Olivenbaum in der Wohnung überwintern – so gelingt es

Olivenbaum in der Wohnung überwintern

Olivenbäume verleihen unseren Terrassen oder Balkonen ein mediterranes Flair. Sie bringen uns ein Stückchen Urlaub nach Hause. Im Sommer, während der Freiluftsaison, stellen Olivenbäume keine besonderen Ansprüche an die Pflege. Hält hierzulande jedoch die nasse und kalte Jahreszeit Einzug, sollten die mediterranen Freunde spätestens nach dem ersten Nachtfrost in ihr Winterquartier in der Wohnung umziehen. Da sich der Olivenbaum mit der dunklen und kalten Jahreszeit schwer tut, braucht er ein besonderes Plätzchen, damit er sich wohlfühlt.

Herkunft

Herkunft und Klima

Olivenbäume stammen aus dem Nahen Osten, Südafrika und natürlich aus dem Mittelmeergebiet. Nichts ist in Spanien oder Italien typischer als ein Olivenbaum. Deshalb ist er in diesen Regionen auch ein wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft. Am besten wachsen Olivenbäume bei einer durchschnittlichen Temperatur von 15 bis 20 Grad Celsius. Diese dauerhaft warmen Temperaturen können dem Olivenbaum hierzulande nicht geboten werden. Deswegen überwintert er entweder geschützt im Freien oder in der Wohnung.

Überwintern

Überwinterung als Kübelpflanze

Olivenbäume werden bei uns als Kübelpflanzen kultiviert. Im Frühjahr und Sommer dürfen die mediterranen Pflanzen den deutschen Sommer genießen. Die Freiluftsaison brauchen sie auch, denn eine Haltung als reine Zimmerpflanze überleben Olivenbäume nur in äußerst seltenen Fällen. Kommt der Herbst und die Temperaturen fallen, endet die Freiluftsaison für den Olivenbaum. So muss die Pflanze möglichst vor dem ersten Frost nach drinnen geholt werden.

Olivenbaum braucht ein Winterquartier

Wird der erste Frost übersehen, machen Sie sich keine Sorgen, ältere Olivenbäume überstehen eine Nacht mit leichtem Frost. Bei sehr jungen Olivenbäumen sollten Sie allerdings, was den Frost anbetrifft, sehr wachsam sein. Sie sind noch nicht so abgehärtet wie ihre älteren Kollegen.

Tipp: Auch wenn es mühsam ist, den ersten Frost abzupassen, sollten die Olivenbäume doch so lange wie möglich im Freien bleiben.

Im Dunkeln

Überwinterung im Dunklen

Sollte sich für den Olivenbaum kein helles und kühles Plätzchen in der Wohnung finden, kann er auch im Dunklen überwintern. Dies sollte jedoch nur als Notlösung gesehen werden, mehrere Jahre hinweg wird der Olivenbaum eine dunkle Überwinterung nicht überstehen. Bei einer dunklen Überwinterung wirft das Bäumchen die Blätter ab. Deswegen müssen die Wassergaben noch stärker reduziert werden. Hat die Pflanze die Überwinterung gut überstanden, sollte sie im Frühjahr, wenn sie wieder ans Licht kommt, neu austreiben.

Tipp: Gewöhnen Sie das Olivenbäumchen in diesem Fall erst langsam ans Licht. Eine Zwischenstation in der Wohnung, bevor es wieder ins Freie geht, ist dafür optimal.

Olivenbaum ist eine recht pflegeleichte Pflanze

Winterquartier

Olivenbäume vertragen während der Überwinterung keine warmen Temperaturen. Deshalb ist ein normal beheizter Wohnraum kein gutes Winterquartier für die Pflanzen.

Optimal ist ein Raum:

  • mit Temperaturen um die 10 Grad Celsius
  • mit viel Helligkeit

So eignen sich unbeheizte Wintergärten oder kühle Schlafzimmer als Winterstandorte für den Olivenbaum. Letztere natürlich nur, wenn sie hell genug sind, oder man unterstützt den Olivenbaum mit einer speziellen Pflanzenlampe. Da sich während der Überwinterung auch gerne Schädlinge einnisten, muss das Winterquartier regelmäßig gelüftet werden. Dies beugt einem Schädlingsbefall vor.

Tipp: Steht innerhalb der Wohnung kein geeigneter Raum zur Verfügung, dann kann der Olivenbaum auch im hellen Hausflur überwintern.

Winterpflege

Olivenbäume gehören zu den anspruchslosen und pflegeleichten Pflanzen. Trotzdem kommen sie während des Winters nicht komplett ohne Pflege aus. Außerdem sollte die Winterpflege nicht abrupt einsetzen. Daher sollte die Pflanze bereits im Spätsommer, je nach Witterung, auf die Überwinterung vorbereitet werden.

  • Wassergaben mäßig reduzieren
  • Gießabstände langsam vergrößern
  • Düngen einstellen

Für die Pflanze bedeuten diese Maßnahmen, dass nun eine kargere Zeit kommt, und sie das Wachstum einstellen sollte, um Kräfte zu sparen. Wird der Olivenbaum drastisch, also von heute auf morgen, auf die Winterpflege umgestellt, zeigt er Ihnen die kalte Schulter und wirft seine Blätter ab.

Olivenbaum auf Freiluftsaison vorbereiten

Ist der Olivenbaum umgezogen, braucht er während der Wintermonate nur wenig Wasser. Es gilt: Je dunkler der Raum, desto weniger Wasser wird gegeben. Auf keinen Fall darf die Erde zu nass werden oder gar Staunässe entstehen. Dies führt in der Regel dazu, dass die Wurzeln verfaulen und der Baum all seine Blätter verliert.

Staunässe vermeiden Sie, indem Sie:

  • eine Drainageschicht im Kübel anlegen
  • nur Pflanzgefäße mit Abzugslöchern verwenden

Als Material für die Drainageschicht eignen sich:

  • Tonscherben alter Blumentöpfe, die vorher gut gereinigt worden sind
  • Kies
  • Kies vermischt mit Sand

Tipp: Zu Staunässe wird auch überschüssiges Gießwasser gezählt, dass sich im Untersetzer sammelt.

Schneiden

Da Olivenbäume sehr langsam wachsen, müssen nicht geschnitten werden. Sie können jedoch totes Holz vor dem Umzug ins Winterquartier entfernen. Fügen Sie dabei dem Bäumchen keine Schnittwunden zu. Die Schließung der Wunden ist eine zusätzliche Anstrengung für die Olive, die sich ja auf kargere Bedingungen einstellen soll.

Olivenbaum vor Winterruhe nicht schneiden

Schädlinge

Olivenbäume werden während der Freiluftsaison eher selten von Schädlingen befallen. Im Winter kommt ein Schädlingsbefall jedoch öfter vor. Dabei liegen die Ursachen häufig an der Pflege. Zu den typischen Schädlingen, die sich im Winter an den Pflanzen einnisten, gehören.

  • Schild- und Wollläuse
  • Spinnmilben
  • Blattläuse

Schild- und Wollläuse

Diese Pflanzenläuse lieben die Wärme. Daher sollten Sie unbedingt auf eine kühle Überwinterung der Olive bei 10 Grad Celsius achten. Vorbeugend können Sie ältere Olivenbäume eine Nacht über leichtem Frost aussetzen, den überstehen die Schädlinge, im Gegensatz zur Pflanze, nicht.

Spinnmilben

Diese lästigen Plagegeister setzen sich an der Blattunterseite fest und erzeugen im Verlauf des Befalls ein weißes Gespinst. Spinnmilben mögen Trockenheit besonders. Ganz gleich, ob trockene Raumluft oder trockene Erde, sie befallen die Pflanze quasi über Nacht. Feuchtigkeit hingegen mögen und vertragen Spinnmilben gar nicht. Sollte sich also ein Befall einstellen, dann gießen sie ausnahmsweise das Olivenbäumchen kräftiger und stecken es für ein bis zwei Tage unter eine helle Plastikhülle.

Olivenbaum stammt aus dem Mittelmeergebiet

Blattläuse

Blattläuse finden Sie an der Blattunterseite. Ist der Befall bereits weit vorangeschritten, müssen Sie die befallenen Pflanzenteile abschneiden. Entdecken Sie Blattläuse bevor sie Kolonien gebildet haben, können Sie das Bäumchen auch mit Brennnesselsud einsprühen.

Tipp: Haben Schädlinge den Olivenbaum befallen, isolieren sie ihn von anderen Pflanzen. Denn die Plagegeister breiten sich schnell auf benachbarte Pflanzen aus.

Nach Winterruhe

Nach der Überwinterung

Steigen die Temperaturen im Freien wieder auf 12 Grad Celsius, beginnt wieder die Freiluftsaison für den Olivenbaum. Gehen Sie sicher, dass keine Nachtfröste mehr anstehen. Das ist in unseren Breiten in der Regel nach den Eisheiligen der Fall. Da dem Olivenbaum aber eine möglichst lange Zeit im Freien gegönnt werden sollte, kann er bereits im April nach draußen gestellt werden. Sollte sich überraschend Frost einstellen, übersteht er eine Nacht im Freien. Sind die Fröste im April hartnäckig, muss er über Nacht wieder in die Wohnung geholt werden.

Olivenbaum braucht hellen, kühlen Überwinterungsplatz

Tipp: Ein ständiges Hin und Her zwischen Winterquartier und Balkon oder Terrasse mag der Olivenbaum nicht. Muss er dennoch zum eigenen Schutz in die Wohnung geholt werden, stellen Sie ihn am besten vor die Balkon- oder Terrassentür.

Wie bei der Überwinterung muss der Olivenbaum auch auf die kommende Saison im Freien vorbereitet werden, sonst kann er sich einen Sonnenbrand holen. Damit sich das Bäumchen wieder gut eingewöhnen und akklimatisieren kann, stellen Sie es zu Beginn an einen schattigeren Ort. So kann es sich langsam an die Sonnenstrahlen gewöhnen. Mit Beginn der Freiluftsaison muss die Pflanze auch wieder mehr gegossen werden. Auch hier gilt: Die Pflanze muss nach der kargen Zeit langsam und mäßig wieder an die neuen Bedingungen gewöhnt werden. Damit das Bäumchen gut weiter wachsen kann, darf es auch wieder gedüngt werden.

Giftigkeit

Es gibt keine Anhaltspunkte, dass sich Katzen durch das Anknabbern des Olivenbaums vergiften könnten. Gefährlich kann er für Schildkröten werden, da sie eventuell die Blätter in großen Mengen fressen. Katzenbesitzer können einen Olivenbaum also ohne spezielle Maßnahmen zum Schutz der Katze in der Wohnung überwintern.

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