Minze bekommt gelbe Blätter: was tun?

Die Mentha gehört zu den mehrjährigen Kräutern, die in keinem Garten fehlen dürfen. Die Pflanzen sind im Allgemeinen sehr robust und erkranken nur selten. Bei optimalen Bedingungen breiten sie sich rasend schnell im Garten aus. Bekommt die Minze plötzlich gelbe Blätter, stimmt etwas nicht und Sie müssen handeln. Oft sind es Hitze und Trockenheit, die der Pflanze zu schaffen machen, aber auch verschiedene Krankheiten und Schädlinge kommen als Ursache infrage.

Schädlinge

Es sind unzählige tierische Schädlinge im Garten unterwegs, die im Allgemeinen jedoch einen großen Bogen um die unterschiedlichen Mentha-Arten machen. Ihre ätherischen Öle schützen die Pflanze in einem gewissen Maße vor den Insekten. Die meisten Schädlinge ernähren sich von den Pflanzensäften, einige fressen auch die Blätter. Unbehandelt kann ein starker Befall die Minze töten.

Blattläuse

starker Blattlaus Befall

Blattläuse halten sich vorzugsweise an frischen Triebspitzen und an den Unterseiten der Blätter auf. Sie sind sehr klein und haben einen kugeligen, meist grünlichen Körper. Blattläuse scheiden eine zuckerhaltige, klebrige Substanz namens Honigtau aus. Dieser fördert das Wachstum von Rußtaupilzen auf den Pflanzen, der an seiner schwarzen Farbe erkennbar ist.

Schadbild

  • gelbe Blätter
  • verkümmerte Triebe
  • nekrotische Flecken
  • schwarze Triebspitzen

Erste Hilfe

Ist die Blattlauspopulation nur auf wenige Blätter oder Triebe beschränkt, schneiden Sie diese heraus. Robuste Pflanze können Sie mit einem scharfen Wasserstrahl abbrausen. Zur Bekämpfung hat sich eine Seifen- oder Neemöl-Lösung bewährt. Bei starkem Befall ist es einfacher, die gesamte Pflanze bodennah abzuschneiden.

Erdflohkäfer (Psylliodes)

Erdfloh
Larve des Erdflohs. Quelle: Gilles San Martin from Namur, Belgium, Psylliodes chrysocephala larva (31943653745), Zuschnitt von Plantopedia, CC BY-SA 2.0

Erdflohkäfer, auch Erdflöhe genannt, sind nur um die zwei Millimeter lang. Ihr Körper ist gelbbraun bis rötlich, die Flügeldecken meist gelb gefärbt. Die adulten Käfer überwintern im Boden und legen ab dem Frühjahr ihre Eier ab, nachdem sie sich über die Blätter der Minze hergemacht haben. Die Ursache für das Absterben der Pfefferminze liegt jedoch meist verborgen im Boden, denn die winzigen Larven fressen ab April an den Wurzeln.

Symptome

  • winzige, runde Löcher in den Blättern
  • gelbe Blätter und Absterben der Minze bei Wurzelfraß

Maßnahmen

Auf natürliche Weise lassen sich Erdflohkäfer mit Pflanzenjauchen aus Wermut oder Rainfarn bekämpfen. Auch eine Lösung aus gekochten Zwiebeln oder Knoblauch wehrt die Tierchen ab. Zusätzlich ist es sinnvoll, ein mit Raupenleim bestrichenes Brett neben die Minze zu legen. Springende Erdflohkäfer bleiben an dem Leim kleben.

Tipp: Häufiges Hacken und Feuchthalten des Bodens minimiert das Befallsrisiko.

Minzblattkäfer (Chrysolina-Spezies)

Minzblattkäfer
Chrysolina coerulans

Gelegentlich tritt an der Minze ab April oder Mai der Minzeblattkäfer auf. Die Käfer sind leicht an ihrem metallisch glänzenden Äußeren erkennbar. Je nach Spezies können die Käfer grün, blau oder auch kupferfarben bis schwarz gefärbt sein.

Schadbild

  • Blattrandfraß (vorwiegend an den Triebspitzen)
  • braune, glänzende Larven blattunterseits ab Juni

Bekämpfung

Schneiden Sie befallene Triebe frühzeitig zurück, um die Eigelege zu reduzieren. Zudem ist es sinnvoll, eine Lösung aus Seife mit etwas Rapsöl aufzusprühen, um die Population einzudämmen. Im Zweifelsfall schneiden Sie die Pflanze bis zum ersten Blattansatz zurück.

Zwergzikaden (Eupteryx spec.)

Zwergzikade
Eupteryx notata. Quelle: AfroBrazilian, Eupteryx notata 03, Zuschnitt von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Die Fluginsekten befallen vor allem Lippenblütler wie Basilikum, Majoran, Oregano, Salbei, Thymian und eben auch die Minze. Die Zikaden sind nur zwei bis vier Millimeter groß und gelblich bis graugrün gefleckt. Schütteln Sie an der Pflanze, springen die Insekten auf und fliegen davon.

Symptome

  • punktförmige Aufhellungen an den Blättern
  • Vergilben der Blätter

Bekämpfung

Eine Bekämpfung der Zikaden ist nicht nötig. In der Regel ist der Schaden nicht besonders groß und die Mentha ist auch weiterhin zum Verzehr geeignet. Wen die Tierchen stören, kann sie mit Gelbtafeln anlocken und fangen.

Krankheiten

Über die Wurzeln oder Wunden können Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze in die Pflanze eindringen und dort großen Schaden anrichten. Zu den häufigsten Krankheiten bei der Minze gehören:

Minzrost

Minzrost
Jerzy Opioła, Puccinia menthae a1 (7), Zuschnitt von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Unter den vielen Rostpilzarten, die Pflanzen in unseren Gärten befallen, gibt es einen, der sich auf Lippenblütler spezialisiert hat. Ursache für die Erkrankung ist ein Pilz namens Puccinia menthae, der sich bei feuchter Witterung wohlfühlt. Er breitet sich sehr schnell aus und befällt in kurzer Zeit auch Pflanzen in Nachbarbeeten und -gärten. Dazu gehören nicht nur Mentha-Arten, sondern viele andere Kräuter wie Majoran, Bohnenkraut und Oregano.

Symptome

  • hellgelbe oder rostbraune Flecken an Stielen und Blättern
  • blasse und verkrümmte Jungtriebe
  • Verdorren der gesamten Pflanze

Erste Hilfe

Ein früher Rückschnitt bei den ersten Symptomen schafft oft noch Abhilfe. Stark infizierte Minzen sind in der Regel nicht mehr zu retten. Damit sich der Pilz nicht weiter ausbreitet, entfernen Sie möglichst alle erkrankten Pflanzen und auch deren Wurzeln aus dem Beet.

Vorbeugende Maßnahmen

Das Risiko einer Erkrankung kann minimiert werden, indem Sie im Herbst alle abgestorbenen Triebe und das Laub entfernen und im Hausmüll entsorgen. Ausreichender Abstand zwischen einzelnen Pflanzen lässt die Luft besser zirkulieren und Feuchtigkeit abtrocknen.

Tipp: Pflanzen Sie vorzugsweise resistente Sorten wie die ‚Multimentha‘ an.

Mehltau

Echter Mehltau
Echter Mehltau auf Ahornblatt. Quelle: Jerzy Opioła, Powdery Mildew Acer DK43 (1), Zuschnitt von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Die Sporen von Mehltau sind nahezu überall zu finden. Während der Echte Mehltau vorzugsweise bei Wärme und Trockenheit auftritt, ist der Falsche Mehltau ein absoluter Schlechtwetterpilz. Er liebt die Feuchtigkeit. Obwohl es sich um verschiedene Pilzarten handelt, sind die Symptome und deren Behandlung sehr ähnlich.

Schadbild

  • weiße, pudrige Flecken auf Blättern und Stielen
  • später: Gelb- und Braunfärbung der Blätter
  • Absterben der Pflanze

Bekämpfung

Entfernen Sie alle befallenen Blätter und Triebe, sobald die ersten Symptome erkennbar sind. Der Pilz lässt sich gut mit Pflanzenbrühen bekämpfen. Dazu gehören Ackerschachtelhalm-, Rainfarn- oder auch Knoblauchsud. Im Zweifelsfall ist es sinnvoll, die gesamten Triebe bodennah abzuschneiden.

Hinweis: Der Schnitt erkrankter Pflanzen muss im Hausmüll entsorgt werden.

Umweltfaktoren

Ist die Minze trockenen Winden, Frost oder auch extremer Hitze ausgesetzt, bekommt sie gelbe Blätter. Besonders empfindlich auf diese Faktoren reagieren Topfpflanzen. Stehen diese womöglich in der prallen Sonne, kann nicht nur das Laub, sondern auch die Wurzeln durch die Hitze und den Wassermangel Schaden nehmen. Zu den häufigsten Ursachen für gelbe Blätter gehören:

  • Trockenheit
  • Staunässe (Wurzelfäule)
  • Temperaturschock durch zu kaltes Gießwasser
  • Topfpflanzen: zu sonniger Standort (vor allem im Wurzelbereich)