Maden im Müll: woher sie kommen und wie sie entstehen | Info

Klein, weiß, eklig und meist in sehr großer Anzahl, so präsentieren sich Maden im Mülleimer. Und begleitet wird das bizarre Schauspiel oft noch von einem äußerst unangenehmen Geruch. Kein Wunder, dass einem beim Öffnen des Eimers Ekel befällt und sich die Körperhaare aufstellen, gerade wenn gestern im Abfalleimer scheinbar noch Alles in Ordnung gewesen ist. Und es stellt sich die Frage, woher kommt der eklige Madenteppich eigentlich?

Herkunft

Die weißen Maden, die Sie im Müll finden, sind in der Regel die Nachkommen von Fliegen, vor allem der Gemeinen Stubenfliege, auch kurz Fliege genannt. Denn Mülleimer mit Speiseresten sind für Musca domestica, so der wissenschaftliche Name der Gemeinen Stubenfliege, der ideale Ort für die Eiablage.

Lebenszyklus

Das Leben einer Stubenfliege dauert, je nach Temperatur und Nahrungsangebot, zwischen 6 und 42 Tagen. Die optimale Umgebungstemperatur für Fliegen liegt zwischen 20 °C und 25 °C, weshalb wir auch vor allem im Sommer von den lästigen Insekten geplagt werden.

Da das Fliegenleben nicht sehr lange dauert, müssen die Fliegen während den wenigen Wochen ihres Lebens dafür sorgen, dass die Art erhalten bleibt, weshalb sie sich unter idealen Bedingungen auch explosionsartig vermehren. So sind zum Beispiel in Viehställen innerhalb eines Jahres bis zu 15 Fliegengenerationen möglich. Das Leben einer Generation von Stubenfliegen wird in folgende vier Abschnitte eingeteilt:

  • Ei
  • drei Larvenstadien
  • Puppe
  • Imago bzw. Adultus

Tipp: Der Zeitraum von der Eiablage bis zur neuen Fliege dauert bei sehr guten Umweltbedingungen nur sieben Tage, in der Regel jedoch zwei bis drei Wochen.

Eiablage

Für die erfolgreiche Fortpflanzung sucht das Fliegenweibchen den idealen Ort für die Eiablage, damit die aus den Eiern schlüpfenden Larven genügend Nahrung und optimale Umweltbedingungen vorfinden. Da sich die Fliegenlarven in einem feuchtwarmen Klima besonders wohlfühlen und sich von faulenden Stoffen ernähren, ist aus der Sicht der Fliege ein Eimer mit sich zersetzenden Nahrungsmitteln ein idealer Ort für ihre Nachkommen.

Tipp: Fliegen werden durch Fäulnisgase, die durch den organischen Müll im Abfalleimer entstehen, förmlich angezogen. Deswegen sollten Sie den Eimer immer verschlossen halten.

Fliegenlarven

Hat die Fliege erst einmal einen idealen Platz für die Eiablage gefunden, dann kann das Weibchen der Stubenfliege alle drei bis vier Tage zwischen 150 und 400 Eier ablegen. Aus diesen Eiern schlüpfen dann nach 12 bis 25 Stunden die Fliegenlarven, die auch als Maden bezeichnet werden. Die Fliegenmaden selbst sind bis zu zwölf Millimeter groß, weiß und haben weder Kopf noch Beine. Allerdings können sie sich durch Körperkrümmen fortbewegen. Die Nahrungsaufnahme erfolgt über zangenartige Mundhaken.

In Folge des Wachstums häuten sich die Fliegenlarven zweimal. Am Ende des dritten Larvenstadiums, also nach zweimaliger Häutung, wird die Verpuppung eingeleitet.

Tipp: Die Dauer zwischen Eiablage und dem Schlüpfen der Larven ist bei den verschiedenen Fliegenarten recht unterschiedlich. So schlüpfen z.B. die Maden der Schmeißfliege, besonders bei Legenot, bereits während oder kurz nach der Eiablage.

Weiter wird die Madenbildung durch das Klima im Abfalleimer beeinflusst. Da Maden es kuschelig lieben, fühlen sie sich in einer warmen und feuchten Umgebung äußerst wohl. Da die Madenbildung durch hohe Temperaturen begünstigt wird, kommen sie vor allem in den Sommermonaten im Abfalleimer und in der Biotonne vor.

Puppe

Sobald die Verpuppung der Larven eingesetzt hat, können sich die Maden nicht mehr bewegen und sie werden immobil. Ihre Haut verhärtet sich und es entstehen sog. Tönnchenpuppen. Diese sind viel kleiner und dunkler als die Fliegenlarven. Die Metamorphose der Maden innerhalb der Puppen dauert, je nach Temperatur, zwischen drei und acht Tagen. Ist die Verwandlung abgeschlossen, verlässt die fertige Fliege die Puppe.

Tipp: Für die Metamorphose von der Larve zur Fliege brauchen die verpuppten Maden einen trockenen Platz. Deshalb findet man die Puppen häufig an der Unterseite des Deckels des Mülleimers.

Adultus

Hat die Fliege die Puppe verlassen, hat sie das Erwachsenenstadium (Adultus) erreicht. Drei Tage nach dem Schlüpfen aus der Puppe ist die neue Fliege geschlechtsreif und eine Verpaarung kann stattfinden. Danach sind die Fliegenweibchen sofort zur Eiablage bereit. Und die nächste Generation schlüpft dann in Form von Larven binnen eines einzigen Tages.

Tipp: Da nicht alle Fliegenweibchen ihre Eier zum gleichen Zeitpunkt ablegen, finden sich im Müll häufig Maden in unterschiedlichen Larvenstadien. Daher sollten Sie bereits beim ersten Auftreten von Maden mit deren Bekämpfung beginnen.

Fressverhalten der Larven

Maden brauchen für ihre Entwicklung viel Eiweiß, weshalb Fliegen ihre Eier mit Vorliebe in einem Mülleimer mit proteinhaltigen Nahrungsmitteln, wie zum Beispiel Fleisch, Fisch, Käse oder Knochen, ablegen. Dabei wählen Fliegen bevorzugt Mülleimer aus, in denen sich diese Eiweißquellen im gekochten Zustand befinden. Angelockt werden die Weibchen durch verschiedene Gerüche, die bei der Zersetzung von Eiweiß entstehen. Die Fliegenlarven selbst stecken, nachdem sie aus den Eiern geschlüpft sind, dann kopfüber im Müll und leben dort sprichwörtlich wie „die Made im Speck“.

Tipp: Ob sich die eiweißhaltigen Nahrungsmittel im Bio- oder Restmülleimer befinden, ist dem Fliegenweibchen völlig egal. Denn für das Weibchen zählt nur, dass ihre Nachkommen gut versorgt sind.

Besteht der organische Müll ausschließlich aus Gemüse- oder Pflanzenresten, ist Ihr Abfalleimer für Fliegen nicht so attraktiv, da dieser Biomüll weitaus weniger Eiweiß enthält. Dennoch, eine Garantie für einen madenfreien Mülleimer ist auch rein pflanzlicher Müll nicht, da bei Legenot Fliegen ihre Eier auch an weniger attraktiven Plätzen ablegen.

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