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Mangold vorziehen und pikieren: so gelingt es

Mangold (Beta vulgaris) kann ab April ausgesät werden. Schon im März lassen sich Jungpflanzen für eine frühere Mangold-Ernte vorziehen. Wie dies gelingt und ob Sie Mangold pikieren müssen, lesen Sie in unserem Ratgeber.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • Vorziehen ab März möglich
  • Ausbringen der Samen möglichst in einzelne Anzuchttöpfe
  • für feuchtwarmes Klima sorgen
  • nicht pikieren, sondern verziehen
  • Auspflanzen ab Ende April

Mangold vorziehen

Für die erfolgreiche Anzucht von Mangold brauchen Sie viel Wärme – am besten keimen die Kapselfrüchte (die oft mehrere Samen enthalten) bei Temperaturen zwischen 16 und 20 °C. Deshalb empfiehlt sich das Vorziehen von vitaminreichen Mangold, was ab Anfang März erfolgen kann. Dabei gehen Sie am besten wie folgt vor:

  • einzelne kleine Anzuchttöpfe (z. B. aus Zellulose) verwenden
  • mit nährstoffarmer Anzuchterde füllen
  • alternativ auch Kräutererde verwendbar
  • Aussaat auch auf Kokostabs möglich
  • pro Töpfchen bzw. Tab einen Kern pflanzen
  • Pflanztiefe ca. einen Zentimeter, da Dunkelkeimer
  • Substrat anfeuchten
  • Töpfchen in Minigewächshaus stellen oder mit Folie bedecken
  • an hellem, aber nicht direkt sonnigen Standort aufstellen
Mangold Samen
Mangoldsamen

Zum Keimen benötigt Mangold ein feuchtwarmes Klima, weshalb Sie das Substrat gleichmäßig feucht halten sollten und zudem die Töpfe in ein Zimmergewächshaus stellen bzw. mit Folie abdecken sollten. Alternativ können Sie auch abgeschnittene PET-Flaschen darüber stülpen. Innerhalb von sieben bis 14 Tagen sind die Mangoldsamen gekeimt.

Hinweis: Die Mangoldsamen befinden sich in so genannten Kapselfrüchten, die in der Regel mehrere Samen enthalten. Deshalb sprießen aus einem „Samen“ häufig mehrere Triebe, was eine botanische Besonderheit darstellt.

Pikieren oder Verziehen?

Auch wenn Sie Mangold einzeln aussäen, wie von uns vorgeschlagen, erhalten Sie oft aus einem „Samen“ mehrere Pflanzen. Diese dürfen natürlich nicht zu eng wachsen, weshalb alsbald die Frage nach dem Pikieren aufkommt. Allerdings raten wir Ihnen von einem Vereinzeln und Verpflanzen (denn darum handelt es sich) ab, da die Wurzelstränge der Jungpflanzen meist sehr verwoben und daher schwer ohne Beschädigungen zu trennen sind. Wurzelschäden wiederum können dazu führen, dass die Mangoldpflänzchen schwach sind und sich möglicherweise nicht mehr erholen.

Stattdessen sollten Sie überzählige oder zu eng stehende Exemplare verziehen, d. h. entfernen und nur die kräftigste Pflanze stehenlassen. Eine weitere, die Wurzeln schonendere, Möglichkeit ist es, alle überzähligen Pflänzchen einfach direkt an der Erdoberfläche mit einer Schere abzuschneiden. Der beste Zeitpunkt hierfür ist, wenn sich nach den Keimblättern bereits das erste richtige Blattpaar gebildet hat.

Mangold, Hochbeet

Hinweis: Manchmal ist in Gartenforen zu lesen, dass Mangold nicht pikiert oder verzogen werden müsse. Tatsächlich könnten Sie diesen Schritt bei einer Einzelaussaat unterlassen. Allerdings ist Mangold recht mehltauanfällig, wogegen nur ein luftiger Stand hilft.

Auspflanzen

Ab Ende April dürfen die vorgezogenen Mangoldpflanzen in den Garten, wobei Sie sie bei drohenden Spätfrösten zum Schutz vor der Kälte abdecken sollten. Hierzu eignen sich etwa spezielle Abdeckmatten (z. B. ein Gartenvlies) oder auch Tannen- bzw. Fichtenreisig. Tagsüber sollte die Abdeckung jedoch entfernt werden, damit die Pflanzen genug Licht für ihre Entwicklung bekommen. Gehen Sie beim Auspflanzen wie folgt vor:

  • Beet mit Kompost und organischem Dünger vorbereiten
  • Blattmangold auf 30 x 20 Zentimeter Abstand auspflanzen
  • Stielmangold auf 40 x 40 Zentimeter
  • gut andrücken, anschließend kräftig gießen
  • Boden mulchen, z. B. mit Grasschnitt

Wählen Sie zum Auspflanzen einen warmen Tag mit möglichst bedecktem Himmel, damit die jungen Pflanzen sich langsam an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnen können. Für ein gesundes Wachstum und die Entwicklung reicher Blattmengen braucht Mangold viel Feuchtigkeit, weshalb ein Mulchen des Bodens sinnvoll ist. Dies hält die Feuchtigkeit im Boden und sorgt dafür, dass Sie weniger häufig gießen müssen.

Mangold auspflanzen

Tipp: Mangold lässt sich bis zum Juli aussäen. Diese späten Aussaaten können überwintern, müssen dann aber durch Laubdecken geschützt werden.

Häufig gestellte Fragen

Wie verwendet man Mangold in der Küche?

Mangold kann nicht nur einmal, sondern mehrfach geerntet werden. Ernten Sie während des ganzen Sommers stets nur die äußeren Blätter und lassen Sie das „Herz“ stehen. Hieraus wachsen die Pflanzen immer wieder nach. In der Küche wird Blattmangold wie Spinat verwendet; beim Stielmangold schneiden Sie hingegen die breiten „Rippen“ heraus und kochen diese wie Spargel. Das Blattgrün wird extra gedünstet. Verwenden Sie Mangold stets frisch, da er sich nicht lange hält.

Welche Sorten sind besonders empfehlenswert?

Es gibt zwei verschiedene Arten des vitaminreichen Blattgemüses: den Blattmangold sowie den Rippen- oder auch Stielmangold. Beide gibt es in vielen verschiedenen Sorten, wobei die rotstieligen Varietäten einen etwas herberen Geschmack haben. Besonders empfehlenswert sind beispielsweise die Blattmangoldsorte ‚Lukullus‘, die Rippenmangoldsorten ‚Glatter Silber‘, ‚White Silver‘, ‚Walliser‘, die buntstieligen und attraktiven ‚Bright Lights‘, die rotstieligen ‚Rhubarb Chard‘ und ‚Feurio‘ sowie die gelbstielige Sorte ‚Pirol‘.

Welche Gemüsearten sind gute Nachbarn?

Mangold ist eine attraktive Pflanze, die auch im Staudenbeet eine gute Figur macht. Im Gemüsebeet sind hingegen verschiedene Kohlarten sowie Möhren, Radieschen und Rettich gute Nachbarn, wobei Sie natürlich stets auf den empfohlenen Pflanzabstand achten sollten. Kopfsalat hingegen eignet sich sehr gut als Zwischenraum-Kultur.

Autor
Michelle ist mit vielen Haus- und Hoftieren auf dem Bauerngut ihrer Eltern aufgewachsen. Nebenbei kümmert sich die Vegetarierin hingebungsvoll um ihre Kräuter- und Gemüsebeete. Sie notiert ihr erworbenes Wissen und teilt es gerne mit den Plantopedia-Lesern und Leserinnen.

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