergemüse und können auch im Winter im Freiland belassen werden. Geerntet wird dann bei Bedarf, wenn es frostfrei ist.

Lässt sich lila Blumenkohl einfrieren?

Ja, Sie können violetten Blumenkohl einfrieren. Er verliert allerdings später beim Kochen ebenfalls die Farbe und wird eher grünlich.

Autor
Michelle ist mit vielen Haus- und Hoftieren auf dem Bauerngut ihrer Eltern aufgewachsen. Nebenbei kümmert sich die Vegetarierin hingebungsvoll um ihre Kräuter- und Gemüsebeete. Sie notiert ihr erworbenes Wissen und teilt es gerne mit den Plantopedia-Lesern und Leserinnen.

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