Ist die Mittagsblume winterhart? – Tipps zur Überwinterung von Delosperma-Arten

Ursprünglich entstammen die verschiedenen Arten der aus dem Griechischen abgeleitet mit Delosperma bezeichneten Mittagsblume aus dem afrikanischen Raum. Da sie mittlerweile auch bei uns gerne zur Gartengestaltung eingesetzt wird, stellt sich die in unseren Breiten berechtigte Frage nach der Überwinterung der Mittagsblume. Obwohl eigentlich in ihrer Heimat keinem Frost ausgesetzt, lassen sich die beliebten Zierpflanzen mit einigen Tricks auch in Deutschland gut durch den Winter bringen.

Winterharte Mittagsblumen

Auch wenn sie alle der Familie der Mittagsblumen angehören, unterscheiden sich die einzelnen Delosperma-Arten hinsichtlich ihrer Winterhärte. Manche Arten sind explizit als winterhart bekannt, während andere Arten, oder auch die Unkenntnis über die genaue Art im eigenen Garten, bei Hobbygärtnern schnell für Unsicherheiten führen.

Allgemeine Anhaltspunkte zur Winterhärte

Unabhängig von der genauen Art lässt sich an Hand einiger Merkmale recht zuverlässig abschätzen, ob die vorliegende Mittagsblume winterhart ist, oder einen erhöhten Aufwand zur Überwinterung benötigt.

Offensichtlichstes Anzeichen für eine gewisse Winterhärte ist ein gedrungener Wuchs. Kompaktere Arten der Mittagsblume sind Frost gegenüber weniger empfindlich, als Arten mit hoch aufwachsendem Blütenstand. Auch die Horstbildung des Pflanzenkörpers ist ein Anzeichen für eine höhere Frostresistenz im Vergleich zu Mittagsblumen ohne ausgeprägten Pflanzenhorst. Durch eine kompaktere Ausprägung der Pflanze werden besonders fein ausgebildete und damit frostanfällige Bestandteile vermieden.

Als winterhart bekannte Arten der Mittagsblume

Diese bei uns weit verbreiteten Mittagsblumen gelten als winterhart und eignen sich so besonders gut für die Freilandverwendung:

  • Delosperma Red Fire
  • Delosperma Indian Summer
  • Delosperma Fire Spinner
  • Delosperma African Queen
  • Delosperma Golden Nugget
Delosperma Fire Spinner

Überwinterung

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Überwinterung

Um die im eigenen Garten vorhandenen Mittagsblumen unbeschadet über den Winter zu bringen, gehört ein Verständnis der Probleme bei der Überwinterung zu den unabdingbaren Grundvoraussetzungen. Entgegen landläufiger Annahmen ist nicht die eigentliche Kälte der kritische Faktor hinsichtlich der Winterhärte der Mittagsblume. Stattdessen lassen sich zwei Aspekte klar identifizieren, die lediglich in Verbindung mit der winterlichen Kälte zum ernstzunehmenden Problem werden.

  1. Feuchtigkeit: Die Mittagsblume bevorzugt vollsonnige, sowie eher trockene Standorte. Aus ihrer Heimat kennt und liebt sie sandige Böden ohne Staunässe. Vergleicht man dazu unsere eher schweren Böden und die hohen Niederschlagsmengen im Winter, wird schnell deutlich, dass die Voraussetzungen hier nicht optimal sind. Gerade im Winter ist eine zu hohe Bodenfeuchte ein Problem. Einerseits trocknet ein nasser Boden im Winter sehr langsam ab, so dass anstehendes Wasser leicht zur Fäulnis der Wurzelbereiche und somit zum Absterben der Pflanze führt. Der zweite Nachteil der hohen Bodenfeuchte ist die schädigende Wirkung auf feinste Wurzelsegmente, wenn das Wasser im Boden während Frostperioden durchgefriert und sich im Boden erheblich ausdehnt.
  2. Kahlfrost: Winterliche Temperaturen sind immer dann kein Problem, wenn eine schützende Schneedecke Boden und Pflanzen vor zu intensiver Frosteinwirkung schützt. Fehlt diese Isolation dagegen, gelangt harter Frost unvermindert an die Pflanze und kann dort zu erheblichen Schäden führen. Man spricht vom Kahlfrost, da der Frost direkt an den kahlen, nicht schneebedeckten Boden gelangt. Gerade die in den letzten Jahren zunehmenden schneearmen Winter mit kurzen Perioden extremer Kälte sind für die Überwinterung der Mittagsblume denkbar ungünstig.

So gelingt die Überwinterung der Mittagsblume

Bei winterharten oder zumindest bedingt winterharten Delosperma-Arten lässt sich mit wenigen Maßnahmen ein effektiver Schutz der Pflanze über die Winterzeit erreichen. Selbst ungünstige Überwinterungsvoraussetzungen, sowie extreme Wetterereignisse lassen sich so gut bewältigen.

  • Schaffung eines drainagefähigen Bodens durch Kies- / Sandbeimengungen zur Erhöhung des Wasserabflusses
  • Abdecken der bepflanzten Bereiche zur Reduzierung der Niederschlagsfeuchtigkeit
  • Ersatz einer fehlenden, frostschützenden Schneedecke durch Reisig, Kokosmatten, oder ähnliche Materialien
Mittagsblume, Delosperma
Mittagsblume, Delosperma

Was tun bei nicht winterharten Delosperma-Sorten?

Ist die eigene Delosperma dagegen nicht winterhart, bietet sich für eine sichere Überwinterung nur die Unterbringung im Pflanztopf an. Im Topf sollte sie dann in einem frostgeschützten, aber unbeheizten Raum mit ausreichend Tageslicht den Winter überdauern. Temperaturen über 5°C sollten dabei vermieden werden, da die Pflanze ansonsten die Winterruhe unterbricht und beginnt, neue Triebe zu bilden.

Tipp: Auch nicht, oder nur bedingt winterharte Mittagsblumen können die kalte Jahreszeit überdauern. Da sich die Delosperma-Arten durch Selbstaussaat am selben Standort vermehren, entsteht nach dem Absterben der Mutterpflanze im Winter aus den bereits im Boden vorhandenen Samen oft ein neuer Sämling, der mit anklingendem Frühjahr den Standort der Altpflanze neu belebt.

Rating: 5.0/5. From 1 vote.
Please wait...