Orchidee wirft Blüten ab: was tun? Das hilft, wenn Knospen welken

Orchidee wirft Blüten ab

Schon seit über 2.500 Jahren ziehen diese edlen Schönheiten die Menschen in ihren Bann. Sie sind heute weltweit verbreitet. Für viele Liebhaber gilt die Orchidee als die „Königin der Blumen“. Normalerweise sind diese Pflanzen recht pflegeleicht. Seit geraumer Zeit halten sie auch in viele Wohnzimmer Einzug. Dort findet man Orchideen sehr oft auf Fensterbänken, aber nicht alle mögen diesen Platz. Schnell können bei ungünstigen Bedingungen und falscher Pflege die Blüten vertrocknen und schließlich abfallen.

Über die Jahrtausende hinweg fanden sie nicht nur als Dekoration, sondern auch als Heilmittel und Aphrodisiakum Verwendung, aber auch im Aberglauben spielten Orchideen eine bedeutende Rolle. In den letzten 150 Jahren sind durch Züchtung über 100.000 verschiedene Hybriden entstanden, darunter unter anderem die Phalaenopsis, Cattleya, Dendrobium oder Cymbidium.

Verlust von Knospen und Blüten

Warum verlieren Orchideen die Knospen und Blüten?

Normalerweise erfreuen die Orchidee mit ihren wunderschönen, filigranen Blüten über einen relativ langen Zeitraum, bevor diese dann trocknen und schließlich abfallen. Mitunter kann es aber auch vorkommen, dass die Blüten schon nach kurzer Zeit nach ihrem Erscheinen oder sogar auch noch ungeöffnete Knospen welken und letztendlich abgeworfen werden. Hierfür kann es verschiedene Ursachen geben, angefangen beim normalen Abblühen über Pflegefehler bis hin zu einem Schädlingsbefall. Bevor nun entsprechende Hilfsmaßnahmen erfolgen, muss genauestens geklärt werden, warum es zu dieser Blütenwelke kommt.

Orchidee mit wunderschönen lila Blüten

Ursachen

  • beginnende Ruhepause
  • Lichtmangel
  • kalte Temperaturen
  • trockene Heizungsluft / fehlende Luftfeuchtigkeit
  • Standortwechsel
  • Trockenheit
  • Staunässe
  • falsches Substrat
  • frisches Obst in der Nähe
  • extreme Sonneneinstrahlung
  • Schädlingsbefall

Falls alle Blüten gleichzeitig trocknen, kann in der Regel von einem Pflegefehler ausgegangen werden. Manchmal erscheinen die Blütenansätze in einem verschrumpelten Zustand, die Knospen blühen nicht auf und vertrocknen vorzeitig. Ein Knospenfall ist ebenfalls darauf zurückzuführen, dass keine optimale Pflege erfolgte.

Beginn der Ruhepause

Mit der Ruhepause geht eine natürliche Welke einher, wobei die Triebspitzen immer zuletzt welken. Infolge dessen fallen dann die vertrockneten Blüten ab und es beginnt eine Ruhepause. Diese wird in der Regel von der Pflanze selbst bestimmt, wann sie beginnt und endet. Mitunter können hierbei mehrere Monate vergehen, bis es zu einer erneuten Blütenbildung kommt. Während dieser Zeit ist eine spezielle Pflege notwendig.

Was tun?

  •  Pflanze an kühleren Standort verbringen
  • Weniger Wassergaben, Substrat darf aber nicht austrocknen
  • Düngung vollständig einstellen

Erfolgt dann die Bildung neuer Triebe, ist die Ruhepause vorbei und die Orchidee muss dann wieder eine normale Pflege erhalten.

Orchideen brauchen eine Ruhephase

Lichtmangel

In ihrer natürlichen Umgebung wächst die Orchidee als Aufsitzerpflanze (Epiphyten). Mit ihren Wurzeln hält sie sich an den Ästen von hohen Bäumen oder Felsen fest, um so nah wie möglich an das Licht zu kommen. Aus diesem Grund müssen diese Pflanzen auch bei uns hell stehen. Gerade im Herbst, wenn die Tage kürzer werden, kommt es häufig zu einem Lichtmangel. Dieser führt dazu, dass die Photosynthese von den Pflanzen nicht mehr durchgeführt werden kann. Die Folge ist dann, dass die vorhandenen Blüten welken, schnell abfallen und sich kaum neue Knospen bilden.

Was tun?

  • Hellen Standort suchen, direkt am Fenster
  • Im Winter, von November bis Anfang März einen Platz am Südfenster geben
  • Im Frühjahr und Sommer Standort am Ost- oder Westfenster wählen (Morgen- und Abendsonne)
  • Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung
  • Zusätzliche Anbringung von Tageslichtlampen oder LED-Pflanzen-Lampen direkt über den Blumen
  • Vorhandene Energiesparlampen mit Reflektoren ausstatten
  • Verwendung von Tageslichtlampen und Leuchtstoffröhren der Lichtfarbe 865
  • Beleuchtungsdauer muss mindestens acht Stunden betragen

Tipp: Ganzjährig muss für ein gesundes Gedeihen ausreichend Helligkeit vorhanden sein, aber keine direkte Sonneneinstrahlung.

kalte Temperaturen

Orchidee liebt es gleichbleibend warm 

Diese edlen Schönheiten lieben einen warmen Platz mit gleichbleibenden Temperaturen, wie sie es aus ihrer Heimat gewöhnt sind. Schon ständige Temperaturschwankungen von nur 5 °C reichen für einen Blütenabwurf. Gerade im Winter kann es bei der Pflege zu einigen Probleme kommen. Undichte Fenster oder auch ein zu ausgiebiges Lüften kann schnell zum Abfallen der Blüten führen. Daneben wird ein Standort direkt über der Heizung nicht wirklich gut vertagen. Hier steigt die Heizungsluft nach oben und verursacht so Zugluft, auf die eine Orchidee auch sehr empfindlich reagiert. Auch bei einem Standort auf der Fensterbank kann es sehr schnell zu Schäden durch regelmäßiges Lüften kommen. Die Pflanze erleidet dann einen Kälteschock aufgrund von Durchzug. Letztendlich büßt sie auch hier ihre Blühfreudigkeit ein. Vorsicht ist auch bei einem Kauf während der Winterzeit geboten, denn auch hier kann es zu Problemen kommen, die Blüten können vorzeitig abfallen.

Was tun?

  • Hellen Standort mit gleichbleibenden Temperaturen zwischen 18 °C und 21 °C
    wählen
  • Keine länger anhaltenden Temperaturen unter 15 °C
  • Zur Temperaturkontrolle ein Thermometer in Orchideennähe anbringen
  • Standort über Heizung meiden
  • Kein Durchzug
  • Fenster nicht direkt am Standort der Orchidee zur Lüftung ankippen
  • Beim Kauf während Winterzeit, Transport in transparenten Boxen oder dick mit Zeitungspapier einwickeln

Orchideen enthalten toxische Stoffe

Tipp: Erfolgt keine Knospen- oder Blütenbildung ist allerdings eine Temperaturabsenkung während der Nacht von 5 °C über eine Dauer von 4 bis 6 Wochen ratsam. So wird das Wachstum von Blütenstängeln angeregt.

Luftfeuchtigkeit

Orchideen stammen aus Regionen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Durch den täglichen Niederschlag in den Regenwäldern entsteht ein feucht-warmes Klima, welches die Pflanzen auch auf der Fensterbank möchten. Sie fühlen sich bei einer relativen Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 % wohl. Ein Abfall auf unter 40 % oder auch Anstieg über 80 % sollte stets vermieden werden. Die Pflanzen würden sonst mit den unterschiedlichsten Symptomen, so auch Blütenabwurf reagieren.

Was tun?

  • Standortwechsel vermeiden
  • Untersetzer mit Blähton und Wasser befüllen
  • Täglich mit lauwarmen, kalkfreien Wasser besprühen
  • Im Winter gefüllte Wasserschalen auf Heizung stellen
  • Aufstellung von elektronischen Luftbefeuchtern in unmittelbarer Nähe

Standortwechsel

In der Regel gelten Orchideen als besonders standorttreu. Ein einmaliges Umstellen macht den Pflanzen nichts aus. Jedoch ein ständiger Standortwechsel ist immer mit Stress verbunden und die Orchideen reagieren mit einem Knospen- und Blütenabwurf, da sie nicht in der Lage sind, sich schnell wieder an die neuen Bedingungen zu gewöhnen.

Tipp: Ein Standortwechsel sollte daher immer erst nach dem Blütenzyklus erfolgen.

blaue Züchter-Orchidee

Trockenheit und Staunässe

Die einzelnen Orchideenzüchtungen haben auch unterschiedliche Ansprüche an den Wasserbedarf. Eine länger anhaltende Trockenheit zieht einen Nährstoffmangel nach sich. Erste Anzeichen sind schlaff hängende und verschrumpelte Blätter, sowie vertrocknete Blüten und Knospen. Sind die Luftwurzeln noch grün und prall, dann ist noch genügend Feuchtigkeit vorhanden. Wenn sie allerdings silbrig glänzend erscheinen, besteht ein Wassermangel.

Hingegen entsteht bei zu vielen Wassergaben Staunässe, die Wurzeln beginnen zu faulen. Sie sind dann braun und matschig. Eventuell kann die Pflanze noch gerettet werden, allerdings wenn alle Wurzeln befallen sind, ist die Lage aussichtslos.

Was tun?

  • Gießen mit zimmerwarmen, weichem Wasser, nach Möglichkeit Regenwasser
  • Kein Wasser in den Töpfen stehen lassen, Vermeidung von Staunässe
  • Zwischen Wassergaben muss Rindensubstrat abgetrocknet sein
  • Im Sommer einmal wöchentlich Wurzelballen tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen, Wasser gut abtropfen lassen
  • Im Winter sparsamer gießen
  • Bei Staunässe faule Wurzeln entfernen, in neues Substrat umtopfen und 8 bis 10 Tage nicht gießen, nur mit Wasser besprühen.

Tipp: Im Fachhandel gibt es spezielle Übertöpfe. Hier steht der Kulturtopf über einem Podest. Topfboden muss mit Wasser befüllt werden. So wird Staunässe vermieden. Das verdunstete Wasser umnebelt Blätter, Knospen und Blüten.

Falsches Substrat

Die meisten Orchideen leben als Epiphyten und bilden Luftwurzeln. Mit diesen wird aus der Luft Feuchtigkeit und auch Nährstoffe aufgenommen. In normaler Blumenerde wäre es nicht gegeben und die Blüten würden vertrocknen, da die Wurzeln keine Wasserversorgung gewährleisten können.

Was tun?

  • Umtopfen in spezielles Substrat aus Pinienerde, feinkörnigem Humus, Blähton,
    Lavagranulat, Holzkohleasche und Sphagnum
  • 1 bis 2 Tage vorher gießen und düngen
  • Pflanze ohne Zug austopfen, alte Substrat sorgfältig entfernen
  • Beschädigte Wurzeln abschneiden
  • Blähton als Drainage in Topf geben
  • Orchidee mit Drehbewegung einsetzen und dann portionsweise das Substrat
  • Nach fünf Tagen erstmals gießen, erste Düngung nach vier Wochen

hochwertiges Orchideensubstrat
hochwertiges Orchideensubstrat

Frisches Obst

Nachreifendes Obst wie Birnen oder Äpfel sondern das Reifegas Ethylen ab. Dadurch wird der Alterungsprozess der Blüten beschleunigt. Sie vertrocknen und fallen ab. Ein süßlicher Geruch verweist auf das Vorhandensein des Gases.

Tipp: Es sollte ein Abstand von mindestens einem Meter zu Orchideen eingehalten oder der Obstkorb gänzlich aus dem Zimmer entfernt werden. Nach einigen Tagen ist dann der Alterungsprozess gestoppt.

Extreme Sonneneinstrahlung

Eine direkte Sonneneinstrahlung führt zu einer schnellen Verdunstung des Wassers über die Blätter. Es kommt zum Wassermangel, die Blüten altern vorzeitig, vertrocknen und werden abgeworfen.

Was tun?

  • Vermeidung von praller Mittagssonne
  • Verwendung von halbtransparenten Vorhängen und Jalousien

Schädlingsbefall

Auch Orchideen werden von saugenden und beißenden Schädlingen nicht verschont. Das Vorhandensein führt unter anderem zur Schwächung der Blüten. Sie welken und fallen ab.

Was tun?

  • Betroffene Pflanzen isolieren
  • Blattläuse mit feuchtem Tuch entfernen
  • Danach Blätter und Blüten mit Schmierseifenlösung besprühen
  • Woll- und Schmierläuse wiederholt mit alkoholgetränktem Wattestäbchen betupfen
  • Alternativ Blätter mit Mischung aus 10 ml Spiritus, 1 Liter Wasser, 1 Tropfen Spülmittel besprühen
Wollläuse/Schmierläuse bekämpfen
Wollläuse/Schmierläuse an einer Orchidee

Tipp: Es kann eine natürliche Bekämpfung mit Australischen Marienkäfern erfolgen, wenn Orchideen in geschlossenen Räumlichkeiten stehen.

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