Oleander überwintern: wie und wo? Im Keller, im Freien – so gelingt es

Oleander überwintern

Mit seiner mediterranen Blütenpracht zählt Oleander zu den beliebtesten Kübelpflanzen. Aufgrund seiner natürlichen Herkunft ist das auch als Rosenlorbeer bekannte Blütengehölz hierzulande nur bedingt winterhart. In kalten Lagen benötigt er ein entsprechendes Winterquartier, während einige wenige Arten in besonders milden Regionen, mit entsprechendem Schutz, durchaus auch im Freien überwintern können. Sorten unabhängig gibt es jedoch Einiges zu beachten, um diese attraktiven Pflanzen unbeschadet durch den Winter zu bringen.

Überwinterung

Im Haus überwintern

Wie ein Großteil der mediterranen Kübelpflanzen verträgt auch der Oleander (Nerium oleander) nur leichten Frost bis maximal minus 5 Grad. Demzufolge muss er in den meisten Regionen Deutschlands im Haus überwintern. Dennoch sollte er, solange wie möglich draußen bleiben aber auch so früh wie möglich wieder ins Freie.

Um die Pflanzen möglichst lange draußen lassen zu können, kann man sie zum Schutz vor kalten Temperaturen in ein Vlies einhüllen und an einen geschützten Platz, nahe einer Hauswand stellen. Auch der Spätherbst hat noch ein paar warme Tage, die man dem Oleander zuliebe nutzen sollte. Das härtet die Pflanze ab, sodass sie die Überwinterung im Haus besser überstehen kann, denn viele sehen im Frühjahr ziemlich mitgenommen aus.

Oleander, Nerium oleander
Oleander, Nerium oleander

Vorbereitung

Überwinterung vorbereiten

Je nach Witterung und Frostgefahr wird es für den Rosenlorbeer etwa Anfang November endgültig Zeit ins Winterquartier umzuziehen. Bis es aber so weit ist, stehen noch kleinere Pflegemaßnahmen an. So muss der Oleander auf einen möglichen Schädlingsbefall durch Spinnmilben oder Schildläuse kontrolliert und dieser bei Vorliegen unbedingt beseitigt werden. Des Weiteren ist es ratsam, die Erde von jeglichem Unkrautbewuchs zu befreien. Schnittmaßnahmen verlegt man besser auf die Zeit nach der Überwinterung in das zeitige Frühjahr.

Nur, wenn das Platzangebot im Winterquartier begrenzt ist, kann man die Pflanze minimal schneiden. Um Platz zu sparen, können auch zu lange Triebe locker zusammengebunden werden. Allerdings sollte man darauf achten, dass das Innere der Pflanze immer noch ausreichend belüftet wird.

Im Freien

Auch wenn Oleander nur eingeschränkt winterhart ist, kann er in wintermilden Regionen unter bestimmten Voraussetzungen auch draußen überwintern. Für eine derartige Überwinterung sind nur wenige Sorten geeignet. Die Frosthärtesten sind Nerium Oleander ‚Italia‘, Nerium villa romaine, Nerium atlas und Nerium cavalaire. Allerdings kommen auch sie nicht ohne einen guten Winterschutz aus. Das betrifft die oberirdischen Pflanzenteile und insbesondere den Ballen.

  • zum Überwintern einen geschützten Platz wählen
  • möglichst vor einer Hauswand, unter einem Dachüberstand
  • den Kübel auf eine Holzpalette oder 5 cm dicke Styroporplatte stellen
  • das schützt den Ballen vor Bodenfrost
  • den Kübel locker mit wärmenden Materialien umwickeln
  • geeignet sind Jute, Vlies, Luftpolsterfolie, Bambus- oder Kokosmatten
  • die Erde mit einer Mulchschicht abdecken
  • zwischen Kübel und Ummantelung Stroh oder trockenes Laub füllen
  • abschließend das Ganze mit einer Schnur fixieren
  • zum Schutz oberirdischer Pflanzenteile, Äste mit einer Schnur locker zusammenbinden
  • anschließend ein licht- und luftdurchlässiges Gartenvlies über die Pflanze stülpen
  • zum Gießen an frostfreien Tagen, eine kleine Öffnung in der Abdeckung lassen
Rindenmulch
Rindenmulch

Tipp: Sollten sich trotz milder Lage längere Frostperioden mit Temperaturen unter minus 5 Grad ankündigen, ist es ratsam, die Pflanze sicherheitshalber in einen frostfreien Raum Keller oder die Garage zu holen.

Winterquartier

Das ideale Winterquartier

Den Standort zum Überwintern sollte man gut aussuchen, denn Oleander mag es gar nicht, wenn er während der Winterruhe ein- oder mehrfach umgestellt wird. Zudem sollte man ihn nicht einfach in die Wohnung stellen. Die Wohnung, insbesondere das Wohnzimmer ist der denkbar ungünstigste Ort für eine Überwinterung. In der Regel ist die Wohnung im Winter viel zu warm und nicht hell genug. Es würde sehr schnell zur Bildung kraftloser, vergeilter, Triebe kommen, die im Freien nicht lebensfähig wären.

  • immergrüner Rosenlorbeer möchte im Winter gerne hell stehen
  • je kühler der Raum, desto dunkler kann Oleander stehen und umgekehrt
  • kühle Temperaturen, generell ein Muss im Winterquartier
  • Raumtemperaturen zwischen zwei und zehn Grad gelten als optimal
  • das allein schon schließt das Wohnzimmer als Winterquartier aus
  • worauf es noch ankommt, ist eine gute Belüftung
  • das soll Krankheiten und Schädlingen vorbeugen
  • bestenfalls in einem hellen Kalthaus, unbeheizten Wintergärten oder Gewächshaus überwintern
  • auch helle und kühle Treppenhäuser geeignet
  • Keller in den meisten Fällen zu dunkel und zu warm
  • daher nur in Ausnahmefällen empfehlenswert
  • bei Bedarf Pflanzenlampen einsetzen, für mehr Helligkeit

Bei Temperaturen über 15 Grad ist die Gefahr eines Schädlings- oder Krankheitsbefalls sowie von Geilwuchs oder auftretenden Verkrüppelungen deutlich erhöht. Wer keine Möglichkeit hat, Oleander fachgerecht zu überwintern, kann gegebenenfalls den Überwinterungsservice in Anspruch nehmen, der von einigen Baumschulen und Gartencentern angeboten wird. Ins Wohnzimmer auszuweichen ist keine gute Idee.

Tipp: Ist keine helle Überwinterung möglich, kann Oleander notfalls auch etwas dunkler und dann vor allem kühler überwintern, beispielsweise in einem kühlen Keller oder einer frostfreien Garage.

Pflege

Pflege im Winterquartier

Natürlich kann man Rosenlorbeer im Winterquartier nicht sich selbst überlassen. Auch jetzt benötigt er ein Mindestmaß an Pflege. Er sollte deutlich weniger gegossen werden, da der Bedarf während der Winterzeit geringer ist und die Erde bei den kühlen Temperaturen nicht so schnell austrocknet. Trotz allem sollte der Wurzelballen nicht komplett austrocknen. In der Regel ist es ausreichend, einmal wöchentlich etwas Wasser zu verabreichen.

Je kühler der Raum, desto weniger muss gegossen werden. Nicht minder wichtig ist die regelmäßige Kontrolle auf einen Schädlingsbefall, um diesen möglichst frühzeitig und zügig zu beseitigen. Darüber hinaus sollte an frostfreien Tagen regelmäßig gelüftet werden. Gedüngt wird im Winter nicht. Man düngt maximal bis September und beginnt dann erst wieder im Frühjahr nach dem Ausräumen mit einer Startdüngung.

Oleander, Nerium oleander
Oleander, Nerium oleander

Nach dem Überwintern

Wie bereits erwähnt, sollte Rosenlorbeer so früh wie möglich wieder ins Freie. Das geht allerdings nicht ohne eine kurze Eingewöhnungsphase. Solange noch stärkere Fröste vorhergesagt sind, sollte man mit der Umgewöhnung warten. Leichte Nachtfröste, wie sie im Frühjahr durchaus vorkommen können, steckt diese Pflanze normalerweise gut weg.

Pflanzen, die kühler als 10 Grad überwintert wurden, können je nach Witterung bereits Ende März/Anfang April nach draußen. Exemplare, die bei 10 oder mehr Grad untergebracht waren, haben häufig schon im Winterquartier mit dem Neuaustrieb begonnen. Da diese jungen Triebe besonders frostgefährdet sind, sollte man hier evtl. noch etwas länger warten, gegebenenfalls bis zu den Eisheiligen.

Schneiden

Rückschnitt nach der Winterpause

Bevor man den Oleander endgültig wieder ins Freie stellt, sollte der Rückschnitt erfolgen. Im zeitigen Frühjahr ist dafür der beste Zeitpunkt, sofern nicht bereits vor der Überwinterung geschnitten wurde. Der Rückschnitt sorgt für einen regen Neuaustrieb und schützt die Pflanze vor dem Verkahlen.

Gartenschere für den Rückschnitt
Gartenschere für den Rückschnitt
  • dazu einen oder mehrere alte Triebe auf 10 – 20 cm zurückschneiden
  • Schnitt bis ins alte Holz regt vorwiegend zur Bildung langer Triebe und Blattmasse an
  • Rückschnitt in Blühregion fördert Bildung kurzer, relativ zügig blühender Triebe
  • Blütenstände nicht abschneiden!
  • an deren Spitzen befinden sich die Anlagen der neuen Blüten
  • verbrauchte Blütenstände, stößt die Pflanze selbst ab
  • entfernen der Samenstände von Vorteil
  • sie kosten der Pflanze viel Kraft

Tipp: Beim Schneiden ist es wichtig, Handschuhe zu tragen, denn der dabei austretende Pflanzensaft ist giftig und kann Hautreizungen hervorrufen.

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