Oleander hat gelbe Blätter – 10 Pflege-Tipps, die Sie jetzt beachten sollten

Oleander

Plötzlich hat der dekorative Oleander gelbe Blätter und es ist völlig unklar, warum dies so ist. Fakt ist jedoch, dass die Pflanzen oft mit gelben Blättern auf bestimmte Umstände reagieren. Sind diese Umstände dem Gärtner bewusst, so kann er hiergegen reagieren und mit der entsprechenden Pflege entgegenwirken. So gibt es viele unterschiedliche Faktoren, warum ein Oleander mit gelben Blättern reagiert, denn die Pflanze besitzt bei Wachstum und Pflege einige Besonderheiten.

Ursachen

Ursachenermittlung

Zeigt die dekorative Pflanze plötzlich gelbe Blätter, dann stimmt mit der Pflege oder dem Standort etwas nicht. Denn der Oleander ist in der Regel immergrün und verliert seine sattgrünen Blätter selten, es kann jedoch ab und an vorkommen, dass diese gelb werden.  Dennoch sollte nun nicht in Hektik verfallen werden, die Ursachen können in Ruhe überprüft und anhand einer Checkliste abgearbeitet werden.

Hierbei sollten die folgenden Faktoren geprüft werden:

  • ist der Standort zu dunkel
  • hat der Oleander Frost abbekommen
  • dauert zurzeit eine Hitzewelle an
  • wurde das regelmäßige Düngen vergessen
  • wurde die Pflanze von Schädlingen befallen
  • sind die gelben Blätter älter als zwei Jahre

Treffen ein oder mehrere der Pflegefehler oder Punkte zu, dann ist es ganz normal, dass die Blätter abgeworfen werden. Denn bekommt der Oleander zu wenig Licht, Nährstoffe oder Wasser, dann muss er sich schützen. Um eine Versorgung aufrecht zu erhalten, wirft er die Blätter ab, die aufgrund des Mangels bereits gelb geworden sind.

gelbe Blätter von einem Oleander

Nährstoffe

Nährstoffe helfen

Oft wird Oleander in den hiesigen Breitengraden als Kübelpflanze kultiviert, da er nur bedingt winterhart ist und so leichter im Winter an einen geschützten Standort verbracht werden kann. Daher benötigen gerade die Oleanderpflanzen, die in einem Topf kultiviert wurden, mehr Dünger. Denn erhält die mediterrane Pflanze nicht genügend Nährstoffe, können die Blätter gelb werden. Doch auch eine Überversorgung ist hier durchaus möglich, auf die der Oleander schnell reagiert. In der Regel fallen die gelben Blätter aber nicht ab, sondern bleiben hängen. Daran kann erkannt werden, dass die Pflanze unter einer Unter- oder Überversorgung durch Nährstoffe leidet. Daher sollte bei der Düngung auch bei der im Beet eingesetzten Pflanzen auf das Folgende geachtet werden, um gelbe Blätter zu vermeiden.

  • Oleander benötigt Magnesium, Eisen und Zink
  • im Kübel alle ein bis zwei Wochen düngen
  • hierzu speziellen Flüssigdünger für Oleander nutzen
  • keine handelsübliche Blumenerde für die Kübel nutzen
  • die Nährstoffe hierin bekommen dem Oleander nicht
  • besser Gartenerde mit Lehm mischen
  • bei im Beet kultivierten Pflanzen Langzeitdünger verwenden
  • nur zwischen Mai und August düngen

gelbe Blätter am Oleander können unterschiedliche Ursachen haben

Bekommt der Oleander zu viele Nährstoffe, dann kann dies ebenfalls ein Grund sein, dass die Blätter vergilben. Denn die Pflanze reagiert sehr empfindlich. Daher sollte immer auf die richtige Mischung geachtet werden und genau nach Herstellerangaben des verwendeten Düngers vorgegangen werden. Zu viel oder zu wenig zu geben, kann bei dieser Pflanze leider unschöne Folgen haben. Im Handel sind jedoch bereits Dünger speziell für Oleander erhältlich, diese sollten gegebenenfalls auch genutzt werden.

Gießen

Oleander sind ursprünglich in den Mittelmeerländern beheimatet und daher hohe Temperaturen gewohnt. Dennoch gehört er als mediterrane Pflanze zu denen, die kein Problem damit haben, auch längere Zeit in Nässe zu stehen. Denn ursprünglich und in der freien Natur wachsen die Pflanzen an Flussniederungen. Hier herrscht im Uferbereich immer eine gewisse Bodenfeuchte. Das heißt aber auch, dass der Oleander keine Trockenheit wünscht. Steht er daher zu trocken, bilden sich schnell gelbe Blätter. Daher sollte beim Gießen immer auf folgende Punkte geachtet werden.

  • bei großer Hitze täglich gießen
  • in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden
  • nicht auf die Blätter
  • immer von unten an die Wurzeln
  • gießen, wenn das Wasser in der Unterschale verdunstet ist

Oleander mit rosafarbener Blüte

Natürlich sollte die Pflanze nicht eingeschwemmt werden, so dass das Wasser noch über der Erde steht und zu sehen ist. Denn auch wenn die Pflanze es gerne feucht hat, so ist sie keine Wasserpflanze. Daher ist es ratsam immer so viel zu gießen, dass ein Teil des Wassers im Unterteller verbleibt, die Erde oberhalb aber nur leicht feucht bis trocken bleibt.

Altersschwäche

Bei einer immergrünen Pflanze ist es durchaus üblich, dass alte Blätter gelb und abgeworfen werden. Nur so können neue, junge Blätter wieder wachsen. Denn auch wenn es sich bei dem Oleander um eine immergrüne Pflanze handelt heißt dies nicht, dass auch die einzelnen Blätter für ewig leben und an der Pflanze verbleiben. So ist es üblich, dass der Oleander seine Blätter nach zwei bis vier Jahren abwirft. Das heißt, alle Blätter, die älter als zwei Jahre sind, werden in der nächsten Zeit gelb und fallen ab. Handelt es sich daher hierbei immer nur um wenige Exemplare, dann liegt dies meist am Alter der Blätter. Eine zusätzliche Pflege ist in diesem Fall dann nicht erforderlich. Es kann aber das Folgende getan werden, um den Strauch dekorativ zu erhalten.

  • älteste Blätter wachsen unten
  • werden diese abgeworfen, wächst nichts Neues nach
  • dies kann zum Verkahlen führen
  • durch Verjüngungsschnitte Verkahlung aufhalten
  • alternativ als Hochstamm kultivieren

befallene und gelbe Blätter sollten entfernt werden

Krankheiten

Krankheiten und Schädlinge

Auch unter verschiedenen Krankheiten und Schädlingen kann der Oleander leiden, wenn er gelbe Blätter bekommt. Krankheiten werden jedoch schnell daran erkannt, dass nicht ein gesamtes Blatt sondern nur Teile oder Punkte auf dem Blatt gelb werden. In solchen Fällen handelt es sich meist um Pilzerkrankungen oder den durch Bakterien verursachten Oleanderkrebs. In diesen Fällen muss schnell gehandelt werden, damit die Krankheiten sich nicht ausbreiten.

  • alle befallenen Blätter entfernen
  • ebenso alle befallenen Triebe abschneiden
  • nicht auf den Kompost geben
  • im Hausmüll entsorgen
  • gegen Pilzerkrankungen Fungizide einsetzen
  • Pflanze und nebenstehende Pflanzen insgesamt behandeln
  • Oleanderkrebs tritt meist im Winterquartier auf
  • befallene Stellen entfernen
  • ein Mittel gibt es gegen den Bakterienbefall nicht
  • die Pflanze in einem solchen Fall stärken

Oleander mit vielen kleinen rosa Blüten

Vor allem Schildläuse richten sich gern auf der Oleanderpflanze häuslich ein. Diese können allerdings mit einem Insektizid gut vertrieben werden. Auch in solchen Fällen, wenn die Pflanzen von Schädlingen befallen werden und hierdurch gelbe Blätter bekommen, sollten sie insgesamt gestärkt werden. Hierzu gehören vor allem Helligkeit und Wärme, genügend Wasser und nicht zu viele Nährstoffe.

Überwinterungsfehler

Gelbe Blätter beim eigentlich immergrünen Oleander können auch bei der falschen Überwinterung auftreten. Die Pflanze, die nur bedingt winterhart ist, muss in den hiesigen Breitengraden vor Frost und kalter Nässe geschützt werden. Doch nicht jeder Standort ist im Winter geeignet und kann so auch gelbe Blätter hervorrufen, was in der Regel völlig normal ist, wenn es sich nur um ein paar gelbe Blätter handelt. Denn der Oleander trennt sich in der Ruhephase von überschüssigen Blättern. Diese muss er im Winter auf diese Weise nicht zusätzlich versorgen, vor allem dann, wenn der Winterstandort nicht optimal ist. So sollte bei der Überwinterung der mediterranen Pflanzen das Folgende beachtet werden.

  • ideal ist ein heller, mäßig kühler Standort
  • die Versorgung auch im Winter muss gegeben sein
  • mäßige Wassergaben sind Pflicht
  • unbedingt vor Frost schützen
  • im Winter nicht düngen

Oleander ist in der Regel immergrün

Oft werden Oleander als leicht frosthart beschrieben, was jedoch in der Regel nicht der Fall ist. Daher sollte er auch in ein frostfreies Winterquartier umziehen und nicht draußen verbleiben. Ansonsten hilft meist nur ein radikaler Rückschnitt. Zeigen sich erste gelbe Blätter bei einem Oleander, der am Winteranfang noch draußen steht, sollte dieser möglichst schnell nach Innen geholt und geschützt werden.

Standort

Nur wenn für den Oleander der ideale Standort gewählt wurde, zeigen sich keine gelben Blätter. Da es sich um eine mediterrane Pflanze handelt, ist diese auch sonnengewöhnt. Auch die direkte Mittagssonne wird ohne Probleme vertragen, wenn die weitere Pflege wie das Gießen stimmt. So ist ein sonniger und windgeschützter Platz auf einem Süd- oder Ostbalkon oder auf einer sonnenverwöhnten Terrasse ideal. Da empfohlen wird, den Oleander aufgrund seiner fehlenden Winterhärte in einem Kübel zu kultivieren, hat dies auch für den Sommerstandort viele Vorteile. Denn so kann er, je nach Wetterlage, in die Sonne geschoben oder vor zu viel Regen geschützt werden.

Oleander retten

Sieht der Oleander nach einer Überwinterung eher grau als grün aus und hat er viele Blätter verloren, dann ist er dennoch zu retten. Gleiches gilt, wenn er zu viele Nährstoffe erhalten oder über längere Zeit sehr nass gestanden hat. In einem solchen Fall sollte er dem Kübel entnommen und geschnitten werden.

Oleander mit rosa Blüte und Blütenknospen

Hierbei wird wie folgt vorgegangen:

  • Pflanze bis knapp über dem Stock zurückschneiden
  • dem Kübel entnehmen
  • alte und feuchte Erde von den Wurzeln entfernen
  • diese unter Umständen leicht antrocknen lassen
  • alte Erde aus Topf entfernen und diesen gut säubern
  • alternativ neues Gefäß nutzen
  • frische Erde zur Hälfte einfüllen
  • Pflanze einsetzen
  • restliche Erde zugeben, andrücken leicht wässern
  • an hellen, warmen, sonnigen Standort verbringen

Durch den radikalen Rückschnitt kann es ein bis zwei Jahre dauern, bis der Oleander wieder blüht, da die neuen Triebe, die sich aus dem Stock schnell bilden werden, erst ein wenig älter werden müssen, um Blüten auszubilden. Lag es am Wasser, aufgrund dessen der Oleander Schaden genommen hat, die ersten Wochen nur mäßig gießen. Die Erdoberfläche sollte nicht durchnässt sein, im Teller darf das Wasser aber stehen bleiben. Wurden vorab zu viele Nährstoffe gegeben, dann sollte nun in der ersten Zeit nach dem Umtopfen nicht gedüngt werden. Die in der frischen Erde befindlichen Nährstoffe reichen dann völlig aus.

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