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Olivenbaum mit braunen Blattspitzen: was tun, wenn er Blätter verliert?

Olivenbaum ist eine recht pflegeleichte Pflanze

Olivenbäume sind recht robuste und gesunde Gehölze. Dennoch sind sie nicht resistent gegenüber  Krankheitserregern und Schädlingen. Die treten vor allem dann auf, wenn die Pflege nicht stimmt und die Haltungsbedingungen nicht optimal sind. Anzeichen für einen Befall können u.a. braune Blattspitzen oder Blattfall sein. Sie wiederum können die Folge von Lichtmangel, zu viel Nässe, einer Über- oder Unterversorgung mit Dünger oder einer falschen Überwinterung sein. Besonders gefährdet sind Kübelpflanzen.

Video-Tipp

Die häufigsten Probleme mit Olivenbäumen

Olivenfrucht am Olivenbaum
Olivenfrucht am Olivenbaum

Wenn der Olivenbaum, insbesondere im Winter bzw. nach dem Umzug ins Winterquartier, Blätter verliert, dann ist das ein ganz natürlicher Vorgang und kein Grund zur Sorge. Fällt das Laub aber vermehrt, kann das auch auf einen Pilz- oder Schädlingsbefall hindeuten. Dabei können sich Pilze, Bakterien oder Schädlinge auf geschwächten Pflanzen besonders leicht ansiedeln und vermehren.

Ein möglicher Befall kann sich auf unterschiedliche Art und Weise äußern z.B. in Form von Blattflecken, durch braune Blattspitzen, gelbliche Blattverfärbungen oder Blattverlust. Damit Pilzerkrankungen und Schädlinge keine Chance haben, sollte man auf optimale Bedingungen schaffen, um so die Pflanzen zu stärken und gesund zu erhalten. Kommt es dennoch zu einem Befall, ist es wichtig, diesen möglichst frühzeitig zu erkennen, um zu wissen, was dem Olivenbäumchen fehlt und schnellstmöglich Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Nährstoffmangel

Das Blattwerk gibt Auskunft über den Gesundheitszustand des Olivenbaumes. Verfärbt sich das Laub in größerem Umfang, wird gelb, vertrocknet von den Rändern her und hängt herunter, ist das häufig ein Anzeichen für einen Stickstoffmangel. Welkende Blattränder und braune Blattspitzen können aber auch darauf hinweisen, dass zu viel gedüngt wurde.

Gegenmaßnahmen:

Ob, wie viel und welchen Dünger dieses Gehölz benötigt, hängt vor allem von dem Substrat ab, in dem es steht. Hierzulande wird der Olivenbaum aufgrund seiner eingeschränkten Winterhärte in der Regel im Kübel gehalten. Hier sind die Nährstoffe relativ schnell aufgebraucht, sodass eine regelmäßige Düngung unerlässlich ist. Dennoch ist beim Düngen etwas Fingerspitzengefühl gefragt, denn eine Überdüngung kann erhebliche Schäden an der Pflanze hervorrufen.

  • bei einer Überdüngung, zügiger Wechsel des Substrats empfehlenswert
  • bei Stickstoffmangel Olivenbaum im kommenden Frühjahr in frisches Substrat umpflanzen
  • oder einen geeigneten Dünger verabreichen
  • gegebenenfalls ein größeres Pflanzgefäß verwenden
  • gut geeignet sind handelsübliche Zitrusdünger
  • Dünger mit dem Gießwasser verabreichen

Grundsätzlich sollte man im Kübel gehaltene Olivenbäume von März bis September alle 2 – 3 Wochen düngen. Bei ausgepflanzten Exemplaren in milderen Regionen kann man die Pflanzen auch mit einem organischen Dünger wie z.B. Kompost oder Hornspänen versorgen. In nährstoffreichen Gartenböden ist oft keine zusätzliche Düngung erforderlich.

Lichtmangel

Olivenbaum ist eine mediterrane Pflanze

Licht bzw. Sonne ist eine wichtige Ressource für diese Pflanze, denn sie benötigt sie für die lebenswichtige Fotosynthese. Je mehr sie davon bekommt, desto besser, denn der Olivenbaum ist ein wahrer Sonnenanbeter und liebt dementsprechend volle Sonne. Häufig ist es aber so, dass Licht nicht in ausreichendem Maße vorhanden ist und der Olivenbaum Laub verliert. Dieses Phänomen kann sowohl im Sommer als auch im Winter auftreten. Besonders bedrohlich ist Lichtmangel in den Wintermonaten. In der Folge kann sich das Laub teilweise gelb verfärben und im weiteren Verlauf abfallen.

Abhilfe schaffen:

Im Freien ist es in der Regel relativ einfach, die Pflanze an einen sonnigeren Platz zu stellen, sofern sie im Kübel steht. Unterstützend sollten höhere Pflanzen oder andere Schatten spendende Faktoren gemieden oder wenn möglich, entfernt werden. Das gilt sowohl für drinnen als auch draußen. Ist der Lichtmangel gravierend, können für die Dauer der Überwinterung zusätzlich entsprechende Pflanzenlampen eingesetzt werden.

Zu viel Nässe

In ihrer natürlichen Heimat stehen Olivenbäume eher trocken. Ihre Wurzeln reichen tief in den Boden und sind stark verzweigt, sodass sie auch Feuchtigkeit aus tieferen Bodenschichten aufnehmen können, um nicht zu vertrocknen. Exemplare im Kübel werden oft übergossen, was zu Staunässe im Wurzelbereich und somit zu Fäulnis führen kann.

Ist die Fäulnis bereits fortgeschritten, kann sie auf den Stamm übergreifen, das Innere des Stammes zersetzt sich mehr und mehr, die Pflanze ist dann oft nicht mehr zu retten. Begünstigt wird das Ganze durch andauernde Niederschläge, fehlende oder unzureichende Drainage und damit einem schlechten Wasserablauf sowie durch Pflanzkübel ohne Abzugslöcher. Diesen Zustand dauerhafter Feuchtigkeit ist der Olivenbaum nicht gewohnt, sodass er mit braunen und gekrümmten Blättern, welken Blattspitzen und Blattverlust reagiert. Darüber hinaus erhöht das die Anfälligkeit dieser Pflanze für Krankheiten und Schädlinge.

Gegenmaßnahmen:

  • betroffene Pflanzen im Kübel schnellstmöglich austopfen
  • in ein frisches und trockeneres Substrat umtopfen
  • neuen Topf mit einer Drainageschicht ausstatten
  • ein lockeres und gut durchlässiges Substrat verwenden
  • für bessere Durchlässigkeit Sand untermischen
  • betrifft Kübelpflanzen ebenso wie ausgepflanzte Exemplare im Garten
  • Olivenbaum an einen vor Regen geschützten und sehr hellen Platz stellen
  • vor jedem Gießen den Feuchtegehalt des Bodens kontrollieren

Um den Feuchtegehalt des Bodens festzustellen, kann ein Feuchtigkeitsmesser hilfreich sein, die Finger gehen aber auch. Damit überschüssiges Wasser jederzeit gut ablaufen kann und eine gute Belüftung gegeben ist, kann es sinnvoll sein, den Topf vom Boden weg, auf Füße zu stellen.

Tipp:

Färben sich die Blätter braun, rollen sich zusammen oder fallen ab, können das auch Anzeichen für Trockenheitsschäden bzw. Wassermangel sein. Auch wenn Olivenbäume sehr gut mit Trockenheit zurechtkommen, benötigen sie dennoch ausreichend Wasser, vor allem im Kübel.

Bakterienbefall

Für gelbe oder braune Blattverfärbungen, Flecken und schließlich Blattverlust, kann auch ein Pilzbefall verantwortlich sein. Der wiederum tritt vorwiegend im Zusammenhang mit zu viel Feuchtigkeit auf. Erwähnenswert sind hier vor allem die Augenfleckenkrankheit, die Blattfleckenkrankheit sowie eine durch den Pilz Fumago vagans verursachte Rußerkrankung.

Blattfleckenkrankheit

Die von einem Pilz namens Mycocentrospora cladosporioides verursachte Blattfleckenkrankheit zeigt sich vor allem an den Blattunterseiten. Die sind gelblich verfärbt mit schwarzen Flecken. In der Regel kommt diese Erkrankung von der Überwinterung, beispielsweise wenn die Pflanze unter dem Winterschutz schwitzt.

Maßnahmen zur Bekämpfung:

Stellt man einen derartigen Pilzbefall fest, sollte für eine bessere Belüftung gesorgt werden. Sofern die Triebspitzen noch unversehrt sind, reicht es meist aus, die Pflanze einmal kräftig zu schütteln, sodass alle befallenen Blätter herunterfallen. Anschließend kann die Pflanze mit einem kupferhaltigen Breitbandfungizid behandelt werden. Eine Bekämpfung mit biologischen Mitteln ist nicht möglich. Ist der Befall bereits fortgeschritten, sollten betroffene Teile der Pflanze großzügig abgeschnitten und entsorgt werden.

Augenfleckenkrankheit

Olivenbaum braucht ein Winterquartier

Im Gegensatz zur Blattfleckenkrankheit befällt der für die Augenfleckenkrankheit verantwortliche Pilz Spilocaea oleagina die Blattoberseiten. Ein Befall tritt vor allem bei andauerndem Regen oder Über-Kopf-Gießen, also andauernder Feuchtigkeit auf. Die Blattspitzen zeigen innen helle und nach außen hin dunkle, braune oder silbrig-graue Flecken. Die Pflanze verliert schließlich die Blätter und die Triebe sterben ab.

Maßnahmen zur Bekämpfung:

Zunächst entfernt man sowohl befallenes als auch bereits heruntergefallenes Laub und entsorgt es im Hausmüll. Dann behandelt man den Olivenbaum entsprechend der Herstellerangaben mit einem geeigneten Fungizid. Da insbesondere die jungen Blätter sehr anfällig für diesen Pilz sind, ist es ratsam, die Pflanze im darauf folgenden Jahr vorbeugend mit einem auf Kupfer basierenden Fungizid zu behandeln. Der beste Zeitpunkt für entsprechende Spritzungen ist im Frühjahr, wobei sie nach ca. 10 – 14 Tagen wiederholt werden müssen.

Pilzbefall – Fumago vagans

Ein Befall mit diesem Pilz zeigt sich an einem schwarzen, rußartigen Überzug auf Blättern und der Rinde des Olivenbaumes. Ursachen können eine zu warme Überwinterung mit hoher Luftfeuchtigkeit sein aber auch die Folge eines Befalls mit Woll- oder Schildläusen. Liegt es an der Überwinterung, sollte der entsprechende Schutz entfernt und die Pflanze gut belüftet werden. Anschließend können ausschließlich betroffene Blätter mit einer Seifenlauge abgewischt werden. Ist dagegen ein Schädlingsbefall ursächlich, muss dieser zuerst beseitigt werden.

Tipp:

Auf die Gesundheit des Olivenbaumes hat dieser Pilz in der Regel keine Auswirkungen. Dennoch sollten befallene Blätter entsprechend behandelt werden.

Falsche Überwinterung

Im Winter passiert es häufig, dass der Olivenbaum Blätter verliert, sich braune Blattspitzen zeigen oder sich Blätter gelb oder braun verfärben. Sofern während der Überwinterung keine gravierenden Fehler gemacht werden, ist das kein Drama, wenn das Gehölz Blätter verliert. Ist der Blattverlust jedoch massiv, kann das auf Frostschäden hindeuten. Im Herbst und im Frühjahr sind plötzlich auftretende Fröste keine Seltenheit. Steht der Olivenbaum dann ohne ausreichenden Winterschutz an einer ungeschützten Stelle im Freien, verliert er seine Blätter. Bei extremen Frösten können zudem die Wurzeln geschädigt werden. Dabei verträgt der Olivenbaum durchaus leichte Minusgrade.

Verliert er vermehrt Blattwerk, kann das u.a. daran liegen, dass sie zu lange, zu kühl in einem dunklen Raum überwintert hat. Nicht nur Blattfall auch gelbe und braune Blätter, die nicht zwingend abfallen, können eine Reaktion auf zu kalte Temperaturen bzw. Frostschäden sein. Darüber hinaus können bereits aufsteigende Saftströme durch starke Temperaturschwankungen zu Rissen in Stamm und Trieben führen. Eiskaltes Lüften im Winter, dem der Olivenbaum ungeschützt ausgesetzt ist, kann ebenfalls Blattverfärbungen zur Folge haben. Gegebenenfalls können die Blätter bereits Schaden nehmen, wenn sie mit einer eiskalten Fensterscheibe in Berührung kommen. Dagegen können braune Blattspitzen ein Hinweis auf eine zu geringe Luftfeuchtigkeit sein.

Frostschäden gegensteuern

Olivenbaum braucht hellen, kühlen Überwinterungsplatz
  • bei durch Lüften entstandene Schäden, die Pflanze umstellen
  • Olivenbaum während des Lüftens mit lichtdurchlässiger Folie schützen
  • Bäume im Kübel vor dem ersten Frost ins Haus holen
  • nicht vor den Eisheiligen wieder ins Freie
  • Winterquartier weder zu kalt noch zu warm
  • Überwinterungstemperaturen von 5 °C optimal
  • dann kommt die Pflanze auch mit etwas weniger Licht aus
  • ab einer Temperatur von 10 °C setzt Vegetation ein
  • dann muss sie wesentlich heller stehen
  • bei Wintern, die kälter sind als -5 °C, Überwinterung ausschließlich im Haus
  • junge Pflanzen generell frostfrei überwintern
  • ausgepflanzte Exemplare mit besserem Winterschutz versehen
  • oberirdische Pflanzenteile und Wurzelbereich schützen

Zum Schutz von Stamm und Zweigen ist auch noch im Frühjahr auf einen ausreichenden Frostschutz zu achten. Bei einer Freilandüberwinterung in besonders milden Lagen sollte man auf einen geschützten Standort, idealerweise in Hausnähe oder vor einem schützenden Objekt, achten. Als Winterschutz sollte ein lichtdurchlässiges, atmungsaktives und Wasser abweisendes Vlies verwendet und die Pflanze vor direkter Wintersonne geschützt werden. Risse im Stamm umwickelt man bestenfalls mit Stroh, Vlies oder Ähnlichem. An frostfreien Tagen muss gelegentlich auch etwas gegossen werden.

Schädlinge

Zu einem Schädlingsbefall kommt es vor allem im Winter, wobei er im Freien eher selten auftritt. Auch hier sind die Ursachen hauptsächlich auf unsachgemäße Pflege zurückzuführen. Verliert die Pflanze Laub oder zeigen sich Symptome wie eingerollte, braune oder welke Blätter, kann das auf einen Befall mit Schild- oder Wollläusen hindeuten.

Schild- und Wollläuse lieben Wärme und treten vor allem bei einer warmen Überwinterung auf. Diese Schädlinge sitzen bevorzugt an den Blattunterseiten und breiten sich dann schnell über die komplette Pflanze aus. Darüber hinaus kann ein Schildlausbefall auch verschiedene Pilzerkrankungen nach sich ziehen.

Eine Bekämpfung ist meist schwierig. Betroffene Pflanzen sollten zunächst isoliert und dann mit einem systemisch wirkenden Mittel behandelt werden. Ältere Exemplare kann man gegebenenfalls eine gewisse Zeit, beispielsweise über Nacht, leichtem Frost aussetzen und so den Schädling bekämpfen. Vorbeugend sollte man auf eine kühle Überwinterung bei maximal 10 °C achten.

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