Orchideen im Schlafzimmer: gesund oder schädlich?

Orchideen im Schlafzimmer

Unter Pflanzenfreunden gibt es Mythen, die sich partout nicht ausrotten lassen. Zu diesen Mythen gehört etwa die Behauptung, Pflanzen hätten im Schlafzimmer nichts zu suchen. Oder auch: Orchideen im Schlafzimmer seien gesundheitsschädlich. Mindestens ebenso häufig ist allerdings auch die Behauptung zu finden, eine Orchidee im Schlafraum sei nicht schädlich, sondern vielmehr gesund. Höchste Zeit also, sich mit diesem zweifelhaften Orchideen-Mythos auseinanderzusetzen. Wissenschaftliche Beweise gibt es übrigens für beide Behauptungen nicht.

Pflanzen in Schlafräumen

Es ist ein Rätsel, warum Pflanzen nicht in einem Schlafraum kultiviert werden oder warum sie gerade dort schädlich sein sollten. Häufig ist in diesem Zusammenhang von irgendwelchen gefährlichen Stoffen die Rede, die angeblich von den Pflanzen frei gesetzt und von uns im Schlaf dann eingeatmet werden. Gäbe es tatsächlich Zimmerpflanzen, die gesundheitsgefährdende Stoffe verströmen, sind diese im Wohnzimmer aber mindestens genauso gefährlich. Sie hätten in der Wohnung grundsätzlich nichts zu suchen. Glücklicherweise existieren derartige Pflanzen nicht.

Sicher, so manche sondert giftige Säfte ab oder produziert Gifte in ihren Stielen und Blättern. Kommt man mit diesen in Kontakt oder isst sie gar, kann das natürlich zu erheblichen Problemen bei Menschen und Tieren führen. Nur gilt das halt ebenfalls für die ganze Wohnung und nicht nur für den Schlafraum. Wissenschaftliche Untersuchungen haben mittlerweile festgestellt, dass sich Pflanzen im Schlafzimmer positiv auf das Raumklima auswirken, weil sie die Luft reinigen können und für eine höhere Luftfeuchtigkeit sorgen. Das aber bedeutet, dass sie damit tatsächlich gesund wären.

Schmetterlingsorchidee am Zimmerfenster

Hinweis: Problematisch können Pflanzen, die Pollen ausbilden, für Pollenallergiker sein. Sie führen bei diesem Personenkreis durch die Dauerreizung während der Pollenzeit in Schlafräumen leicht zu erheblichen Schlafstörungen bis hin zu einem Asthmaanfall.

Orchideen im Schlafzimmer

Die Orchidee gehört zu jenen Pflanzen, die in einem Schlafraum erheblich zur Verbesserung des Raumklimas beitragen können. Konkret sorgt sie für eine höhere Luftfeuchtigkeit. Allerdings eignet sich nicht jede Orchideenart für Schlafräume. In diesen ist es ja meistens relativ kühl. Diese Kühle passt nun aber ganz und gar nicht zu einem Pflanzentypus, der an sich in tropischen und subtropischen Gefilden zuhause ist. Es gibt allerdings ein paar wenige Arten, die auch sehr gut mit kühleren Temperaturen zurechtkommen. Diese sind unter anderem:

  • Cymbidium (Kahnlippe)
  • Cypripedium (Frauenschuh)
  • Oncidium (Schwielenorchidee)
  • Phalaenopsis (Mottenorchidee)

Letztere ist eine Art, die nicht nur ausgesprochen robust ist, sondern auch keinerlei Probleme mit eher niedrigen Temperaturen oder Temperaturschwankungen hat. Allerdings benötigt sie wie alle Orchideenarten relativ viel Licht. Wer eine Orchidee im kühlen Schlafzimmer platzieren möchte, sollte dies nach Möglichkeit nahe am Fenster oder direkt auf dem Fensterbrett tun. Alle Orchideen sollen durch ihre Blüten übrigens auch eine beruhigende und stimmungsaufhellende Wirkung haben. Gerade kurz vor dem Einschlafen kann das unter Umständen zu einem besseren Schlaf beitragen. Sie waren dann auch in dieser Hinsicht gesund und nicht schädlich.

Tipp: Eine Orchidee sollte in Schlafzimmern immer so platziert sein, dass es nahezu unmöglich ist, sie nachts in der Dunkelheit umzustoßen. Das könnte nämlich zu erheblichen Beschädigungen an der Pflanze führen.

Pollen-Problematik

Vielleicht rührt der Mythos, dass eine Orchidee im Schlafraum gesundheitsschädlich sei ja daher, dass die Pflanze Pollen ausbildet. Wie bereits erwähnt kann sie damit sehr schnell zur Qual für Menschen werden, die auf Pollen bzw. Pollenflug allergisch reagieren. Die damit verbundenen Reizungen der Nasenschleimhäute und der Atemwege sind naturgemäß nachts besonders unangenehm und werden als extrem störend empfunden. Für diese Menschen sind Orchideen im Schlafraum tatsächlich vollkommen ungeeignet. Sie sollten auf andere Pflanzen zurückgreifen. Empfehlenswert sind beispielsweise:

Zu bedenken gilt es auch, dass Orchideen nicht ganzjährig Pollen produzieren. Eventuell kann eine Pflanze ja während der kritischen Zeit in einen anderen Raum verfrachtet werden.

Phalaenopsis, Schmetterlingsorchidee

Kohlendioxid

Ja, Pflanzen geben Kohlendioxid ab – auch die Orchidee. Die Menge ist allerdings derart gering, dass man sich absolut keine Sorgen machen muss, im Schlaf zu ersticken. Ein Sechser im Lotto ist jedenfalls weit wahrscheinlicher, als ein Erstickungstod durch von Pflanzen frei gesetztes Kohlendioxid. Außer für Pollen-Allergiker ist eine Orchidee im Schlafzimmer absolut unbedenklich.