Lilienhähnchen bekämpfen: was tun gegen rote Käfer an Lilien?

Lilien gehören für viele Hobbygärtner unbedingt in den Garten, denn ihre majestätischen Blüten sind ein echter Blickfand. Außerdem gehören sie zu jenen Pflanzen, die eigentlich sehr robust gegen Krankheiten und Schädlinge sind. Ja, eigentlich, wenn da nicht das Lilienhähnchen wäre, das der Pracht ein jähes Ende bereitet. Aber keine Sorge, auch das Lilienhähnchen können Sie erfolgreich bekämpfen.

Der rote Käfer

Das Lilienhähnchen, auch Lilienkäfer genannt, ist ein sechs bis acht Millimeter großer Käfer. Sein wissenschaftlicher Name lautet Lilioceris lilii. Durch seine knallrote Körperfarbe und den schwarzen Kopf sowie seinen schwarzen Beinen, fällt er auf den grünen Blättern der Lilien gut auf.

Fressverhalten

Lilioceris lilii schmecken alle Teile der Pflanzen. Er verschont einzig die unterirdischen Teile. Und wird er nicht bekämpft, kann er sogar die Pflanze auffressen. Besonders groß ist der Schaden durch den Käfer, wenn er sich zu Beginn des Austriebs einnistet. Deshalb kann es vorkommen, dass der kleine Plagegeist bereits im April auftaucht. Am liebsten frisst der rote Käfer, wie der Name schon sagt Lilien, und hier mag er die Hybrid-Arten besonders gern. Es steht aber auch Schnittlauch, Knoblauch und Gemüsezwiebeln auf seinem Speiseplan.

Lilienhähnchen, Lilioceris lilii

Lilienkäfer und seine Larven

Beim Lilienhähnchen sind aber nicht nur die adulten Käfer eine Gefahr für Pflanzen, sondern auch seine gelbbraunen, schleimigen Larven. Da die Larve noch gefräßiger ist, als die adulten Lilienkäfer, richtet sie sogar den größeren Schaden an, denn eine Larve frisst sich vier Wochen lang durch die Pflanze.

Tricks des Lilienkäfers und Larven

Lilioceris lilii wendet verschiedene Tricks an, um seinen Feinden zu entkommen. Die Larven tragen ihren Kot auf dem Rücken, damit sie von Fressfeinden verschont bleiben. Die Lilienkäfer lassen sich bei einer Störung einfach auf den Boden fallen, aber so, dass sie auf ihrem knallroten Rücken landen. Und so ist die Suche nach einem schwarzen Käfer auf schwarzer Erde, meist nicht von großem Erfolg gekrönt.

Bekämpfen

Auch wenn das rote Lilienhähnchen ein echter Plagegeist ist, sollten Sie es nicht mit der chemischen Keule bekämpfen, denn es gibt einige wirksame Alternativen.

Ein- und Absammeln

Auch wenn es manche ekelt, das Ein- bzw. Absammeln des Lilienkäfers ist immer noch die sicherste Methode, den Schädling loszuwerden. Wichtig ist, dass Sie beim Einsammeln auch die gefräßigen Larven und die Eier des Käfers mitnehmen. Für den Lilienkäfer ist das Einsammeln eine Störung in seinem Tag. Und er wendet den Zu-Boden-Fall-Trick an. Da sich dieser Trick nicht vermeiden lässt, sollten Sie sich ihn zunutze machen:

  • stellen Sie ein Gefäß unter die Pflanze
  • legen Sie ein helles Vlies unter die Pflanze

So nützt dem Lilienkäfer seine dunkle Bauchseite als Tarnung nichts und Sie können die Schädlinge bequem einsammeln.

Tipp: Sie können die Lilienkäfer auch absichtlich stören, damit sie sich fallen lassen.
Der beste Zeitpunkt für das Absammeln des Schädlings ist in den frühen Morgenstunden, denn da ist er noch nicht so beweglich.

Lilioceris lilii frisst am liebsten Lilien

Larven bekämpfen

Um die Lilien von den Larven zu befreien, setzten Sie am besten einen starken Wasserstrahl ein, der sie von der Pflanze spült.

Tipp: Nach oben bzw. zurück schaffen es die Larven dann nicht mehr, dazu sind zu unbeweglich.

Hausmittel

Bei größeren Pflanzengruppen ist das Absammeln nicht nur mühsam, sondern auch nicht sehr effektiv. Deswegen sollten Sie in diesem Fall zu Hausmitteln greifen, die den Schädling vertreiben.

Seife-Spiritus-Mischung

Ein bewährtes Hausmittel ist eine Mischung aus Seife, Spiritus und Wasser. Dazu mischen Sie einen Teelöffel Seife mit 200 Millilitern Spiritus und einem Liter Wasser. Anschließend werden die Lilien mit dieser Mischung besprüht. So vertreiben Sie die Lilienkäfer und töten deren Larven.

Tipp: Den gleichen Effekt erzielen Sie mit einer Mischung aus Ethanol, Schmierseife und Wasser.

Brennnesseljauche

Brennnesseljauche, auch Brennnesselbrühe genannt, hilft ebenfalls beim Bekämpfen des Lilienkäfers, denn das Besprühen mit Brennnesseljauche mag der Schädling überhaupt nicht. Für die Brennnesseljauche setzen Sie 250g getrocknete und ein Kilogramm frische Brennnesseln mit zehn Litern Wasser an. Danach decken Sie den Behälter ab und lassen die Mischung mindestens 24 Stunden stehen.

Wenn die Jauche fertig ist, dann werden die Lilien damit unverdünnt besprüht. Um die Pflanzen zu schützen, sollten Sie bei Sonne sprühen. Vollkommen ineffektiv ist auch das Sprühen bei Regen. Damit die Brennnessel brühe wirkt, müssen die Pflanzen mehrmals besprüht werden.

Brennnesseljauche herstellen

Tipp: Gegen den Gestank soll die Zugabe von Gesteinsmehl helfen.

Rainfarn-Brühe

Auch eine Rainfarnbrühe vertreibt das Lilienhähnchen. Um sie herzustellen, kochen Sie 100g getrocknete Blüten mit drei Litern Wasser auf. Nachdem der Sud abgekühlt ist, muss er durchgeseiht werden. Danach können Sie die Pflanzen mit der Brühe besprühen. Wie bei der Brennnesseljauche sollten Sie auch hier auf die Witterungsverhältnisse achten und die Behandlung mehrmals wiederholen.

Neem- bzw.Niemöl

Besprühen mit Niemöl hilft zwar nicht gegen die adulten Lilienkäfer, aber gegen die gefräßige Larve des Käfers. Denn durch das Neemöl wird der Hormonhaushalt der Larve gestört, so sie kann sich nicht mehr verpuppen.

Kaffeesatz

Legen Sie Kaffeesatz unter die Pflanzen, um die Lilienhähnchen zu vertreiben. Das mögen sie gar nicht.

Algenkalk und Gesteinsmehl

Das Bestäuben der Pflanzen mit Algenkalk und Gesteinsmehl hilft auch gegen das Lilienhähnchen. Wichtig ist, dass der Staub auch auf die Blattunterseite gelangt. Damit er leichter dorthin kommt, bauen Sie sich eine Puderquaste aus einem Stück Feinstrumpfhose. Schlagen Sie damit dann vorsichtig auf die Unterseite des Blattes.

Hinweis: Welches der genannten Hausmittel nun am besten gegen Lilioceris lilii hilft, kann vorab nicht gesagt werden. Daher sollten Sie verschiedene Mittel ausprobieren.

Fressfeinde

Unterstützung beim Bekämpfen des Schädlings bekommen Sie auch von der Natur, denn der rote Lilienkäfer hat gar nicht so wenige Fressfeinde wie man vielleicht denkt. Verbünden Sie sich also mit Vögeln, Igeln, Spitzmäusen oder dem Raubkäfer, indem Sie ihnen eine artgerechte Umgebung anbieten.

Igel im heimischen Garten

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