Meterbohnen - Titel

Die Meterbohne trägt ihren Namen nicht umsonst. Die Hülsen sind um einiges länger als bei den üblichen Stangenbohnen. Ihr Anbau gelingt am ertragreichsten in warmen Gegenden. Alles Wichtige zur Kultur, erfahren Sie hier.

Auf den Punkt gebracht

  • der Name und seine Synonyme stammen von der Länge der Bohnen
  • die ursprüngliche Heimat ist wärmer, deshalb gibt es hier weniger Ertrag im Freiland
  • die Spargelbohne wird wie die gewöhnliche Gartenbohne gesteckt
  • Schlangenbohne können im Gegensatz zu anderen Bohnen roh gegessen werden

Die Meterbohne

Die Meterbohne (Vigna unguiculata subsp. sesquipedalis) gehört zu den Schmetterlingsblüten und ist in Afrika und Asien beheimatet. Sie ist einjährig und hat nur eine kurze Kulturdauer. Für dauerhaft hohen Ertrag benötigt sie gleichmäßige Wärme über Tag und Nacht, was bei uns nicht gewährleistet werden kann. Ein Anbau im Gewächshaus ist zwar möglich, ist jedoch wegen der Gefahr von Spinnmilben aufwändiger als der Freilandanbau.

Meterbohne
Quelle: Aris riyanto, „+arya+“ kacang panjang (Vigna unguiculata sesquipedalis) ꦏꦕꦁ ꦭꦚ꧀ꦗꦫꦤ꧀ 2020 4, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Weitere Merkmale:

  • wärmebedürftig, stellt bei unter 20 Grad Wachstum ein
  • je nach Sorte kletternd oder buschförmig
  • Kulturdauer etwa 12 Wochen
  • attraktive Blüten in weiß, hellgelb oder violett
  • Hülsen zwischen 30 und 50 cm lang
  • verträgt Trockenheitv

Standort

Die Schlangenbohne mag es warm, sonnig und geschützt. Etwas Schatten am Standort ist kein Problem, im Vollschatten wächst sie jedoch schlecht. Der Boden muss keine besonderen Eigenschaften haben. Normale Gartenerde ist ausreichend, solange sie locker und tiefgründig ist. Trockenes Erdreich ist Staunässe vorzuziehen. Meterbohnen wachsen besser in Sand als in Lehmböden. Wichtig ist ein windgeschützter Platz, damit die Triebe und Ranken nicht abknicken. Trotzdem sollte genug Luft an die Pflanzen gelangen, sodass sie nach Regen schnell abtrocknen.

Anzucht

Für die Anzucht von Meterbohnen gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Vorziehen im Gewächshaus, Frühbeet oder auf der Fensterbank
  • Direktsaat im Freien

Vorziehen

Das Vorziehen im Warmen kann den Bohnen einen Wachstumsvorsprung verschaffen. Dies gelingt allerdings nur, wenn die Nächte nach dem Auspflanzen nicht zu kühl sind.
Das Auspflanzen ist später einfacher, wenn für jede Bohnenpflanze ein einzelner Topf verwendet wird. Dieser kann dann auch gern kleiner sein. Ansonsten wird für etwa 4 bis 5 Pflanzen ein Topf mit 10 cm Durchmesser verwendet.
Anleitung:

  • Ende April mit dem Säen beginnen
  • die Töpfe mit Gartenerde bis 3 cm unter dem Rand füllen
  • die Samen verteilen und anschließend die Erde auffüllen
  • gut angießen
  • Keimtemperatur gleichmäßig bei 20 Grad
  • wenn die Pflanzen kräftig gewachsen sind, Mitte Mai auspflanzen

Anzucht im Freiland

Ein Vorteil der Freilandanzucht liegt darin, dass das spätere Verpflanzen entfällt. Außerdem wird kein zusätzlicher Platz im Warmen benötigt. Meterbohnen können im Horst oder in Reihen gesät werden.
Anleitung:

  • von Mai bis spätestens Mitte Juli säen
  • bei Reihensaat im Abstand von 40 bis 50 cm alle 5 bis 10 cm eine Bohne stecken
  • bei Horstsaat alle 40 cm 3 Bohnen zusammenlegen
  • für beide Varianten gilt eine Saattiefe von 3 cm
  • Samen mit Erde abdecken und etwas andrücken
  • gut Wässern
  • Keimdauer etwa eine Woche, bei kühler Witterung auch länger, dabei feucht halten
Blüte der Meterbohne
Quelle: 阿橋 HQ, 豆角(長豇豆) Vigna unguiculata v sesquipedalis -香港嘉道理農場 Kadoorie Farm, Hong Kong- (9200947374), bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 2.0

Anbau im Gewächshaus

Höhere Erträge der Meterbohnen erhält man im Gewächshaus, da die Temperaturen gleichmäßig über Tag und Nacht warm gehalten werden können. Die Pflege gleicht der Kultur im Freiland. Die Bohnen werden, sobald es im Gewächshaus warm genug ist, ausgesät und bis zum Auflaufen feucht gehalten. Später werden die Pflanzen nur bei Bedarf bewässert. Im Gewächshaus klettern die Pflanzen am besten an Schnüren empor. Während die Bohnenfliege unter Glas ein seltener Schädling ist, können Spinnmilben und weiße Fliegen zur Plage werden. Gutes Lüften und eine hohe Luftfeuchtigkeit ist sehr wichtig.

Wuchshöhe

Kletternde Meterbohnen können 2 bis 3 m hoch werden. Sie benötigen also zwingen eine Rankhilfe, die ausreichend hoch ist. Alternativ können sie auch an einem Zaun oder einer Wand wachsen, sofern Zaun oder Wand ihrer Wuchshöhe entsprechen. Zum Aufleiten reicht dann Draht oder ein gespanntes Seil.

Rankhilfen

Geeignet sind alle Rankgerüste, die entsprechend hoch sind. Sie müssen nicht zwingend gekauft werden. Als Rankhilfen kann man auch alte Werkzeugstiele oder Äste von Bäumen verwenden. Die Rankhilfe wird angebracht, wenn die Bohnen 15 cm hoch gewachsen sind.

Hinweis: Für eine bessere Standfestigkeit werden die Bohnen angehäufelt.

Pflege

Die Meterbohnen sind pflegeleicht. Am Anfang müssen die Triebe eventuell an den Rankhilfen aufgeleitet und festgebunden werden. Später rankt die Pflanze von allein weiter nach oben. Der Boden sollte ab und an gehackt werden. Vorhandenes Unkraut wird dabei entfernt. Eine Mulchdecke schützt nicht nur vor Unkraut, sie hält den Boden auch locker und feucht.

Wasser

Spargelbohnen benötigen besonders am Anfang ausreichend Wasser. Ist die obere Bodenschicht angetrocknet, werden die Pflanzen gegossen. Später sollte darauf geachtet werden, dass beim Gießen nicht die gesamte Pflanze nass wird. Es reicht, wenn der Wurzelbereich feucht bleibt. Stehen Spargelbohnen zu trocken, werden die Hülsen faserig und hart. Staunässe lässt die Wurzeln faulen. Eine gute Bodenbelüftung hilft bei der Stickstoffbildung.

Dünger

Wie andere Schmetterlingsblütler besitzen Schlangenbohnen an den Wurzeln Knöllchenbakterien, die Stickstoff aus der Luft binden. Ein zusätzlicher stickstoffbetonter Dünger ist also nicht notwendig. Allenfalls etwas Gesteinsmehl kann hilfreich sein, um den Boden mit Mineralien anzureichern.

Ernten

Spargelbohnen bilden lange Hülsen, die schon im jungen Zustand sehr schmackhaft sind. Die Bohnen werden geerntet, solange sich die Samen noch nicht vollständig ausgebildet haben, erkennbar ist das an den geringen Ausbuchtungen der Schoten. Werden die Bohnen fortlaufend abgeerntet, bilden sie immer neue Blüten und Hülsen. Bohnen können Sie nicht lange frisch aufbewahren. Im Kühlschrank halten sie sich etwa 2 Tage. Am besten schmecken sie jedoch direkt nach dem Ernten. Schlangenbohnen lassen sich gut einfrieren, einkochen oder trocknen.

Bohnen der Meterbohne
Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Vigna_unguiculata_subsp._sesquipedalis#/media/File:Long_Bean.JPG

Schädlinge

Schnecken

Schnecken treten besonders bei noch sehr jungen Pflanzen auf und können großen Schaden anrichten. Bei wenigen Bohnenjungpflanzen reicht jedoch es, sie jeweils mit einem Schneckenkragen zu schützen. Ein Schneckenzaun schützt allerdings das ganze Beet vor Schnecken und lässt sich leicht anbringen. Allerdings ist darauf zu achten, dass nirgendwo um das Beet herum durch andere zu große Pflanzen ein Übergang geschaffen wird. Die Bepflanzung rund um das Bohnenbeet muss deshalb möglichst kurzgehalten werden.

Schwarze Bohnenblattlaus

Ein weiterer Schädling ist die Bohnenblattlaus, die sich an den Trieben versammelt und dort Pflanzensäfte saugt. Eine kräftige Bohne verträgt einige Blattläuse, ohne Schaden zu nehmen, doch wenn die Schädlinge überhandnehmen, verkrüppeln Triebe oder Blätter. Stark befallene Triebe kann man mitsamt den Läusen von der Pflanze schneiden.

Bohnenfliege

Die Bohnenfliege ist deshalb so gefährlich, weil sie den Keimling, manchmal sogar schon den Samen befällt. Die Maden bohren Löcher in das Saatgut und fressen es von innen her aus. Die Pflanzen keimen entweder gar nicht oder nur sehr verhalten. Meistens stirbt der Keimling sofort nach dem Auflaufen ab. Hilfreich gegen die Bohnenfliege ist ein spätes Säen, weil sie hohe Temperaturen zum einen nicht mag und zum anderen die Bohnen dann schneller keimen. Außerdem schützt eine Anzucht unter Glas vor der Bohnenfliege.

Krankheiten

Bohnenrost

Bei feuchter Witterung können Pilzkrankheiten die Bohnen befallen. Bohnenrost zeigt sich erst durch weiße, später braune Pusteln. Sie treten an Blättern und Stängeln auf. Es hilft nicht, nur die befallenen Teile der Pflanze abzuschneiden. Besser ist es, wenn die gesamte Bohne entfernt wird. Sie darf nicht auf den Kompost, sie gehört in den Bio- oder Hausmüll.

Bohnenrost
Quelle: Jerzy Opioła, Uromyces appendiculatus a1 (1), bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Grauschimmel

Weniger gefährlich als Bohnenrost ist Grauschimmel, der allerdings schon ganz junge Pflanzen befallen kann, wenn sie zu feucht gehalten werden. Der Pilz zeigt sich durch weißlich bis gräuliche Flecken und einen pelzigen Pilzrasen auf Blättern oder Stängeln. Die befallenen Teile können abgeschnitten werden. Die Pflanze sollte insgesamt trockener kultiviert werden.

Mischkultur

Die Spargelbohne wächst gut zusammen mit Gurken, Kohl, Erdbeeren, Rote Bete, Kartoffeln oder Tomaten. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass sie andere Kulturen nicht zu sehr beschatten. Weniger gut geeignet für die Pflege in Mischkultur sind jedoch andere Hülsenfrüchte, wie etwa Erbsen oder Lauchgemüse.

Hinweis: Eine Mischkultur mit Bohnenkraut soll allerdings auch gegen Schädlinge helfen.

Fruchtfolge

Meterbohnen sind Schwachzehrer. In der Fruchtfolge werden sie nach Mittelzehrern angebaut. Nach ihnen folgt entweder eine Gründüngung oder Starkzehrer, die zusätzlich mit Mist oder Kompost versorgt werden. Für Bohnen in Mischkultur mit anderen Schwachzehrern gilt das gleiche. Bei anderen Pflanzpartnern müssen Sie aber auch deren Eigenschaften beachten.

Hinweis: Vor und nach Bohnen werden keine anderen Schmetterlingsblütler auf dem Beet angebaut. Auf das gleiche Beet sollten Bohnen erst wieder nach 4 Jahren.

Häufig gestellte Fragen

Wie kann die Meterbohne zubereitet werden?

Im Gegensatz zu vielen anderen Bohnen kann die Schlangenbohne roh verzehrt werden. Blätter und Triebe sind ebenfalls essbar, zum Beispiel im Salat. Wie anderes Gemüse kann auch die Spargelbohne gekocht oder in der Pfanne gebraten werden.

Was hilft noch gegen Schädlinge oder Krankheiten?

Bevor zu chemischen Lösungen gegriffen wird, sollten zu allererst biologische Mittel oder Hausmittel versucht werden. Gegen Läuse und Spinnmilben hilft oft schon Wasser bzw. eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Andere tierische Schädlinge werden gern von Nützlingen verzehrt.

Kann die Spargelbohne aus eigenen Samen gezogen werden?

Sofern es sich um eine samenfeste Sorte handelt, ist das möglich. Hybridsorten eignen sich zur Weitervermehrung nicht, weil die Eigenschaften der Tochterpflanzen nicht vorhersehbar ist. Die Samen sollten an der Pflanze ausreifen und werden dann trocken aufbewahrt.

Benötigt die Schlangenbohne Schnittmaßnahmen?

Ein Schneiden der Triebe ist nicht notwendig. Allenfalls können sie etwas eingekürzt werden, wenn sie über das Rankgerüst hinauswachsen.