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Machen Holzwürmer Geräusche?

Machen Holzwürmer Geräusche, die man hören kann?

Holzwürmer sind sehr gefräßige Holzschädlinge. Sie können große Schäden unter anderem an Einrichtungen und Dachstühlen anrichten. Wir beantworten in diesem Beitrag die Frage, ob Holzwürmer Geräusche machen, die man hören kann.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • leises Knabbern und Sägen hörbar
  • Geräusche entsprechen einem Flüsterpegel
  • Larven des Gemeinen Nagekäfers für Schäden verantwortlich
  • verbleiben bis zu acht Jahren im Holz
  • Vibrationen und Geräusche von außen können Holzwürmer vertreiben

Knabbern und sägen

Feuchtigkeit im Holz zieht Holzwürmer ungemein an. Daher sind sie in geheizten Räumen selten anzutreffen. Bevorzugt halten sich die Holzschädlinge in Kellern, Gartenhütten und Dachstühlen auf. Daneben bleiben auch Möbel, Tische und Fachwerke nicht verschont. Hier fressen sich die Holzwürmer wortwörtlich durchs Holz.

Holzmehl neben angefressenem Besenstiel
Auch Gegenstände aus Holz wie etwa dieser Besenstiel bleiben nicht verschont. Das frische Holzmehl weist dabei auf einen aktiven Befall hin.
Quelle: © Túrelio (via Wikimedia-Commons), 2013 / Lizenz: Creative Commons CC-BY-SA-3.0-de, BroomstickDestroyedByWoodworm 3866, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0 DE

Mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen verursachen Holzwürmer beim Abbeißen vom Holz Geräusche, die mehr oder weniger hörbar sind. Diese sind als ein leises Knistern, Knacken oder Sägen wahrzunehmen. Jedoch sind diese Fraßgeräusche im normalen Alltagsleben kaum bemerkbar. Vergleichbar ist die Lautstärke mit einem unterdrückten Flüsterpegel. Nachts in aller Stille kann man die Geräusche, die die Holzwürmer machen, jedoch gut hören. Für eine bessere Wahrnehmung werden dazu

  • alle anderen Störgeräusche von außen ausgeschaltet
  • befallene Stellen mit einem Stethoskop abgehört

Allerdings kann es schwierig werden, Laute der Holzwürmer bei Holzteilen mit einer Stärke ab fünf Zentimetern noch zu hören. Um sicher zu sein, dass es sich bei den Geräuschen um Holzwürmer handelt, kann leicht mit einem Gummihammer gegen die Wand, das Gebälk oder Möbelstück geschlagen werden. Falls daraufhin die Geräusche kurzzeitig verstummen, kann von einem Befall durch Holzschädlinge ausgegangen werden.

Gummihammer
Gummihammer

Hinweis: Nicht alle knackenden Geräusche in Möbeln oder sonstigen Holzbauteilen sind auf Holzwürmer zurückzuführen. Bei Temperaturschwankungen können auch Materialspannungen auftreten. Durch das Ausdehnen und Zusammenziehen des Holzes entstehen ebenfalls Knackgeräusche.

Larven sind Übeltäter

Der Holzwurm selbst ist kein normaler Wurm. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um die Larven des Gemeinen Nagekäfers (Anobium punctatum). Der ausgewachsene Käfer selbst nagt nicht am Holz. Er nimmt überhaupt keine Nahrung mehr auf. Die Weibchen sind lediglich für die Eiablage zuständig. Diese werden in Holzritzen,- gängen und -spalten abgelegt. In der Regel legt das Weibchen ihre Eier in dem Holz ab, wo es selbst aufgewachsen ist. Typische Merkmale des flugfähigen Käfers sind

Gemeiner Nagekäfer (Anobium punctatum)
Gemeiner Nagekäfer (Anobium punctatum)
Quelle: Janet Graham, Anobium punctatum, Trawscoed, North Wales, July 2011 (23471105796), Bearbeitet von Plantopedia, CC BY 2.0
  • ovale Größe 2,5 bis 5,0 mm
  • dunkelbraune Färbung
  • Kopf unter kapuzenförmigem Halsschild geschützt
  • elfgliedrige Fühler
  • letzten drei Glieder verlängert
  • Ober- und Unterseite behaart
  • an Flügeldecken Haare im Streifenmuster angeordnet

Gefährlich werden erst die aus den Eiern schlüpfenden Larven. Sie ernähren sich hauptsächlich von weichem, hellem Frühholz. Dabei bleibt dunkles, dickwandiges Spätholz lamellenartig stehen. So erkennen Sie die Larven:

  • Larvengröße 1 bis 6 mm
  • weiß gefärbt
  • bauchseitige Krümmung
  • starke Mundwerkzeuge
Larve des Gemeinen Nagekäfers, Holzwurm
Quelle: CSIRO, CSIRO ScienceImage 1330 Anobium punctatum larva, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY 3.0

Hinweis: Die Larven brauchen für ihre Entwicklung kühlere Orte mit einer Mindestholzfeuchtigkeit über 10 Prozent.

Mit Geräuschen vertreiben

Die Geräusche, die die Holzwürmer machen, nutzen sie als Signalgebung untereinander, beispielsweise bei der Partnersuche. Gegen Geräusche von außen sind die Insekten allerdings sehr empfindlich. Das kann bei einer Vertreibung genutzt werden. Eine entsprechende Beschallung und sonstige Vibrationen sind dabei sehr hilfreich. Vorgegangen wird wie folgt

  • basslastige Stereoanlage oder Radio aufstellen
  • Gerät muss direkten Kontakt zur befallenen Stelle haben
  • beispielsweise auf ein Möbelstück stellen
  • Gerät leise bei maximaler Basseinstellung einige Stunden anstellen
  • alternativ abends mindestens 10 Minuten mit Gummihammer gegen Wand/Gebälk klopfen
  • in Abständen dreimal wiederholen
Eicheln auf Teller um Holzwurm anzulocken

Hinweis: Holzwürmer können auch durch Kälte und Wärme vertrieben werden. Daneben hilft das Auslegen von Eicheln. Sie sind für die Insekten eine Delikatesse und die Würmer können so leicht umgesiedelt werden.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange lebt ein Holzwurm im Holz?

Die Larven des Gemeinen Nagekäfers durchlaufen mehrere Wachstumszyklen bis sie sich verpuppen. Aus dieser Puppe schlüpft dann der geschlechtsreife Käfer und fliegt aus den ein bis zwei Millimeter großen Ausflugslöchern aus dem Holz. Die Entwicklung von Larve bis zum Käfer kann je nach Umgebungsbedingungen ein bis acht Jahre dauern. So lange bleibt der Wurm im Holz. Hingegen hat ein ausgewachsener Käfer lediglich eine Lebensdauer von rund drei Wochen.

Woran sind aktive Holzwürmer im Holz erkennbar?

Im befallenen Holz befinden sich ein bis zwei Millimeter große Bohrlöcher. Daneben gibt das Auftreten von Holzmehl einen Hinweis auf das Vorhandensein von Holzwürmern. Dazu wird ein Stück Papier unter die betreffende Stelle gelegt. Falls die Holzwürmer noch aktiv sind, ist nach einigen Tagen ein helles Holzmehl sichtbar. Dabei ist zu beachten, dass die Larven zwischendurch Fresspausen einlegen.

Wodurch wird ein Befall durch Holzwürmer begünstigt?

Im Freien sollte Holz niemals auf dem Boden lagern und muss vor Regen mit einer Plane geschützt werden, dabei sollte jedoch auch die Luftzirkulation beachtet werden. Im Haus selbst kann ein Anstrich mit einer Lasur helfen. Daneben ist das Raumklima entscheidend. Die Räume sollten gut beheizt und gelüftet werden. Besonders im Winter ist Kondenswasser zu vermeiden. Wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle des verbauten Holzes.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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