Mottenmaden an der Decke

Wenn kleine helle Maden in der Küche an der Decke erkannt werden, handelt es sich in der Regel um die sogenannte Larve der Lebensmittelmotte. Es gibt verschiedene Gründe, warum sie sich ausgerechnet in Ihrer Küche ansiedelt. Ihr Auftauchen ist nicht nur für viele ekelig, sondern kann auch eine Gesundheitsschädigung mit sich bringen. Wichtig ist, dass Mottenmaden so schnell wie möglich bekämpft werden. Welche effektiven Bekämpfungsmethoden es gibt, erfahren Sie im Folgenden.

Die Gefahr von Mottenmaden

Als fliegende Motten richten die Tiere nur wenig bis keinen bedenklichen Schaden an Ihren Lebensmitteln an. Vielmehr sind es ihre Nachkömmlinge, die sie als Eier ablegen und als Mottenmaden zu einer gesundheitlichen Gefahr werden können. Sie sind für Schäden an Lebensmitteln verantwortlich.
Es kommt zu einer Kontaminierung, die durch den Kot sowie die Gespinste der Mottenmaden verursacht werden. Pilze sowie Milben werden angezogen und sorgen für eine weitere Verunreinigung von Lebensmitteln. Diese werden bereits durch die Hinterlassenschaften der Mottenmaden für den Verzehr unbrauchbar.

Da sich die Larven der Motten durch unzählige Materialien hindurchbeißen, kann ein Befall große Lebensmittelvorräte kontaminieren. Pappe und weiche Kunststoffmaterialien stellen für sie kein Problem dar. Sie gelangen durch die kleinsten Schlitze von Deckeln. Da hier nur noch die Entsorgung angeraten ist, landet nicht selten viel Geld im Abfall.

Larve der Dörrobstmotte, Plodia interpunctella
Larve der Dörrobstmotte, Plodia interpunctella

Rasante Vermehrung

Mottenmaden können zügig eine ganze Madenplage verursachen. Haben sie sich nach rund fünf bis sechs Wochen zu erwachsenen Motten weiterentwickelt, können sie zwischen 50 und 500 Eier ablegen. Danach sterben sie in einem Alter zwischen zehn und 14 Tagen. Aus den Eiern entstehen bereits nach ungefähr drei bis fünf Tagen neue Maden. Diese stehen dann in weiteren fünf bis sechs Wochen als erwachsene Motten wieder für die Vermehrung bereit, sodass ohne eine rigorose Bekämpfung der Vermehrungs-Kreislauf unaufhörlich für Tausende von Mottenmaden sorgen kann. Das Kuriose daran ist, dass diese unterschiedliche Färbungen aufweisen können.

Mottenmaden an der Küchendecke

Zugegeben, die Küchendecke ist sicherlich ein ungewöhnlicher Ort für Motten beziehungsweise ihre Nachkommen. Das hindert sie aber nicht daran, die Decke entlang zu robben. Dass sie in der Küche ausgerechnet dort zu finden sind, kann verschiedene Gründe haben.

Ursachen

Durch Licht angezogen

Weil erwachsene Motten bei Dunkelheit vom Licht angezogen werden, kommt die Möglichkeit in Betracht, dass sie beim Lüften in der Abenddämmerung und bei brennender Deckenbeleuchtung in die Küche gelangt sind. Besteht die Beleuchtung an der Decke aus natürlichen Materialien, so können Motten ihre Eier dort ablegen. Haben sich die Maden entwickelt, verlassen sie ihr „Lager“ und ziehen über die Decke in Richtung Nahrungsvorräte, um ihren Hunger zu stillen.

Durch Fensterschlitze oder -öffnungen gelangt

Direkt nach dem Entwicklungsstadium zur Made, zeigen sich die Tierchen sehr hungrig. Auf der Suche nach Nahrung gelangen sie durch kleinste Schlitze und Öffnungen im Mauerwerk, an Fenstern und Türen in die Küche. Dabei schrecken sie vor langen Wegen nicht zurück. Die Decke bietet die Möglichkeit nahezu gefahrlos alle Bereiche in der Küche zu erreichen.

Durch kontaminierte Nahrungsmittel aus dem Handel

Es kommt selten vor, aber es passiert, dass Sie Lebensmittel oder auch Tiernahrung kaufen, in denen sich Eier oder Mottenmaden bereits befinden. Das kann das Trockenfutter für Hunde, das Mehl, die Haferflockenpackung oder auch Nüsse und Schokolade sein, um nur einige Beispiele zu nennen.
Sind sie auf diese Weise in die Küche oder die Vorratskammer gelangt, können sie sich durch die Verpackung nach außen fressen und auf „Wanderschaft“ zu weiteren Nahrungsquellen gehen. Wie bereits erwähnt, scheuen sie keine langen Wege oder Umwege, sodass sie nicht selten an der Decke in der Küche zu sehen sind. Aber auch Ritze an/in Arbeitsplatten oder an den Fußleisten werden gern für den Umzug genutzt. Selten kriechen sie über den Fußboden.

Tipp: Mottenmaden an der Küchendecke können ein Anzeichen sowohl für einen beginnenden Befall, als auch für einen bereits vorhandenen sein. Vorsichtshalber sollten Sie immer von Letzterem ausgehen und keine Zeit unnötig verstreichen lassen, um die Schädlingsbekämpfung in Angriff zu nehmen.

Dörrobstmotte, Plodia interpunctella
Dörrobstmotte, Plodia interpunctella

Bekämpfung von Lebensmittel-Maden

Wenn Sie eine Mottenmade an der Decke entdeckt haben, ist diese selbstverständlich zu entsorgen. Das kann über den Hausmüll erfolgen, aber dabei sollte berücksichtigt werden, dass lebende Maden somit nicht an ihrer Weiterentwicklung und der folgenden Eiablage gehindert werden. Vor allem in Mülltonnen finden sie vielfach eine geeignete Umgebung zum Überleben und Vermehren. Hinaus kommen sie ebenfalls schnell wieder. Unter Umständen treffen Sie nach kurzer Zeit wieder auf dieselbe Made oder sie verschafft sich als Motte zur Eierablage erneut Zugang. Deshalb sollte jede Bekämpfungsmaßnahme mit dem Ziel der Abtötung einhergehen. Auch ein Absaugen eignet sich nur dann, wenn die Tötung erfolgt. Ansonsten fressen sie sich durch die Staubsaugerbeutel oder krabbeln einfach den Weg zum Ausgang wieder zurück, sobald der Staubsauger ausgestellt ist.

Lebensmittel-Entsorgung

Generell sollten bei dem Entdecken von Motten-Larven sofort alle Lebensmittelverpackungen auf kleinste Beschädigungen untersucht werden. Besteht der kleinste Verdacht, dass sich Mottenmaden darin befinden oder befunden haben, sind diese unverzüglich zu entsorgen. Vergessen Sie dabei nicht, dass die Schädlinge auch durch kleinste Undichtigkeiten von Deckeln sowie durch weiche Plastik-Container ins Innere gelangen können. Optimal ist es, dass sie prinzipiell von Maden bevorzugte Lebensmittelvorräte aus den Küchenschränken und -regalen entsorgen. Dazu zählen:

  • Mehl
  • Reis
  • Lebensmittelstärke und Soßenbinder
  • Nüsse
  • Hülsenfrüchte
  • Schokoladen und Schokoladenaufstriche
  • Nudeln
  • Müslis
  • Kekse und Ähnliches
  • Trockengewürze

Mehl im Glas

Mottenmaden lebendig gefangen

Bevor Sie (eventuell) kontaminierte Lebensmittel im Hausmüll entsorgen, ist das Abtöten für eine effektive Bekämpfung sowie zur Vermeidung eines erneuten Schädlingsbefalls erforderlich. Das betrifft auch aufgesaugte oder anderweitig lebendig eingefangene Tiere.
Am einfachsten geht dies, indem Sie die aussortierten Lebensmittel samt Verpackungsmaterial und den Staubsaugerbeutel in den Gefrierschrank stellen. Dieser sollte selbstverständlich keine unverdorbenen Lebensmittel enthalten. Die Tiefkühlung sollte über einen Zeitraum von drei Tagen bestehen bleiben. Danach sind die Schädlinge garantiert erfroren und können unbedenklich im Hausmüll landen.

Eier-Bekämpfung

Die Eier von Motten sind mit dem bloßen Auge in der Regel nicht sichtbar, weil sie extrem klein sind. Eine effektive und vor allem nachhaltige Bekämpfung beinhaltet auch die Vernichtung der Eier. Dazu gehen Sie wie folgend vor:

  • Vermengen Sie einige Esslöffel Essigessenz mit einem Liter Wasser
  • Wischen Sie alle Regale und Schränke mit der Lösung ab
  • Für Ecken und schwer zugängliche Stellen empfiehlt sich die Verwendung von einer Sprühflasche, in welche das Essig-Wasser-Gemisch eingefüllt wird
  • Wichtig ist, dass Sie sorgfältig vorgehen und nach Möglichkeit nichts auslassen
  • Vergessen Sie vor allem nicht Lampen oder Deko-Artikel aus Naturmaterialien. Auch hier werden gern Eier abgelegt
  • Durch das Gemisch werden die Eier zuverlässig vernichtet
  • Zusätzlich sorgt der Essig für eine gleichzeitige Desinfektion.

Essig und Salz

Eine sehr wirkungsvolle Bekämpfung gelingt Ihnen mit einem Gemisch aus Wasser mit Essig und Salz oder Pfeffer. Bei der Herstellung des Wasser-Essig-Gemischs gehen Sie genauso vor, wie zuvor unter „Eier-Bekämpfung“ beschrieben. Fügen Sie nur noch einen bis zwei Esslöffel Salz hinzu. Anschließend wird das Gemisch in eine Sprühflasche gefüllt und die Maden an der Decke gut eingesprüht. Nach wenigen Minuten fallen sie tot herunter und können problemlos aufgesaugt oder aufgekehrt und im Hausmüll entsorgt werden.

Essig zum Reinigen verwenden

Pfefferspray

Ähnlich wie bei der Bekämpfung mit Essig und Salz, funktioniert ein Gemisch aus Pfeffer und Wasser. Mit diesem werden die Krabbeltiere ebenfalls eingesprüht und sterben in der Folge ab.

Für die Herstellung des Pfeffersprays gehen Sie wie folgt vor:

  • Einen Liter Wasser aufkochen lassen
  • Einen Esslöffel Pfeffer hinzugeben und gut durchmischen
  • Die Mischung abkühlen lassen
  • In eine Sprühflasche füllen und die Maden an der Küchendecke tropfnass einsprühen
  • Die tote Made fällt nach ein paar Minuten von allein auf den Boden herab

Bekämpfung mit Hilfe von Nützlingen

Diese Bekämpfungsmethode eignet sich vorrangig für einen größeren Madenbefall, weil der Aufwand zeitaufwendiger ist, als die Herstellung eines Sprays, wie sie hier genannt wurden.
Als natürliche Fressfeinde von Mottenmaden gelten vor allem die Schlupfwespen (Habrobracon hebetor). Diese erhalten Sie in jeden gut sortierten Gartenfachhandel oder im Internet. Meist werden Karten mit Eiern der Nützlinge angeboten. Diese brauchen Sie dann nur noch an den befallenen Bereichen zu verteilen. Dort werden sie die Maden verköstigen und auf diese Weise nach und nach den Befall verkleinern. Nachteilig ist allerdings, dass Sie bei größerem Befall die Nützlinge über einen längeren Zeitraum vorhanden sein müssen, um alle Maden der Motten zu erreichen. Vorteilhaft ist, dass Sie die Schlupfwespen bei ihrer Aufgabe in der Regel kaum bemerken.

Schupfwespe, Ichneumonidae
Schupfwespe, Ichneumonidae

Tipp: Von der Verwendung von Insektiziden im Küchenbereich wird abgeraten.

Wie Sie die unterschiedlichen Arten von Lebensmittelmotten erkennen, lesen Sie hier. Weitere hilfreiche Informationen zur Bekämpfung und Vorbeugung von Lebensmittelmotten finden Sie auch in unseren weiteren Beiträgen.

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