Maulwurf oder Wühlmaus im Garten

In Ihrem Garten sind überall Erdhaufen? Dann sollten Sie zunächst klären, wer hier der Verursacher ist. Denn im Gegensatz zur Wühlmaus steht der Maulwurf unter Schutz und darf nicht bekämpft werden.

Ernährungsweise

Der Maulwurf (Talpa europaea) gehört zu den Fleischfressern, die sich hauptsächlich von Regenwürmern sowie Käfern und deren Larven ernähren. Trotz seiner lästigen Maulwurfshügel ist er damit sehr nützlich, da er die Pflanzen im Garten vor Engerlingen, Schnecken und vielen anderen Schädlingen schützt, da diese auf seinem Speiseplan stehen. Wühlmäuse (Arvicolinae) hingegen sind reine Vegetarier, die sich vorzugsweise an den unterirdischen Pflanzenteilen gütlich tun. Sie können im Hausgarten damit schwere Schäden an Stauden, Blumenzwiebeln, Wurzelgemüsen oder auch Obstbäumen anrichten.

Unterscheidungsmerkmale bei den Bauten

Maulwurfshügel im Garten
Maulwurfshügel

Es ist gar nicht so schwer, die beiden Erdbewohner voneinander zu unterscheiden. Bei näherer Betrachtung sehen allein die Hügel der beiden Tiere unterschiedlich aus.

Größe und Form des Hügels

Ein Maulwurf produziert Erdhaufen, die in regelmäßigen Abständen in der Form eines Vulkans mit runder Grundfläche aus dem Boden emporragen. Maulwurfshügel können Ausmaße von bis zu 25 Zentimeter Höhe und 30 Zentimeter Breite erreichen. Im Gegensatz zum Maulwurf sind die Hügel der Wühlmaus nicht nur kleiner und flacher, sondern in der Regel auch asymmetrisch aufgeworfen. Wühlmaushügel haben eine längliche Grundfläche und sind in unregelmäßigen Abständen anzutreffen. Lediglich im Herbst können die Hügel der Wühlmaus etwas höher ausfallen und damit an die Dimension von Maulwurfshügeln herankommen.

Tipp: Während Maulwurfshügel meist aus sauberer, lockerer Erde bestehen, enthalten Wühlmaushügel oft Wurzeln oder andere Pflanzenteile.

Form und Lage des Loches

Entfernen Sie etwas von der Erde des Hügels, erkennen Sie das Eingangsloch zum Bau. Durch das unterschiedliche Grabverhalten, Größe und Lebensweise der Tiere haben diese Löcher nicht nur eine andere Form, sie befinden sich auch an anderen Positionen im Hügel.

Wühlmaus-Höhle
Wühlmaus-Höhle, Quelle: Bernd Sauerwein, Den of unknown animal, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Maulwurf

  • Loch: mittig
  • Form: queroval
  • Gang verläuft von der Öffnung senkrecht nach unten

Wühlmaus

  • Loch: seitlich
  • Form: hochoval bis rundlich
  • Gang verläuft schräg nach unten

Gangsystem

Um sein weitverzweigtes unterirdisches Tunnelsystem zu graben, nutzt der Maulwurf seine schaufelförmigen Vorderbeine. Die Gänge, die bis tief in den Boden reichen und oft in mehreren Ebenen übereinanderliegen, scheinen indes keinem geordneten System zu folgen. Meist gräbt er einfach in die Richtung, aus der er mit seinem feinen Gehör oder der empfindlichen Nase Insekten oder Regenwürmer wahrnimmt. Dabei kann es passieren, dass der fast blinde Erdbewohner plötzlich die Grabrichtung ändert. Wühlmäuse, auch Schermäuse genannt, leben in Gangsystemen, die sich vorzugsweise sehr dicht unter der Erdoberfläche befinden.

Wühlmausgänge

Wühlmausgänge
Quelle: Rosser1954, Kirkbride, Enterkinfoot, Nithsdale – Field Vole burrows & runs, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0
  • Lage: knapp unter der Grasnarbe (5-30 cm Tiefe)
  • hochovaler Querschnitt
  • Höhe: 8 cm
  • Breite: 5 cm
  • genagte Wände (Zahnspuren erkennbar)
  • gerade verlaufend
  • keine Wurzeln in den Gängen
  • relativ gerades Gangsystem
  • Wände glatt, Boden rau

Maulwurfsgänge

  • Lage: etwas tiefer im Erdreich, meist in mehreren Ebenen übereinander
  • querovale Form (breiter als hoch)
  • kleiner als bei der Wühlmaus
  • etwa zwei Finger breit
  • Gangsystem stark gewunden, ungeordneter Verlauf
  • mit Wurzeln durchsetzt
  • Decke oft lose oder brüchig

Kot

Sollten Sie zufällig etwas Kot von dem ungebetenen Gartenbewohner finden, lassen sich auch hier deutliche Unterscheidungsmerkmale feststellen. Die Ausscheidungen von Pflanzenfressern, zu denen die Wühlmäuse gehören, sind bei näherer Betrachtung von langen, unverdaulichen Pflanzenfasern durchzogen. Ihre Hinterlassenschaften bestehen aus vielen kleinen, oval geformten Kotbällchen. Kot von Maulwürfen hingegen ist meist als einzelner, längerer Strang geformt und relativ homogen.

Verwühlprobe

Maulwurfshügel & Wühlmauslöcher
links: Maulwurfshügel
rechts: Wühlmauslöcher

Sollten Sie immer noch nicht sicher wissen, ob Sie es mit einem Maulwurf oder einer Wühlmaus zu tun haben, hilft die sogenannte Verwühlprobe. Graben Sie dazu das Gangsystem an ein paar Stellen auf. Bei der Öffnung eines Ganges reagieren die beiden Tiere sehr unterschiedlich. Wühlmäuse kontrollieren in kurzen Zeitabständen die Tunnel. Liegt ein solcher frei, schieben sie in der Regel innerhalb von kurzer Zeit die Öffnungen wieder zu und umgraben die Stelle seitlich. Bei Maulwürfen kann das hingegen mehrere Tage dauern. Im Gegensatz zu Wühlmäusen verschließen sie die Öffnung, indem sie sie untergraben.

Wühlmäuse

  • nach Minuten bis Stunden
  • stopfenartiger Verschluss

Maulwürfe

  • meist erst nach mehreren Tagen
  • Verschluss durch Untergrabung
  • Decke locker und brüchig

Hinweis: Maulwürfe benutzen einige ihrer Tunnel nur ein einziges Mal, sodass die Öffnung in diesem Fall unverschlossen bleibt.