Mischkulturtabelle - Titel

Als Mischkultur wird das gezielte Pflanzen von Gemüsesorten bezeichnet, die sich im Wachstum unterstützen. Entsprechend wird auf sogenannte schlechte Nachbarn verzichtet. Eine gute Mischkultur spart während der Saison viel Arbeit.

Auf den Punkt gebracht

  • Es gibt Gemüsearten, die sich im Wachstum gegenseitig fördern
  • Schlechte Nachbarn können sich gegenseitig im Wuchs behindern und fördern die Verbreitung von Krankheiten und Schädlingen
  • Gemüse der gleichen Pflanzenfamilie sollte niemals direkt nebeneinanderstehen
  • Neutrale Nachbarn können notfalls untergepflanzt werden, falls kein guter Nachbar verfügbar ist
  • Durch Neuzüchtungen ist es wichtig auch eigene Beobachtungen zu machen

Vorteile von Mischkulturen

Die Mischkultur von Gemüse hat schon so manchen Gärtner bereits viel Arbeit erspart. Mischkulturen gehören neben dem Fruchtwechsel zu den wichtigsten Konzepten im Garten. Ziel der Mischkultur ist, dass sich die Gemüsesorten, die Sie nebeneinander pflanzen, sich gegenseitig unterschützen. Wie diese Unterstützung aussieht, kann jedoch sehr unterschiedlich sein.

Hochbeet bepflanzen
Milpa-Beet. Quelle: Paul Rogé, Milpa in Zaragoza, Tilantongo, Zuschnitt von Plantopedia, CC BY 4.0
  • wechselseitige Abwehr von Schädlingen
  • wechselseitiger Schutz vor Krankheiten
  • wechselseitige Wachstums- bzw. Reifeförderung

Mischkulturen haben sich über Generationen entwickelt, in denen beobachtet und ausprobiert wurde, welche Gemüsesorten sich gut miteinander vertragen und welches Gemüse sich gegenseitig eher behindert. Wichtig dabei ist, dass Sie die unterschiedlichen Gemüsearten in Reihenkultur pflanzen. Ob Sie Reihen in einem großen Feld machen und Sorte für Sorte pflanzen oder innerhalb eines Beetes gute Nachbarn miteinander kombinieren, ist nicht relevant.

Tipp: Einsteigern fällt es oft leichter mit einer Mischkultur in Beeten zu starten. Kleinräumig lassen sich einfacher gute Partnerschaften finden, im Vergleich zu großen Gemüsefeldern, wo es schwieriger ist, ungünstige Kombinationen zu vermeiden.

Symbiose guter Nachbarn

In vielen Gärten gibt es pro Anbaufläche mehrere Kulturen. Grundsätzlich wird zwischen folgenden Kulturen unterschieden:

  • Vorkultur
  • Hauptkultur
  • Nachkultur
  • Zwischenkultur

Eine Herausforderung gute Nachbarn zu finden ist, wenn während der Anbauperiode die Kulturen wechseln. Auf kurze Vorkulturen wie Radieschen und diverse Salate folgen meist längere Hauptkulturen. Als Zwischenkultur können wiederum Gemüsearten genommen werden, mit einer kurzen Wachstumsperiode. Aber auch Gründüngung kann als Zwischen- oder Nachkultur verwendet werden.
Bevor es im zeitigen Frühjahr an den Anbau der ersten Kulturen geht, sollten Sie daher planen, welche Kulturen zu welchem Zeitpunkt nebeneinanderstehen. So verhindern Sie, dass Sie Leerstände in Beeten haben und dem Gemüse unterstützende Nachbarn fehlen.
Die Symbiose zwischen den Gemüsesorten ist oft größer als viele glauben. Denn sie halten sich gegenseitig Schädlinge fern. Der Klassiker ist die Kombination von Karotten und Zwiebeln. Der intensive Geruch des Karottengrüns hält Schädlinge wie die Lauchmotte, die nicht nur auf Zwiebeln geht, sondern auch auf andere Lauchgewächse, fern. Umgekehrt vertreibt der Geruch der Zwiebeln, Schädlinge, die die Karotten anfressen.
Neben der gegenseitigen Unterstützung haben gute Partnerschaften auch den Sinn, dass sie sich nicht gegenseitig behindern. Deshalb wird beispielsweise auch zwischen Flach- und Tiefwurzler gewechselt und Pflanzen, die einen schmalen hohen oder einen breiten und ausladenden Wuchs haben.

Steckzwiebel, Zwiebeln stecken

Schlechte Nachbarn vermeiden

Wo es gute Nachbarn gibt, gibt es auch schlechte Kombinationen. Dabei handelt es sich um Gemüse, das sich im Wachstum gegenseitig behindert. Das ist der Fall, wenn sich die Pflanzen unterschiedlich schnell entwickeln und eine Art der anderen Art Licht und Nährstoffe wegnimmt. Pflanzen verströmen über Spaltöffnungen auch ätherische Öle, die nicht immer für alle direkten Nachbarn förderlich sind.
Schlecht vertragen sich ebenfalls Pflanzen, die von einer bestimmten Schädlingsgruppe bevorzugt wird. Wird dieses Gemüse direkt nebeneinander gepflanzt, so fressen sich die Schädlinge buchstäblich durch alle Kulturen. Außerdem wird auch die Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten, die beispielsweise die gleiche Gattung oder Pflanzenfamilie befallen kann, begünstigt.
Besonders gefährdet, dass Schädlinge und Krankheiten übergehen, sind folgende Pflanzenfamilien:

  • Nachtschattengewächse (Kartoffelkäfer, Krautfäule)
  • Korbblütler (Schnecken, Blattläuse)
  • Kreuzblütler (Kohlweißling, Erdflöhe)
  • Kürbisgewächse (Schnecken, Mehltau)
  • Lauchgewächse (Lauchmotte, Lilienhähnchen)
  • Hülsenfrüchtler (Schwarze Bohnenlaus)
  • Doldenblütler (Möhrenfliege)

Ein weiteres Problem neben der Übertragung von Krankheiten ist, dass Pflanzen der gleichen Familie oft ähnliche Anforderungen an den Standort haben, was wiederum zu Konkurrenz führt, wenn sie in direkter Nachbarschaft stehen.
Neben guten und schlechten Nachbarn gibt es jedoch auch sogenannte neutrale Nachbarn. Diese Pflanzen schaden sich in direkter Nachbarschaft nicht, unterstützen sich aber auch nicht. Geht es sich in der Mischkulturtabelle mit den gewählten Pflanzen nicht anders aus, kann allerdings auch ein neutraler Nachbar gewählt werden. So wird zumindest verhindert, dass sich die Pflanzen gegenseitig behindern.

Stark- und Schwachzehrer

Vor allem in älteren Mischkulturtabellen spielen Stark- und Schwachzehrer eine wichtige Rolle. Durch den Umstand, dass dem Gemüse im Garten meist mehr als genug Nährstoffe zur Verfügung stehen, ist dies aber zu vernachlässigen. Relevanter jedoch ist der Wechsel zwischen Stark- und Schwachzehrer bei der Fruchtfolge. Hier kann durchaus einiges bei der Düngung eingespart werden.

Mischkultur im Beet

Eigene Erfahrungen sammeln

Die Mischkultur basiert indes auf der Erfahrung von mehreren Generationen. Durch den Umstand, dass aber ständig neue Sorten, die vor allem in Richtung Resistenzen gezüchtet werden, auf den Markt kommen, ist es wichtig auch eigene Beobachtungen zu machen, welche Pflanzen sich vertragen und welche nicht.

Tipp: Halten Sie eigene Beobachtungen, welche Pflanzen sich miteinander vertragen und welche nicht in einem Gartentagebuch fest. Legen Sie zu jeder Pflanze bzw. Gemüsesorte eine eigene Seite an und notieren dazu ihre Erfahrungen zu guten und schlechten Nachbarn.

Tabelle wichtiger Kombinationen

  • Pflanzenart – gute Nachbarn – schlechte Nachbarn
  • Artischocken – Gurken, Salat, Sellerie – Kartoffeln
  • Aubergine – Bohnen – Paprika, Tomaten
  • Basilikum – Tomaten, Gurken, Zucchini, Fenchel – X
  • Blumenkohl – Buschbohnen, Sellerie, Erbsen – Knoblauch, Zwiebel
  • Bohnenkraut – Bohnen, Rote Rüben, Salat – X
  • Buschbohnen – Bohnenkraut, Chinakohl, Dill, Erdbeeren, Gurken, Kartoffeln, Kohlarten, Rote Rübe, Rettich, Salat, Sellerie, Spinat – Erbsen, Knoblauch, Fenchel, Paprika, Lauch, Schnittlauch, Zwiebel, Stangenbohnen
  • Chinakohl – Bohnen, Erbsen, Spinat – Radieschen, Rettich
  • Dill – Erbsen, Karotten, Kohlarten, Salat, Mais, Radieschen, Sellerie, Zucchini – Bohnen, Kartoffeln, Lauch, Knoblauch, Zwiebeln, Tomaten
  • Erdbeeren – Boretsch, Knoblauch, Salat, Radieschen, Spinat – Kohlarten
  • Feldsalat – Erdbeeren, Radieschen – X
  • Fenchel – Erbsen, Gurken, Kohlarten, Spinat, Basilikum, Bohnenkraut – Bohnen, Tomaten
  • Gurken – Basilikum, Bohnen, Erbsen, Dill, Kohlarten, Salat, Mais, Lauch, Rote Rüben, Zwiebeln – Tomaten, Kartoffeln, Rettich
  • Karotten – Lauchgewächse, Mangold, Erbsen, Salat, Tomaten – Rote Rüben
  • Kartoffeln – Buschbohnen, Kohlrabi, Mais, Spinat – Tomaten, Erbsen, Gurken, Kürbis, Zwiebel
  • Knoblauch – Erdbeeren, Gurken, Karotten, Rote Rüben, Tomaten – Erbsen, Bohnen, Kohlarten
  • Kohl – Bohnen, Dill, Salat, Erbsen, Gurken, Rote Rüben, Sellerie, Tomaten – Kohlarten, Kartoffeln, Knoblauch, Zwiebeln, Schnittlauch
  • Kohlrabi – Bohnen, Dill, Erbsen, Gurken, Kartoffeln, Lauch, Rettich, Sellerie – Kohlarten
  • Lauch – Erdbeeren, Kohlarten, Karotten, Salat, Sellerie, Tomaten – Bohnen, Erbsen, Rote Rüben
  • Salat – Bohnen, Erbsen, Fenchel, Gurken, Kohlarten, Karotten, Zwiebeln, Radieschen, Tomaten – Petersilie, Sellerie
  • Mairübe – Bohnen, Erbsen, Salat, Mangold, Pastinaken, Dill – X
  • Mais – Bohnen, Kartoffeln, Kürbis, Tomaten, Zucchini – Rote Rüben
  • Mangold – Buschbohnen, Kohlarten, Rettich, Salat, Möhren – Rote Rüben
  • Paprika – Kohlarten, Tomaten – Erbsen, Rote Rüben
  • Pastinaken – Kartoffel, Salat, Mairübe, Rettich, Rote Rübe, Sellerie Mais – X
  • Petersilie – Gurken, Tomaten, Zwiebeln – Salat
  • Rettich/Radieschen – Bohnen, Erbsen, Mangold, Karotten, Tomate – Gurken, Kohlarten
  • Rote Rüben – Bohnen, Dill, Kohlarten, Gurken, Salat, Zwiebeln, Zucchini – Kartoffeln, Lauch, Spinat, Mangold
  • Schwarzwurzeln – Kohlrabi, Salat, Karotten, Laucharten, Basilikum – X
  • Sellerie – Buschbohnen, Chinakohl, Gurken, Salat, Lauch – Erbsen, Kartoffeln
  • Spinat – Erdbeeren, Kartoffeln, Kohlarten, Bohnen, Tomaten – Rote Rüben, Mangold
  • Stangenbohnen – Gurken, Kartoffeln, Kohlarten, Rettich, Rote Rüben, Spinat – Buschbohnen, Erbsen, Laucharten, Paprika
  • Tomaten – Buschbohnen – Kohlarten, Karotten, Laucharten, Sellerie – Erbsen, Fenchel, Gurken, Kartoffeln, Paprika, Rote Rüben
  • Zucchini – Basilikum, Stangenbohnen, Zwiebeln – Gurken
  • Zwiebeln – Dill, Bohnen, Karotten, Gurken, Tomaten – Bohnen, Erbsen, Kartoffeln, Kohlarten

Hier können Sie unsere Mischkultur-Tabelle kostenlos und einfach als PDF downloaden:

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Hinweis: Umgangssprachlich gibt es die sogenannten „drei Schwestern“, wobei es sich um Mais, Stangenbohne und Kürbis handelt. Diese drei Pflanzen können in direkter Nachbarschaft gepflanzt werden, denn die Bohnen können beispielsweise am Mais hochwachsen und der Kürbis sorgt für genug Schatten, damit der Mais genug Feuchtigkeit hat.

Häufig gestellte Fragen

Wie kann ich eine eigene Mischkulturtabelle erstellen?

Neben gewissen Grundregeln, wie niemals Gemüse einer gleichen Familie zu pflanzen, sollten vorab Pflanzen ausgeschlossen werden, die von ähnlichen Schädlingen bevorzugt werden. Neue Beobachtungen der Kombinationen lassen sich sicherlich bei Neuzüchtungen und bei neutralen Nachbarn machen. Wer einmal einen optimalen Plan erstellt hat, kann diesen beibehalten und muss nur jedes Jahr einen Platz weiter rücken, so gibt es auch automatisch eine Fruchtfolge.

Ich finde keinen guten oder neutralen Nachbarn, was soll ich pflanzen?

Falls sich tatsächlich kein geeigneter Nachbar in der Tabelle findet, ist die einfachste Lösung einmal eine Reihe Zierblumen zu säen. Neben Sonnenblumen bieten sich auch Schmuckkörbchen oder Zinnien an. Sie haben den Vorteil, dass sie Bestäuber anlocken. Alternativ können Sie auch mindestens einen Meter Abstand zwischen den Pflanzen lassen, die sich nicht vertragen.

Ich finde eine Pflanze nicht in der Mischkulturtabelle, wie soll ich vorgehen?

Die Mischkulturtabellen befassen sich vorwiegend mit den häufigsten angepflanzten Gemüsearten. In den vergangenen Jahren sind aber immer wieder neue Gemüsesorten aus anderen Ländern hinzugekommen. Gibt es dazu keine Informationen, ist Eigenrecherche notwendig, wobei die wichtigsten Faktoren, die Pflanzenfamilie, der Habitus und der Nährstoffbedarf sowie die Kulturdauer sind. Dadurch lassen sich bereits einige Pflanzen ein- bzw. ausschließen.