Minze blüht – ist blühende Pfefferminze/Zitronenmelisse essbar?

Minze/Zitronenmelisse blüht, kann man sie nun noch essen

Die Pfefferminze zählt zu den beliebtesten Kräutern. Als Tee aufgegossen, frisch im Salat oder als Zutat in anderen Speisen hat sie unsere Küchen bereits seit längerem erobert. Sie kann im Topf, auf dem Balkon oder im Garten gehalten werden. Ihre Verwandte, die Zitronenmelisse, besticht durch ihren frischen, zitronenartigen Geschmack. Sie ist winterfest und wie die Pfefferminze vielseitig verwendbar. Beide Pflanzen werden zu den Heilkräutern bzw. Arzneipflanzen gezählt. Die Ernte ist einfach. Was passiert aber, wenn die leckeren Pflanzen zu blühen anfangen?

Pflanzenfamilie

Pfefferminze und Zitronenmelisse gehören botanisch zur Familie der Lippenblütler. Alle Vertreter dieser Pflanzenfamilie, zu der auch Basilikum und andere Minz-Sorten zählen, sind eng miteinander verwandt. Wird die Pflanzengattung betrachtet, gehört die Pfefferminze der Gattung Minze und die Zitronenmelisse der Gattung Melisse an. So gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden bekannten Heilkräutern.

Melisse

Melisse: Ernte und Erntezeitpunkt

Zitronenmelisse kann mehrmals pro Jahr geerntet werden. Da sie am besten frisch schmeckt, sollten Sie immer nur die benötigte Menge ernten. Die Erntezeit ist generell von Juli bis Oktober. Um die Pflanze kompakt zu halten, schneiden Sie die Triebe mit den Blättern ab. Nach dem Schnitt wachsen die Triebe nach. Dies verzögert auch das Blühen der Melisse, denn das meiste Aroma steckt in den Blättern, bevor die Pflanze anfängt zu blühen.

Zitronenmelisse im Garten
Zitronenmelisse
  • in den Morgenstunden ernten
  • Stängel bis 10 cm abschneiden (Menge nach Bedarf)
  • Melisse treibt neu aus und blüht wieder

Die Blütezeit der Melisse ist von Juni bis August. Fangen einzelne Triebe an zu blühen, sollten diese nicht mehr abgeschnitten werden. Sie haben dann nicht nur den erfrischenden Geschmack verloren, sondern sie schmecken nun sogar bitter. Blüht die ganze Pflanze, sollte während der Blütezeit besser gar nicht geerntet werden. Überlassen Sie die blühende Pflanze den Bienen, und kürzen Sie die Pflanze nach der Blüte ein. Je nach Höhe der Pflanze, kann sie bis auf fünf Zentimeter gekürzt werden.

Nach dem Neuaustrieb kann wieder bis kurz vor der Blüte geentet werden. Je nach Bedarf und Größe der Pflanze kann dieser Zyklus bis Oktober wiederholt werden.

Während des Winters kann bei ausgepflanzten Zitronenmelissen keine Ernte eingefahren werden. Da die Pflanze in dieser Zeit ruht, kommt es zu keinem Neuaustrieb. Wird die Melisse im Topf kultiviert, kann zwar geerntet werden, aber für die Pflanze ist es besser, wenn sie in diesem Fall ruhen darf.

Pfefferminze

Pfefferminze: Ernte und Erntezeitpunkt

Das schmackhafte Kraut hat zwei Haupterntezeiten. Wenn Sie nur wenige Blätter benötigen, können einzelne Stängel jederzeit abgeschnitten werden. Frische Minze können Sie von Mai bis September schneiden. Sie schmeckt frisch serviert oder getrocknet gleich gut. Die beste Zeit für die Ernte ist knapp vor bzw. zu Beginn der Blüte. Zu diesem Zeitpunkt werden in den Blättern die meisten Aromastoffe gespeichert. Dies ist auch der geeignete Zeitpunkt für die erste Haupternte.

Pfefferminze im Gartenbeet
Pfefferminze

Gehen Sie bei der Haupternte wie folgt vor:

  • Stängel in den Morgenstunden abschneiden
  • schneiden Sie die Stängel weit zurück
  • Stängel treiben nach der Ernte wieder neu aus

Während der Blütezeit, die je nach Aussaat und Witterung zwischen Juni und September liegt, verlieren die Blätter an Geschmacksintensität, weil die Pflanze alle Kraft in ihre Blüten steckt. Schließlich dienen sie ihrer Vermehrung. Trotzdem können Sie während der Blüte Blätter ernten, allerdings haben die Blätter dann etwas weniger Geschmack. Deshalb überlassen Sie die blühende Minze am besten den Hummeln und anderen nützlichen Insekten.

Nach der Blüte kürzen Sie die Pflanze ein. Haben die Triebe eine stattliche Größe erreicht und schöne große Blätter entwickelt, ist der Zeitpunkt für die zweite Haupternte gekommen. Wundern Sie sich nicht, wenn diese Blätter vielleicht weniger aromatisch und dafür etwas herber schmecken. Das ist natürlich und kann vorkommen. War der Sommer stark verregnet, fällt der Geschmack der zweiten Ernte weniger intensiv aus, weil die Pflanze nicht genügend Aroma bilden konnte. Grundsätzlich kann die Minze bis zum ersten Frost geschnitten werden.

Wird die Pflanze zu groß oder wuchert sie zu stark, kann sie bis September / Oktober mehrmals großzügig zurückgeschnitten werden.

Essbarkeit Blüten

Essbarkeit der Blüten und Stängel

Die Pfefferminzblüten sind essbar. Sie sind allerdings für den bekannten Pfefferminztee nicht so gut geeignet, da es ihnen an Aromastoffen fehlt. Heute werden Pfefferminzblüten als Zutat für Süßspeisen verwendet. Auch geben Sie Sommer-Bowlen einen Frische-Kick. Die Blüten der Zitronenmelisse werden hauptsächlich zu Sirup verarbeitet, denn auch sie sind essbar.

Da Blätter und Blüten der Minze ohne weiteres in der Küche verwendet werden können, handelt es sich bei der Aussage, dass die Pflanze nach der Blüte giftig wird, um nichts als ein Gerücht. Auch eine blühende Melisse ist vollkommen ungiftig.

blühende Zitronenmelisse
blühende Zitronenmelisse

Die Pfefferminzstängel sind kein Abfallprodukt. Sie können die Stängel samt Blättern trocknen und so haltbar machen. Werden die Blätter zum Beispiel zum Würzen benötigt, kann aus den Stängeln immer noch ein schmackhafter Tee gezogen werden.

Pfefferminze Pilzbefall

Pfefferminze mit Mehltau-Befall

Sind die Blätter der Heilpflanze mit einem weißen, mehligen Belag überzogen, handelt es sich um Echten Mehltau. Der Pilz ist für den Menschen nicht gesundheitsgefährdend. Aus rein optischen Gründen verzichten wir aber auf den Genuss der Minzblätter. Das muss nicht sein. Da der Pilz nicht in das Blatt der Pflanze eindringt, kann er leicht abgewischt werden. Die Blätter zeigen danach wieder ihre normale, intensive grüne Farbe. Einem Verzehr steht dann nichts entgegen.

Pfefferminze im Kräuterbeet
Pfefferminze

Werkzeug

Die Stängel von Minze und Melisse lassen sich mit einem scharfen Messer oder einer Schere abschneiden. Einzelne Blätter können mit den Fingern abgezwickt werden.

Achten Sie beim Schneiden darauf, dass der Schnitt glatt ist und der restliche Stängel nicht verletzt wird, denn Verletzungen an den Stängeln sind ein prima Eintrittstor für Schädlinge. Einzelne Stängel sollten mit Vorsicht abgeschnitten werden, sodass benachbarte Triebe nicht verletzt werden. Werden einzelne Blätter abgezwickt, muss darauf geachtet werden, dass der Stängel nicht verletzt wird.

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