Mischkultur bei Kartoffeln: 10 gute Nachbarn | Pflanzplan

geerntete Kartoffeln

Das größte Beet im Garten wird für die Kartoffelpflanzen reserviert. Doch sie müssen darin nicht einsam ihre Knollen treiben. Zwischen ihrem üppigen Grün können durchaus andere Gemüsepflanzen gedeihen, ohne den Ertrag zu schmälern. Ganz im Gegenteil: Wenn die richtigen Partner kombiniert werden, profitieren alle davon. Sogar dem Boden tut das Zusammenspiel gut. Und Schädlinge und Krankheiten bleiben meist fern. Ein Pflanzplan hilft, den zeitlichen Rahmen und gegebenen Platz optimal auszunutzen. So funktioniert Mischkultur bei Kartoffeln.

Mischkultur

In früheren Jahrhunderten war der Anbau von Gemüse und Obst mühsamer. Die Werkzeuge und Mittelchen, die wir heutzutage haben, waren weder so zahlreich am Markt, noch für jedermann erschwinglich. Die Beobachtungen zeigten den Bauern jedoch, dass einige Pflanzenarten sich gut miteinander vertrugen. Mit diesem Wissen konnten sie die verschiedenen Sorten zu förderlichen Nachbarschaften gruppieren. So wurden Erntemenge und Fruchtqualität deutlich gesteigert. Das war die Geburt der Mischkultur. Sie ist tatsächlich keine neue Erfindung. Für heutige Hobbygärtner ist sie aber eine Neuentdeckung oder kann es noch werden. So ist auch seit damals bekannt, welche Nachbarn die Kartoffel bevorzugt. Die moderne Kunde der Landwirtschaft, mag lediglich nach und nach die wissenschaftliche Erklärung dazu liefern.

Mischkultur bei Kartoffeln

Es gibt überzeugende Gründe, warum Sie beim Pflanzen von Kartoffeln auf die Mischkultur setzen sollten. Dabei geht es nicht nur um eine optimale Platzausnutzung. Wenngleich das für viele kleine Hausgärten ebenfalls eine entscheidende Rolle spielt. Der Nutzen, den uns diese Anbauform bringen kann, ist weitaus größer:

  • der Duft der Nachbarpflanze vertreibt Schädlinge
  • Krankheiten können sich schwerer ausbreiten
  • die Nährstoffe des Bodens werden optimal genutzt
  • Boden laugt nicht einseitig aus
  • ermöglicht Mehrfachernten pro Jahr

Kartoffelpflanzen im Garten

Gute Kartoffelnachbarn

Gemüsesorten, die eine besonders günstige Pflanzgemeinschaft bilden, dürfen unmittelbar nebeneinander wachsen. Bei der Solanum tuberosum, wie die Kartoffelpflanze botanisch heißt, sind das:

  • Meerrettich
  • Pfefferminze
  • Baldrian
  • Kohlrabi
  • Buschbohnen
  • Dicke Bohnen
  • Kümmel
  • Kapuzinerkresse
  • Mais
  • Spinat

Diese Pflanzen vertragen sich in Mischkultur nicht nur mit Kartoffeln, sondern auch untereinander gut. Deswegen spricht nichts dagegen, bei Bedarf mehrere gute Nachbarn in Kartoffelnähe zu pflanzen. Sei es im Nachbarbeet oder im selben Beet bunt gemischt.

Tipp: Die Tagetes ist zwar keine Gemüsesorte, aber eine durchaus nützliche Blume. Im Kartoffelbeet vertreibt sie mit ihrem Geruch zuverlässig den gefürchteten Kartoffelkäfer.

Schlechte Kartoffelnachbarn

Solanum tuberosum ist ein sog. Nachtschattengewächs. Für alle Gemüsesorten dieser Familie gilt gegenseitige Unverträglichkeit. So sind Auberginen, Tomaten, Paprika, Kürbisse und Gurken schlechte Nachbarn für die Kartoffeln. Als schlechte Nachbarn gelten weiterhin Rote Bete, Sonnenblumen, Erbsen und Sellerie. Sie alle sollten sich weder das Beet mit der Kartoffel teilen, noch eins in unmittelbarer Nähe beziehen. Alle anderen Gemüsesorten, die nicht als gute oder schlechte Nachbar aufgeführt wurden, können als eher neutral bezeichnet werden. Bei Bedarf können Sie sie probeweise in das Kartoffelbeet setzen und eigene Erfahrungen damit sammeln.

Kartoffel als Starkzehrer

Der günstigste Nachbar nützt der Kartoffel nichts, wenn sie für ihre Knollenbildung nicht genügend Nährstoffe im Boden findet. Für diesen Starkzehrer muss im Pflanzplan unbedingt ein nährstoffreiches Beet vorgesehen werden. Doch einfach ordentlich nachdüngen, ist nicht die optimale Vorgehensweise. Im Idealfall wird die Gesamtanbaufläche in drei Bereiche eingeteilt: für Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer. Sie wechseln sich jährlich in dieser Reihenfolge ab. Erst wenn auf einem Beet Schwachzehrer abgeerntet wurden, wird es mit Kompost angereichert. Dann ist es wieder bereit für die stark zehrende Kartoffel. Auch einige günstige Nachbarn wie der Mais profitieren von der guten Nährstoffversorgung.

Kartoffelpflanze

Tipp: Achten Sie bei der Einteilung der Beete nicht nur auf genügend Nährstoffe. Die Kartoffel benötigt zudem auch reichlich Sonnenschein.

Vor- und Nachkultur

Eng betrachtet bedeutet Mischkultur das gleichzeitige Anbauen verschiedener Sorten auf einer Beetfläche. Doch selbst die Kartoffel, die von der Pflanzung bis zur Ernte lange in einem Beet verbleibt, lässt davor und danach genügend nutzbare Zeiträume. Die schnell wachsenden Salate, Kohlrabi, Radieschen oder Spinat eignen sich bestens als Vorkultur. Nach dem Ernten der Knollen kann das leere Beet beispielsweise mit Winterkohl bepflanzt werden. Gerade Frühkartoffeln räumen das Beet so zeitig, dass es an Verschwendung grenzt, es bis zum nächsten Jahr ungenutzt zu lassen.

Fruchtfolge

Die Einhaltung der Fruchtfolge gilt für die Kartoffel ebenso wie für die meisten anderen Gemüsesorten. Nur wenige dürfen regelmäßig denselben Platz bewurzeln. Die Kartoffelknolle muss jedes Jahr den Platz wechseln. Erst nach vier Jahren darf sie an einem alten Platz zurückkehren. Diese Fruchtfolge sollte eingehalten werden, damit der Boden nicht zu sehr ausgezehrt und damit Krankheiten vorgebeugt wird. Berücksichtigen Sie im Pflanzplan auch die Fruchtfolge der vorgesehenen Kartoffelnachbarn.

Pflanzplan

Beim Pflanzplan für Solanum tuberosum geht es nicht nur darum, die Kartoffelsorte, das Beet und die Nachbarpflanzen auszuwählen sowie Pflanzzeiten festzuhalten. Ein Pflanzplan hat die gesamte Vegetationsperiode im Blick und berücksichtigt die Bepflanzung der vergangen sowie kommenden Gartenjahre. Mögliche Vor- und Nachkultur, Fruchtfolge und der Nährstoffbedarf der Kartoffel sollten Berücksichtigung finden. Das Erstellen eines Pflanzplans hilft also, alle zuvor aufgeführten Aspekte harmonisch zu vereinen. Pünktlich zu Beginn der Pflanzsaison muss dann nur noch jeder Arbeitsschritt zur rechten Zeit wie geplant umgesetzt werden. Nachfolgend finden Sie vier Anregungen für eine Mischkultur mit der Kartoffel.

Kartoffeln, Bohnen und Pfefferminze

Kartoffel und Buschbohnen vertragen sich als Mischkultur gut. Um die Nährstoffe herrscht keine Konkurrenz, denn Bohnen gelten als Schwachzehrer. Doch beide bilden reichlich Grün und beanspruchen Platz im Beet. Wie wäre es, wenn Sie die Reihen im Beet abwechseln: einer Reihe Kartoffeln, eine Reihe Bohnen. Noch besser können Sie den vorhandenen Platz nutzen, wenn Sie Dicke Bohnen pflanzen. Sie ranken in die Höhe, weswegen die Kartoffelreihen dichter stehen dürfen. Ideal ist, wenn Sie eine mittelspäte oder späte Kartoffelsorte wählen.

  • ab Mitte April Kartoffeln pflanzen
  • genügend Platz lassen für die Bohnenreihe
  • ab Mitte Mai die Bohnen pflanzen
  • in einem Arbeitsgang mit dem Anhäufeln der Kartoffeln
  • am Beetrand eine oder mehrere Pfefferminzpflanzen platzieren
  • so sind sie für die laufende Ernte besser zugänglich

Sie können auch mit dem Pflanzen der Kartoffeln bis Mitte Mai warten und zusammen mit den Bohnen pflanzen. Umgekehrt ist das nicht zu empfehlen, da die Bohnen „Frostfreiheit“ benötigen. Bis die Mischkultur bei den Kartoffeln starten kann, können Sie auf die brachliegende Fläche im zeitigen Frühjahr ihre Wunschsalate aussähen. Auch direkt nach dem Winter kultivierte Kohlrabi bilden bereits zu Osterzeit ausreichend große, schmackhafte Knollen.

Kartoffeln, Mais und Kapuzinerkresse

Maispflanzen sind gute Nachbarn für Kartoffeln. Mais wächst in die Höhe, während die Kartoffel ihr Laub bodennah bildet. So kann das Beet enger bepflanzt werden. Vergessen Sie jedoch nicht, den Boden zuvor gut mit einem organischen Dünger zu versorgen. Beide Gewächse brauchen reichlich Nährstoffe. Wenn Sie Frühkartoffeln mit Mais kombinieren, ist die Platzausnutzung ideal.

  • zuerst die Frühkartoffeln im März pflanzen
  • normalen Reihenabstand einhalten
  • ab Mitte Mai bis Mitte Juni Mais aussäen
  • mittig zwischen zwei Kartoffelreihen
  • ab Mitte Juni werden Frühkartoffeln geerntet
  • die Maispflänzchen sind dann 10-30 cm hoch
  • während der Knollensuche parallel den Mais anhäufeln
  • ab da übernimmt der Mais das Beet
  • in der Nähe einiger Maispflänzchen rankende Kapuzinerkresse aussäen

Tipp: Nicht nur die Kapuzinerkresse findet an der Maisstange besten Halt. Auch rankende Bohnensorten mögen diese lebende Stütze. Warten Sie mit der Saat, bis der Mais eine Höhe von etwa 30 cm erreicht hat. Nutzen Sie nur jede dritte Maisstange als Rankhilfe, damit das Bohnenlaub genügend Raum hat.

Mischkultur bei Kartoffeln

Kartoffeln, Meerrettich, Baldrian und Kümmel

Von manchen Pflanzen werden nur wenige Exemplare benötigt. Denn es lohnt sich nicht, ihnen ein ganzes Beet zu geben. So können Meerrettich, Baldrian und Kümmel bedenkenlos als Mischkultur zu den Kartoffeln ins Beet gesetzt werden. Einfach mal die Kartoffelreihe unterbrechen und eine der zuvor genannten Pflanzen setzen.

  • Kümmel ab April aussähen
  • Wurzelstecklinge vom Meerrettich von Mitte April bis Mitte Mai setzen
  • Baldrian kann von Frühjahr bis Herbst gepflanzt werden
  • nach der Kartoffelernte bleiben die anderen Pflanzen stehen
  • sie werden später, zum Teil erst im Folgejahr geerntet

Tipp: Nachdem die Kartoffelknollen aus der Erde sind, können Sie die freien Flächen beispielsweise mit Feldsalat säen. Ihn können Sie den ganzen Winter über an frostfreien Tagen ernten. Auch einige Herbstkohlrabi können gesetzt werden.

Kartoffeln und Spinat

Kartoffeln und Spinat sind nicht nur eine gute Kombination auf dem Speiseteller. Auch im Garten vertragen sich die beiden gut. Während die Kartoffel vornehmlich im Sommer ihre Knollen bildet, ist der Spinat ein Blattgemüse für Frühjahr und Herbst. So ist er ideal für eine Vor- und Nachkultur. Doch die Pflanzzeiten dürfen sich auch überschneiden.

  • in Frühjahr Spinat aussähen
  • jeweils in Reihen mit größeren Abständen
  • ab April Kartoffeln dazwischen setzen
  • den Spinat noch stehen lassen
  • in den folgenden Wochen abernten
  • spätestens wenn die Kartoffelpflanzen ca. 20 cm hoch sind

Tipp: Größere Erntemengen Spinat lassen sich gut für den Winter einfrieren.