Orchideen während der Blüte umtopfen!? Was wir Ihnen raten

Schmetterlingsorchidee mit rosa Blütenfarbe

Orchideen gehören mit ihrer charakteristischen Blüte zu den beliebtesten Blühpflanzen der Deutschen und werden sehr gerne in großer Zahl gehalten. Bei der Pflege der Orchideen ist das Umtopfen einer der wichtigsten und zugleich kompliziertesten Schritte, da je nach Art anders vorgegangen werden muss. Besonders problematisch für viele Orchideenbegeisterte ist die Frage, ob eine Orchidee während der Blütezeit umgetopft werden darf, da es sonst vielleicht zu stressig für die Zierpflanze wird.

Orchidee während der Blüte umtopfen

Die Frage, ob Orchideen während der Blütezeit umgetopft werden dürfen ist berechtigt. Die tropischen Gewächse haben eine äußerst lange Blütezeit, doch ist es nicht immer ersichtlich, ob der Umzug in frisches Substrat der Pflanze noch mehr schaden würde. Doch kann es während der Blütezeit zu einer Vielzahl von Gründen kommen, warum die Orchidaceae umgetopft werden müssen:

  • Schädlingsbefall
  • Krankheit
  • Pilzbefall
  • Trockenstress
  • zu wenig Platz im Kübel
  • stark verdichtetes Substrat
  • Substrat schimmelt

In diesen Fällen bleibt Ihnen meist nichts anderes übrig, als zur Schaufel, Schere und neuem Kübel zu greifen, um Ihre Orchideengewächse zu retten. Das ist häufig notwendig, wenn Ihr Exemplar unaufhörlich blüht und damit nicht aufzuhören scheint. Das ist zum Beispiel häufig der Fall bei den beliebten Nachtfalterorchideen (bot. Phalaenopsis), denn diese gehören zu den drei Gattungen innerhalb der Familie der Orchideengewächse, die als Hybride das gesamte Jahr über Ihre hübsche Blüte präsentieren. Die Wildformen haben dieses Problem nicht und blühen nur von der Herbstzeit bis ins Frühjahr, was den Umzug deutlich einfacher machen würde. Bei den anderen Gattungen, die ebenfalls ganzjährig blühen, handelt es sich um die folgenden:

  • Vanda
  • Venusschuh (bot. Paphiopedilum)
Vanda Orchidee
Vanda Orchidee

Genau hier kommt das größte Problem auf. Es ist an sich nicht empfehlenswert, Orchideen irgendeiner Art während der Blütezeit umzutopfen. Die Pflanzen müssen nach dem Umzug erst einmal wieder neue Wurzeln ausbilden, sich mit diesen im Substrat festsetzen und zur gleichen Zeit noch eine Blüte unterstützen. Da das vor allem nach einer Krankheit oder einem Schädlingsbefall besonders zehrend ist, kann sich der Umzug sogar als tödlich für die Pflanze herausstellen. Falls es möglich ist und sich Ihr Exemplar am Ende der Blütezeit befindet, sollten Sie noch ein wenig warten und das Gewächs danach in ein neues Gefäß befördern. Falls das nicht möglich ist, empfehlen sich die folgenden Erste Hilfe-Maßnahmen:

  • Schädlinge bekämpfen
  • Krankheitserreger bekämpfen
  • Pilze bekämpfen
  • befallene, sichtbare Pflanzenteile entfernen
  • Pflege anpassen

Auf diese Weise können Sie manchmal Ihre Orchidee bis zum Ende der Blütezeit durchbringen.

Riskante Sorten

Sind aber zum Beispiel die Wurzeln befallen oder hebt sich die Orchidee schon aus ihrem Topf, müssen Sie so früh wie möglich umtopfen. Zur gleichen Zeit müssen Sie damit rechnen, dass Ihre Orchideen danach deutlich länger brauchen, bis sie sich erholen. Wenn Sie Pech haben, kann es auch komplett zum Absterben des Exemplars kommen. Das ist vor allem bei den folgenden Gattungen häufiger zu beobachten:

  • Brassia
  • Cattleya
  • Cymbidium
  • Dendrobium
  • Masdevallia
  • Miltonia
  • Miltoniopsis
  • Oncidium
  • Phragmipedium
  • Stanhopea
  • Zygopetalum

Gerade bei diesen ist es nicht empfehlenswert, während der Blütezeit umzutopfen. Wenn Sie stattdessen die ganzjährig blühenden Hybriden halten, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als diese umzutopfen. Glücklicherweise sind diese häufig robuster als die anderen Orchideengattungen und überstehen in den meisten Fällen das Umtopfen, wenn die Pflege danach entsprechend gut ist. Falls Sie den Umzug in frisches Substrat vornehmen müssen, empfiehlt es sich, die ganzjährig blühenden Gattungen entweder im Frühjahr oder Herbst umzutopfen. In dieser Zeit erhalten sie meist einen Wachstumsschub, der sich positiv auf das Verwurzeln auswirken kann. Bei den anderen Orchideen, die eine definierte Blütezeit haben, sollten Sie diese unbedingt einhalten, um Probleme zu vermeiden.

Hinweis: Ein großer Unterschied beim Umtopfen besteht bei den heimischen Orchideen, da diese in den meisten Fällen keine Aufsitzerpflanzen sind und somit den Umzug in frisches Substrat deutlich besser überstehen. So ist das Helm-Knabenkraut (bot. Orchis militaris) ein Knollengeophyt, der dank des Überdauerungsorgans sehr einfach umgetopft oder in ein anderes Beet gesetzt werden kann.

Frauenschuh Orchidee, Venusschuh, Paphiopedilum
Frauenschuh Orchidee

Während Blüte umtopfen: Anleitung

Wenn Sie sich dazu entschließen, eine Ihrer tropischen Orchideen während der Blütezeit umzutopfen, müssen Sie dabei besonders vorsichtig vorgehen. Da die Pflanzen danach viel Kraft aufwenden müssen, um die Wurzelbildung und Verzwurzelung an das Substrat umzusetzen, müssen Sie einige Punkte beachten. Umgetopft wird bei einem guten Wachstum im Rhythmus von zwei bis drei Jahren, da die Pflanzen in dieser Zeit ausreichend Pflanzenmaterial ausbilden und sich stark verwurzeln. Sie erkennen, ob ein Exemplar umgetopft werden muss, wenn das Substrat stark bewurzelt ist und sich die Pflanze schon halb aus dem Topf hebt. Wird die Pflanze während der Blüte umgetopft, benötigen Sie dafür die folgenden Materialien und Utensilien:

  • größeres Gefäß
  • Substrat
  • Gartenschere
  • Sprühflasche

Achten Sie darauf, dass das Gefäß den Anforderungen der Orchidee entspricht. Einige Gattungen benötigen Licht an den Wurzeln und daher sollten Sie auf einen durchsichtigen Topf setzen, wie zum Beispiel bei den Nachtfalterorchideen. Andere können Sie einfach direkt in einen normalen Topf platzieren, wenn die Wurzeln nicht an die frische Luft müssen oder auf Licht angewiesen sind. Wählen Sie das Substrat wie den Topf entsprechend den Anforderungen der Pflanze aus. Viele tropische Orchideen wünschen ein äußerst loses Substrat, auf dem sie sitzen anstatt in dieses eingegraben zu werden. Falls Sie sich nicht sicher sind, welches Substrat Sie für Ihre Art benötigen, sollten Sie unbedingt vor dem Kauf nachschauen. Es ist nicht verkehrt, hochwertiges Substrat zu erwerben. Sobald Sie alle Utensilien da haben, folgen Sie dieser Anleitung zum Umtopfen:

1. Werkzeug vorbereiten

Beginnen Sie damit, Ihre Werkzeuge zu reinigen. Die Gartenschere sollte vor dem Gebrauch unbedingt geschärft werden, damit Sie nicht an den Wurzeln reißen und diese beschädigt werden. Ebenfalls sollten Sie diese desinfizieren oder reinigen, um mögliche Infektionen durch die Schnitte zu vermeiden. Ebenso verfahren Sie mit der Sprühflasche.

2. Orchidee aus dem Topf lösen

Nehmen Sie nun die Orchidee mitsamt des Topfes in Ihre Hand und betrachten Sie die Wurzeln und das Substrat. Ist dieses verdichtet, sollten Sie kurz überprüfen, ob es fest im Topf sitzt. Wenn ja, feuchten Sie dieses etwas an, um es leichter aus dem Topf zu lösen. Dafür nehmen Sie die Sprühflasche, da Sie dadurch nicht das ganze Substrat auf einmal wegschwemmen und dadurch die Wurzeln beschädigen könnten. Die Pflanze wird vorsichtig an der Stelle zwischen dem Wurzelballen und dem Blattschopf aus dem Topf und Substrat gelöst. An dieser Stelle beschädigen Sie das empfindliche Gewächs und die vorhandene Blüte nicht.

3. Wurzeln kontrollieren

Sobald Sie die Pflanze aus dem Topf gelöst haben, entfernen Sie vorsichtig das überschüssige Substrat. Legen Sie die Wurzeln so gut wie möglich frei, damit Sie diese genau inspizieren können. Entfernen Sie alle, die vertrocknet, glasig, braun, matschig oder gebrochen sind. Diese wirken sich nur negativ auf das Wachstum aus und würden die Rehabilitation der Pflanze deutlich beeinflussen. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass Sie keine gesunden Wurzeln beschädigen.

4. Orchidee umsetzen

Füllen Sie den neuen Topf mit frischem Substrat und setzen Sie die Orchidee vorsichtig in dieses. Je nach Art müssen Sie die Orchideen entweder in oder auf das Substrat setzen. Nehmen Sie den Topf anschließend hoch und klopfen Sie diesen sanft auf den Tisch, um das Substrat in alle Ritzen rieseln zu lassen. Bei Orchideen, die auf dem Substrat sitzen, wird das vorher getan.

5. Orchidee befeuchten

Feuchten Sie zu guter Letzt das Substrat mit der Sprühflasche an. Ebenso können Sie die Blätter besprühen, falls die Art es erlaubt.

Nach dem Umtopfen sollten Sie den Übertopf nach jedem Wässern leeren, falls sich dort eine große Menge Wasser gesammelt hat. Orchidaceae sind sehr empfindlich auf Staunässe, da das Substrat anfangen kann zu schimmeln, was schnell auf die Pflanzen übergehen kann. In der Folgezeit nach dem Umtopfen sollten Sie Ihre Orchidee ganz genau beobachten. Lässt die Blüte plötzlich nach, müssen Sie entweder mehr wässern oder Düngezugaben verabreichen, durch die Sie wieder zu Kräften kommt. Auf diese Weise helfen Sie ihr durch die schwierige Zeit nach dem Verlust und der Neubildung weiterer Wurzeln.

Phalaenopsis, Schmetterlingsorchidee

Hinweis: Falls Sie eine Art halten, die Holz oder Steine zum Aufsitzen nutzt, können Sie natürlich komplett auf den Topf verzichten, da diese nicht auf loses Substrat angewiesen sind. Das trifft auch auf die Arten zu, die frei in der Luft hängen und ihre Wurzeln immer präsentieren.

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