Mutterboden auf alten Rasen ausbringen | Rasen mit Erde bedecken

Mutterboden auf alten Rasen ausbringen

Sie haben einen Rasen, der schon etwas älter und mitgenommen ist? Dann setzen Sie doch auf Mutterboden. Die mineral- und nährstoffreiche Erde kann alten Rasenflächen wieder zu neuer Fülle verhelfen und im Idealfall müssen Sie diese nur dem eigenen Grundstück entnehmen. Dabei machen Sie sich den Eigenschaften der Muttererde zu Nutze, die sich hervorragend als Verjüngungskur für strapazierte und alte Rasenflächen herausgestellt hat.

Mutterboden auf alten Rasen ausbringen

Ein alter Rasen ist keine ideale Fläche mehr. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Grasfläche aufgrund mangelnder Pflege oder jahrelanger Nutzung nicht mehr so kräftig wie früher ist und aufgefrischt werden muss. Glücklicherweise lässt sich das Grün mit einer Vielzahl unterschiedlicher Methoden wieder zum Leben erwecken. Eine davon ist die Nutzung nährstoffreicher Muttererde, die als Schicht aufgetragen und anschließend mit neuem Saatgut versehen wird. Bei dieser Idee stellen sich jedoch viele Menschen folgende Fragen:

  • Bildet sich Staunässe?
  • Wie sieht es mit Unkraut aus?

Staunässe ist bei dieser Variante meist kein Problem. Da Sie keine zehn oder zwanzig Zentimeter Muttererde ausbringen, kann der alte Rasen immer noch atmen und die Feuchtigkeit sich hervorragend im Boden verteilen. Ebenso verhält es sich mit dem Unkraut. Dieser verrottet zusammen mit den restlichen Gräsern und sorgt somit für eine Schicht Humus, die ebenfalls Nährstoffe an die Muttererde abgibt. Um diese Effekte zu erzielen, ist es wichtig, wie Sie die Erde ausbringen, da Sie den Rasen nicht einfach nur bedecken und danach in Ruhe lassen können.

Hinweis: Auf die gleiche Weise lassen sich hervorragend unebene Stellen im Rasen füllen, wenn Sie diesen nicht komplett abtragen wollen. Da Mutterboden sehr viele Nährstoffe enthält, werden die ausgebesserten Stellen innerhalb kurzer Zeit erneut austreiben und die Fläche schließen.

Rasen

Zeitpunkt

Einer der wichtigsten Aspekte bei dieser Methode ist der Zeitpunkt. Wenn Sie alten Rasen mit Mutterboden auffrischen wollen, müssen Sie diesen zum richtigen Zeitpunkt bedecken, um den größten Effekt zu ermöglichen. Es kommen an sich nur zwei Zeitrahmen in Frage, da diese die Keimung der Rasensaat begünstigen:

  • April bis Mai
  • August bis September

Wichtig ist eine durchgehende Temperatur von 10 °C, denn unter dieser werden die Samen nicht keimen. Da Ihnen zwei Zeiträume zur Verfügung stehen, können Sie sich aussuchen, wann Sie die Muttererde verteilen. Beachten Sie aber, dass Sie danach mindestens ein ganzes Jahr lang warten müssen, bis sich eine dichte Grasfläche gebildet hat. Da Sie das Grün komplett neu anlegen, ist die Wartezeit entsprechend hoch. Zudem dürfen Sie die Fläche für den gesamten Zeitraum nur selten betreten, da zu viel Druck die Keimfähigkeit und das Wachstum beeinträchtigen könnten. Wählen Sie einen trockenen oder bedeckten Tag aus. Bei Regen wird die Muttererde zu schwer zum Transportieren und bei intensiver Sonnenbestrahlung kann der Boden leiden.

Hinweis: Falls Sie die bedeckte Grünfläche nicht mehr als Zier- oder Nutzrasen, sondern zum Beispiel für Anbau von Gemüse verwenden wollen, müssen Sie nicht ganz so lange warten. Da der Mutterboden aber direkt nach dem Ausbringen noch sehr weich ist, sollten Sie sehr vorsichtig sein, damit Sie nicht sofort wieder alles abtragen.

Materialien und Werkzeuge

Auf den ersten Blick klingt es recht einfach, Muttererde auf dem alten Grün zu verteilen und auf diese wieder nutzbar zu machen. Doch ist der Aufwand deutlich umfangreicher, denn Sie müssen der Muttererde eine gute Grundlage bieten, sich zu etablieren. Und für diesen Zweck benötigen Sie entsprechendes Werkzeug und Materialien, die Ihnen bei diesem Projekt behilflich sein werden. Die folgende Liste gibt Ihnen einen Überblick über diese:

  • Schubkarre
  • Rasenmäher
  • Schaufel
  • Vertikutierer
  • Rechen
  • Maßband oder Zollstock
  • Wasserwaage
  • Schnur
  • Holzstöcke
  • Harke
  • Langzeitdünger (Kalk, Eisensulfat)
  • optional: Rasensaatgut
Rasen vertikutieren
Rasen vertikutieren

Am wichtigsten ist natürlich die Muttererde. Bei dieser handelt es sich um die ersten zwanzig bis dreißig Zentimeter Boden, auf der sich die Grasnarbe befindet. Das heißt, diese Erde können Sie benutzen, um Mutterboden zu erhalten, mit dem Sie die Rasenfläche bedecken können. Tiefer sollten Sie keinen weiteren Boden fördern, da dieser immer nährstoffarmer wird und zudem über kaum mehr Mikroorganismen verfügt, die sich positiv auf das Wachstum der Gräser und die Bildung von Humus auswirken würden. Entnehmen Sie also einer Stelle in ihrem Garten ausreichend Muttererde, um die gesamte Fläche zu bedecken. Wie viel Sie benötigen, hängt natürlich von der Fläche ab, die Sie bedecken wollen. Dafür müssen Sie nur das Volumen anhand der folgenden Formel berechnen:

Breite in m x Länge in m x Höhe in m = Volumen in m³

Die Breite und Länge entnehmen Sie natürlich Ihrer Rasenfläche. Für die Höhe der Schicht sind um die fünf Zentimeter empfohlen, da diese Unkräuter und Gräser verrotten und sich gut bepflanzen und belasten lässt. Bei einer Rasenfläche von fünf auf fünf Metern würde die Rechnung wie folgt aussehen:

5 m x 5 m x 0,05 m = 1,25 m³

Sie benötigen also für solch eine Fläche 1,25 m³ Muttererde. In den meisten Fällen reicht diese direkte Angabe aber nicht aus, da es zum Beispiel sein kann, dass Ihr Rasen uneben ist oder sogar über Löcher verfügt. Aus diesem Grund sollten Sie zur Vorsicht immer 15 bis 20 Prozent mehr nehmen, nur um auf Nummer sicher zu gehen. Bei 1,25 m³ wären das dann 1,44 m³ bis 1,5 m³ Erde. Gerade bei Neigungen sollten Sie immer ein wenig mehr verwenden, da diese sich nur schwer ausgleichen lassen.

Falls Sie keinen Vertikutierer zur Verfügung haben, können Sie diesen mieten. Je nach Anbieter müssen Sie pro Tag die folgenden Kosten ins Auge fassen:

  • Baumarkt: etwa 30 Euro
  • Hersteller: etwa 50 Euro
  • privat: 10 bis 35 Euro

An sich sind die Geräte auch nicht so teuer und im Internet günstig zu erhalten. Sie können ebenfalls Alternativen wie einen Handvertikutierer oder spezielles Schuhwerk verwenden, was die Arbeit immer noch ein wenig erleichtern wird.

Tipp: Wenn Sie selbst keine Möglichkeit haben, Muttererde aus Ihrem Garten zu verwenden, können Sie diese zu günstigen Preisen oder manchmal sogar kostenlos über die lokalen Kleinanzeigen erhalten. Viele Menschen können mit ihrem Mutterboden nichts mehr anfangen und bieten die Erde aus diesem Grund an, wovon Sie nur profitieren werden.

Vorbereitung

Bevor Sie die Rasenfläche mit dem Mutterboden bedecken können, müssen Sie einige Vorbereitungen erledigen, um am Ende einen geraden und sauberen Boden zu erhalten. Besonders wichtig ist hierbei das Abstecken der Höhe, um eine ebene Fläche zu ermöglichen. Hierfür stecken Sie einfach die Fläche mit Hölzern ab und spannen zwischen diesen die Schnur in einer Höhe von fünf Zentimetern. Richten Sie diese mit einer Wasserwaage aus, um die gleiche Höhe an allen Stellen zu erhalten. Selbst wenn sich die Fläche an einem Hang befindet, lohnt es sich die Höhe als Orientierung zu verwenden. Wurde die Höhe abgesteckt, müssen Sie den Boden vorbereiten:

  1. Nutzen Sie zuerst den Rasenmäher und mähen Sie die Fläche gründlich ab. Das erleichtert das Ausbringen der Muttererde, da zu hohe Halme die gewünschte Höhe durcheinanderbringen würden. Die Grasreste sollten Sie am besten auf dem Kompost entsorgen, damit diese nicht liegenbleiben und eine weitere Schicht bilden, die zersetzt werden muss.
  2. Nun müssen Sie den Vertikutierer für die gesamte Fläche anwenden. Dadurch entfernen sie ungewünschte Pflanzen oder Organismen wie Moose, die sich gerne im Rasen festsetzen. Zur gleichen Zeit sorgt das Gerät für eine Auflockerung des Bodens, was sich positiv auf die weitere Entwicklung auswirken wird.
    Mit diesen Punkten steht dem eigentlichen Projekt nichts mehr im Wege. Weiter unten finden Sie eine detaillierte Anleitung, die Ihnen alle notwendigen Schritte ganz genau aufführt.

Mutterboden

Mutterboden auf alten Rasen ausbringen: Anleitung

Überprüfen Sie noch einmal, ob Sie ausreichend Mutterboden zur Verfügung haben. Es ist wichtig bei allen Schritten sehr gründlich vorzugehen, denn nur auf diese Weise bleibt die Mutterbodenschicht gut erhalten und lässt sich nicht mehr so einfach abtragen. Gehen Sie wie folgt vor:

  1. Auf die gemähte und vertikutierte Oberfläche wird noch nicht sofort der Mutterboden ausgebraucht. Diesen müssen Sie zuvor mit Sand vermischen, wenn Ihr Garten schon immer ein Problem mit Staunässe hat. Der Sand reguliert die Durchlässigkeit des Bodens, was für diesen Zweck ideal ist.
  2. Nehmen Sie den Dünger und verteilen diesen großzügig auf dem alten Rasen. Arbeiten Sie diesen ein wenig mit der Harke ein, damit er besser verteilt wird.
  3. Jetzt wird endlich der Mutterboden auf der alten Erde ausgebracht. Dafür nehmen Sie die Schaufel und sorgen dafür, dass die gesamte Fläche von neuer Erde bedeckt ist. Sobald die gesamte Muttererde verteilt ist, überprüfen Sie die Höhe der Schicht anhand der Schnur. Verwenden Sie hierzu ruhig die Wasserwaage, wenn Sie eine zur Verfügung haben.
  4. Zu guter Letzt können Sie Saatgut für einen neuen Rasen ausbringen. Die Erde wird angefeuchtet und über die nächsten Wochen im Auge behalten. Sie müssen nur darauf achten, dass sie nicht komplett austrocknen.

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