Marderbau erkennen - Titel

Ein Marder im Garten kann viele Probleme mit sich bringen. Woran Sie den Besuch des Tiers und den dazugehörigen Marderbau in Ihrem Garten erkennen, ist daher äußerst wichtig.

Auf den Punkt gebracht

  • Marder graben keine Löcher
  • ein Marderbau wird von den Tieren nicht selbst angelegt
  • sie sind an einer Vielzahl verschiedener Anzeichen im Garten erkennbar
  • dazu gehören primär Kot, Duftspuren und laute, nächtliche Geräusche

Marder graben nicht

Häufig kommt die Frage auf, ob Tiere aus der Gattung Martes Löcher graben, um einen Marderbau anzulegen. Im Vergleich zu vielen anderen Wildtieren graben die Tiere nicht. Sie suchen sich stattdessen einen geeigneten Rückzugsort und verteidigen diesen bis aufs Blut. Das können zum Beispiel sein:

Marderbau
  • niedrige Baumhöhlen
  • Baumstämme
  • Steinansammlungen
  • Felsspalten

Sie bevorzugen leicht erhöhte Nistmöglichkeiten. Aus diesem Grund graben sie nicht, denn die bevorzugte Nahrung der Tiere wird über der Erde gejagt. Wenn sie keine andere Rückzugsmöglichkeit finden, beziehen sie die bereits verlassenen Baue fremder Tiere. Die einzige Situation, in der sie selbst graben, ist die Jagd nach Hühnern, Enten, Kaninchen oder anderen Tieren, die im Garten gehalten werden. Die gegrabenen Tunnel sind deutlich erkennbar und deuten aufgrund ihrer geringen Größe auf die Störenfriede hin. Ansonsten lässt sich ein Marderbefall im Garten nur an bestimmten Hinweisen erkennen. Diese können ebenfalls in menschlichen Behausungen oder Strukturen gefunden werden, die die Tiere häufiger als Nistplatz auswählen. Dazu gehören:

  • Dachstühle
  • selten genutzte Garagen
  • selten genutzte Gartenhäuser
  • Scheunen

Hinweis: Am häufigsten handelt es sich bei den Störenfrieden um den Steinmarder (Martes foina) mit weißem Kehlfleck. Im Vergleich dazu hält sich der Baummarder (Martes martes) mit gelbbraunem Kehlfleck nicht in der Nähe menschlicher Siedlungen auf.

Kot

Haben Sie das Gefühl, eines der Tiere hat sich in Ihrem Garten oder gar dem Haus eingenistet, suchen Sie nach Kot. Die Losung eines Marders ist problemlos auszumachen, denn sie unterscheidet sich deutlich von den Ausscheidungen anderer Tiere. Zum Beispiel vergräbt eine Hauskatze ihren Kot, während Marder diesen einfach liegenlassen. Die Ausscheidungen können überall im Garten vorkommen. Die folgenden Merkmale helfen Ihnen bei der Identifizierung:

Marderhund Kot
Quelle: By Kk – Own work (etwiki), GFDL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19136466
  • Länge: 8 cm bis 10 cm
  • Dicke: bis 2 cm
  • Form: Wurst
  • Spitze oft gedreht
  • riecht stark nach Moschus

Tipp: Achten Sie vor allem auf Samen, Obstkerne, Haare und gelegentliche Federn in den Ausscheidungen. Die Störenfriede fressen ihre Beutetiere komplett auf und scheiden die unverdauten Körperteile wieder aus.

Duftspuren

Duftspuren im Garten sind ebenfalls ein Anzeichen für die Anwesenheit eines Marders. Die Tiere sind äußerst territorial und markieren ihr Revier ausgiebig über ihren Urin, Kot und die Sekretdrüsen. Das Drüsensekret riecht noch stärker nach Moschus wie der Kot und der gesamte Garten wird mit diesem markiert.

Geräusche

Marder sind äußerst laute Tiere und der Marderbau lässt sich zu bestimmten Zeitpunkten im Jahr über den Lärm ausfindig machen. Der erste Termin sind die Sommermonate von Ende Juni bis August. In diesen findet die Ranzzeit statt, in der männliche Marder lauthals um Weibchen werben und dabei dauerhaft ihr eigenes Revier verteidigen müssen. Die Geräusche erinnern an lautere, schrillere Katzen. Zum März steht der zweite Termin an, denn nun kommt die neue Mardergeneration zur Welt. Über die nächsten 6 Monate müssen Sie mit den folgenden Geräuschen der Jungtiere rechnen, die sich im Marderbau abspielen:

Marderbaby
Jungtier
  • deutlich vernehmbares Poltern
  • Fauchgeräusche
  • schrille Schreie

Hinweis: Seltener kann die Ursache für den Lärm ein Waschbär sein. Die sind bis auf ihre Ruhephase im Winter jedoch das gesamte Jahr laut.

Pfotenabdrücke

Sie können ebenfalls nach Pfotenabdrücken Ausschau halten. Marderpfoten sind etwa so groß wie die einer Katze und ähneln diesen auf den ersten Blick sehr. Sie verfügen aber über fünf Krallen und einen länglicheren Ballen. Bei Katzen sind nur vier Krallen zu sehen. Besonders leicht sind die Marderspuren im Winter zu finden oder wenn sie durch Sand gelaufen sind.

Häufig gestellte Fragen

Wie lassen sich Wiesel und Marder voneinander unterscheiden?

Falls Sie das Tier zufällig entdecken und sich wundern, ob es sich um einen Steinmarder oder ein Wiesel handelt, müssen Sie auf bestimmte Anzeichen achten. Wiesel sind im Vergleich zu Mardern äußerst leise und werden in den meisten Fällen visuell gesichtet. Zudem fressen sie keine Autokabel an und sind sichtbar kleiner als ihre Verwandten. Die Duftspuren dagegen riechen sehr ähnlich.

Welche Tiere graben Löcher im Garten?

Während Martes keine Löcher im Garten graben, können sich zahlreiche andere Tiere auf Ihrem Grundstück einfinden. Zu den wohl bekanntesten gehören Maulwürfe, Wühlmäuse, Hasen, Igel und Ratten. Diese sind vor allem im Rasen ein wahres Ärgernis. Füchse und Dachte gehören aber ebenfalls dazu, nur sind deren Löcher deutlich größer.

Wie lässt sich das Tier erfolgreich vertreiben?

Um Mardern den Zugang zu Ihrem Garten zu versperren, müssen Sie mögliche Zugänge zu Ihrem Grundstück verschließen. Dazu zählen ebenfalls Bäume, die über einen zusätzlichen Marderschutz verfügen sollten. Zusätzlich sollten Sie Duftbarrieren wie Hundehaare oder belaubte Triebe des Kampferbaums (Cinnamomum camphora) im Garten auslegen. Ein Kammerjäger ist ebenfalls nicht verkehrt, wenn Sie Probleme mit dem Plagegeist haben.