Olivenbaum düngen: Die besten Hausmittel zur Nährstoffversorgung

Olea europaea

Generell ist der Olivenbaum eine sehr genügsame Pflanze. Als wahrer Hungerkünstler kommt er sogar ganz ohne Dünger aus. daher ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt: Zu viele Nährstoffe schaden dem Baum mehr als zu wenige. Zu Hause sind die Bäume in der Toskana und in der gesamten Mittelmeerregion, wo sie auch auf kargem Boden sehr gut gedeihen. Wenn der Baum ausreichend Wasser hat, benötigt er kaum mehr. Es ist also Fingerspitzengefühl gefragt beim Düngen.

Olivenbaum düngen

Nur sporadisch düngen

Der Olivenbaum benötigt in den ersten drei Jahren seines Wachstums überhaupt keinen Dünger. In dieser Zeit entwickeln die Bäume ihre typische Robustheit. Danach wird nur in der Wachstumsphase gedüngt: Zwischen April und September bildet der Baum neue Blätter und Zweige aus und wächst. In dieser Zeit benötigt er vermehrt Nährstoffe. Zwischen Oktober und März ruht der Baum, in dieser Zeit sollten Sie auf keinen Fall düngen. Die Nährstoffe nimmt der Baum zusammen mit dem Wasser aus der Erde auf.
Ein frisch umgetopfter Olivenbaum hat mit dem neuen Substrat erst einmal für einige Monate ausreichend Nährstoffe zur Verfügung. Düngen muss man den Baum erst später.

Da die Bäume im Topf oder im Kübel nur ein begrenztes Nährstoffangebot haben, kommt auch der genügsame Olivenbaum nicht dauerhaft ohne düngen aus. Allerdings muss es nicht unbedingt spezieller Olivenbaumdünger sein, Hausmittel tun es auch.

geerntete Oliven

Mit Hausmitteln düngen

Mineralische Dünger sind oft so hoch dosiert, dass der Olivenbaum überdüngt wird. Die optimale Mischung sieht so aus:

  • 20 % Stickstoff
  • 15 % Kaliumoxid
  • 5 % Phosphat
  • 2 % Magnesiumoxid

Daneben ist eine gewisse dichte an Spurenelementen wichtig: der Baum benötigt Bor und Eisen, Kupfer und Molybdän, Mangan und Zink. Die meisten Flüssigdünger für mediterrane Pflanzen enthalten eine solche Mischung, sollten aber sehr vorsichtig dosiert werden. Alternativ können Sie organischen Dünger verwenden. Folgende Hausmittel eignen sich als Dünger:

Hornspäne

Hornspäne aus dem Handel sind gut geeignet, kosten aber Geld und riechen nicht so angenehm. Wenn der Olivenbaum im Wohnzimmer steht, ist das nicht so günstig. Steht der Olivenbaum im Freien sind Hornspäne ein geeigneter Dünger.

Hornspäne in die Erde einarbeiten

Die Späne werden in den Monaten März bis Juni in die Erde eingebracht. Je Quadratmeter werden 80 bis 100 g davon ausgestreut und leicht in die Erde eingearbeitet. Allerdings enthalten die Späne recht viel Stickstoff und wenige andere Nährstoffe, so dass die Kombination mit Kompost durchaus Sinn macht.

Kompost

Als Hausmittel bietet sich leichter Kompost an. Diesen können Sie aus Kaffeesatz, Teesatz, schnell rottenden Pflanzenabfällen und dergleichen selbst herstellen und kostet nichts. Kompost wird zwischen März und Juni ausgebracht: Etwa drei bis fünf Zentimeter hoch sollten Sie den Kompost auf die Erde legen und anschließend einarbeiten.

Pflanzenjauche für den Olivenbaum im Freien

Pflanzenjauche riecht sehr streng, weshalb sie für Olivenbäume im Kübel nur bedingt geeignet ist. Um eine nahrhafte Brennesseljauche herzustellen, sollte etwa ein Kilogramm junge Brennesselblätter für 14 Tage in Regenwasser gären. Das Gemisch wird regelmäßig umgerührt und am Ende abgeseilt. Dann wird die Jauche im Verhältnis 1:10 in das Gießwasser gegeben. Es reicht, diese Mischung in den Monaten März bis August einmal im Monat anzuwenden.

Brennnesselsud ansetzen

Andere Hausmittel

Reiner Kaffeesatz reicht zum Düngen des Olivenbaums nicht aus. Ein Gartenkompost mit beigemischten Pflanzenabfällen ist besser geeignet. Olivenbäume können Sie aber auch mit reinem Hähnchenmist düngen. Der Mist enthält alles, was der Baum benötigt, und ist einfach zu beschaffen. Wer nicht selbst Hühner hält, kann bei befreundeten Landwirten nachfragen. Allerdings riechen Vogelexkremente noch unangenehmer als Hornspäne und sind daher eher für die Düngung im Freiland geeignet.

Flüssigdünger für mediterrane Pflanzen

Als Olivenbaumdünger eignet sich jeder Flüssigdünger für mediterrane Pflanzen. Sogar Zitrusdünger ist völlig in Ordnung. Compo und Cuxin beispielsweise haben diesen Flüssigdünger im Programm. Chrystal Düngestäbchen für mediterrane Pflanzen sind ebenfalls geeignet. Die Hersteller geben an, wie genau das Düngemittel zu dosieren ist. Die Angaben sind auch für Olivenbäume völlig in Ordnung. Alle zwei bis drei Wochen sollten Sie den Flüssigdünger zusammen mit dem Gießwasser in den Topf geben. Eine kleine Gabe gut gesiebter Kompost oben auf der Erde tut dem Baum ebenfalls gut.

Eine kostengünstigere Alternative sind Hornspäne. Diese wird zwar nicht speziell für mediterrane Pflanzen beworben, enthält aber auch die Nährstoffmischung, die der Olivenbaum benötigt. Das organische Düngemittel hat noch einen weiteren Vorteil: Man kann es nicht so leicht überdosieren. Flüssigdünger müssen Sie wirklich sorgfältig dosieren, sonst leidet der Baum.

Olivenbaum im Freien

Einige Gegenden Deutschlands sind mit einem milden Klima gesegnet, das sogar Olivenbäume im Freien gedeihen lässt. Das Rheintal ist beispielsweise warm genug, und auch einige Orte rund um den Bodensee bieten sich an. Olivenbäume im Freiland benötigen noch weniger Dünger als die Bäume im Kübel, denn das Nährstoffangebot ist einfach größer.

Flüssigdünger für mediterrane Pflanzen ist im Freiland unnötig. Die Bäume gedeihen sehr gut, wenn Sie im Frühjahr oder im Frühsommer etwas Kompost rund um den Baum in die Erde mischen. Mehr Düngen muss eigentlich gar nicht sein. Stickstoff oder andere Düngemittel tun dem Baum nicht gut. Ist die Erde überdüngt, bilden die Bäume lange, dünne Äste aus und tragen keine oder nur extrem wenige Früchte.

Olivenbaum, Olea europaea

Überdüngung

Gelbe Blätter sind ein Warnsignal

Der Olivenbaum hat normalerweise silbergraue Blätter. Werden die Blätter gelb, ist das ein Warnsignal. Der Baum leidet dann in der Regel unter zu viel Staunässe, unter Pilzbefall oder einer anderen Krankheit. In ganz seltenen Fällen (bei mangelnder Pflege) kann die Gelbfärbung der Blätter ein Hinweis auf zu wenig Stickstoff im Boden sein. Bevor etwas Stickstoff gegeben wird, sollten alle anderen Ursachen für die Gelbfärbung durch sorgfältige Prüfung ausgeschlossen werden! Stickstoff kann durch eine kleine Gabe Flüssigdünger zugeführt werden.

Schnelle Hilfe bei Überdüngung

Wer es mit dem Düngen übertreibt, wird vom Olivenbaum dafür belohnt: Die Blätter werden gelb oder braun, die Zweige sind lang und dünn, der Fruchtertrag geht zurück und der Baum wird anfälliger für Krankheiten. Ein Hausmittel gegen Überdüngung gibt es nicht. Sollte das tatsächlich mal passiert sein, muss das Substrat vollständig ausgetauscht werden, und zwar möglichst umgehend. Dann erholt sich der Baum auch wieder.

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