Marienkäfer füttern

Marienkäfer (Coccinellidae) kommen weltweit mit rund 6.000 Arten vor. Nicht alle Arten haben rote Deckflügel mit schwarzen Punkten. Alleine in Deutschland sind an die 100 Marienkäferarten verbreitet. Am bekanntesten ist der Siebenpunkt-Marienkäfer. Gefährlich kann es für die hübschen Glücksbringer im Winter werden, wenn sie wegen Temperaturschwankungen aus ihrem Winterschlaf aufwachen und auf Nahrungssuche gehen. Was Marienkäfer essen und wie Sie sie in diesem Fall füttern können, erfahren Sie hier.

Marienkäfer im Winter

Für die meisten Marienkäferarten bilden Blattläuse und andere kleine Schädlinge wie Milben und Schildläuse die Hauptnahrungsquelle. Bei entsprechendem Angebot können die gepunkteten Käfer zwischen 50 und 100 Blattläuse pro Tag verspeisen. Im Grunde genommen ist die Frage, was die gepunkteten Käfer essen, jedoch etwas komplexer. Es gibt beispielsweise Arten, die von Natur aus eher vegetarisch leben. Andere ernähren sich von Pilzen wie Mehltau oder essen Blätter von bestimmten Pflanzen.

Marienkäfer gehören zu den wechselwarmen Tieren, die Wärme von außen benötigen, um die richtige Körpertemperatur zu erreichen. Setzen im Herbst die kühlen Temperaturen ein, signalisiert das den Insekten, dass es an der Zeit ist, sich einen wärmeren Ort zu suchen, um dort den Winter zu verbringen. Dazu versammeln sie sich häufig zu größeren Gruppen, da viele Tiere einen besseren Schutz vor den Elementen bieten. Neben der niedrigen Temperatur ist zudem der Mangel an geeignetem Futter der Grund für den Winterschlaf von Marienkäfern. Da ihre Hauptnahrungsquelle zu dieser Zeit nicht verfügbar ist, bleibt ihnen keine andere Wahl, als abzuwarten.

  • Zeitpunkt: je nach Witterung unterschiedlich
  • etwa ab Mitte Oktober
  • meist mehrere Tiere gemeinsam

Marienkäfer, Coccinellidae

Übrigens: Wussten Sie, dass Marienkäfer nicht fliegen können, wenn die Temperatur unter 13 °C liegt?

Nahrungsaufnahme während des Winterschlafs

Bei kühlen Temperaturen verlangsamt sich der Stoffwechsel der Insekten, sodass sie in eine Art Starre fallen. Sie ernähren sich während dieser Ruhephase ausschließlich von den Fettreserven, die sie sich über den Sommer angefressen haben. Da die Käfer im Winterschlaf schnell austrocknen, suchen sie sich vorzugsweise feuchte, ja fast nasse Quartiere für die Ruhephase.

Hinweis: Steigen die Temperaturen für einige Tage über 8 °C, erwachen die Käfer aus dem Winterschlaf und gehen auf Nahrungssuche.

Unterbrechung des Winterschlafes

Wie bei den meisten Insekten, die einen Winterschlaf halten, ist es üblich, dass auch Marienkäfer gegen Ende des Winters langsam wieder aktiv werden und nach Futter suchen, um zu Kräften zu kommen. Das ist völlig normal. Weniger ideal ist es, wenn die Tiere wegen zu warmer Witterungsverhältnisse mitten in den Wintermonaten aufwachen. In diesem Fall wird der Stoffwechsel zwar angekurbelt, die Käfer finden jedoch kein geeignetes Futter, um überleben zu können. Ein weiterer Kälteeinbruch birgt außerdem das Risiko, dass die Tiere erfrieren.

Marienkäfer füttern

Besonders im Spätherbst, aber auch im zeitigen Frühjahr besteht die Gefahr, dass die Coccinellidae plötzlich aus ihrem Winterschlaf erwachen. Auf der Suche nach einem wärmeren Ort findet man sie daher häufig in der Nähe von Häusern oder in der Wohnung. Damit die Tiere nicht verhungern oder verdursten, sind sie auf Hilfe angewiesen. In der Not kommen die hübschen roten Käfer aber auch ohne Blattläuse aus. Ist die Nahrung knapp, fressen räuberische Arten pflanzliche Nahrung. Das sind oft Pollen oder auch Früchte. Sie können Sie daher mit einigen Lebensmitteln füttern, die fast in jedem Haushalt vorhanden sind.

Honig

Eine gute Nahrungsquelle in der kalten Jahreszeit ist Honig. Haben Sie keinen Honig im Haus, ist alternativ auch Zuckerwasser möglich. Wie der Name schon sagt, geben Sie dafür etwas Zucker zu einer kleinen Menge Wasser, sodass eine zähflüssige Lösung entsteht. Sie können die Nahrung mit einer Pipette auf das Blatt einer Pflanze dosieren, auf der sich die Tiere aufhalten. Es hat sich ebenfalls bewährt, ein paar Tropfen in einen Kronkorken zu geben.

Honig als Futter für Marienkäfer im Winter

Rosinen

Im Winter ist es ebenfalls möglich, die Marienkäfer mit Rosinen zu füttern. Legen Sie dazu ein paar Rosinen für einige Minuten in Wasser ein und halbieren Sie diese anschließend. Da die Rosinen schnell austrocknen, sollten sie alle zwei Tage durch frische ersetzt werden. Da auch Rosinen einen hohen Anteil an Zucker enthalten, bieten sie den Käfern eine gute Portion Energie und zusätzliche Vitamine. Generell fressen die kleinen Käferchen auch andere Trockenfrüchte, solange diese einen hohen Wasser- und Zuckeranteil aufweisen.

  • Preiselbeeren
  • Feigen
  • Aprikosen

Selbstgemachtes Fruchtgelee

Als kleinen Leckerbissen können Sie den Trockenfrüchten ein wenig Fruchtgelee oder Marmelade zufügen. Unbedenklich sind selbst hergestellte Produkte oder auch Gelees in Bioqualität. Achten Sie darauf, dass Sie Gelee von Früchten mit geringem Säuregehalt verwenden. Gut geeignet sind:

  • Erdbeeren
  • Pfirsiche
  • Aprikosen
  • Quitten
  • Pflaumen

Hinweis: Zu säurehaltig hingegen sind Kirschen, Johannisbeeren oder auch Rhabarber.

Mehlwurmeier

Larven oder Eier von kleineren Insekten sind eine willkommene Nahrungsquelle für Coccinellidae. Wenn Sie im Fachhandel nachfragen, bekommen Sie eventuell ein paar Eier von Mehlwürmern oder andere Alternativen. Achten Sie darauf, dass das Futter sterilisiert ist und Sie nur solche Arten verwenden, die im Haus nicht zur Plage werden können.

Püriertes Fleisch mit Zuckerwasser

Zugegeben, diese Futtervariante ist für einen einzelnen Marienkäfer etwas aufwendig. Haben Sie jedoch eine ganze Population im Haus oder Garten, können Sie den Käfern auch dieses Futter anbieten.

Baumrinde oder Totholz

Wer in der Nähe eines Waldes lebt, kann von dort ein Stück Totholz mitnehmen. Das Holz verrottender Bäume ist auch im Winter voller Larven und Kleinstlebewesen, die den Marienkäfern als Nahrungsquelle dienen können.

Geeignete Futterbehälter

Das Essen und Trinken für die Coccinellidae muss größengerecht präsentiert werden, damit es die kleinen Käfer auch optimal aufnehmen können. Geben Sie ihnen deshalb immer nur ein paar Tropfen oder kleine Stückchen des Futters und wechseln die Nahrung lieber häufiger. Als passende Gefäße haben sich bewährt:

  • Kronkorken von Bierflaschen
  • kleine, flache Teller
  • kleine, gekrümmte Blätter (als Schälchen)

Ein witterungsbeständiger „Futterautomat“ lässt sich einfach selbst bauen. Dazu können Sie nahezu jedes röhrenförmige Objekt verwenden, sei es aus Metall, Kunststoff oder auch natürlichen Ursprungs wie dickere Bambusrohre. Wenig geeignet sind Pappe und Papier, da diese bei Nässe und Regen aufweichen. Legen Sie ein paar eingeweichte Rosinen ins Innere und positionieren Sie den Futterstab an eine geschützte Stelle nahe den Marienkäfern. Sie können den Stab auch aufhängen. Ein guter Futterspender bietet den Marienkäfern nicht nur Nahrung, sondern auch Schutz und Behausung.

Trinken

Fast noch wichtiger als die Coccinellidae zu füttern, ist es, ihnen etwas zu trinken anzubieten. Die kleinen Käfer trocknen schnell aus, wenn sie nach der Ruhephase keine Trinkquelle finden. Dosieren Sie dazu einen Tropfen Wasser mit einer Pipette in die Nähe des Tieres. Sitzt der Marienkäfer auf einer Pflanze, können Sie diese auch großzügig mit der Blumenspritze einsprühen. Alternativ geben Sie ein paar Tropfen Wasser auf einen Kronkorken. Füllen Sie das Gefäß jedoch nicht zu hoch auf, sonst könnte der Käfer darin ertrinken. Bewährt haben sich zudem mit Wasser befeuchtete Wattebäusche oder kleine Schwämme.

Marienkäfer

Weitere Vorgehensweise

Sie können die hübschen Käfer im Winter zwar in der Wohnung füttern, allerdings ist es unwahrscheinlich, dass die Insekten bis zum Ende des Winters überleben. Sie müssen unbedingt wieder nach draußen, um ihren Winterschlaf fortsetzen. Wenn sich die Tiere also in Ihre Wohnung verirren, dann tun sie ihnen einen Gefallen, wenn Sie sie wieder ins Freie befördern. Das sollten Sie allerdings nur dann tun, wenn die Temperaturen noch deutlich über dem Gefrierpunkt liegen und keine starken Fröste zu erwarten sind.

  1. Ist der Käfer gerade aktiv, wird er die Umstellung von der warmen Wohnung nach draußen in die winterliche Kälte nicht überleben.
  2. Setzen Sie den/die Marienkäfer in einen kleinen Karton, in den Sie Zeitungspapier, Laub oder Holzspäne gefüllt haben. Im Karton müssen Belüftungslöcher sein, die groß genug sind, dass die Käfer jederzeit hinaus können.
  3. Zur Überbrückung sollte der Karton mit einer kleinen Portion zu essen und trinken ausgestattet sein.
  4. Stellen Sie den Karton an einen kühlen, aber frostfreien Ort, der auch eine Fluchtmöglichkeit ins Freie enthält (offenes Fenster oder Türe), sodass die Glückskäfer im Frühjahr nach draußen gelangen können.

Tipp: Sie können den Karton für ein paar Tage in den Kühlschrank stellen, um den Winterschlaf einzuleiten. Vergessen Sie die kleinen Käfer dort aber nicht!