Weiche und schlaffe Blätter an Orchideen: was tun?

Weiche und schlaffe Blätter an der Orchidee

Orchideen brauchen zum Überleben ein festes, grünes Blattwerk. Verändert es ich sie sich, dann brauchen die Pflanzen Hilfe, da irgendetwas nicht stimmt, und es ist dringender Handlungsbedarf gegeben. Zum Beispiel, wenn ihre Orchidee weiche oder schlaffe Blätter bekommt. Am besten beginnen Sie sogleich mit der Ursachenforschung und leiten sofort die entsprechende Gegenmaßnahme ein, damit die Orchidee überleben kann.

Orchidee bekommt weiche, schlaffe Blätter

Werden einige Blätter von einer Orchidee schlaff, weich oder gelb, dann müssen Sie sich noch keine ernsthaften Sorgen machen, denn dann handelt es sich wahrscheinlich um ein natürliches Phänomen. Nehmen schlaffe Blätter jedoch die Überhand, dann sollten Sie nach den Gründen dafür suchen und schnell handeln, um die Pflanze zu retten. Denn in diesem Fall ist es sehr wahrscheinlich, dass die Orchidee falsch gepflegt worden ist.

Ursachen und Maßnahmen

Unnatürliche Ursachen für weiche und schlaffe Blätter an der Orchidee sind vielfältig. In der Regel können sie jedoch auf einen der folgenden Gründe zurückgeführt werden:

  • Pflegefehler
  • Standort
  • Schädlinge

Dabei ist grundsätzlich auch eine Kombination der Ursachen möglich. Ist dies der Fall, dann müssen alle Ursachen beseitigt werden, damit die Pflanze überleben kann. Wichtig dabei ist, dass sie die Blätter, auch wenn sie unansehnlich sind, nicht abschneiden, denn die Schnittstellen sind Einfallstore für Schädlinge, die der geschwächten Pflanze noch mehr zusetzen.

Schmetterlingsorchidee mit Luftwurzeln

Pflegefehler

Orchideen gelten als anspruchsvolle Pflanzen. Der häufigste Pflegefehler entsteht beim Gießen, denn sowohl zu viel als auch zu wenig Wasser führt dazu, dass die Blätter der Orchidee schlaff werden.

Wassermangel

Bekommen Orchideen zu wenig Wasser, dann leiden sie. Dies zeigen Sie Ihnen an folgenden Merkmalen:

  • weiches Blattwerk
  • abfallende Knospen
  • welke Blüten

Zeigen die Pflanzen dieses Bild, dann sollten Sie nicht lange zögern und sofort handeln. Die einfachste und bewährteste Methode bei Wassermangel ist ein sog. Tauchbad. Für die Vorbereitung des Tauchbads gehen Sie wie folgt vor:

  • Gefäß mit kalkfreiem, lauwarmem Wasser füllen
  • Größe des Gefäßes: Topf der Orchidee muss gut hineinpassen

Steht alles bereit, dann können Sie mit dem Tauchbad beginnen:

  • Orchidee samt Topf in das vorbereitete Tauchbad stellen
  • Blattwerk darf nicht nass werden
  • einige Minuten warten (bis keine Bläschen mehr aufsteigen)
  • Pflanze aus dem Tauchbad nehmen
  • auf einen Untersetzer stellen
  • einige Minuten warten
  • Wasser aus dem Untersetzer entfernen
  • Pflanze ggf. wieder in den Übertopf stellen

Zwar hilft das Tauchbad der Orchidee im Überlebenskampf, aber Wunder kann es auch nicht bewirken. Deshalb sollten Sie der Orchidee etwas Zeit geben, damit sie sich erholen kann. Ob der Rettungsversuch erfolgreich war, zeigt Ihnen die Pflanze, indem sie neu und gesund austreibt. Um sie dabei zu unterstützen, empfiehlt es sich, die Pflanze einmal pro Woche ins Tauchbad zu stellen.

Tipp: Damit Ihre Orchideen auch in Zukunft nicht unter Wassermangel leiden, sollten Sie sie auch für die normale Wasserversorgung tauchen statt gießen. Das bekommt den Pflanzen besser.

Staunässe

Bekommt die Orchidee, auch wenn es gut gemeint ist, zu viel Wasser, dann hat sie ständig „nasse Füße“, d.h., die Wurzeln stehen permanent unter Wasser. Dies führt mit der Zeit dazu, dass die Wurzeln zu faulen beginnen (Wurzelfäule) und die Wasserversorgung der Orchidee gestört ist. Anzeichen für eine beginnende Wurzelfäule an der Orchidee sind weiche, schlaffe und welke Blätter. Wie beim Wassermangel sollten Sie auch bei Staunässe sofort helfende Maßnahmen einleiten:

  • Orchidee aus dem Topf heben
  • Substrat vorsichtig abschütteln
  • matschige und braune Wurzeln mit einem scharfen und sauberen Messer abschneiden
  • alle Blütentriebe entfernen
  • Pflanze braucht Kraft für die Wurzelbildung
  • Wurzelballen unter fließendem Wasser vorsichtig abspülen
  • Orchidee gut abtrocknen lassen
  • in neues, trockenes Substrat einpflanzen
  • nicht gießen und vorerst nicht düngen

Damit aus dem Zu-Viel-An-Wasser nicht ein Wassermangel wird, braucht die Orchidee Wasser. Deswegen ist es für die Pflanze in den folgenden Tagen oder Wochen am besten, wenn Sie sie mit kalkfreiem, lauwarmem Wasser besprühen. Ist die Pflanze wieder gut angewurzelt, dann darf wieder gegossen bzw. getaucht werden, aber in jedem Fall sparsamer als zuvor.

Orchideen richtig mit Wasser versorgen

Tipp: Ein typisches Merkmal von Staunässe ist, wenn sich im Übertopf bzw. Untersetzer Wasser ansammelt. Damit Ihre Orchideen in Zukunft nicht zu viel Wasser bekommen, reduzieren Sie das Gießen, oder steigen auf das Tauchbad zur Wasserversorgung um.

Kalküberschuss

Können Gießfehler als Ursache ausgeschlossen werden, dann sollten Sie Überlegungen zur Wasserqualität anstellen, denn die Pflanzen vertragen keinen Kalk. Und das deutsche Leitungswasser ist leider vielerorts sehr kalkhaltig. So kann das Gießen mit Leitungswasser dazu führen, dass die Wurzeln keine Nährstoffe mehr aufnehmen können. Dies zeigt sich an weichen und schlaffen Blättern der Orchidee. Die Lösung des Problems besteht in der Kalkreduzierung. Dazu gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Regenwasser zum Gießen verwenden
  • Leitungswasser vor dem Gießen filtern
  • Leitungswasser abkochen

Standortfehler

Steht die Orchidee in der prallen Sonne, werden die Blätter weich und schlaff, da die Tropenpflanze zu viel Sonne nicht verträgt. In diesem Fall braucht sie einen neuen Standort, der

  • hell bis halbschattig und
  • warm (mit einer Temperatur von 20 °C bis 25 °C)

ist. Idealerweise hat der Standort zusätzlich eine Luftfeuchtigkeit von 50 bis 80 Prozent.

Temperaturschwankungen

Eine Orchidee mag Temperaturschwankungen überhaupt nicht. Steht sie beispielsweise im Winter in einem Zimmer, das nicht regelmäßig bzw. gleichmäßig beheizt wird, dann werden ihre Blätter schlaff und schlabberig. Auch die Nähe zu einem Kaminofen, der tagsüber große Hitze entwickelt und nachts abkühlt, bereitet den Pflanzen Probleme.
Die Lösung des Problems ist hier sehr einfach. Denn Sie müssen die Pflanze nur an einen Standort mit gleichmäßigen Temperaturen ohne direkte Sonneneinstrahlung umsiedeln. Idealerweise ist der neue Standort an einem Nord-, Ost- oder Westfenster.

Schädlinge

Während Pflege- und Standortfehler letztendlich hausgemacht sind, kann ein Befall von Schädlingen nur schwer verhindert werden. Weiche und schlaffe Blätter der Orchidee können deshalb auch durch Schädlingsbefall entstehen, v.a. durch Plagegeister, die sich vom Pflanzensaft ernähren. Dazu gehören alle Pflanzenläuse, aber v.a. Schild-, Schmier- und Wollläuse.
Da sich Läuse sehr schnell ausbreiten, besteht unverzüglich Handlungsbedarf. Bewährte Maßnahmen gegen die Plage sind:

  • Tuch mit Spiritus zum Abwischen der Blätter
  • Abtupfen der Pflanze mit einem in Alkohol getränkten Wattstäbchen
  • Orchidee zwei bis drei Tage luftdicht verpacken (Sauerstoffzufuhr wird unterbrochen)
  • Besprühen der Pflanze mit einer Schmierseifenlösung
Wollläuse/Schmierläuse auf Orchideenknospen
Wollläuse/Schmierläuse auf Orchideenknospen

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