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Mandarinenkerne einpflanzen: Mandarinenbaum züchten

Mandarinenkerne einpflanzen: Mandarinenbaum züchten

Ein Mandarinenbaum lässt sich problemlos in Eigenregie ziehen. Wichtig dafür sind die optimalen Anzuchtbedingungen. In diesem Ratgeber verraten wir Ihnen, wie Sie Mandarinenkerne richtig einpflanzen.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • Mandarinenbaum aus handelsüblichen Mandarinen kultivierbar
  • Kerne vor dem Einpflanzen säubern und trocknen
  • in nährstoffarmes Substrat setzen
  • über Keimung gut feucht halten
  • Kerne keimen nach mehreren Wochen

Vorbereitung

Möchten Sie sich einen eigenen Mandarinenbaum zu Hause selbst züchten, sollten Sie zunächst versuchen, Kerne der Frucht zu erhalten. Dies gelingt ganz einfach, indem Sie sich ein paar der Zitrusfrüchte kaufen. Achten Sie aber unbedingt darauf, nicht die folgenden Mandarinenarten zu kaufen:

  • Satsuma (Citrus unshiu)
  • Clementinen (Citrus clementina)

Sie sind kernlos und bieten sich aus diesem Grund nicht für die Anzucht von Mandarinenbäumen an.

Mandarinen (Citrus reiculata)
Mandarinen (Citrus reiculata)

Andere Arten und Sorten dagegen können Sie problemlos für die Kultivierung nutzen. Falls Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie sogar verschiedene Mandarinenarten erwerben, um auf jeden Fall ein paar Kerne zu erhalten. Die Anzahl an Mandarinenkernen unterscheidet sich von Frucht zu Frucht stark. Sobald Sie die Früchte zur Verfügung haben, bereiten Sie die Kerne vor:

  • Mandarine schälen; nicht aufschneiden
  • Mandarinenscheiben auf Kerne untersuchen
  • Kerne vorsichtig aus Fruchtfleisch lösen
  • Kerne müssen unbeschädigt bleiben
  • gründlich abwaschen
  • auf Küchenpapier platzieren
  • in der Sonne trocknen lassen
  • Dauer: 7 bis 10 Tage
  • sind nun bereit zum Einpflanzen
geschälte Mandarinen

Hinweis: Sie müssen die Mandarinenkerne vor dem Einpflanzen nicht über 24 Stunden in lauwarmem Wasser einweichen, wie häufig empfohlen wird. Diese Methode beschleunigt die Keimung nur geringfügig und bei manchen Kernen gar nicht.

Substrat und Anzuchtgefäß

Mandarinen sind unkompliziert, was das Pflanzsubstrat angeht. Die Kerne sind recht keimfreudig und benötigen nur wenig Nährstoffe. Aus diesem Grund bietet sich nährstoffarme Anzuchterde am besten für Ihren zukünftigen Mandarinenbaum an. Ideal sind Anzuchterden von hoher Qualität, damit die Kerne effektiv keimen können. Als Alternative zu klassischer Anzuchterde können Sie ebenfalls Kokos-Quelltabletten verwenden. Diese müssen für fünf bis zehn Minuten im Wasser quellen, bevor sie verwendet werden können. Als Anzuchtgefäß bieten sich entweder einzelne Anzuchttöpfe oder Anzuchtschalen an.

Hinweis: Wenn Sie sich für Anzuchtschalen entscheiden, pflanzen Sie die Kerne nicht zu eng beieinander. Die Mandarinen sollten entspannt und mit ausreichend Platzabstand (mindestens vier Zentimeter) keimen können.

Mandarinenkerne einpflanzen: Anleitung

Nun können Sie mit der Anzucht der Mandarine beginnen. Die folgende Anleitung wird Ihnen dabei helfen:

Mandarinenkern im Anzuchttopf in Anzuchterde
  • Anzuchtgefäß mit Substrat füllen
  • Kern mittig etwa 1 cm tief ins Substrat einpflanzen
  • gut mit Substrat bedecken (Dunkelkeimer)
  • Substrat gut anfeuchten
  • mit Klarsichtfolie abdecken oder ins Minigewächshaus stellen
  • an hellem Standort platzieren (ohne direkte Sonneneinstrahlung!)
  • Keimtemperatur: 20°C bis 25°C
  • Keimdauer: 4 bis 8 Wochen
  • Substrat immer leicht feucht halten
  • täglich Folie abnehmen und lüften

Umtopfen

Damit der junge Mandarinenbaum weiter wachsen kann, müssen Sie ihn nach einiger Zeit umtopfen. Abhängig ist der Zeitpunkt nicht von der Größe oder der Blattanzahl der Keimlinge. Achten Sie stattdessen auf das Wurzelwerk. Ist das Anzuchtgefäß komplett durchwurzelt, ist es an der Zeit, den Jungpflanzen einen neuen Topf zu bieten. Der Baum wird dafür aus der alten Anzuchterde entnommen und wie folgt umgetopft:

  • größeren Kübel (mit Abzugsloch) wählen
  • mit Drainage am Boden ausstatten (Drainagematerial: z. B. Kies, Blähton, Lavasplitt)
  • qualitativ hochwertiges Substrat für Zitruspflanzen einfüllen
  • alternativ selbst anmischen (jeweils 1 Teil sterilisierte Gartenerde, Quarzsand und reifen Kompost)
  • Pflanze einsetzen
  • vorsichtig andrücken und gut anfeuchten
  • Feuchtigkeitsbedarf des Substrats über Fingerprobe prüfen
  • erst nach dem Umtopfen spezielle Zitruspflanzendünger
Mandarinenpflanze im Topf

Hinweis: Topfen Sie nicht über Winterzeit um, selbst wenn das Anzuchtgefäß durchwurzelt ist. Es wird ausschließlich von Frühling bis Herbst umgetopft, um das Zitrusbäumchen nicht unnötig unter Druck zu setzen.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann blühen die Mandarinenbäumchen?

Wie bei vielen anderen Obstbäumen, die aus Kernen gezogen werden, müssen Sie einige Jahre auf die erste Blüte warten. Im Durchschnitt handelt es sich um einen Zeitraum von vier bis zehn Jahren. Dieser Prozess lässt sich nicht beschleunigen und hängt stark vom jeweiligen Exemplar ab. Wichtig ist, dass Sie den Mandarinenbaum über die gesamte Dauer richtig pflegen.

Wie werden sie überwintert?

Damit Ihnen die Mandarine über die kalte Jahreszeit nicht eingeht, wird sie in ein helles Winterquartier mit einer Temperatur von 5°C bis 12°C gestellt. Idealerweise sind sechs Stunden Sonne über den Tag oder Pflanzenlampen verfügbar, damit sie nicht zu dunkel steht. Hervorragend für die Überwinterung sind Wintergärten, Garagen und Flure geeignet. Sie werden bei Bedarf gegossen und nicht gedüngt.

Sind Schnittmaßnahmen empfehlenswert?

Ein großer Vorteil an Mandarinen ist ihr Wuchs. Vor allem die jungen Bäume müssen in den ersten Jahren eigentlich nicht geschnitten werden. Es reicht vollkommen aus, wenn Sie die Krone auslichten, wenn Sie beschädigte oder überkreuzende Triebe entdecken. Diese können Sie mit einer sauberen Schere komplett entfernen. Unterentwickelte Früchte können ebenfalls abgeschnitten werden.


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