Lilien überwintern – so bekommen Sie sie gut durch den Winter

Lilien richtig überwintern

Lilien zählen zweifellos zu den edelsten Gewächsen im Garten, im Topf oder der Vase. Ihre extravaganten Blüten präsentieren sich in unterschiedlichen Größen, Farbgebungen, Schattierungen und mit einem mehr oder weniger intensiven, betörenden Duft. Die meisten Sorten sind winterhart und können ohne weiteres draußen überwintern. Dennoch gibt es Lilienarten, die in besonders kalten Lagen ausgegraben und im Haus überwintert werden oder mit einer entsprechenden Abdeckung vor stärkerem Frost geschützt werden sollten.

Zurückschneiden

Vor dem Einwintern zurückschneiden

Bevor es ans Ausgraben und einwintern geht, sollten unmittelbar nach der Blüte die verwelkten Blütenstände herausgeschnitten werden, um zu verhindern, dass die Pflanze zu viel Energie in die Ausbildung der Samen steckt. Zu diesem Zeitpunkt sind sowohl Stängel als auch Blätter noch satt grün. Beides sollte auf keinen Fall frühzeitig abgeschnitten werden, sondern erst, wenn die oberirdischen Pflanzenteile restlos verdorrt sind.

Wenn es dann so weit ist, kann man das Kraut bis zum Boden zurückschneiden. Das gilt für Lilien im Beet und im Kübel gleichermaßen. Das verdorrte Kraut ist ein Indiz dafür, dass die Zwiebeln alle wichtigen Nährstoffe aus den grünen Pflanzenteilen gezogen haben und somit optimal auf die Überwinterung und den Neustart im Frühjahr vorbereitet sind. Nun können die Zwiebeln entsprechend ihrer Frostempfindlichkeit überwintert werden.

Tipp: Wird das Kraut zu früh, also noch grün abgeschnitten, gehen der Lilie viele lebenswichtige Nährstoffe verloren. Bleibt dagegen das welke Kraut an der Zwiebel, erhöht das im Winterquartier die Gefahr von Fäulnis.

Lilien im Gartenbeet

Lagerung

Lilienzwiebeln ausgraben und einlagern

Wer sich bezüglich der Winterhärte seiner Lilien nicht sicher ist, kann sie vor dem ersten Frost vorsichtshalber aus dem Boden holen und in einem frostfreien Quartier überwintern. Nachdem das verdorrte Laub samt Stängel abgeschnitten wurde, gräbt man die Zwiebeln vorsichtig aus.

  • zum Ausgraben einen Spaten oder eine Grabegabel verwenden
  • Zwiebeln dabei möglichst nicht verletzten
  • um Verletzungen auszuschließen, ein deutlich breiteres Loch graben als eigentlich nötig
  • anschließend die anhaftende Erde weitestgehend entfernen
  • die Zwiebeln im Idealfall einige Tage an der Luft gut abtrocknen lassen
  • das soll Fäulnis und Schimmelbildung vermeiden
  • Zwiebeln ausschließlich an der Luft trocknen und nicht in einem beheizten Raum
  • durch plötzlichen Temperaturwechsel könnten Zwiebeln einen Wärmeschock erleiden
  • nach dem Abtrocknen, kranke und beschädigte Zwiebeln aussortieren
  • schadhafte Blumenzwiebeln sollten nicht mit eingelagert werden
  • vor dem Einwintern gegebenenfalls mit einem pilztötenden Mittel bestäuben
  • Holzkisten sehr gut zum Einlagern geeignet
  • Kisten mit Holzwolle, Stroh, Sägespänen oder Styroporkügelchen auskleiden
  • darauf die Blumenzwiebeln verteilen
  • anschließend mit Holzwolle oder Stroh abdecken
  • Zwiebeln nicht dicht an dicht in die Kiste legen
  • ausreichend Platz dazwischen, sorgt für optimale Belüftung
  • Luft sollte jederzeit gut zirkulieren können

Lilien im Beet mit ihren extravaganten Blüten

Das Ganze wird dann in einem dunklen, kühlen und trockenen Raum bei Temperaturen um die 5 Grad gelagert bzw. überwintert. Das kann ein trockener Keller, ein Dachboden, ein frostfreier Schuppen, eine Garage oder ein anderer unbeheizter aber frostfreier Raum sein. Die Zwiebeln sollten während der kompletten Dauer der Überwinterung keiner direkten Sonne ausgesetzt sein.

Tipp: Kranke und beschädigte Zwiebeln, die vor dem Einlagern aussortiert wurden, sollten nicht auf dem Kompost entsorgt werden, um die Ausbreitung von Infektionen auf andere Pflanzen zu unterbinden.

Überwinterung

Im Kübel

Lilien im Kübel überwintern

Deutlich unkomplizierter gestaltet sich das Überwintern von Lilienzwiebeln im Kübel, denn die müssen dazu nicht ausgegraben werden und können den Winter über im Pflanzgefäß bleiben. Um sie auf den Winter vorzubereiten, stellt man bereits ab August das Düngen komplett ein. Die für die Überwinterung benötigten Nährstoffe holt sich die Lilie wie bereits erwähnt aus den noch grünen Pflanzenteilen.

Die Erde bzw. das Substrat im Topf sollte vor dem Einwintern gut abgetrocknet sein. Im Herbst, vor dem ersten Frost werden empfindliche Lilien im Kübel in ein geeignetes Winterquartier gebracht. Das sollte auch hier dunkel, trocken und kühl sein, bei Temperaturen von etwa 5 Grad. Auch bei Kübelpflanzen muss das Laub vor dem Zurückschneiden komplett welk sein. Bei einer Überwinterung im Kübel entfällt nicht nur das Düngen komplett, auch gegossen wird während der Ruhephase nicht.

Lilien vor dem Einwintern zurückschneiden

Gut winterharte Lilien-Sorten, die im Kübel gehalten werden, müssen nicht zwangsläufig frostfrei überwintern. In milden Lagen können sie mit entsprechendem Schutz ohne Probleme den Winter über draußen bleiben, sofern sie über eine gute Drainage im Topf verfügen. Man umwickelt das jeweilige Pflanzgefäß mit einem Jutesack oder Vlies und stellt ihn vom Boden weg auf eine Styroporplatte, Holzpalette oder Ähnliches. Das Substrat kann man zusätzlich mit trockenem Laub oder Stroh abdecken. Am besten stellt man den Topf dann an einen vor Wind, praller Sonne und vor allem Regen geschützten Platz.

Tipp: Zum Abschneiden der welken Pflanzenteile sollten ausschließlich saubere, im Idealfall desinfizierte Schnittwerkzeuge, verwendet werden und zu verhindern, dass die Zwiebeln von Krankheitserregern befallen bzw. diese von der Schere auf die Zwiebeln übertragen werden können.

Im Beet

Überwinterung im Beet

In eher milden Regionen Deutschlands können die meisten Lilienarten problemlos im Garten überwintern, vorausgesetzt sie wurden nicht in Töpfe oder Kübel gepflanzt. An geschützten Standorten, beispielsweise zwischen Stauden oder unter größeren Gehölzen, kann ein Großteil der im Handel erhältlichen Lilien gut im Freien überwintern. Gute Chancen unversehrt durch den Winter zu kommen haben sie vor allem in milden Wintern mit wenig Schnee, ohne andauernde Regenfälle und keine zu strengen Fröste. Auch die Beschaffenheit des Bodens spielt eine wichtige Rolle.

Lilien gibt es in unterschiedlichen Farben und Größen

  • Boden muss vor allem gut durchlässig und gut drainiert sein
  • es sollte sich keine Staunässe bilden können
  • am besten bereits beim Pflanzen reichlich Kies, Perlite oder andere grobe Anteile einarbeiten
  • am Ende der Blütezeit die abgestorbenen Blütenstände entfernen und das Gießen einstellen
  • neben Staunässe, auch Tropfnässe von umliegenden Stauden oder Gehölzen vermeiden
  • auch im Garten Laub und Stängel komplett verwelken lassen
  • danach bodentief zurückschneiden
  • anschließend über jeder Lilienzwiebel einen kleinen Hügel aus Humus anhäufeln
  • der versorgt die Zwiebel mit Nährstoffen und bietet zusätzlichen Schutz vor Kälte
  • alternativ den Boden mit einer dicken Schicht Mulch, Stroh oder Tannenreisig abdecken
  • oder einen Blumentopf umgedreht über die Blumenzwiebeln stellen

Tipp: Gefährlicher als Frost ist für Lilienzwiebeln zu viel Nässe, denn die erhöht das Risiko für Fäulnis enorm, unabhängig von den vorherrschenden Temperaturen.

Lilien mit rosa Blütenfarbe

Probleme

Probleme beim Überwintern

Ungünstige Bedingungen während der Überwinterung führen oft dazu, dass die Zwiebeln absterben, sie faulen oder vertrocknen. Um das zu verhindern, sollte man sie vor dem Einlagern gut abtrocknen lassen. Darüber hinaus ist es ratsam, sie in luftdurchlässigen Behältern, wie z.B. einer Holzkiste überwintern zu lassen. Auch zwischen den einzelnen Zwiebeln sollte die Luft jederzeit gut zirkulieren können. Im Freien ist vor allem auf einen regen- und windgeschützten Standort zu achten und im Haus auf eine trockene Lagerung bzw. ein trockenes Substrat.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Blumenzwiebeln besitzen die der Lilien keine schützende Außenhaut, sodass sie leichter als andere Schaden nehmen, indem sie z.B. schneller faulen oder austrocknen. Deshalb sollten sie nicht länger als unbedingt nötig überwintert bzw. gelagert und so früh wie möglich wieder eingepflanzt werden.

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