Wassermelonen sind ein Stück Wasser gepaart mit einem unglaublichen Geschmack. Erfrischend im Sommer und dabei kalorienarm wie kaum eine andere Frucht. Zuckermelonen dagegen sind einfach nur zuckersüß, aromatisch duftend und lecker. Wie viel Nass brauchen die Pflanzen, damit die Früchte groß und prall werden? Und welche Nährstoffe sorgen für den guten Geschmack? Diese Sonnenanbeter sind noch seltene Besucher in unsere Gärten, ihre Versorgung ist dennoch kein Buch mit sieben Siegeln.

Melonen gießen

Der Wasserdurst ist groß

Wassermelonen und Zuckermelonen verlangen fast täglich nach Wasser, denn sie benötigen enorm viel Feuchtigkeit für ein gesundes Wachstum. Insbesondere die Wassermelone ist auf das kostbare Nass angewiesen, um ihrem Namen alle Ehre zu machen. Die durstlöschenden Früchte speichern diese Gaben und wachsen so schnell zu ansehnlichen Kugeln heran. Der Gärtner kann ihnen dabei buchstäblich zusehen. Die sonnige und warme Umgebung, in der die Melone mit Vorliebe ihre Ranken ausstreckt, treibt ihrerseits durch stärkere Verdunstung den Wasserbedarf zusätzlich in die Höhe.

Wassermelone

Zeitpunkt & Menge

Wann und wie viel gießen?

Gegossen wird nach Bedarf, und der ist fast immer gegeben. Je heißer der Sommer, um so öfter muss die Gießkanne geschwungen werden. Im Gewächshaus ist das Gießen sogar eine noch größere Notwendigkeit als im Freien, da dort das knappe Erdreich schneller austrocknet.

  • Wassermenge richtet sich nach Bedarf
  • bei kühler Witterung zurückhaltender wässern
  • an warmen Tagen täglich mit Wasser versorgen
  • eine große Kanne pro Pflanze kann notwendig sein
  • das Wasser sollte 20 cm in die Tiefe vordringen
  • morgens gießen
  • im Herbst öfter, aber mit kleineren Mengen versorgen

Eine gleichmäßige, bedarfsorientierte Versorgung der Melone ist ein entscheidender Faktor für die Bildung aromatischer Früchte. Eine Unter- und Überversorgung ist diesen äußerlich nicht unbedingt anzusehen. Der dadurch erlittene Qualitätsverlust ist allerdings deutlich am Geschmack erkennbar.

Wassertemperatur

Das ideale Nass für Melonen

Die Melone ist eine Wärme liebende Pflanze, die es übel nimmt, wenn ihr das zugeführte Wasser einen Kälteschreck versetzt. Die täglich große Wassermenge muss daher gut temperiert sein, damit sie das Erdreich nicht stark abkühlt.

  • Wasser direkt aus der Leitung ist zu kalt
  • lauwarmes Gießwasser ist ideal
  • Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser verwenden

Richtig gießen

Die Melone will ihr tägliches Wasser ausschließlich über ihre Wurzeln zu sich nehmen. Der Rest der Pflanze und die Umgebungsluft sollten trocken bleiben. Zu viel Nässe auf oberirdischen Pflanzenteilen sowie eine zu feuchte Luft fördern unliebsame Pilzerkrankungen.

  • keinen Wasserschlauch einsetzten
  • durch den harten Strahl spritzt das Wasser überall hin
  • auch Sprinkleranlagen sind ungeeignet
  • ausschließlich eine Gießkanne verwenden
  • in der Nähe der Wurzeln gießen
  • dabei den unmittelbaren Wurzelbereich auslassen
  • Blätter nicht nass machen
  • Luftfeuchtigkeit gering halten

Tipp: Verlegte Tropfschläuche versorgen automatisch, optimal und gezielt die Wurzeln der Pflanzen mit Wasser, während der Rest trocken bleibt.

Melonen richtig gießen

Melonen düngen

Düngen ist eine Notwendigkeit

Melonen sind starkzehrende Pflanzen, die dem Boden während der ganzen Saison eine Menge an Nährstoffen abverlangen. Damit der Nachschub nicht abreißt, muss das Nährstoffdepot in der Erde vor dem Auspflanzen gut gefüllt und laufend ergänzt werden. Der Gärtner muss sich also rechtzeitig vor dem Saisonstart mit einem geeigneten Dünger eindecken.

Häufigkeit

Wie oft düngen?

Die erste Düngung erfolgt, noch bevor die Melonenpflanzen das Erdreich betreten. In den Boden wird eine große Portion Dünger eingearbeitet, dessen Nährstoffe für einen guten Start der Pflanzen Sorge tragen. Je nach Art der Düngung muss das teilweise schon mehrere Wochen vor dem Melonenanbau geschehen, damit Mikroorganismen genügend Zeit haben den Dünger passend zu zersetzen.

Während der weiteren Vegetationszeit müssen Sie Ihre Melonenpflanzen wöchentlich düngen. Dabei ist darauf zu achten, dass die oberirdischen Pflanzenteile nicht mit der Düngelösung in Berührung kommen.

Der optimale Düngestoff

Melonen benötigen eine stickstoffhaltige Düngung, die den pH-Wert des Bodens zwischen 6 und 7 hält. Künstliche Mineralstoffdünger sind einfach in der Anwendung, doch dem Geschmack der Früchte nicht unbedingt zuträglich. In Ihrem Garten können Sie Biomelonen heranreifen lassen, wenn Sie diese natürlich düngen. Der gesamte Nährstoffbedarf kann gut über organische Dünger auf tierischer oder pflanzlicher Basis abgedeckt werden. Natürliche Düngemittel kann jeder Gärtner kostengünstig selbst herstellen oder besorgen.

Kompost

Der ideale Dünger schlechthin, wenn Sie das Erdreich natürlich mit Nährstoffen versorgen möchten. Er ist für alle Pflanzen bestens geeignet, so auch für die Melone. Ein guter Gärtner hat ihn stets parat, weil er laufend anfallendes Pflanzenmaterial kompostiert.

  • gut als erste Düngung
  • im Herbst oder zeitigem Frühjahr
  • auch während der Wachstumszeit
  • durchgesiebt und im Wasser aufgelöst

Kompost

Tipp: Wenn Sie über keinen eigenen Komposthaufen verfügen, können Sie dennoch leicht an Kompost kommen. Regionale Entsorgungsbetriebe kompostieren den Inhalt der Biotonnen und geben den hergestellten Kompost günstig oder gar kostenlos ab.

Kuh- und Pferdemist

Insbesondere Pferdemist enthält alles, was ein starker Nährstoffverbraucher so gebrauchen kann. Erkundigen Sie sich, wo in Ihrer Nähe Pferde artgerecht gehalten werden. Oft wird der Mist kostenlos abgegeben. Er sollte vor der Verwendung im Garten gut ausgereift sein, da es sonst zu Verbrennungen an Pflanzen kommen kann.

  • eignet sich für die herbstliche Bodenaufbereitung
  • auch Wochen vor Pflanzbeginn

Hornspäne

Seit Jahrzehnten düngen Hobbygärtner natürlich mit Hornspänen. Sie sind ein natürlicher Langzeitdünger, der seine Nährstoffe nach und nach abgibt. Diese Zeitverzögerung muss bei der Versorgung der Melone eingeplant werden. Hornspäne eignen sich daher gut als Anreicherung vor der Pflanzung.
Hornmehl ist fein vermahlen und setzt daher seine Nährstoffe schneller frei als Hornspäne.

Pflanzenjauchen

Gesunde Lebensweise und Biokost sind voll im Trend. Immer mehr Gärtner begeben sich daher auf die Suche nach natürlichen Düngern für ihr Obst und Gemüse. Altbewährte Pflanzenjauchen werden wieder entdeckt, und das zu Recht. Viele Pflanzen eignen sich für die Herstellung von nährenden Pflanzenjauchen. Am bekanntesten ist aber sicherlich die Brennnesseljauche, die Sie wie folgt selbst herstellen können.

1. Pflücken Sie etwa 1 kg frische Brennnesselblätter und geben Sie diese zerschnitten in einen großen Eimer.

2. Fügen Sie 10 Liter Regenwasser hinzu und etwas Gesteinsmehl. Dieses bindet die unangenehmen Gerüche, die bei der Gärung entstehen.

3. Decken Sie die Öffnung mit luftdurchlässigem Stoff zu. Einerseits können aufsteigende Gase gut entweihen, anderseits können keine Insekten in die Jauche fallen.

4. Lassen Sie den Eimer für etwa 2 Wochen im Freien an einem sonnigen Platz stehen.

5. Rühren Sie mit einem langen Holzstab die Jauche täglich um.

6. Wenn keine Blasen mehr aufsteigen, ist die Jauche fertig.

Brennnesselsud ansetzen

Unmittelbar vor dem Einsatz als Düngemittel wird die Brennnesseljauche mit Wasser verdünnt. Das Mischungsverhältnis beträgt 1:20 für Jungpflanzen, ansonsten 1: 10. Die Jauche hält mehrere Monate und kann wöchentlich angewendet werden.

Gründüngung

Im Jahr vor dem Melonenanbau kann auf der vorgesehene Anbaufläche Gründünger ausgesät werden. Schmetterlingsblütler wie Lupinen und Klee eignen sich bestens dafür. Sie wandeln mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff in Nitrat um, das wiederum gut von Pflanzen aufgenommen werden kann. Die stickstoffhaltigen Pflanzen werden stehen gelassen und im Frühjahr einfach in die Erde eingearbeitet.

Kaffeesatz

Kaffee ist eines der Lieblingsgetränke hierzulande, weswegen er in keinem Haushalt fehlt. Bei seiner Zubereitung fällt ganz nebenbei ein wertvoller Dünger an: Kaffeesatz. In ihm tummeln sich Nährstoffe wie Kalium, Phosphor und Stickstoff.

  • für wenige Pflanzen reicht der anfallende Kaffeesatz aus
  • erst abkühlen lassen
  • neben Wurzeln der Melonen ausstreuen
  • in den Boden einarbeiten

Kaffeesatz als Dünger

Natürliche Düngemittel im Handel

Das naturnahe Gärtnern gewinnt immer mehr an Bedeutung. Der Handel macht diesen Trend mit und bietet inzwischen zahlreiche Düngemittel, die aus pflanzlichen oder tierischen Ausgangsstoffen wie Guano hergestellt sind. Wer also keine Zeit findet, selbst für die Düngerherstellung tätig zu werden, muss dennoch nicht zu künstlichen Erzeugnissen greifen.

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