Eine gesunde Magnolie zeigt große, kräftig grüne Laubblätter, die sich bei vielen hierzulande kultivierten Arten im Herbst gelblich verfärben und abgeworfen werden. Färbt sich das Laub der sommergrünen Magnolien jedoch im Frühjahr oder Sommer braun oder gelb, so ist die Ursache zumeist in einem ungeeigneten Standort und/ oder falscher Pflege zu suchen. Des Weiteren kommen pilzliche Erkrankungen oder Schädlinge als Verursacher in Frage, obgleich diese eher selten in Erscheinung treten.

Braune Blätter

Eine Braunfärbung der Magnolienblätter kann verschiedene Ursachen haben, die jedoch zumeist auf einen ungeeigneten Standort und/ oder eine falsche Pflege zurückzuführen sind. Bevor Sie aufgrund einer Vermutung übereilte Gegenmaßnahmen ergreifen, sollten Sie zunächst sorgfältig die tatsächliche Ursache herausfinden: Manchmal führen ganz gegensätzliche Phänomene zu gleichen Symptomen, weshalb eine reine Symptom- anstatt einer ursächlichen Behandlung für den Baum tödlich enden kann.

Nährstoffmangel/ Überdüngung

Ein gutes Beispiel für eine verwirrende Symptomatik ist die Tatsache, dass sowohl ein Mangel an bestimmten Nährstoffen als auch eine Überdüngung zu einer Braunfärbung der Blätter führt. Schauen Sie genau hin, denn an der konkreten Art der Verfärbung lässt sich häufig schon die Ursache festmachen:

  • Blätter färben sich erst am Rand, dann nach innen braun: Kaliummangel
  • braun verfärbte Blattränder: Überdüngung
  • braune und vertrocknete Blätter: alkalischer und/ oder kalkhaltiger Boden

Magnolie mit braunem Laub

Maßnahmen

Im Falle eines Kaliummangels düngen Sie die Magnolie mit einem Kaliumdünger aus dem Gartenfachmarkt, den Sie leicht mit einer Harke in die Wurzelscheibe einarbeiten und den Baum anschließend kräftig wässern. Das Gießen ist vor allem deshalb wichtig, weil das Düngemittel so schnell dorthin gelangt, wo es hingehört: zu den Wurzeln.

Braun verfärbte Blattränder wiederum verweisen häufig auf eine Überdüngung, bei der Sie schnell handeln müssen: Hier hilft oft nur, den Boden mit Sand abzumagern oder die Magnolie an einen anderen Standort umzupflanzen. Dies allerdings sollte wirklich die letzte Option bleiben, denn ein Umsetzen mögen die empfindlichen Pflanzen überhaupt nicht. Sie reagieren darauf häufig mit einem Abwurf ihrer Blätter oder gehen sogar ein.
Die Magnolie fühlt sich in einem leicht sauren Substrat am wohlsten, weshalb sie auf einem alkalischen Untergrund schnell ungehalten reagiert und ihr Laub sich verbräunt und vertrocknet. Schaffen Sie Abhilfe, indem Sie reichlich Rhododendronerde rund um den Baum verteilen und diese leicht in den Boden einarbeiten. Anschließend sollten Sie gut wässern!

Trockenheit/ Staunässe

Wenn die Magnolie zu vertrocknen scheint und deshalb das Laub verbräunt, später abgeworfen wird und sogar ganze Zweige und Äste verdorren, so greifen Sie nicht sofort zur Gießkanne. Dieses Phänomen entsteht nicht nur aufgrund von großer Trockenheit, sondern kann auch in Folge einer Staunässe auftreten. Steht die Magnolie dauerhaft in feuchtem Boden, so beginnen die Wurzeln nach einer Weile zu faulen und können kein Wasser und auch keine Nährstoffe mehr aufnehmen. Die oberirdischen Pflanzenteile verhungern und verdursten buchstäblich, weil keine Feuchtigkeit mehr weitergeleitet wird. Staunässe tritt vor allem in schweren Böden auf, kann aber auch eine Folge von zu gut gemeintem Gießverhalten oder starken Regenfällen sein. Andererseits sind Magnolien insbesondere in längeren Trockenphasen, vor allem während der Blüte und während der heißen Sommermonate, durch Wassermangel bedroht. Das gilt vor allem dann, wenn sie auf ohnehin eher trockenem Untergrund stehen.

Gegenmaßnahmen

  • Trockenheit: kräftig und regelmäßig gießen, kein Leitungswasser nehmen (kalkhaltig!)
  • Staunässe: Magnolie ausgraben, faulende Wurzeln sowie oberirdische Triebe stark zurückschneiden, an neuen Standort setzen

Tipp: Schneiden Sie umzusetzende Gehölze stets um ein Drittel zurück, da die Pflanzen immer einen Teil ihrer Wurzeln verlieren und somit auch die Zweige und Triebe entsprechend zurückgekürzt werden müssen. Anderenfalls kann es zu Versorgungsengpässen kommen, da die verbleibenden Wurzeln nicht mehr alle Pflanzenteile ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgen können.

Wurzelschäden

Nicht immer liegen die Ursachen für Blattverfärbungen jedoch in Dingen, die Sie beeinflussen könnten: Manchmal haben lediglich Schädlinge wie beispielsweise Engerlinge oder Dickmaulrüssler Appetit auf Magnolienwurzeln, weshalb sie diese anfressen und die Pflanze anschließend nicht mehr genug Wasser und Nährstoffe aufnehmen kann. Neben den genannten Schädlingen schmecken die Wurzeln der Magnolie auch Wühlmäusen sehr gut. Sofern Sie einen solchen Verdacht hegen, schauen Sie im Wurzelwerk sowie im Boden genauer nach. Die Wurzeln weisen Fraßspuren auf, während Sie im Erdreich dicke Maden bzw. die unterirdischen Gänge der Verursacher finden.

Maßnahmen

Gegen Wühlmäuse hilft im Grunde nur, die Magnolie innerhalb eines schützenden Kokons, beispielsweise aus engmaschigem Maschendraht, zu pflanzen oder den Baum in einem großen Kübel zu kultivieren. Gegen die hellen Larven des Dickmaulrüsslers – eines Käfers, der in seiner erwachsenen Form bevorzugt Löcher in Blätter frisst – sowie gegen Engerlinge helfen vor allem Nematoden, die Sie im Fachhandel kaufen und direkt im befallenen Wurzelbereich verteilen können. Die Bakterien dringen in die Körper der Larven ein und töten diese innerhalb von wenigen Tagen ab.

gefurchter Dickmalrüssller
gefurchter Dickmalrüssller

Spätfrost

Sofern im Frühjahr nicht nur das Laub, sondern auch die Knospen und neuen Triebe verfärbt und vertrocknet sind, so ist die Ursache im Spätfrost zu suchen. Gerade die jungen Austriebe, die Knospen sowie die Blüten vertragen keinen Frost und müssen daher entsprechend rechtzeitig geschützt werden. Aktuell können Sie in diesem Fall nichts mehr tun, lediglich die verfrorenen Pflanzenteile zurückschneiden und auf das nächste Jahr zu hoffen. Verabreichen Sie dem zurückgefrorenen Baum etwas Dünger, beispielsweise in Form von rund um den Stamm herum verteilter Rhododendronerde, um ihn zu neuen Austrieben anzuregen.

Blätter haben braune Flecken

Manchmal fallen die Laubblätter der Magnolie nicht durch eine einheitlich braune Durchfärbung, sondern durch vereinzelte bräunliche Flecken oder Punkte auf. Diese werden häufig durch pilzliche Erreger verursacht, jedoch nicht in jedem Fall.

Magnesiummangel

Ein Magnesiummangel ist bei Magnolien des Öfteren zu beobachten, schließlich wachsen diese vornehmlich auf Böden mit eher saurem pH-Wert – und diese wiederum enthalten in der Regel nur wenig Magnesium. Zudem enthalten auch viele handelsübliche Universaldünger kein oder zu wenig des Minerals, so dass ein Mangel praktisch vorprogrammiert ist.

Kennzeichen eines Magnesiummangels

  • gelbgrüne Verfärbung des Laubes
  • bräunliche Blattflecken

Gegenmaßnahmen

Ein Magnesiummangel lässt sich leicht beseitigen, dazu müssen Sie den Magnolienbaum lediglich nach Herstelleranweisung mit einem handelsüblichen Spezialdünger düngen. Zu diesem Zweck eignen sich Bittersalz oder Magnesia am besten.

Blattfleckenkrankheit

Die Blattfleckenkrankheit zeigt sich durch bräunliche bis schwarze Blattflecken, die häufig mit einem gelblichen Kranz umgeben sind. Sie tritt vornehmlich während der Sommermonate bei kühler (ca. 15°C bis 20°C) und feuchter Witterung in Erscheinung und wird durch Regenwasser übertragen. Hierin tummeln sich die Verursacher der Krankheit, wobei es sich um Bakterien der Art Pseudomonas syringae handelt. Ein Befall muss unbedingt behandelt werden, denn im weiteren Verlauf breitet sich die Infektion auf Triebe und Äste aus, die vertrocknen und absterben.

Gegenmaßnahmen

Bei einem akuten Befall können Sie nichts weiter tun als die befallenen Pflanzenteile so rasch wie möglich mit einer sauberen und scharfen Gartenschere oder einem anderen geeigneten Schnittwerkzeug zu entfernen. Das Schnittgut sollten Sie weder kompostieren noch einfach im Garten liegen lassen. Die Bakterien überwintern darin und können sich von ihrem neuen Standort aus weiter ausbreiten. Verbrennen Sie die abgeschnittenen Pflanzenteile stattdessen oder entsorgen Sie sie mit dem Hausmüll.

Tipp: Gegen die häufig auftretende Blattfleckenkrankheit hilft Vorbeugung am besten. Achten Sie darauf, dass die Magnolie an einem luftigen Standort steht, ausreichend Platz nach allen Seiten hat und ihre Krone nicht zu dicht wächst. Die Blätter müssen nach einem Regenguss schnell abtrocknen können, damit eventuelle bakterielle Erreger erst gar keine Chance zum Eindringen haben.

Blätter kräuseln sich/ rollen sich ein

Genaues Hinsehen empfiehlt sich auch dann, wenn sich die Magnolienblätter plötzlich kräuseln oder von den Rändern her nach innen rollen. Hierfür kommen ebenfalls verschiedene Ursachen in Frage.

Trockenheit

So ist das Kräuseln des Blattwerks ein typischer Schutzmechanismus, der die Pflanze bei Trockenheit vor dem Verdunsten wertvoller Feuchtigkeit bewahrt. Indem der Magnolienbaum die Blattoberfläche durch Rollen oder eben Kräuseln verringert, wird weniger Wasser an die Umgebungsluft abgegeben. Dieser Mechanismus tritt oft während längerer Trockenphasen und vor allem während der heißen Sommermonate auf. Er ist praktisch die Vorstufe vor dem Eintrocknen des Laubes sowie der Triebe aufgrund von Wassermangel.

Gegenmaßnahmen

Lockern Sie die Erde rund um den Magnolienstamm vorsichtig mit einer Gartenhacke auf. Beschädigen Sie dabei aber keine der dicht unter der Oberfläche verlaufenden Wurzeln. Anschließend wässern Sie den durstenden Baum durchdringend. Wiederholen Sie diese Maßnahme in den folgenden Tagen und Wochen. Zudem können Sie den Wurzelbereich mulchen und so die Feuchtigkeit länger im Boden halten.

Magnolienblätter kräuseln sich

Schädlinge

Bevor Sie die Magnolie allerdings womöglich völlig unnötig wässern, untersuchen Sie erst einmal die durch Rollen bzw. Kräuseln verformten Blätter sorgfältig auf Schädlinge. Blattsaft saugende Plagegeister wie etwa Blattläuse, Schildläuse oder Weiße Fliegen sollten dringend vertrieben werden, da sie häufig Überträger von pilzlichen Erkrankungen sind – oder weitere Probleme, etwa eine Ameiseninvasion oder einen hartnäckigen Rußtaupilz nach sich ziehen. Ein Befall zeigt sich häufig auch durch gelbliche bis bräunliche Blattflecken.

Gegenmaßnahmen

Ist der Schädlingsdruck noch nicht allzu ausgeprägt, hilft oft das Spritzen mit einem selbst angesetzten Brennnesselsud. Wiederholen Sie diese Maßnahme mehrmals im Abstand von wenigen Tagen. Bei einem starken Befall hilft allerdings nur noch ein für den Außenbereich geeignetes Insektizid. Dieses verdünnen Sie mit Wasser und so können Sie größere Flächen wirkungsvoll behandeln.

Tipp: Gegen Schädlinge helfen nützliche Insekten wie Raubwanzen, Ohrwürmer oder Marienkäfer am besten. Bauen Sie in der Nähe des Magnolienbaums ein bequemes Insektenhotel und beugen Sie so einem Befall mit Blattlaus und Co. vor.

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