Trotz seines Alkoholgehalts gilt Bier als gesund. Es ist isotonisch und verfügt über eine große Zahl gesundheitsfördernder Nährstoffe. Nach Sport oder sogar nach intensiven Wettkämpfen ist seine alkoholfreie Variante daher heute beliebt und weit verbreitet. Doch wussten Sie, dass nicht nur die Menschen ihren Nutzen daraus ziehen können? Auch Pflanzen profitieren von den unzähligen positiven Inhalten des Gerstensaftes.

Bier und seine Inhaltsstoffe

Laut Deutschem Reinheitsgebot aus dem Jahre 1516 darf Bier in Deutschland ausschließlich aus drei Inhaltsstoffen gebraut werden:

  • Wasser
  • Hopfen
  • Malz

Trotz oder gerade wegen dieser wenigen, aber durchaus wertvollen Bestandteile beinhaltet auch deren Produkt, also die daraus gebrauten Biere, viele Dinge, die für einen Organismus durchaus vorteilhaft sind. Das sind beispielsweise:

  • Kohlenhydrate, also Stärke bzw. Zucker
  • Eiweiß
  • Vitamine
  • Folsäure
  • Kalium
  • Phosphor
  • Schwefel
  • Magnesium
  • Kalzium
  • Silicium

Während Eiweiß und Vitamine vor allem für Menschen wertvoll sind, sind mit Kalium, Phosphor und Magnesium aber auch einige der typischen Inhaltstoffe von Pflanzendüngern enthalten. Unzählige weitere, in weit geringeren Mengen enthaltene Mineralien runden das Nährstoffspektrum ab.

Was ist mit Alkohol?

Als aufmerksame Leser werden Sie sich nun sicherlich die Frage stellen, was denn aber eigentlich mit dem in Bieren enthaltenen Alkoholgehalt ist? Können Pflanzen betrunken sein?

Nein, da den Pflanzen ein dem menschlichen Organismus vergleichbares Gehirn fehlt, können auch die als Rausch bezeichneten Symptome nicht auftreten. Sie müssen also keine Sorge haben, dass Ihre Blume am nächsten Morgen schief in der Vase steht und einen üblen Geruch verströmt. Allerdings stellt Alkohol für jede Art an Zellen ein Zellgift dar, so auch für die Pflanzenzellen. Werden diese Gewächse daher übermäßig mit Alkohol gegossen, ist auf Dauer mit einer Zerstörung von erst wenigen, später aber allen Zellen der Pflanze zu rechnen. Letztlich könnten Sie sagen, Ihre Pflanze hat einen Kater, von dem sie sich aber leider nicht mehr erholen wird.

Bier gießen

Um die Vorzüge durch das Gießen mit Bierresten zu genießen, ohne die Nachteile des Alkohols auf Ihre Pflanzen zu übertragen, empfiehlt es sich daher, das Getränk immer verdünnt mit mindestens zwei Teilen Wasser zu einem Teil Bier zu verabreichen.

ACHTUNG: Natürlich gibt es heute auch alkoholarme und sogar alkoholfreie Biersorten. Aber auch diese Getränke sollten Sie nicht unverdünnt einsetzen, da ansonsten die Gefahr einer Überdüngung durch das intensiv nährstoffhaltige Gebräu besteht!

Das Problem mit der Kohlensäure

Neben dem Alkoholgehalt des Bieres ist auch die Kohlensäure ein nicht zu vernachlässigendes Problem beim Einsatz des Gerstensaftes als Flüssigdünger. Zwar werden die wenigsten Menschen frisch gezapfte Biere an die Pflanzen gießen. Allerdings verfügen auch über Nacht abgestandene Biere immer noch über genügend Kohlensäure, um Wurzeln und Zellen im Allgemeinen bei zu üppiger Gabe zu schädigen. Lassen Sie Ihre Bierreste daher mindestens zwei bis drei Tage stehen und verdünnen Sie diese wie angegeben, bevor Sie sie den Pflanzen zu Gute kommen lassen.

Bier für mehr Blattglanz

Neben der Verwendung als Flüssigdünger können Sie Ihre Bierreste übrigens auch auf anderem Wege zum Wohle Ihrer Pflanzen einsetzen: Mit einem weichen Tuch oder Wattebausch aufgetragen, lässt Bier die Blätter wieder glänzen. Außerdem lässt sich auf diesem Wege die Abwehr von Parasiten und Krankheitserreger ebenfalls steigern.

TIPP: Achten Sie aber auch hier auf die angesprochene Verdünnung, da der Alkoholgehalt bei intensivem Gebrauch ansonsten die Zellwände schädigt und den Blättern somit mehr Schaden zufügt, als Sie eigentlich Nutzen hervorrufen wollen.