Kleine Mücken im Haus effektiv bekämpfen | 11 Mittel

Kleine Mücken im Haus

Ungeziefer in der Wohnung ist lästig. Im Sommer und im Herbst bringen uns vor allem die Stechmücken um den Schlaf. Wenn im Winter plötzlich Unmengen winziger schwarzer Mücken die Wohnung besiedeln, ist das Erschrecken groß. Was sind das für fiese kleine Insekten? Woher kommen sie und wie wird man sie wieder los? Ist der Einsatz von Chemie erforderlich oder gibt es wirksame Hausmittel gegen Mücken? Wir klären auf.

Mücken im Haus

Zwei Arten von Mücken (Nematocera) begegnen uns in mitteleuropäischen Regionen häufig im Haus:

  • Gemeine Stechmücken im Sommer
  • Trauermücken im Winter

Beide unterscheiden sich deutlich und werden auch unterschiedlich bekämpft. Eines haben Stech- und Trauermücken gemeinsam: sie sind extrem lästig.

Stechmücken

Die Gemeine Stechmücke (Culex pipiens) wird auch als Hausmücke bezeichnet. Während die Weibchen einen Stechrüssel besitzen, haben die männlichen Stechmücken nur einen Saugrüssel. Stechmücken ernähren sich von Nektar und von Blut. Nur die trächtigen Weibchen stechen den Menschen und andere Säugetiere. Stechmücken sind meist ungefährlich. Immer mehr Beachtung widmen Forscher allerdings der Übertragung von Krankheiten durch den Stich einer Mücke.

Die Änderung des Klimas mit der Zunahme von langen Trockenzeiten, Starkregen und Überschwemmungen führt dazu, dass Mückenplagen gehäuft auftreten. Hauptsächlich in Überschwemmungsgebieten können Mücken die Lebensqualität der Menschen deutlich beeinträchtigen.

heimische Stechmücken, Mücke

Der Weg in die Wohnung

Stechmücken gelangen im Sommer durch geöffnete Türen und Fenster problemlos in die Wohnungen. Der Verschluss dieses Zuganges ist ein erster Schritt gegen den lästigen Besuch.
Stechmücken brauchen Wasser zur Vermehrung. Sie legen ihre Eier in stillen Gewässern, aber auch in Regentonnen und Gartenteichen ab. Wer einen Gartenteich anlegt, sollte dabei die Lage des Schlafzimmers im Auge haben.

Stechmücken bekämpfen

Im Fachhandel sind zahlreiche chemische Mittel zum Bekämpfen der Stechmücken erhältlich. Es muss nicht immer gleich Chemie sein. Wir haben für Sie sieben wirksame Mittel ohne Chemie zusammengestellt.

  1. Decken Sie Wasserbehälter wie Regentonnen im Garten ab und stellen sie möglichst weit entfernt von den Fenstern auf.
  2. Verschließen Sie die Fenster mit Fliegengittern.
  3. Kleidung in Blütenfarben zieht Stechmücken an. Verzichten Sie am Nachmittag und Abend auf bunte Kleidung.
  4. Schaffen Sie gute Lebensbedingungen für Fressfeinde der Mücken (Libellen, Vögel) in Ihrem Garten.
  5. Schalten Sie in der Wohnung das Licht nur bei geschlossenen Fenstern an.
  6. Verwenden Sie im Sommer Parfüm sparsam. Auch künstliche Duftstoffe ziehen Insekten an.
  7. Gewürzpflanzen wie Thymian, Rosmarin, Eukalyptus, Lavendel, Minze vertreiben die Plagegeister. Stellen Sie Töpfe an Eingangstüren auf und bepflanzen Sie die Blumenkästen vor den Fenstern damit.

Trauermücken

Wenn Sie eine Invasion kleiner schwarzer Mücken in Ihrer Wohnung bemerken, vorzugsweise im Winter, dann handelt es sich in den meisten Fällen um Trauermücken.

Trauermücken (Sciaridae) gehören zur Familie der Zweiflügler und zur Unterordnung der Mücken (Nematocera). Sie sind zwischen einem und sieben Millimetern groß. Die kleinen Mücken haben schwarze Flügel, wodurch sie sich von vielen anderen Mückenarten und von den Fruchtfliegen unterscheiden.

Trauermücken fallen auf durch einen taumeligen Flug. Sie besiedeln die Blumentöpfe. Fruchtfliegen dagegen halten sich immer in der Nähe von Obst und Gemüse auf.
Die winzigen Mücken stechen nicht, sie besitzen keinen Stachel. Für den Menschen stellen sie deshalb keine Gefahr da. Sie übertragen keine Krankheiten, trotzdem sind sie unangenehm.

Trauermücke, Sciaridae

Vermehrung als Lebensziel

Trauermücken haben ein kurzes Leben, es dauert nur fünf Tage. Ziel dieses Lebens ist die Fortpflanzung. Ein einziges Mückenweibchen legt bis zu 200 Eier. Um das Ungeziefer wieder loszuwerden, ist es daher wichtig, schnell zu handeln. Trauermücken legen ihre Eier in Blumentöpfen ab. Sie bevorzugen feuchte Blumenerde, denn die Larven benötigen Flüssigkeit, um sich fortzubewegen. Trauermückenlarven ernähren sich von den zarten Wurzeln und schädigen die Pflanze.

Der Weg in die Wohnung

Die Insekten gelangen vor allem in gekaufter Blumenerde oder mit einer neuen Zimmerpflanze in Ihre Wohnung. Wenn Sie kleine weiße Würmchen mit schwarzem Kopf in der frischen Blumenerde entdecken, dann handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Trauermückenlarven. Die Eier sind kaum sichtbar. Sie sind durchsichtig und sehr klein. Möglich ist auch, dass die kleinen Plagegeister durch das geöffnete Fenster hereingekommen sind und ihre Eier in einem Ihrer Blumentöpfe hinterlassen haben.

Merkmale des Befalls

  • kleine weiße Würmchen oder durchsichtige Eier in der Blumenerde
  • viele winzige schwarze Mücken im Zimmer
  • Fraßstellen an den Zimmerpflanzen
  • plötzliches Absterben junger Pflanzen

Vorbeugen gegen Trauermücken

Ein hundertprozentiger Schutz gegen die lästigen Insekten ist nicht möglich. So können Sie vorbeugen:

  1. Platzieren Sie den Komposthaufen im Garten nie in der Nähe von Fenstern.
  2. Kaufen Sie hochwertige, für Zimmerpflanzen bestimmte Blumenerde. Diese ist sterilisiert und frei von Trauermückenlarven. 3. Verwahren Sie Reste von Blumenerde dicht verschlossen in unbeschädigten Plastiktüten.
  3. Tauschen Sie bei ersten Anzeichen eines Befalls sofort die Blumenerde in den Töpfen aus.
  4. Kontrollieren Sie Ihre Zimmerpflanzen regelmäßig auf einen Insektenbefall.
  5. Streuen Sie eine dünne Sandschicht auf die Erde in Ihren Blumentöpfen. Dies hat keine Auswirkung auf die Pflanzen, verhindert jedoch den Befall mit Trauermücken.

Tipp: Zimmerpflanzen in Hydrokultur bieten keine Lebensgrundlage für Trauermücken.

Hausmittel gegen Trauermücken

Umso eher Sie auf den Insektenbefall reagieren, umso schneller erreichen Sie das Ziel. Schließlich vermehren sich die Plagegeister in einer enormen Geschwindigkeit.

1. Gelbsticker

Gelbsticker kommen gegen verschiedene Insekten zum Einsatz. Sie sind völlig ungiftig. Die im Handel erhältlichen gelben Tafeln sind beidseitig mit einem Leim bestrichen. Insekten werden von der gelben Farbe angezogen und bleiben an den klebrigen Tafeln haften.

Gelbsticker gegen Trauermücken

2. Nematoden

Nematoden sind natürliche Feinde der Trauermückenlarven. Die zur Gruppe der Fadenwürmer zählenden Parasiten werden erfolgreich gegen Trauermücken eingesetzt. Nematoden sind im Fachhandel erhältlich. Sie werden mit dem Gießwasser auf die befallene Pflanze gegossen. Die Fadenwürmer suchen sich eine Larve, die bereits nach wenigen Stunden getötet ist. Gleich danach gehen die Fadenwürmer auf die Suche nach der nächsten Mückenlarve. Nach etwa zwei Wochen sind alle Larven beseitigt.
Während der Bekämpfung mit Nematoden ist es wichtig, dass die Blumenerde feucht gehalten wird. Um das Herausspülen der Nematoden zu verhindern, darf nicht zu stark gegossen werden.

3. Austrocknung

Die meisten Zimmerpflanzen können kurze Trockenzeiten sehr gut überstehen. Für Trauermückenlarven ist Feuchtigkeit allerdings lebenswichtig. Ein wirksames Hausmittel gegen Trauermücken ist das Austrocknen von Blumentöpfen. Verzichten Sie etwa 14 Tage aufs Gießen und die Mücken verschwinden auf natürliche Weise.

4. Blumenerde sterilisieren

Eine recht aufwendige Möglichkeit, um die Plagegeister zu bekämpfen, ist das Sterilisieren der Blumenerde. Dazu müssen Sie die Blumenerde für etwa 30 Minuten bei 100 Grad Celsius in den Backofen geben. Die Larven und die Eier vertragen die Hitze nicht und sterben demzufolge ab. Wenn im Raum jedoch noch Trauermücken umherschwirren, müssen Sie mit einer erneuten Eiablage rechnen. Empfehlenswert ist die Sterilisation der Erde in Kombination mit dem Einsatz von Gelbstickern.

Kompost dämpfen

Hinweis: Im Internet werden zum Bekämpfen von Trauermücken Hausmittel wie Essig, Spülmittel und Alkohol empfohlen. Wir raten davon ab, da diese zu einer Schädigung der Zimmerpflanzen führen.