Orchideen im richtigen Übertopf

Die Orchidee stammt aus einem für Mitteleuropa ungewöhnlichen Lebensraum. Um sie in hiesigen Gefilden ebenso prachtvoll gedeihen zu lassen, stellt sie hohe Ansprüche auch an ihren Übertopf. Wie dieser aussehen und welche Bedingungen er erfüllen sollte, ist beim Pflanzenexperten zu erfahren.

Übertopf

Für die optimale Orchideen-Haltung ist nicht jeder Übertopf geeignet. Die Regenwaldblume mit dem botanischen Namen Orchidaceae besitzt sogenannte Luftwurzeln, welche Licht benötigen, damit die Photosynthese erfolgen kann. Deshalb sind diese Pflanzen idealerweise in einem transparenten Kulturtopf eingepflanzt. Diese lassen aber die Luftwurzeln frei sichtbar, was die edle Gesamtoptik dieser graziösen Pflanze stört. Die Lösung bieten heutzutage spezielle Übertöpfe, die den hohen Anforderungen der Orchideen gerecht werden und perfekt mit der Pflanzen-Ästhetik harmonieren.

Hauptkriterien

Orchideen sind von Natur aus feucht-warmes Micro-Klima gewohnt und gedeihen so am besten. Aus diesem Grund sollte ein Übertopf so beschaffen sein, dass er dieses Klima herstellen kann. Dies gelingt durch ein Wasserreservoir, aus dem kontinuierlich Feuchtigkeit aufsteigt. Diese sollte nicht nur die Erde feucht halten, sondern auch zu den Blättern und Blüten aufsteigen können. Dazu ist eine entsprechend große Distanz zwischen Kulturtopf und Übertopf erforderlich. Auch aufgrund des Lichteinfalls muss der Orchideen-Übertopf ausreichend groß sein. Die Herausforderung zum Erreichen der notwendigen Feuchtigkeit ist dabei, keine Staunässe entstehen zu lassen. Dies unterscheidet den Orchidaceae-Übertopf von herkömmlichen.

Orchideen brauchen den richtigen Übertopf

Übertopf-Eigenschaften im Überblick:

  • Übertopfgröße mindestens doppelt so groß wie der durchsichtige Kulturtopf
  • ausreichend Platz für überschüssiges Wasser
  • Übertopf darf kein Bodenloch besitzen oder muss mit einem Unterteller versehen sein
  • ausreichend Abstand zwischen Kulturtopf und Wasserreservoir

Ausnahme, es gibt zwei Orchideenarten, die keinen speziellen Übertopf benötigen:

Die Orchidaceae-Phalaenopsis ist eine der beliebtesten und in Mitteleuropa weit verbreitetsten Orchideenart. Sie und die Nachtfalter-Art besitzen weniger Ansprüche an das Bodenklima und gedeihen in einem herkömmlichen Übertopf ebenso gut, wie aller anderen Sorten mit einem feucht-warmen Micro-Klima Anspruch. Voraussetzung ist allerdings, dass ein hochwertiges, luftiges Substrat verwendet wird.

Orchidee benötigt einen speziellen Übertopf

Material

Orchideentöpfe sind in verschiedenen Materialien erhältlich, die überwiegend auch über verschiedene Eigenschaften verfügen. Zudem bestimmt das Material in der Regel hauptsächlich die Gesamtoptik und lässt damit Orchideenliebhabern ausreichend Raum für den persönlichen Geschmack oder eine Anpassung an den Einrichtungs-/Dekorationsstil des Zuhauses.

Ton

Ton-Übertöpfe

Ein Übertopf aus Ton eignet sich entgegen manch einer Meinung sehr gut für Orchideen. Die poröse Struktur verhilft zur Regulierung des Wasserhaushaltes, speichert zusätzlich überschüssiges Wasser und gibt dieses durch Verdunstung wieder ab. Vor allem für eine aufsteigende Feuchtigkeit in Richtung Blätter und Blüten ist dies sehr vorteilhaft.

Orchideentöpfe gibt es in unterschiedlichen Materialien

Kunststoff

Kunststofftöpfe

Viel verbreitet sind Kunststofftöpfe, die vor allem für Fensterbänke bevorzugt gekauft werden. In der Regel verfügen Sie über Bodenlöcher und stehen auf einem Unterteller, auf dem das überschüssige Wasser aufgefangen wird. Der Vorteil von Kunststofftöpfen liegt darin, dass bei Bedarf unkompliziert weitere Bodenlöcher in das Material gebohrt werden können, ohne den Topf zu beschädigen. Zudem erleichtert ein Kunststofftopf durch die flexibel beweglichen Seitenwände die Pflanzenentnahme beim Umtopfen.

Für Neulinge in der Orchideenhaltung empfiehlt sich ein transparenter Kunststoff-Übertopf, der Einblick ins Innere erlaubt. Auf diese Weise können Erkrankungen, zu viel Wasser oder Schädlinge deutlich leichter und schneller erkannt werden.

Topfarten

Neben herkömmlichen runden, quadratischen sowie mehreckigen Übertöpfen, sind für manche Gattungen aus der Orchideenfamilie andere Topfarten vorteilhafter.

Orchidee ist eine graziöse Pflanze

Körbe

Hochwüchsigen Gattungen, wie beispielsweise die Dendrobium oder Cattleya reagieren in der Regel empfindlich auf Feuchtigkeit an den Wurzeln. Hier ist es wichtig, dass die Wurzeln nach dem Gießen wieder gut abtrocknen können. Dazu eignet sich am besten ein Pflanzenkorb, wie er bei Teichpflanzen verwendet wird. Er besteht aus Kunststoff und besitzt weiter auseinander stehende Stäbe beziehungsweise Geflechte. In diesem kommt mehr Luft ins Innere und die Bodenfeuchtigkeit im Wurzelbereich kann besser nach außen dringen.

Hängetöpfe

Bei einer Orchidaceae mit einer hängenden Wuchsform, wie sie zum Beispiel die Coryanthes, Stanhopea und Brassia aufweisen, ist ein sogenannter Ampeltopf beziehungsweise ein spezielles Hängekörbchen empfehlenswert, damit sich die Orchideengewächse frei nach unten entwickeln können. Natürlich sollten diese Topfarten die notwenigen Bedingungen erfüllen, um das erforderliche feucht-warme Tropenklima simulieren zu können.

Orchidee braucht ausreichend großen Übertopf

Orchideentöpfe

Orchitop

Ein Orchitop ist ein speziell für Orchideen entwickelter Übertopf, welcher nicht vollständig geschlossene Wände besitzt, sondern aus aneinandergereihten Stäben besteht. Die Abstände und Stabstärken sind so gewählt, dass von außen ausreichend Licht und Luft in das Topfinnere gelangen kann. Dennoch liegen die Stäbe so eng beieinander, dass die Luftwurzeln von außen nicht erkennbar sind. Die besondere Konstruktion verhindert, dass die Orchideenerde nicht aus dem Topf herausfällt. Hergestellt ist der Orchitop aus transparentem, milchigem Kunststoff in zehn verschiedenen Farben.

Überschüssiges Wasser wird von einem mit Blähton gefüllten Untersetzer aufgefangen. Aus diese Weise wird Staunässe vermieden, aber dennoch ein feuchtes Micro-Klima erzeugt, wie es die Orchidaceae aus Regenwaldzonen gewohnt ist. Erhältlich ist der Orchitop auch in Kastenform für mehrere Pflanzen, die hier nebeneinander Platz finden. Runde Versionen mit einem Durchmesser von 13 Zentimetern, kosten in etwa 10 bis 14 Euro.

Keramik-Spezial-Übertopf

Eine weitere Version für einen idealen Orchideentopf bietet ein spezieller Keramik-Übertopf, wie er zum Beispiel handgearbeitet aus Oberlausitzer Ton angeboten wird. Das Funktionsprinzip ähnelt einem Orchitop, sodass auch hier eine Simulation eines feucht-warmen Micro-Klimas gewährleistet ist.

Orchidee im Keramik-Übertopf

Anstatt nebeneinander gereihten Stäben, weist der Keramik-Spezial-Übertopf Löcher in den Wänden auf, durch die Luft und Licht hindurchdringen, aber die innen liegenden Wurzeln unsichtbar belassen. Als handgefertigtes Produkt und idealer Funktionalität in hoher Qualität liegt er preislich im höheren Segment. Für diese Ausführung ist mit einem Anschaffungspreis von rund 70 Euro für einen 15.5 Zentimeter Durchmesser inklusive eines passenden Untersetzers zu rechnen.

Günstige Keramik-Orchideentöpfe

Kaum von einem herkömmlichen Blumen-Übertopf zu unterschieden, sind die speziell auf Orchideenansprüche abgestimmten Keramiktöpfe in runder Form. Das Funktionsprinzip ist simpel. Mittig ist im Übertopf ein circa 40 Millimeter hohes Podest integriert, auf dem der Kulturtopf steht. Überschüssiges Wasser fließt an den Podestseiten hinunter in den geschlossenen Bodenbereich, wo es sich in einem ausreichend großen Abstand zu den Wurzeln befindet.

Diese Topfart zählt zu den Klassikern und mit einem Preis von meist unter vier Euro für einen 14 Zentimeter Durchmesser Topf zu den günstigsten Angeboten.

Dehner Keramik-Orchideentopf

Das Unternehmen Dehner bietet eine Vielzahl an Orchideentöpfen vor allem aus Keramik an. Ein Highlight zeigt das Modell in Steinform, welches Extravaganz ausstrahlt und ein wenig mehr Naturoptik in die Räume bringt. Funktionell zeigt sich hier der Vorteil, dass durch den länger gezogenen Bodenbereich mehr Wasser aufgefangen werden und auf diese Weise ein feuchtes Tropenklima längerfristiger geschaffen werden kann, als es in herkömmlichen Topfformen der Fall ist. Preislich liegt diese spezielle Keramik-Ausführung bei um die 35 Euro für einen „Steintopf“ mit 38 Zentimeter Länge und einer Höhe von 12 Zentimetern.

Glas-Übertopf

Ein optisches Highlight bilden marmorierte Glas-Übertöpfe in den unterschiedlichsten Farben, wie sie zum Beispiel von der Firma LOTEX angeboten werden. Diese verfügen über einen integrierten Abstandhalter für die Distanz zwischen Kulturtopf und Übertopf, damit ausreichend Feuchtigkeit nach oben entweichen kann. Durch das Glas dringt Tageslicht hindurch und der Blick auf die Wurzeln im Topfinneren wirkt durch das Marmordesign nicht disharmonierend. Die Preise sind eher im unteren Preissegment angesiedelt.

Orchidee im Glas

Orchideen-Vase

Sehr modern wirkt das edle Orchideengewächs in einer Vase, wie sie zum Beispiel von der Schweizer Firma Schubinger entwickelt und patentiert wurde. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Klima-Vase, welche die gleichen Voraussetzungen erfüllt, wie ein Orchideentopf. Allerdings wird hier durch die neue Technologie kein Substrat mehr benötigt, was den Vorteil mit sich bringt, Fäulnis zu vermeiden, wie sie durch zu nasse Erde oft entsteht. Der Nährstoffbedarf wird durch das Einlegen von Holzkohle gedeckt. Das Funktionsprinzip basiert rein auf Wasser und dessen Verdunstung. Die Klima-Vase für die Orchidee ist mit einem Durchmesser von 16 Zentimetern bereits ab 28 Euro erhältlich.

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