Fliegen Maden in der Küche

Wie aus dem Nichts befallen abscheuliche Maden die Küche. Essensreste werden lebendig und in der Mülltonne wimmelt es von Würmern. Lesen Sie hier, wie fiese Madenwürmer entstehen mit Tipps zu den häufigsten Ursachen.

Entstehung einfach erklärt

Maden in der Küche sind die Nachkommen von Fliegen. Im Fachjargon wird eine Made als Larve bezeichnet. Zu erkennen sind die Würmer an einem cremefarbenen, bein- und kopflosen Körper. Es handelt sich um eine Zwischenform während der Entwicklung vom Ei zum fertigen, flugfähigen Insekt. In folgenden Schritten läuft der Entstehungsprozess ab:

Maden
  • Zeitfenster der Entstehung: Frühling bis Herbst (maximale Aktivität im Hochsommer)
  • begattetes Fliegenweibchen legt Eipaket ab mit bis zu 150 Eiern
  • bevorzugte Ablageplätze: zersetzende organische Stoffe, wie Müll und faulende Lebensmittel
  • optimales Temperaturniveau: 20°-25° Celsius (mindestens 16° Celsius)
  • Reifezeit der Eier bis zum Schlupf der Maden: 10 bis 46 Stunden (je wärmer, desto schneller)
  • Reifezeit einer Made bis zum Insekt: 3 Larvenstadien über einen Zeitraum von 3 bis 14 Tagen

Unter idealen, feucht-warmen Rahmenbedingungen legen Fliegenweibchen mehrmals ihre Eipakete ab in Intervallen von 3 bis 4 Tagen. Es kommt ein Kreislauf in Gang, infolgedessen Hunderte Würmer entstehen, die sich innerhalb weniger Tage in geschlechtsreife Fliegen verwandeln und ihrerseits Eier ablegen.

Madenbefall lokalisieren

Nach der Eiablage kümmern sich Fliegen nicht mehr um ihre Brut. Aus diesem Grunde halten Fliegenweibchen mit Eipaketen im Gepäck in der Küche Ausschau nach geeigneten Nahrungsquellen für geschlüpfte Larven. Bei Maden stehen faulige, infolge von Zersetzung aufgeweichte Materialien ganz oben auf dem Speiseplan. An diesen Standorten kommen Madenwürmer in der Küche besonders häufig vor:

  • Mülleimer (auch unter dem Deckel)
  • offene Lebensmittel (Obstkorb, Müslipackung, Pralinenschachtel, Zuckerdose und ähnliches)
  • Futternapf von Hund oder Katze
  • Abfluss von Spülbecken und Spülmaschine
  • nasse Schwämme und ähnliche Putzutensilien
  • Schubladen von Küchenschränken und Vorratslagern
  • Katzentoilette, Vogelkäfig, Terrarium
  • in Wandfugen, hinter Bodenleisten, in Möbelritzen
Maden von Küchenfliegen im Müll

Prinzipiell sind alle organischen, eiweißhaltigen Materialien von Madenbefall bedroht. Vorzugsweise ernähren sich Würmer von gammeligem Fleisch, gärendem Obst und schimmeligem Käse. In Ermangelung favorisierter Nahrungsquellen verschmähen gefräßige Larven vergleichbare Materialien nicht, wie Kompost oder Fäkalien von Haustieren.

Tipp: Madenwürmer in Pflanzenerde von Küchenkräutern sind die Larven von Trauermücken (Sciaridae). Die gute Nachricht ist, dass Trauermückenweibchen ihre Eier nicht in Lebensmitteln oder Mülleimer ablegen. Für die betroffenen Pflanzen geht der Madenbefall freilich nicht gut aus, weil die Biester sich an den Wurzeln vergreifen.

Küchenfliegen identifizieren

Verantwortlich für Madenbefall in Ihrem unmittelbaren Lebensumfeld sind primär drei Fliegenarten. Handeln Sie hier nach dem Motto „Kenne deinen Feind“, um die Übeltäter rechtzeitig zu identifizieren und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Diese Küchenfliegen sollten Ihnen bekannt sein:

Gemeine Stubenfliege (Musca domestica)

Stubenfliegen sind 4 bis 8 mm lang und haben einen grauen Körper. Rote Facettenaugen und vier Längsstreifen auf dem Rumpf sind ihr Erkennungszeichen. Weitere Merkmale sind schwarze Extremitäten und eine gelbliche Unterseite. Zwei große Flügel überragen den Hinterleib und verursachen im Flug ein unüberhörbares Summen. In Ruhestellung werden die Flügel in einem engen Winkel gespreizt. Die größeren Weibchen platzieren ihre Eier in Gruppen mit jeweils 120 bis 150 Stück in verfaulten Lebensmitteln oder Exkrementen.

gemeine Stubenfliege (musca domestica)
Quelle: USDAgov, Common house fly, Musca domestica, bearbeitet von Plantopedia, CC BY 2.0

Tipp: Wo keine Fliegen, da sind auch keine Maden. Beste Vorbeugung gegen Würmer in der Küche ist ein engmaschiges Fliegengitter an Fenstern und Türen. Unter einer Fliegenhaube aufbewahrte Lebensmittel sind unerreichbar für dreiste Fliegenweibchen auf der Suche nach einem Platz für die Eiablage.

Schmeißfliegen (Calliphoridae)

Schmeißfliegen sind auf den ersten Blick zu erkennen an einer metallisch glänzenden Färbung. Zum Repertoire zählen schillerndes Blau, changierendes Grün und irisierendes Goldgrün. Eine Schmeißfliege ist mit bis zu 15 mm deutlich größer, als eine Stubenfliege. Am dunklen Kopf sitzen rötliche Facettenaugen. Aasgeruch zieht Schmeißfliegen magisch an. Aus diesem Grunde sind diese Küchenfliegen die häufigsten Übeltäter, wenn Fleischreste von Maden verseucht sind.

Schmeißfliege (calliphoridae)
Quelle: Vengolis, Blow-fly 4856, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Taufliegen (Drosophilidae)

Taufliegen sind im Vergleich zu Stuben- und Schmeißfliegen das kleinste Übel in der Küche. Zahlreiche Zweitnamen, wie Essigfliege, Obstfliege und Fruchtfliege deuten ihre besondere Vorliebe für säuerliche Substanzen an. Von 50 in Deutschland vorkommenden Taufliegen-Arten macht sich primär Drosophila melanogaster als lästige Küchenfliege unbeliebt, weil ihre fiesen Maden uns den Appetit auf Obst verderben. Zu identifizieren sind Fruchtfliegen an einem etwa 2,5 mm kleinen, gelblich-braunen Körper und leuchtend roten Augen.

Tauffliege (drosophilidae)
Quelle: Katja Schulz from Washington, D. C., USA, Tiny Drosophilid (29146017194), bearbeitet von Plantopedia, CC BY 2.0