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Maronen-Pilze verwechseln

Maronen-Pilze verwechseln: giftige Doppelgänger

Die Marone zählt zu den beliebtesten heimischen Waldpilzen. Sie überzeugt mit festem Fleisch, angenehmem Duft und einem ausgezeichneten Geschmack. Kann man Maronen-Pilze mit giftigen Doppelgängern verwechseln?

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • im Herbst in Nadelwäldern verbreitet
  • hervorragender Speisepilz
  • gut geeignet zum Trocknen
  • roh giftig
  • kaum Verwechslungsgefahr mit giftigen Doppelgängern

Maronen-Pilze erkennen

Maronenröhrlinge (Imleria badia) sind schon Ende Juni in Nadelwäldern anzutreffen. Die Hauptsammelzeit liegt jedoch im Herbst. Wer sich an den folgenden Merkmalen orientiert, minimiert die Gefahr, Maronen-Pilze mit giftigen Doppelgängern zu verwechseln:

Maronenröhrling (Imleria badia)
Quelle: Tintling, Imleria badia (cropped), Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0
HutStielFleisch
5 bis 15 Zentimeter Durchmesser
jung halbkugelig, später flach gewölbt
schokoladen- bis kastanienbraun
samtige Oberfläche
Röhren blassgelb, später olivgelb
8 bis 12 Zentimeter lang
etwa 2 Zentimeter dick
voll
niemals mit Netzzeichnung
weiß bis blassgelb
schwach blauend
jung fest und zart, später weicher
Geruch sehr angenehm
Geschmack außerordentlich gut

Achtung: Maronenröhrlinge sind roh giftig!

Besteht Verwechslungsgefahr?

Der Maronenröhrling kann mit einigen anderen essbaren Röhrlingen verwechselt werden. Eine Gefahr besteht nur, wenn Sie Maronen-Pilze mit dem giftigen Gallenröhrling verwechseln. Beachten Sie dazu unbedingt unsere Hinweise!

Giftige Doppelgänger

Gallenröhrling (Tylopilus felleus)

Der einzige ungenießbare Doppelgänger des Maronenröhrlings ist der Gallenröhrling. Sie erkennen ihn an einer minimalen Kostprobe. Das Fleisch schmeckt gallebitter.

Gallenröhrling (Tylopilus felleus)
Quelle: Holger Krisp, Gemeine Gallenröhrling Tylopilus felleus, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY 3.0
VorkommenMerkmaleWert
lichte Nadelwälder, Laubwälder, in der Nähe von Fichtenrotbraune Hutoberfläche
Röhren erst weiß, später rosa bis graurosa
ungenießbar

Ungiftige Doppelgänger

Steinpilz (Boletus edulis)

Der Steinpilz ist wohl der bekannteste und beliebteste heimische Pilz überhaupt. Nicht ohne Grund wird er auch als Herrenpilz oder Edelpilz bezeichnet.

Steinpilz (Boletus edulis)
VorkommenMerkmaleWert
Laub- und Nadelwälder, bevorzugt sandigen Bodenglatt dunkelbrauner Hut
sehr feine weiße Poren
weißer Stiel mit feinem Netzmuster
ausgezeichneter Speisepilz

Hinweis: Im Gegensatz zu den Maronen verfärben sich Steinpilze bei Druck nicht blau.

Flockenstieliger Hexenröhrling (Neoboletus erythropus)

Maronenröhrlinge sehen auf den ersten Blick dem Flockenstieligen Hexenröhrling ähnlich. Keine Angst, trotz des gefährlich klingenden Namens ist auch dieser essbar. Die roten Röhren machen die Unterscheidung leicht.

Flockenstieliger Hexenröhrling (Neoboletus erythropus)
Quelle: Wilhelm Zimmerling PAR, Ruhland, Ortrander Str. bei Hausnr. 13d, Flockenstieliger Hexenröhrling unter Roteichen, Seitenansicht, Herbst, 05, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0
VorkommenMerkmaleWert
Mischwald
saure Böden
samtiger rotbrauner Hut
dunkelrote Röhren
gelber Stiel ohne Netzmuster
wohlschmeckend, mild

Hinweis: Früher glaubte man, die Blaufärbung einiger Pilzarten habe mit Hexerei zu tun. So erhielt auch der Hexenröhrling seinen Namen.

Häufig gestellte Fragen

Wie können Maronen zubereitet werden?

Maronenröhrlinge beeindrucken mit ihrem nussigen Geschmack. Sie können gebraten oder geschmort werden. Ein Geheimtipp ist aus Maronen zubereitetes Würzpulver. Dazu werden die Pilze getrocknet und fein gemahlen. Sie können das Pulver mit getrockneten Kräutern mischen.

Was ist beim Putzen des Maronenröhrlings zu beachten?

Maronen sind leider oft madig. Aus diesem Grund müssen die Pilze sorgfältig geputzt werden. Kratzen Sie zunächst mit einem Messer den Schmutz von der Kappe. Schneiden Sie das Stielende ab. Entfernen Sie wurmstichige oder von Schnecken angefressene Teile. Lösen Sie die Röhren vom Stiel.

Sind Maronenröhrlinge Mykorrhizapilze?

Maronen leben als Mykorrhizapilze hauptsächlich in Symbiose mit verschiedenen Nadelbäumen. Mit seinem feinen Pilzgeflecht baut der Pilz eine Verbindung zum Baum auf. Dieser versorgt den Pilz mit Glucose, die bei der Fotosynthese entsteht. Im Gegenzug gibt der Mykorrhizapilz Phosphor und Stickstoff an den Baum ab. Baum und Pilz profitieren von dieser Verbindung.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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