Moderlieschen: Haltung im Teich | Infos zum Futter

Moderlieschen, Leucaspius delineatus

Moderlieschen sind ein beliebter Fisch für Teiche in zahlreichen Größen. Sie eignen sich sogar für einen Miniteich, da die maximale Länge der Art etwa zehn Zentimeter beträgt. Die Weißfische (Leuciscidae) lassen sich selbst ohne Fachwissen halten, da sie anspruchslos und anpassungsfähig sind. Einer der wichtigsten Aspekte der Teichhaltung von Zwerglauben ist das Futter.

Moderlieschen Haltung

Wenn Sie sich für Leucaspius delineatus als Teichbewohner entschieden haben, müssen Sie einige Dinge beachten, damit es dem Schwarm auf Dauer gut gehen wird. Da ein Teich nur eine begrenzte Wassermenge zur Verfügung stellt und die Fische sich nicht auf eigene Faust neue Gründe suchen können, sind sie auf die idealen Voraussetzungen angewiesen, um nicht zu verenden. Besonders wichtig ist dabei die Temperatur des Wassers:

  • Frühling bis Herbst: 18 °C – 20 °C
  • max. 27 °C über das Jahr
  • bei über 20 °C effektive Sauerstoffzufuhr notwendig

Den Moderlieschen sollte es niemals zu heiß werden, da sie kühlere Temperaturen bevorzugen und selbst im Winter nicht im Haus überwintern müssen. Sorgen Sie also dafür, dass es den Fischen nicht zu heiß wird, da diese schnell überhitzen. Zudem unterstützen kühle Temperaturen positiv das Paarverhalten, wenn Sie mehr von den Fischen halten wollen. Neben der Temperatur ist die Beschaffenheit des Teichwassers ein weiterer Aspekt, den Sie beachten müssen:

  • Wasserhärte: 15 GH (Gesamthärte)
  • pH-Wert: 7
  • reich an Sauerstoff
  • arm an Nitrit
  • arm an Nitrat

Diese Infos sollten Ihnen dabei helfen, das Teichwasser den Anforderungen der Fische anzupassen.

Gartenteich

Teichpflanzen

Ein weiterer Punkt ist die Bepflanzung, denn Moderlieschen sind auf zahlreiche Wasserpflanzen angewiesen. Hier ist es nicht wichtig, was für Arten Sie anpflanzen, solange der Uferbereich intensiv bepflanzt wird. Dort halten sich die Zwerglauben am liebsten auf. Da die Fische viel Sauerstoff benötigen, können Sie auf Sauerstoffpflanzen setzen, die für eine gute Wasserqualität sorgen:

  • Wasser-Hahnenfuß (bot. Ranunculus aquatilis)
  • Wasserfeder (bot. Hottonia palustris)
  • Hornblatt (bot. Ceratophyllum demersum)
  • Laichkräuter (bot. Potamogeton)
  • Wasserpest (bot. Elodea)
  • Tannenwedel (bot. Hippuris vulgaris)

Mit diesen sorgen Sie für eine ausreichende Menge an Sauerstoff, die den Teich ideal für Leucaspius delineatus macht.

Hinweis: Die Haltung von Moderlieschen ist zu empfehlen, wenn Sie zur Erhaltung der Art beitragen wollen. Moderlieschen sind auf der Roten Liste gefährdeter Arten verzeichnet, da ein Großteil ihrer natürlichen Lebensräume verloren geht und durch die Haltung im eigenen Teich können Sie der Gefährdung entgegenwirken.

Schwarmgröße

Bei der Moderlieschenhaltung ist es wie bei allen anderen Fischarten wichtig zu wissen, wie viele Exemplare in einem Schwarm zusammenleben können und sollten. Ohne eine Gruppe überleben und vermehren sich die Fische nicht. Achten Sie also darauf, ständig eine Schwarmgröße von mindestens zehn Exemplaren zu ermöglichen, damit es den Moderlieschen gut geht.

Vergesellschaftung

Wenn Sie Ihre Moderlieschen zusammen mit anderen Fischen halten wollen, können Sie aus einer überschaubaren Zahl wählen. Der Grund dafür ist die Größe der Zwerglauben, die sie äußerst attraktiv als Snack für deutlich massigere Fische macht. Daher sind nicht alle Arten für eine Vergesellschaftung mit ihnen geeignet. Wenn Sie Ihren Schwarm nicht verlieren wollen, halten Sie Abstand von den folgenden beliebten Teichbewohnern:

  • Orfen (Leuciscus idus)
  • Koi (Cyprinus carpio)
  • Goldschleien (Tinca tinca)

Setzen Sie lieber auf folgende Arten, die ebenfalls zu den Kleinfischen gehören oder keinen Appetit auf die Weißfische haben:

  • Bitterlinge (Rhodeus amarus)
  • Elritzen (Phoxinus phoxinus)
  • Stichlinge (Gasterosteidae)
  • Goldfische (Carassius auratus)

Bei diesen handelt es sich um ideale Fischarten für Miniteiche, falls Sie nicht viel Platz im Garten haben.

Moderlieschen, Leucaspius delineatus

Nahrung

Einer der wichtigsten Punkte bei der Haltung von Leucaspius delineatus ist das Futter. Die Fische benötigen eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen, damit der Metabolismus stabil bleibt und der Schwarm entspannt leben kann. Ein großer Vorteil an der Haltung von Zwerglauben ist ihre Anspruchslosigkeit ans Futter, da sie recht hungrige Fische sind und selbst kleine Schwärme große Mengen vertilgen können. Genau aus diesem Grund sind die Fische im Teich so beliebt, da der Großteil ihrer Nahrung auf natürlichem Wege zum Schwarm gelangt. Ihre Nahrung beziehen Sonnenfischchen hauptsächlich aus nährstoffreichen Quellen pflanzlichen und tierischen Ursprungs, die sich von ganz alleine in Ihrem Gartenteich ansammeln. Dennoch ist es möglich, weiteres Futter zu verabreichen. Die folgende Liste gibt einen Überblick über die möglichen Futtermittel:

  • Algen
  • Mückenlarven
  • Zooplankton
  • Hüpferlinge (Cyclops)
  • Wasserflöhe (Cladocera)
  • Trockenfutter

In einem klassischen Gartenteich kommen Insekten wie Mücken, Wasserflöhe und Hüpferlinge in den meisten Fällen vor und Algen sind seit jeher ein Graus für viele Teichbesitzer. Aus diesem Grund müssen Sie sich in den meisten Fällen keine Sorgen über eine Unterfütterung der Fische machen.

Ein weiterer Vorteil an der Fütterung ist die Möglichkeit, selbst das Lebendfutter zu züchten. Während Hüpferlinge und Wasserflöhe ein typischer Anblick in Zoogeschäften ist, können Sie ebenfalls Mückenlarven als Nahrung zur Verfügung stellen. Von den drei typischen Arten sind die zwei Folgenden hervorragend dafür geeignet:

1. Schwarze Mückenlarven (Culicidae)

Schwarze Mückenlarven stammen von der Stechmücke, dem Plagegeist über die warmen Tage schlechthin. Die Larven der Stechmücke sind für Teichbewohner wie Leucaspius delineatus ein gefundenes Fressen und das können Sie sich hier zu Nutze machen. Falls Sie Stechmückenlarven als Lebendfutter halten, werden ihre Zwerglauben mit Vitaminen und Protein versorgt. Zudem müssen Sie sich mit weniger Mücken herumschlagen als gedacht, da die Fische große Mengen der Larven fressen und kaum anderweitig gefüttert werden müssen.

2. Rote Mückenlarven (Chironomidae)

Die Chironomidae sind die sogenannten Zuckmücken, die Säugetiere aufgrund schwacher Mundwerkzeuge nicht beißen oder stechen können. Sie gehören aufgrund ihrer Größe und den enthaltenen Nährstoffen zu den beliebtesten Mückenlarven, die Moderlieschen als Nahrung aufnehmen und werden sogar den Stechmückenlarven vorgezogen. Achten Sie bei der Zucht darauf, dass manche Menschen allergisch auf diese reagieren können, daher sollten Sie sie am besten mit Handschuhen anfassen, falls ein Verdacht vorliegt.

Weiße Mückenlarven der Familie Chaoboridae, den Büschelmücken, sind für die Zucht als Lebendfutter nicht geeignet. Grund ist der Appetit der Mückenlarven, die die Moderlieschen aufgrund ihrer Größe als mögliche Nahrungsquelle ansehen. Vor allem junge Fische sind davon betroffen, da diese nach dem Schlüpfen noch sehr klein sind. Bei der Auswahl von Trockenfutter müssen Sie sich keine Sorgen machen, hier können Sie theoretisch das wählen, welches für die anderen Fischarten im Teich geeignet ist. Aufgrund ihrer geringen Körpergröße können sie sich immer etwas abzweigen. Zu den wichtigsten Infos der Fütterung gehören die Häufigkeit und der Zeitraum:

  • Frühling bis Herbst füttern
  • im Winter wird nicht gefüttert
  • nicht überfüttern

Wie bereits in den vorausgegangenen Infos erwähnt, füttern Sie nicht, während sich die Fische im Winterquartier aufhalten. Somit vermeiden Sie eine überschüssige Nährstoffzufuhr und dadurch entstehende Giftstoffe, da diese über den Winter nicht aufgenommen oder abgebaut werden. Geben Sie Acht bei der Fütterung, damit Sie entspannt Ihren Teich mit den Moderlieschen genießen können.

Mückenlarven im Wasser
Mückenlarven im Wasser

Tipp: Falls Ihr Gartenteich ständig unter erhöhtem Algenbefall leidet, werden Ihnen die Leucaspius delineatus gute Dienste in Bezug auf diese leisten. Die Fische überleben selbst einen intensiven Befall und können durch ihren großen Appetit die Wasserqualität effektiv verbessern, ohne das Sie selbst gegen die Algen vorgehen zu müssen.

Überwintern

Zu guter Letzt müssen Sie bei der Haltung von Leucaspius delineatus über das Überwintern Bescheid wissen. Die Fische können den Winter im Teich verbringen, wenn Sie bestimmte Punkte beachten, die das Überleben der kleinen Weißfische garantieren. Über die kalte Jahreszeit droht das Wasser im Teich zu gefrieren, was gefährlich für die Moderlieschen ist. An sich ist aber nicht die Kälte für die Fische gefährlich, sondern ein Sauerstoffmangel und die Ansammlung giftiger Gase, die aufgrund geschlossener Eisdecken nicht entweichen können. Aus diesem Grund sollten Sie über den Winter regelmäßig Ihren Gartenteich auf eine geschlossene Eisdecke überprüfen und falls dies der Fall ist, folgende Schritte umsetzen:

  • nehmen Sie eine Schaufel oder einen Hammer zur Hand
  • schlagen Sie Löcher in die Eisdecke
  • hierbei die Teichmitte bevorzugen

Da sich wie oben bereits erwähnt die Moderlieschen gerne am Teichrand aufhalten, was selbst im Winter der Fall sein kann, sollten Sie die Mitte des Teichs für die Eislöcher wählen. Auf diese Weise stören Sie die Fische nicht, die über die kalte Jahreszeit ruhen und nicht ständig geweckt werden sollten. Das sorgt für Stress. Ansonsten müssen Sie sich nicht um die Fische kümmern, da sie selbst an härteste Winter in Mitteleuropa gewohnt sind.

Hinweis: Alternativ lässt sich die Eisdecke auch mit einem Sprudelstein unterbrechen. 

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