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Pampasgras zusammenbinden

Pampasgras im Herbst zusammenbinden: so geht’s

Für eine richtige und sichere Überwinterung sollten Sie Pampasgras im Herbst zusammenbinden. Wie Sie dabei ganz einfach vorgehen und wie Sie die Bindung im Frühjahr problemlos wieder lösen, erfahren interessierte Hobbygärtner hier.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • zusammengebundener Schopf als Schutz gegen Nässe und Kälte
  • Reisig als zusätzliche Isolierung
  • Maßnahme vor erstem Frost durchführen
  • Verschnitt erst im späten Frühjahr ansetzen
  • angepasste Überwinterung im Kübel

Warum Pampasgras zusammenbinden

Der Name des Pampasgrases lässt bereits die Herkunft erahnen: die Pampa. In Hinblick auf die Temperatur unterscheidet sich das winterliche Klima nicht wesentlich von dem in Deutschland. Frost wird in Tiefen von bis zu -17 Grad Celsius vertragen. Anders verhält es sich in Bezug auf Feuchtigkeit und Niederschlag. Während die Winter in der Pampa trocken verlaufen, gehen sie in den hiesigen Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit und viel Niederschlag in Form von Regen und Schnee einher. Für das Pampasgras bedeutet das zwei Risiken.

Zum einen kann Fäulnis entstehen, wenn sich Wasser zwischen den einzelnen Halmen oder im Horst staut. Zum anderen kann es bei Frost zu Sprengungen kommen. Ebenso wie beispielsweise bei Stein oder Asphalt dringt die Feuchtigkeit ein und dehnt sich während des Frierens aus. Dadurch entstehen Schäden an der Pflanze, denn die Zellen werden von innen heraus aufgesprengt. 

Grafik Pampasgras zusammenbinden als Regenschutz
Richtiges Zusammenbinden schützt das Ziergras vor zu viel Nässe.

Das Problem sind also nicht die Minusgrade, sondern die Kombination mit Flüssigkeit. Das Zusammenbinden lässt aus dem Schopf eine Art Regenschirm entstehen, denn Regen und Schnee können nicht mehr in größeren Mengen in das Innere eindringen. Sie laufen stattdessen seitlich ab. 

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Pampasgras lässt sich im Herbst ganz einfach zusammenbinden, wenn zuvor bereits die passenden Vorbereitungen getroffen wurden.

Benötigte Materialien:

  • gegebenenfalls Helfer
  • Handschuhe
  • Schutzbrille
  • Schere
  • Schnur oder Seil

Liegen diese bereit, kann die an sich einfache Arbeit beginnen.

  1. Schopf von unten umfassen: Das Abbinden beginnt nahe der Erde. Anderenfalls werden kürzere Halme herausstechen und Schwachstellen bilden. Bereits hierbei bewähren sich die Handschuhe, denn die Halme haben scharfe Kanten und können dadurch Schnittwunden sowie in der Folge Entzündungen erzeugen.
  2. Erstes Abbinden vornehmen: Mit einer festen Schnur oder einem Seil werden die Halme durch Druck von außen und Festziehen zusammengebunden. Der Faden sollte mehrfach um den Schopf gewickelt und festgeknotet werden, denn gerade bei der untersten Linie lastet ein erheblicher Zug auf dem Material.
  3. Die Schnur kürzen: Überstehende Fadenlängen werden abgeschnitten oder so weit wie möglich zusammengeknotet. Ragen sie bis auf das Erdreich, kann sich das Material schneller zersetzen.
  4. Vorgang wiederholen: Je nach Höhe des Pampasgrases werden nun mehrere Bindungen in nach oben hin kleiner werdenden Abständen gesetzt. Das obere Ende muss zu einer festen Spitze gebunden werden, anderenfalls erfüllt die Maßnahme nicht den angedachten Zweck.
Grafik Pampasgras zusammenbinden

Tipp: Nicht nur bei sehr ausladenden Varianten ist es sinnvoll, die Aufgabe zu zweit auszuführen. Während einer die Halme dicht und eng zusammenhält, kann der Zweite die Schnur sicherer und einfacher darumlegen. 

Zusätzlicher Schutz

Wasser stellt nicht nur dann ein Risiko dar, wenn es von oben auf den Horst auftrifft oder sich zwischen den Halmen verfängt. Auch nasser Boden kann ein Problem sein. Zusätzlich zu dem Zusammenbinden sollte der Boden rund um das Pampasgras mit Laub- oder Nadelreisig abgedeckt werden. Hierdurch entsteht ein Schutz, der Schäden verhindert und ein kräftigeres Austreiben im Frühjahr begünstigt.

Kübelkultur

Im Kübel kultiviertes Pampasgras kann so aufgestellt werden, dass es von unten und das Pflanzgefäß seitlich von Frost geschützt ist sowie von oben kein Niederschlag darauf fallen kann. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Schopf offenbleiben darf. Die Luftfeuchtigkeit allein reicht aus, um ein Risiko darzustellen.

Grafik Pampasgras im Kübel überwintern

Ideal ist es daher:

  • das Pflanzgefäß geschützt und überdacht aufzustellen
  • den Schopf zusammenzubinden
  • Styropor unterzulegen
  • Topf in Vlies oder Jute einzuwickeln

Auf diese Weise wird ein vollständiges Durchfrieren vermieden.

Tipp: Eine Überwinterung im Haus ist ebenfalls möglich. Das Pampasgras sollte jedoch auch dann hell stehen.

Zeitpunkt

Sie das Pampasgras sollte an einem trockenen Tag im Herbst vor dem ersten Frost zusammenbinden. Bei feuchtem Wetter kann bereits Flüssigkeit eingedrungen sein und muss zunächst abtrocknen. Zwar ist in Deutschland oftmals erst im November mit Minusgraden zu rechnen, Anfang bis Mitte Oktober sind dennoch empfehlenswerter als Zeitpunkte.  

Häufig gestellte Fragen

Welche Alternative findet sich zum Zusammenbinden des Schopfes?

Ambitionierte Hobbygärtner können Pampasgras kunstvoll flechten. Durch das Flechten ist allerdings nicht in jedem Fall sichergestellt, dass Regen seitlich abläuft.

Wann sollte man die Bindung wieder lösen?

Die Schnüre vom Zusammenbinden des Schopfes können wahlweise gelöst oder die mittlerweile vertrockneten Halme direkt zusammengebunden abgeschnitten werden, wenn im späten Frühjahr nicht mehr mit Frost zu rechnen ist. Dabei wird bodennah geschnitten, um so viel altes Pflanzenmaterial wie möglich zu entfernen.

Wann darf das Pampasgras zurückgeschnitten werden?

Ein Verschnitt im Herbst ist verheerend. Falls ein Verschnitt erwünscht ist, sollte er nicht vor Ende April oder Anfang Mai nach dem letzten Frost erfolgen.

Ist Pampasgras im Winter grün?

Das ist abhängig von dem Klima der jeweiligen Region. Bei milden Temperaturen bleibt es grün. Anderenfalls vertrocknet es mit der Zeit oder die oberirdischen Teile erfrieren. Der neue Austrieb erfolgt vergleichsweise spät. Das schnelle Wachstum sorgt danach jedoch in kurzer Zeit für dichtes und frisches Grün.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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