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Pampasgras erfroren

Pampasgras erfroren: was tun bei Frostschäden?

Der Frühling ist da, doch das Pampasgras will nicht durchstarten. Womöglich war es ihm zu kalt. Wir verraten Ihnen, wie Sie richtig reagieren, wenn das Pampasgras erfroren ist. Das hilft bei Frostschäden.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • bis -17,7 °C winterhart, Erfrierungen nur in rauen Wintern
  • Rettung möglich, wenn grüne und vitale Wurzelteile vorhanden
  • frostgeschädigtes Pampasgras ausgraben, bis Frostende überwintern
  • im Herbst vorbeugend Halme zusammenbinden, Innere mit Laub auffüllen
  • Topfexemplare hell und kühl überwintern, alternativ umwickeln und abdecken

Pampasgras gut winterhart

In der Regel sind Frostschäden eher selten, denn Pampasgras ist der Winterhärtezone 7 zugeordnet:

  • verträgt bis zu -17,7 °C (unabhängig von der Sorte)
  • für meiste Regionen Deutschlands vollauf ausreichend
  • geschützter Platz und Winterschutz in raueren Gegenden

Hinweis: Größere Probleme bereitet diesem Süßgras ein Übermaß an Nässe, wie sie hierzulande ab Herbst regelmäßig an der Tagesordnung ist. In dauernasser Erde beginnen irgendwann die Halme an der engen Basis zu faulen, was sich bis zu den Wurzeln fortsetzt.

Frostschäden erkennen

Während der frostigen Zeit des Jahres können Sie Erfrierungen am Pampasgras (Cortaderia selloana) durch bloße Begutachtung der oberirdischen Pflanzenteile nur schwer erkennen. Denn ein paar vertrocknete Blätter im Herbst und Winter sind normal.

Pampasgras treibt im Frühjahr neu aus

Alte Exemplare gehen, frisches Grün treibt ab Mitte Mai aus. Zeigt sich bei Ihrem Exemplar auch deutlich später immer noch kein Neuaustrieb, während die alten Blätter ihre grüne Farbe restlos verloren haben, ist der Frostschaden offensichtlich. Vermuten Sie viel früher, dass das Pampasgras erfroren sein könnte, graben Sie es vorsichtig aus. Sind alle Wurzeln saftlos und vertrocknet, ist die komplette Pflanze dahin. Sind einige noch grün und prall, wird das an sich robuste Gras sehr wahrscheinlich neu austreiben.

So retten Sie Pampasgras

Auch wenn ein Teil des Wurzelballens den letzten Frost überlebt hat, kann Ihnen dennoch keine Entwarnung gegeben werden. Bis zu den Eisheiligen in Mai können neue Fröste kommen und der bereits geschwächte Wurzelballen ganz erfrieren. Bringen Sie das erfrorene Pampasgras für diese Zeit in Sicherheit.

  • Wurzelballen in einen Stoffsack stecken
  • zum Beispiel in Jutesack
  • bis Mitte Mai im Haus lagern
  • hell und kühl, aber unbedingt frostfrei
  • nach Mitte Mai wieder auspflanzen
Geschnittenes Pampasgras

Tipp: Bei allen Pflegearbeiten mit dem Pampasgrass tragen Sie unbedingt langärmlige Kleidung und Handschuhe, um Schnittverletzungen zu vermeiden. Denn das Pampasgras hat sehr scharfkantige Blätter.

Winterschutz im Gartenbeet

Die Zeit der Schutznahmen beginnt im Herbst unmittelbar vor dem ersten Frost und im April, wenn die größte Frostgefahr endgültig vorüber ist. So verhindern Sie Frostschäden am Pampasgras:

  • vertrocknete Halme als Winterschutz stehen lassen
  • alle Halme zu einem Schopf zusammenfassen
  • etwa alle 40 cm mit einem Strick festbinden
  • das Innere mit Laub ausfüllen
  • zusätzlich Wurzelbereich mit trockenem Laub/Reisig dick mulchen
  • Winterschutzmaßnahmen erst Mitte März/April entfernen
  • an trockenen Tagen hin und wieder mäßig gießen
Pampasgras zusammenbinden

Tipp: Binden Sie nur Halme zusammen, die trocken sind. Ist das aktuelle Wetter regnerisch, warten Sie ein paar trockene Tage ab. Ansonsten droht genau das, was verhindert werden soll: Fäulnis!

Winterschutz bei Topfexemplaren

Ein Topfexemplar verträgt garantiert keine -17,7 °C, da der Wurzelballen ringsum eisige Luft abbekommt. Dadurch ist Pampasgras im Topf überall in Deutschland nicht vor Frostschäden sicher, wenn es draußen bleiben muss. Ihm einen Aufenthalt im Winterquartier zu ermöglichen, sollte Ihr Plan A sein. Hell, kühl, frostfrei muss dieses sein. Ab und zu gießen genügt. Plan B wird draußen ausgeführt, und gibt dem Gras den bestmöglichen Winterschutz:

  • Blattschopf zusammenbinden
  • Topf mit Luftpolsterfolie, Jute, Vlies oder Kokosmatten umwickeln
  • Aussparung fürs Gießen lassen
  • an geschützten Platz bringen, z. B. Südwand unter Dachvorsprung
  • auf Holzbrett oder Styropor stellen
Pampasgras im Kübel
Ob im Sommer oder im Winter, Kübelexemplare stehen gerne windgeschützt. So verhindern Sie ein Abbrechen der Halme und Wedel.

Tipp: Gießen Sie das Gras im Winterquartier hin und wieder mit etwas Wasser. Denn die noch intakten Halme verdunsten auch an kalten Tagen Wasser, wenn auch weniger als im Sommer.

Häufig gestellte Fragen

Darf ich die Halme abschneiden, wenn ich die Pflanze mit Laub abdecke?

Prinzipiell ja, aber es ist trotzdem besser, die Halme noch bis zum Frühjahr an der Pflanze zu lassen. Sie sind im Inneren hohl, und nach dem Abschneiden nach oben hin geöffnet. Feuchtigkeit kann in die Öffnungen gelangen und bis zur Wurzelbasis vordringen.

Wie kann ich bei einem frostgeschädigten Pampasgras den Neuaustrieb fördern?

Geben Sie ihm kurz vor dem Neuaustrieb eine gute Portion Dünger. Ideal ist ein organischer Dünger wie zum Beispiel reifer Kompost.

Welche Pampasgraspflanzen brauchen Winterschutz am meisten?

Während ausgewachsene Exemplare dem Frost auch aus eigener Kraft einigermaßen überstehen können, sind junge Gräser noch zu empfindlich. Sie sollten in den ersten Lebensjahren gut vor Frost und Nässe geschützt werden.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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