Ist der Magnolienbaum giftig

Der Magnolienbaum findet aufgrund ihrer großen, auffälligen und duftenden Blüten gern als Ziergehölz im Garten oder Vorgarten Verwendung. Häufig steht dabei jedoch die Frage im Raum: „Sind Magnolien eigentlich giftig?“ Generell kann jedoch gesagt werden, dass ein Verzicht auf diese Schönheit nicht unbedingt notwendig ist. Für Menschen gilt das Gewächs zwar als leicht giftig, aber es ist dennoch ungefährlich.

Giftigkeit

Alkaloid Magnoflorin leicht giftige Wirkung

In den Pflanzenteilen der Magnolie sind verschiedene Wirkstoffe enthalten. Hauptsächlich vorhanden sind dabei:

  • die zwei Verbindungen Honokiol und Magnolol
  • ätherische Öle und
  • Alkaloide, beispielsweise Magnoflorin

Eben dieses Alkaloid ist für die schwach giftige Wirkung der Magnolien verantwortlich. Es kommt vorrangig in der Rinde und im Holz vor. Hingegen sind die ätherischen Öle hauptsächlich in den Knospen und Blättern zu finden. Erwähnenswert sei hier noch, dass die gezüchteten Hybriden in der Regel giftiger sind, als die traditionellen Arten aus China und Ostasien, die dort seit Jahrtausenden gezüchtet werden.

Tulpen-Magnolie Magnolia soulangiana

Für Menschen

Für den Menschen ungefährlich

In der Regel ist der Magnolienbaum für den erwachsenen Menschen und auch Kinder ungefährlich. Um das leicht giftige Alkaloid Magnoflorin aufzunehmen, müsste Holz oder auch Rinde des Baumes verzehrt oder wenigsten daran geknabbert werden. In der Regel dürfte dies aber wohl kaum erfolgen, zumal beides daneben auch ungenießbar ist. Blüten und Blätter des imposanten Gewächses stellen hingegen keine Gefahr dar.

Tipp: Dennoch sollten aber bei allen Schneide- und Pflegearbeiten Handschuhe getragen werden, um zu verhindern, dass der giftige Wirkstoff in die Haut oder Schleimhäute eindringen kann. Besonders empfindliche Menschen sollten darauf achten.

Für Tiere

Vorsicht besteht für Hund und Katze

Auch wenn nun für den Menschen von Magnolien keine lebensbedrohliche Gefährdung ausgeht, kann es bei Hund und Katze doch zu Problemen kommen. Da beide Haustiere gern einmal an allem herumknabbern, könnten unter Umständen gesundheitliche Beeinträchtigungen auftreten. Jedoch werden diese auch nicht unbedingt tödlich verlaufen. Eine größere Gefährdung besteht hingegen für Nager wie Kaninchen oder Hasen, da diese ja sehr gern an der Rinde von Bäumen knabbern. Blätter und Blüten sind in der Regel ungefährlich, da hier hauptsächlich ätherische Öle enthalten sind und nur ein sehr, sehr geringer Anteil des giftigen Alkaloids.

Kaninchen im Garten

Damit nun die schon vorhandene Magnolie oder auch in Planung befindliche Neupflanzung nicht unbedingt aus dem Garten verbannt werden muss, kann alternativ zum Schutz von Hund, Katze und Nager und natürlich auch zum Schutz des Gehölzes gegen Verbiss eine Baummanschette Verwendung finden. Diese ist an einer Seite offen und passt sich so dem Umfang des Baumes an. Dieser kann ungehindert wachsen.

Vergiftungserscheinungen

Bei aller Vorsicht kann es aber dennoch mitunter zu einem Kontakt mit dem Giftstoff Magnoflorin kommen. Es sollte dann auf alle Veränderungen geachtet werden. Eine Vergiftung kann sich je nach Menge des aufgenommenen Giftes wie folgt äußern:

  • Brennen der Mundschleimhäute
  • Magen- und Darmbeschwerden
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Krämpfe
  • Kreislaufbeschwerden in schweren Fällen
  • mitunter auftretendes Fieber
  • Reizungen und Blasenbildung auf der Haut

Auf alle Fälle sollte bei ersten Anzeichen ein Gang zum Arzt oder Tierarzt erfolgen. Dieser wird dann alle Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden ergreifen.

Heilende Wirkung

Rinde und Blüten in der Volksmedizin

In der Volksmedizin macht man sich besonders die Wirkung der Stoffe Honokiol und Magnolol zu Nutze. Diese wirken

  • antiviral
  • beruhigend
  • antioxidativ
  • blutdrucksenkend
  • muskelentspannend und
  • entzündungshemmend

Gute Wirkung erzielen hierbei Magnolienextrakte aus der Rinde bei der Behandlung von Asthma und auch bei Beschwerden in den Wechseljahren. Diese wirken Angstzuständen, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit und depressiven Verstimmungen entgegen.

Tipp: Während der Schwangerschaft sollten Magnolienextrakte keine Verwendung finden.

Heilende Wirkung schon seit Jahrtausenden bekannt

Bereits vor über 2000 Jahren wurden in der Traditionellen Chinesischen Medizin die Rinde und die Blütenknospen des Magnolienbaums als Heilmittel eingesetzt. Hauptsächlich wird hierbei die Rinde der Magnolia officinalis verwendet. Sie ist Ausgangsstoff für Beruhigungsmittel und wird auch bei Appetitlosigkeit, Magenblähungen und Husten wegen der schleimlösenden und beruhigenden Wirkung eingesetzt. Auch Extrakte aus den Blütenknospen finden ihren Einsatz bei Schnupfen, Nebenhöhlenentzündungen und Kopfschmerzen.

Auch die amerikanischen Ureinwohner schätzten die heilende Wirkung der Rinde von der Immergrünen Magnolie (Magnolia grandiflora). Diese fand Verwendung bei Wechselfieber.

Magnolien lieben Solitärstellungen

Verzehr

Blüten sind eine Delikatesse

Schon im alten China zur Kaiserzeit wusste die Kaiserin, in knusprigen Teig ausgebackene Blütenblätter zu schätzen. Auch in der heutigen Küche sind für Feinschmecker in Teig frittierte Magnolienblüten zum Dessert eine Delikatesse. Aufgrund ihres intensiven Duftes können Blüten auch zur Herstellung von Likören, Weinen und Tee verwendet werden. Dazu sind getrocknete Blütenblätter notwendig. Sie sind im Handel erhältlich, allerdings nicht so häufig. Alternativ kann auch selbst eine Trocknung erfolgen, wenn im eigenen Garten ein Magnolienbaum wächst. Dies ist in nur wenigen Schritten möglich:

  • Blütenblätter vom Stempel entfernen
  • weiße Spitzen mit Schere entfernen
  • Trocknung im Backofen bei 50 °C
  • Blütenblätter auf eine Rost legen
  • während Trocknungsprozess Backofentür öffnen
  • Farbe der Blätter ändert sich, Duft bleibt erhalten
  • Aufbewahrung in luftdichten Gefäßen an dunklem und kühlen Ort

Tipp: Verwendung finden hier hauptsächlich Blütenblätter der Magnolienarten „Magnolia cylindrica“ und „Magnolia hedyosperma“.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Beitrag keinesfalls einen Arztbesuch ersetzt. Es besteht keine Gewährleistung auf Richtigkeit medizinischer Aussagen.
Ausführliche Informationen zur ersten Hilfe bei Vergiftungen und wichtige Angaben zu den Giftnotrufzentralen finden Sie hier.

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