Der ideale Standort einer Magnolie | Was Magnolienbäume lieben

Tulpen-Magnolie, Magnolia soulangeana

Jahr für Jahr kündigen Magnolienbäume in unseren Breiten den Frühling an. Sie verzaubern mit ihren porzellanähnlichen und teils duftenden Blüten. Ursprünglich stammen diese Schönheiten aus China und Nordamerika. Vor mehr als 300 Jahren gelangten sie nach Europa. Auch wenn nun die Pflanzen schon über 100 Millionen Jahre alt und botanisch einfach aufgebaut sind, gibt ist es bei der Standortwahl und Pflege einiges zu beachten, damit sie gesund und prächtig gedeihen können und jährlich eine reiche Blütenpracht hervorbringen.

Magnolien

In der Pflege recht anspruchslos

Die echte Urzeitpflanze ist normal verhältnismäßig pflegeleicht. Bereits seit Millionen von Jahren kommt das robuste Gehölz in seiner natürlichen Umgebung gut zurecht. Lediglich können Spätfröste zur Blütezeit der Pflanze es etwas schwer machen. Bei einer Pflanzung sollte daher auch auf einiges geachtet werden:

  • Wahl des richtigen Standorts
  • richtige Bodenverhältnisse
  • Platzbedarf
  • Windexposition

Wenn die Standort- und Bodenverhältnisse der Magnolie entgegen kommen, dann belohnt sie es mit einem guten Wachstum, reichem und konstanten Blütenansatz, sowie einer guten Holzausreife. Diese ist notwendig, um eventuell auftretende Schäden im Winter zu minimieren.

Magnolia, Magnolie

Standort

Die Wahl des Standorts

In der Regel ist die älteste Blühpflanze der Erde verhältnismäßig anspruchslos. Einen guten Wuchs und reiche Blütenpracht verspricht die Magnolie allerdings auf einem Platz im Garten, der

  • sonnig bis halbschattig
  • warm, aber nicht zu heiß
  • vor starker Mittagssonne geschützt und
  • windgeschützt ist.

Ideal wäre ein Standort mit einer schützenden und wärmenden Mauer im Rücken. Die meisten in Mitteleuropa angepflanzten Magnolienbäume lieben in der Regel eine sonnige Lage, mindestens vier Stunden Sonne pro Tag sollten vorhanden sein. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, einige Arten wie beispielsweise die Magnolia sieboldii und Magnolia wilsonii brauchen einen absonnigen bis leicht halbschattigen Standort mit ausreichend Bodenfeuchte und ohne starke Mittagshitze. Ansonsten können die Blätter in kürzester Zeit verbrennen.

Tipp: Vor der Pflanzung einer Magnolie sollten vorher genauestens die Ansprüche an den Standort geprüft werden, damit es keine Enttäuschung gibt.

Boden

Leicht saurer bis saurer Boden ideal

Voraussetzung für eine üppige Blütenpracht sind immer geeignete Bodenverhältnisse. Normalerweise wird bei der Pflanzung einer Magnolie fast immer eine gründliche Bodenvorbereitung, sprich Bodenverbesserung notwendig sein. Obwohl mitunter ältere Exemplare auch verhältnismäßig gut mit normalem Gartenboden zurechtkommen. Jedoch zum Anwachsen und Gedeihen sollten einige Bodenmerkmale berücksichtigt werden. Magnolien lieben einen

  • leicht sauren bis sauren,
  • humusreichen und tiefgründigen,
  • wasserdurchlässigen und konstant feuchten (keine Staunässe!) sowie
  • kalkfreien Boden.

Ideal ist ein pH-Wert zwischen 5,5 und 6,8. In diesem Bereich finden die Magnolienwurzeln eine optimale Mischung an gelösten Nährstoffen, welche leicht aufzunehmen sind. Hingegen ist die Nährstoffaufnahme in einem zu kalkhaltigem Boden erschwert möglich. Gerade bei Jungpflanzen kann es dann leicht zu Mangelerscheinungen kommen.

Es sollte jedoch bemerkt werden, dass Magnolien doch normal mit vielen Bodenstrukturen zurechtkommen, gegebenenfalls muss eine Bodenverbesserung erfolgen. Auf Sandböden ist beispielsweise die Frosthärte am größten, Voraussetzung dabei ist, dass in den oberen Schichten eine Wasserspeicherung erfolgen kann. Auch nährstoffreiche und feuchte Lehmböden sind nach einer Bodenverbesserung mit Sand und Laubhumus kein Problem.

Der magnolie kann Rhododendronerde untergemischt werden

Tipp: Für eine Bodenverbesserung kann auch je nach pH-Wert des Bodens Rhododendronerde Verwendung finden.

Feuchtigkeit

Flachwurzler liebt konstante Feuchtigkeit

Längere Trockenperioden werden von Magnolien nicht gut vertragen. Schnell kommt es zum Blattabwurf. Daneben ist auch wichtig, dass im Sommer der Boden im Wurzelbereich kühl und feucht bleibt. An ihrem natürlichen Standort ist dieser Bereich stets von herabfallendem Laub oder auch benachbarten Baumkronen vor Austrocknung und Erwärmung geschützt. Abhilfe kann hier eine Unterpflanzung mit verschiedenen Blühpflanzen schaffen. Besonders eignen sich dazu:

  • Leberblümchen (Hepatica noblis)
  • Buschwindröschen (Anemone blanda)
  • Veilchen (Viola)
  • Alpenveilchen (Cyclamen coum)
  • Elfenblume (Epimedium)
  • Schaumblüte (Tiarella)
  • Purpurglöckchen (Heuchera)
  • Kleines Immergrün (Vinca minor)

Tipp: Daneben kann auch eine Schicht aus Rindenmulch im Wurzelbereich aufgetragen werden.

Platzbedarf

Platzbedarf bei der Auswahl der Sorte wichtig

Ein Blickfang sind Magnolien als Solitärpflanzen. Hier kommen die prächtigen Blüten richtig zur Geltung. Es ist dabei zu beachten, dass die Wuchshöhen sehr stark variieren. Viele Sorten gehen im Alter daneben auch enorm in die Breite. Wichtig ist, dass Jungpflanzen immer genügend Platz für eine gute Entwicklung haben. Leicht können hier Höhen von 10 Metern und eine Breite von 5 Metern erreicht werden. Um eine gute Entwicklung zu ermöglichen sollte daher genügend Platz bei der Pflanzung eingeplant werden:

  • 4 bis 8 Meter pro Pflanze, mindestens aber 4 m²
  • strauchartige und säulenförmige Magnolien benötigen weniger Platz
  • je Sorte und Krone Platz nach allen Seiten 3 bis 5 Meter

Tipp: Im Schatten benachbarter Pflanzen und Gebäude stehende Magnolien werden blühfaul und im Wachstum eingeschränkt.

Tulpen-Magnolie Magnolia soulangiana
Charakteristisch für die Tulpen-Magnolie sind ihre weißen, rosafarbenen oder violetten Blüten.

Windkanal beachten

Zwar kommen Magnolien in der Regel mit Wind zurecht, allerdings werden die Blüten und auch große Blätter, beispielsweise bei der Großblättrigen Magnolie (Magnolia macrophylla) oder der Schirmmagnolie (Magnolia tripetala) arg in Mitleidenschaft gezogen. Aus diesem Grund ist ein windgeschützter Platz jenseits eines Windkanals empfehlenswert. Allerdings darf windgeschützt hier nicht gleichgesetzt mit Stauwärme ohne jeglichen Luftzug werden. Im Sommer darf kein Hitzestau auftreten. Ebenso sind Spätfröste für die Blüten der größte Feind. Die Blütenblätter werden braun und fallen dann innerhalb nur weniger Tage ab. Hier ist ein Platz angebracht, welcher der Pflanze Schutz vor kalten Ostwinden bietet.

Tipp: Ein idealer Windschutz wäre ein Platz vor einer Hauswand oder in einer Gebäudeecke, allerdings mit entsprechendem Abstand.